Staats-und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten 22 April 1772. Num. 65

Mit ârgnàdigster Kayftrlichen Freyhcit.

Staats-Md Bli

Des Hamburgischen unpartheylschen

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Anno 1772. (Am Mittewochen, Len 22 April.) Num. 65.

Copenhagen, dm 18 April. Se. Königl. Majestät haben attergnädigst geruhet, unterm 7(en dieses, den Committirten in der Deutschen Kammer, Herrn Eapitain von Gerstenberg, zugleich zum Mitglieds Ln der Commerz-Deputation zu ernennen. Am Montage wurde die Inquisitions-Commission auf dem Schlosse gehalten. Sonst hört man von den Staatsgefangenen nichts Neues, welches besonders anzumerkeu wäre. Wie die Rede geht, so ist der General-Fiscal Vivet mir Betreibung des von ihm als Actor zu führenden Processes so weit gekommen, daß er, sowol den Grafen Struensee als den Grafen Brandt, citiret hat, um sich wider die Anklagen, welche er, wegen ihrer begangenen Vergehungen, in der Inquisitions -Commipion Vorbringen wird, zu vertheidigen, und glaubet man, daß der Proceß sehr bald ausgemacht werden könne, zumal, da man für gewiß behauptet, daß nicht nur diese beyden, sondern auch die übrigen Staatsgefangenen alles dasjenige freywillig einge standen haben, was die angeordnete ZnquismousCommißion, um von der wahren Beschaffenheit der Sache eines jeden besonders die genaueste Kenntniß einzuziehen, zu wissen begehret, um darüber der Wahrheit und den Gesetzen gemäß, ein gerechtes Urtheil fällen zu können. Zn diesen Tagen ist der hiesige Königl. CabinetsCourier Brummer zurückgekommen; auch sind 2 Englische Couriers von London angelangt. Zhro. Majestät / die Königinn Juliana Maria,

welche seit einiger Zeit mit einer Unpäßlichkeit überfallen gewesen, sind zum Vergnügen des hohen König!. Hauses, und zur Freude aller rechtschaffenen Unterthanen, nnnmehro vollkommen wieder hergestellet. Das hiesige Königl. Collegium Mcdicum hat auf Befehl des Königs eine neue Médicinal-Tare in Druck gehen lassen, wornach die Apotheker in den Königreichen Dännemark und Norwegen die in der Pharmaeopoea Danica ausgezeichneten Simplicia und Compostta verkaufen sollen. In hiesiger Residenzstadt sind fast an jedem Tage dieser Woche Paßions-Concerte gehalten worden. Am Montaaewurde das schon angezeigte Concerto Spirit E Uf dm Theater des Dänischen ComödienHauses; am Dienstage eine Dänische PaßionsCantate, wovon der Hert Capellmeister Scheibe die Musik, und der Hert Johannes Ewald die Poesie verfertiget hatten, auf dem Brauer -Gelags-Hause; am Mittewochen vorhingedachtes Concerto Spirituale im Dänischen Comödienhause, und am Donnerstage das bekannte Stabat Mater Dolorosa von der sogenannten Rathhaus-Straße musikalischen Gesellschaft auf dem Brauer-Gelags - Hause aufgeführet. Se^ Königl. Majestätssmd in Begleitung des Erbprinzen mit einigen Ho! Mgpalers diesen Nachmittag gegen 2 Uhr nach Charlott'enlund gefahren, um daselbst die Mittagsmahlzeit einDîehm-tzn, und werden Allerhöchstdieselben gegen Abend zurückkommen, um ein neues Concerto Spirituale aumhöM, welches im Apartements Saal auf dem de

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bürg in Allerhöchstderoselben Gegenwart wird ausge: führet werden/ und von einem gewissen vornehmen Italienischen Cavalier mit sehr vielem Geschmack componiret seyn soll.

Wir müssen einige Fehler verbessern, welche bey der Bestimmung des jährlichen Gehalts des künftigen Oberhofmeisters, Obersten Penz, der beydenHofCavaliers (nicht Kammerjunker) und der Hof-Damen, die in Diensten der Königin« Carolina Mathilda bleiben, in Nr. 59. dieser Zeitungen begangen worden. Der Oberste Penz genießt künftighin (außer was ihm sein Regiment als Chef einbringt) als OberHofmeister 96oRthlr. ein jeder Hof-Cavalier (außer was er nach seiner Bedienung im Militair-Etat empfange) 360 Rthlr. und jede Hof-Dame jährlich 350 Rchlr. und bestehet die Anzahl der für den neuen Hof-Etat angenommenen und bereits wirklich reglementirten Personen in 37, die nachher wieder ihre Bedienten haben, welche aber von ihnen selbst salariret werden.

Beschluß der Nachrichten aus London, vom 10 April.

(Die Briefe vom i4ten dieses fehlen.)

Vorgestern wurde der Rath von London versank melt, und die Theurung der Lebensmittel in Vorschlag gebracht. Es wurde beschlossen, eine Bittschrift an das Parlement einzugeben, um die freye Einfuhr des Korns von America zu erlauben. Diese Petition sollte von den beyden Sheriffs, den Herren Wilkes und Bull, dem Unterhause überreichet werden. Hert Wilkes entschuldigte sich mit seinem Privilegio, als Parlememsglied für die Grafschaft Middlesex, daß er keine Bittschrift in einer Versammlung überreichen könnte, davon er selbst ein Mitglied wäre. Seine Rede wurde von den meisten des Raths gebilliget; darum wurde die Petition von denàherisk Bull allein überreichet.

Nächsten Sonntag wird von der Nation die halbe Trauer für die Hochstsel. Prinzeßinn von Wallis, und von dem Hose zugleich die Trauer für den Herzog von Gotha angeleget. Die Prinzeßinn Amalia, des Königs Tante, wurde gestern Nachmittag schnell mit einer solchen Unpäßlichkeit überfallen, daß an ihrem Leben gezweifelt wurde. Durch den Beistand der Aerzte aber befand sie sich um io Uhr des Nachts besser.

Den 8ten beschlossen die Gemeinen im Ausschüsse zu bewilligen: i) 274423 Pf. Steel. 4 Schill. 7i Pf» zur Ersetzung der außerordentlichen Kosten -er Truppen bis den 20. Februar 1772. 2) 6098 Pf. Sterl. 14 Schill. 5 Pf. zur Fortsetzung der Einrichtung neuer Wege und Erbauung von Brücken in Schottland fürs Jahrs 1772» _ ^

Hert For that in dem Hause den Vorschlag, eine Bill zur Verbesserung einer impften Jahre der Regierung Königs Georg IT. gemachten Arte, die unrechtmäßigen Heirarhen zu verhindern, einzubringen. Er brachte viele wichtige Gründe vor, um seinen Vorschlag wider eine Arte zu unterstützen, welche der Nation sehr unangenehm gewesen, und die Bevölkerung gewissermaßen erschweret hat. Nach vielen Debatten kam es zum Dotiren, da denn der Vorschlag mit 62 Stimmen gegen 61 gebilliger wurde. Es wird also die Bill eingebracht werden. Hierauf wurde die Bill, die protestantischen Unterthanen von der Unterschrift der Englischen Liturgie zu dispensiren, zum erstenmal verlesen, und dieBill, die Schiffswerfte, Zeughäuser und Magazine mit dem Röthigen zu versehen, paßirte in dem Hause. Der Vorschlag, eine Bill zur Aufmunterung der Unterthanen dieserKrone in den Westindischen Colonie» einzubringen, und ihre Versicherungen, den Fremden das ihnen vorgeschossene Geld richtig wieder zu bezahlen, kräftig zu machen, wurde in Ueberlegung genommen.

Das Gerücht, als wenn der Prinz von Masserans im Namen seines Hofes wider die Abschicknug einiger unserer Schiske nach der Südsee protestiret hätte, ist ungegründet. Sie werden nächstens abgehen, um noch mehrere neue Entdeckungen zu machen.

Von Dublin wird gemeldet, daß sich der dortige Vicekönig, Lord Townshend, den gisten des vorigen Monats ins Parlement verfüget, und den Königs. Assent zu der Bill, die Aufrührer zu bestrafen, gegeben hatte. Hierauf hat er das Perlement bis zum sten May prerogiret.

Den ofen befohlen die Gemeinen, daß keine Bill, welche das Commercium zum Gegenstand hat, dem Hause solle eher übergeben werden, bis sie von selbigem in einem großen Ausschuß untersucht worden. Die Bill wegen des Bauholzes zur Königl. Flotte wurde zum zweytenmal gelesen, mit einer Mehrheit von 81 gegen 45 Stimmen. Man beschäftigte damit bis früh um 2 Uhr, worauf beschlossen wurde, sie den zten May im Ausschüsse zu untersuchen, und bis zum igten dieses zu adjourniren.

Bajonne, den 4 April.

Zu Cadix sind von Carthagma aus Westindien, und zuletzt von der Havana 2 Schiske angekommen, die, außer vielen andern kostbaren Sachen, 16 bis 18OOOOO Piasters mitgebracht haben.

Paris, den 14 April.

Die Französische Akademie hat den Herrn d'Alembert zu ihrem beständigen Secretair erwählet.

Man versichert, daß der Graf von Guignes, Sr. Majestät Ambassadeur zu London, werde rapelliret, und der Marquis von Noailles, Königs. Gesandter zu Neapolis, ihm in seinem Posten folgen werden

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Mit Briefen von St. Domingo vom Monat Februar wird gemeldet, daß daselbst fast noch täglich Erderschütterungen verspüret werden.

Den i2ten dieses ist ein Courier von Copenhagen hier angekommen.

Wien den 11 April.

Am Donnerstage früh sind Se. Hochfurstl. Gnaden, Hert Hieronymus Colloredo , Erzbischof von Salzburg, von hier nach Dero Erzbisthum wieder abgereiset.

. Der Graf von Rosenberg, Kayserl. Minister, macht sich fertig, nach Italien zu reisen. Man glaubt, daß er nit einem Auftrag an den Partnesanischen Hof versehen en.

. Brussel, den 13 April.

Den lOten greng der Prinz Ernst von Mecklenburg: Strells von London kommend, durch diese Stadt nach Deutschland.

Haag, den 17 April.

Der Ritter Yorke, Königs Großbritannischer außerordentlicher Gesandte bey den Generalstaaten, ist im Begriff, eine Reise in seinen eigenen Angelegenheiten nach England zu thun, und hat bereits von dem Präsidenten der Versammlung Ihro Hochmögenden Abschied genommen.

Oie beyden Mohren, welche der Erbstatthalter im Dienst hat, haben, nach erhaltenem Unterricht in der Reformirten Religion, ihr Glaubensbekenntniß abgeleget, und der jüngste davon wird den Lasten getauft werden.

Berlin, den 18 April.

Am Donnerstage, gegen Mittag, haben sich Ihro Majestät, die verwittwete Königin» von Schweden, nebst Höchstderoselben Prinzeßinn Tochter Königs Hoheit, Ihro Königs Hoheit, die regierende Herzogin» von Braunschweig, Ihro Durchs die Gemahlinn des Prinzen Friedrichs von eg in Begleitung Sr. Excellenz, des Königs Schwedischen Reichsraths, Herrn Grafen von Schwerin, nach Spandau erhoben, wo Sie bey Sr. Königs Hoheit, dem Prinzen Heinrich, einen Besuch abgestattet, des Mittags bey Sr. Königl. Hoheit gesperset, und des Abends wieder von da zurück: gekommen find. Sowol bey der Ankunft als Abreise Ihrer Majestät, Ihrer Königl. Hoheiten und Ihrer Durchs find die Kanonen von der Vestnng gelöset worden. **

Hamburg, den 21 Aprrl.

Man fiehet hier eine gedruckte Rede, welche der Hert Procurator Uldahl zu Copenhagen soll gehalten haben, welche aber, wie wir das Publicum aus zuverlüßigen Nachrichten versichern sollen, niemals von ihm gehalten worden ist.

Von gelehrten Sachen.

Beschluß der gestern abgebrochenen Anzeige von des

Herrn Doctor Semlers Abhandlung von frever Untersuchung des Kanon.

Unmöglich kann es auch des Herrn Doctors Meynung seyn, daß das einzige untrügliche Merkmaal eines von Gott eingegebenen Vortrages sey, daß der Inhalt unmittelbar zu moralischer Besserung fur jedermann nützlich ist. So würde kein Vortrag über Aaubenswahrheiten, und also z. E. der größte Theil

des Evangeliums Johannis und Briefes an die Römer nicht eingegeben feyn, welche doch der Hert Doctor für eingegeben erkennt, Und so dürste nicht nur, was wir uns ordentlich unter der Eingebung gedenken, ziemlich völlig verschwinden, da die moralischen Wahrheiten dergleichen nur selten erfordert haben dürften, sondern auch jede bloß menschliche zu allgemeiner moralischen Besserung wahrhaftig nünliche Schrift für eingegeben zu erkennen seyn. Der Hert Doctor unterscheidet die heilige Schrift und das Wort Gottes. Diesen Unterschied halten wir selbst für sehr wichtig und gegründet. Allein, wir verstehen ihn vielleicht nicht recht, wenn er uns das Wort Gottes bloß auf die moralischen, oder unmittelbar zur Besserung dienenden Wahrheiten einzuschränken scheint. Sollte nun überall Eingebung, und nur Eingebung seyn, wo in dieser Bedeutung Wort Gottes ist; so würde dergleichen bloß in den moralischen Büchern und Theilen der heiligen Schrift, und in allen moralischen Büchern seyn.

Endlich dürfte die ehemalige Uneinigkeit über den Kanon sowol unter den Juden als Christen entweder nicht so groß und erweislich seyn, als der Hert Doctor anzunehmen scheint, theils daraus nichts weiter als die bloße Möglichkeit geschloffen werden können, daß ein oder das andere Buch in demselben nicht ursprünglich eingegeben sey, und die Notwendigkeit, den Inhalt zu Hülfe zu nehmen. Es ist unter den Streitigkeiten mit der Römischen Kirche unsers Erachtens hinlänglich ins Licht gesetzt worden, wie viel dabey dem Zeugniß der Kirche einzuräumen ist, oder nicht; und nicht zu billigen, wenn unsere Gottesgelehrten solches bey den Beweisen für das kanonische Ansehen einzelner Bücher wieder vergessen, und demselben zu viel zneignen. Wir irren aber sehr, oder der Hert Doctor eignet ihm selbst, ohne es zu wollen oder zu wissen, zu viel zu, da er aus der ehemaligen Uneinigkeit der Kirche über den Kanon gerade zu auf eine wirkliche Ungewißheit der Eingebung einzelner Bücherschließt; auch fast die gesammten vorgebrachten Zweifel auf den Begrisk, welcher ursprünglich mit der Benennung eines kanonischen Buches verknüpft worden, aufführt. Aber wenn es denn auf die innern Merkmaale einer von Gott eingegebenen Schrift vornehmlich ankömmt, so sind solche unstreitig aus einem erweislich guten Verhältnisse eines Buchs und seines Inhalts zur geoffenbarten Religion überhaupt herzrmehmen, und nicht bloß auf den Vortrag unmittelbar praktischer Wahrheiten einzuschränken. Ueberdem aber muß mit dem Zeugniß der Kirche nicht das Zeugniß Christi und der Apostel vermengt, und die ' Herablassung derselben zu unschädlichen Irrthümern ihres Volks nicht bis dahin ausgedehnt werden, daß sie wörtlich und thätig eine Sammlung von Schriften zu einem Glaubensgrunde geheiligt haben sollten, die es nickt war.

Der Raum erlaubet uns nicht, mehrere Bedenküchkeiten gegen die Untersuchung des Herrn Doctors vorzntragen. Es würde derselbe aber gewiß uns und alle ihm ähnliche gewissenhafte Forscher der Wahrheit sehr verbinden, wenn es ihm gefallen sollte, dieselbe noch weiter vorzunehmen, und theils bestimmter zu seyn, theils nicht bloß die Anstöße gegen diese und jene Geschichte oder Theile der heiligen Schrift hinzuwerfen, theils sich über das eigentliche Verhältniß einer eingegebenen Schrift zur moralischen Besserung ausführlicher zu erklären.

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ec Verzeichniß von Musikalien, so bey Joh. Lhrrst» cc Westphal und Comp, in Hamburg in Commißion zu «haben und. 1771." Mit Vergnügen haben wir die ansehnliche Vermehrung von Musikalien, durch deren Sammlung sich die Herren westphal und Comp. um die Liebhaber der Tonkunst ungemein verdient machen, in diesem neuen Verzeichnisse wahrgenommen. Man findet bey ihnen die besten Composittonen der berühmtesten Italienischen, Deutschen, Französischen, re. Tvnkünstler. Der Preis der Stücke, ist aus gegenwärtigem Verzeichniß , welches man bey ihnen abfordern kann, zu ersehen. '

Lotterie - Anzeige von dem allgemeinen zu ' -Lomtoir auf Raysevs-Hos zu Hamburg.

Das General - Lomtoir machet die glücklichen Nummern bey folgenden Ziehungen bekannt: der Lasten Schwedischen: 26. 45. 73. 6. 22.

der Men Coburger: 20. 67. 35. 3. 37.

der iôten Wetzlarer : 34. 82. 81, 76. 12.

der !4ten Eutiner: 90. 47» 11, 64. 54.

der fen Casseler: 52. 10. 03+ 70. 71.

Während dieser Woche werden noch von dem GeneralLomroir die Ziehungen von Loblenz, Hamburg, wmbaden, Friedberg, Copenhagen, Würzburg, Maynz und Anspach bekannt gemacht, welches alsdenn solche ausgiebt, und alle Gewinne in Dänischen Ducaren vergüten wird.

Heute wird für Loburg und Gotha,

Morgen für Dillingen und Lölln,

Frevtags für Yerli,

Sonnabends für Braunschweig und Strelitz geschlossen. Hamburg, den 22sten April, 1772.

Mannes.

In unserm Genera!-Comtoir werden diese Woche i Einnahmen folgender Zahlen-Lotterien geschlossen: Der 6osten Coburger und zösteu Gothaer heute Abend ; der zosten Dillinger und z6sten Eöllner morgen; der rasten Berliner Freytags; der rzten Braunschweiger und zzsten Strelitzer Sonnabends.

Bis dahin kann ein jeder mit beliebigen Billets von «ns bedienet werden, und der reellesten Begegnung versichert seyn. Hamburg, den 22sten April, 1772.

N. PP. & 6, Schott, in der grossen Johannröstrasse.

Morgen ist allhier der Schluß von der zosten Ziehung der Hochfürstl. Augsburg - Dillmgischen Zahlen-Lotterie. Alle, welche hieran noch Antheil nehmen wollen, können bey allen ausgestellten Herren Collecteurs auf selbstgefällige Spiele bis morgen Abend um 8 Uhr bedienet werden. Hamburg, den Lasten April, 1772.

Fischer,

Chur - Trierischer Agent und Commissaire.

Lotterie- Anzeige.

Das Reichsstadt Cöllner Lotto - Commißions-Comtoir dahier meldet den resp. Liebhabern zur beliebigen Nachachtung hiemit nachrichtlich, daß es die General-Einnahme aller Spiele und Listen zur z6sten Ziehung des Stadt-Cöllner Lotto am morgenden Donnerstage, den 23sten April, des Abends um 8 Uhr, schließen wird. Hamburg, den 22sten April, 1772. Calmberg.

Nachdem die 7te Ziehung der Hochfürstl. Hessen-Cast selischen gnädigst garantirten Zahlen-Lotterie in dem auf hiesiger Neustadt in der Königsstraße gelegenen Hochfürstl. Lotto-Hotel anheute, den i4(eu April, mit den gewöhnlichen Solenmtäten vollzogen, dabey nachstehende 5 Nummern, als:

52. Io. 6z. 70. 71.

aus dem Glücksrads gehoben worden: Als wird solches einem geehrten Publico hierdurch bekannt gemacht, um die Gewinne bey derwnjenigen, wo die Einlage geschehen, empfangen zu können. Die folgende Ziehung geschiehst den i4ten May. Cassel, den i4tenApril, 1772.

General-Direction der Hochfürstl. HessenLasse! ischen gnädigst garantieren ZahlenLotterie.

Demnach jüngsthin der hiesige Hutmacher mit Tode abgegangen, und dessen nachgelassenes Handwerks: Ge: räthe. öffentlich zu Rathhsuse baldmöglichst verkaufet werden soll: So wird dieses hierdurch kund gemacht, damit dergleichen hier gesucht werdender ProfeßionsVerwandter, welcher sich entschließen möchte, gegen Bewilligung einer drcyjahrigen Freyheit von allen öffentlichen Adgisten sich allhter zu etabliren, gedachtes Handwerks-Geràthe ankaufen könne. R.esOiurum Möllen L Senatu den lokn April, 1772.

Bürgermeistere und Rath hieselbst.

Zu Stolpe, in Hinterpommern, ist die seit 14 Jahren abwesende Maria Schwarzmn, wie auch der seit 25 Jahren abwesende Nadler-Geselle Ernst Groth, ad inftantiam der hiesigen Anverwandten, auf den zosten März, zosten April, und höchstens den isten Junii a. c. auf dem Rathhause hieselbst zu erscheinen, und praevia leAltimanOne das ihnen zustehende Vermögen in Besitz zu nehmen, mit der Verwarnung ciuret, daß, im Fall eines fernem Sttllschweigcns, sie nach der Königs. Verordnung vom 2/sten October 1765. pro morruis declans ret, und das Vermögen unter die nächsten Anverwandten vertheilet werden soll, weshalb auch diese, nebst denen, so an dem Vermögen der abwesenden Maria Schwarzinn und des Nadler-Gesellen Ernst Grorh, eine rechtliche Ansprache ZU haben mrmet)!tcn, in d ais Terminis ad legitimandum peremtorie & sub poena praeclud vorgela-

den werden. 8ignarurn Stolpe, den zten Februar, 1772.

Bürgermeisters und Kath der Stadt Stolpe.

Denen rep, Liebhabern dienet zur Nachricht, daß am Freytage und Sonnabend, als den 24. und 25sten April a. c. des Vormittags um 10 Uhr, auf dem hiesigen Börsensaal eine beträchtliche Sammlung von den besten und berühmtesten Meistern verfertigte, mehrentheils Italienische Cabinet-Mahlereyen, so durch einen wohlbekannten Kenner mit großem Fleiß in der Fremde gesammlet, kn öffentlicher Auction durch den Mackler MichaelBostelmann verkauft werden sollen, bey welchem der Catas logus beliebig abzukordern.

NB. Diese Gemahsde sind sehr gut conditioniret, und mehrentheils mit Glanz vergoldeten Rahmen versehen; die kleinen oder seinesten Stücke, ob sie gleich Oelfarbe haben, sind zur Conservation mit Crystaü und andern Gläsern belegt. Hierbei) ist auch ein rarer Telescop und emaillirter Aufsatz befindlich, so zum Tafelservice dienlich. Dieses alles ist am Donnerstage vor der Derkausung in beliebigen Augenschein zu nehmen.