Staffeldt, A. W. Schack von Auf den Trümmern der Gleichen. Sonett

Auf den Trümmern der Gleichen 1) Sonett

Wankendes Gemäuer, wo der Eulen
Todtenklage fern die Leben scheucht,
Wo der Eschen hangend Laub erbleicht
Von dem Moder umgestürzter Säulen!

Grauer Thurm, um den die Winde heulen,
Grabgewölbe, wo die Natter kreucht,
Wo das Angedenken düster schleicht,
Und in Schauern nackte Geister weilen! -

Weichet, grausenvolle, morsche Trümmer,
Schwimmend auf der Zeiten Ocean,
Nimmer weicht aus meiner Seele, nimmer

Daß mich fürder nicht der Ehre Schimmer,
Nicht des Nachruhms eitler, leerer Wahn
Lenke auf der Mühe schwerer Bahn.

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