Staats-und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten 12 Februar 1772. Num. 25

Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.

Staats-und Gelehrte Zei-tung

Des Hamburgischen unpartheyischen

CORRESPONDENTEN

Anno 1772. (Am Mittewochen, den 12 Februar.) Num. 25.

Verfolg von Kopenhagen, vom 4 Februar. Man lieset hier jetzt einen Brief, welcher an unsern Monarchen selbst gerichtet ist, und den gelehrten Herrn Conferenzrath Suhm zum Verfasser hat, aus welchem man sehen kann, wie man hier über die am 17ten Januar vorgegangene Veränderung denken darf. Er ist in die hiesigen Zeitungen und Addreßblätter gerückt, auch besonders gedruckt worden. Der Anecdoten über den Charakter und das Verhalten der Staatsgefangenen ist kein Ende. Einer, heißt es, spricht nichts; der andere spielt Schach; der dritte die Flöte; der vierte trinkt; der fünfte weint; der sechste betet und finget beständig, wirft aber dabey dem lieben Gott vor, daß er ihn mit solchen — embarquirt hätte. Auch unsere Poeten find beschäfftiget, die merkwürdige Begebenheit des 17ten Januars zu verewigen. Heute hat der Graf Struensee zum erstenmal in dem Hause des Commandanten aus der Citadelle sollen verhöret werden. Um den Zulauf des Volks zu verhindern, werden die Brücken aufgezogen werden. Gestern ist der Baron von Bülow mit seiner Gemahlinn und Familie nach Holstein abgegangen, nachdem die Baroneßinn von der Inquisitions-Commißion über einige Punkte vernommen worden. Der Conferenzrath Braem is zum Oberpräsidenten dieser Residenz ernannt worden. Rom, den 18 Januar. Herr Aspuru, der seiner kränklichen Umstände wegen seine Charge als Spanischer Gesandte bey uns niedergeleget hat, will auch seinem Bißthum entsagen, und sich bloß eine jährliche Pension Vorbehalten. In dem nächsten Consistorio wird Herr Garampi zum Nuncius an dem Pohlnischen Hofe erkläret werden, und im März dahin abgehen. Der Pabst läßt an vielen Orten seiner Staaten kostbare Gebäude errichten. Zu Civitavecchia wird das Armenhaus, zur bessern Bequemlichkeit der darinn be- findlichen Mädchen, sehr vergrößert. In den Magazi-

nen daselbst ist ein großer Vorrath von gesalzenen Fischen und Korn. Auch haben wir einen solchen Vorrath an Oel von da her erhalten, daß der Preis desselben bald fallen wird. Mit einem außerordentlichen aus Frankreich gekommenen Courier will man die Nachricht erhalten haben, daß daselbst ein großer Bankerott erfolget sey. Genua, den 18 Januar. Unsere Regierung hat zu dem Leichenbegängnisse, Seelenmessen & c.. ihres zu Paris verstorbenen Gesandten, Herrn Sorba, 80000 Liren bestimmt. Auch hat sie den beyden Schwestern desselben, jeder eine jährliche Pension von 2000 Liren aus Lebenszeit angewiesen. Es wird nächstens ein neuer Gesandte an den Französischen Hof abgeschickt werden. Zur Ankaufung der großen Chebecke, welche neulich bey Sestri di Ponente vom Stapel gelassen, find 4 Dänische Officiers hier angekommen. Die Algierer befürchten im Frühjahr ein Bombardement von der Dänischen Flotte, und haben zu dem Ende schon einige Vertheidigungs-Anstalten machen lassen. Fortsetzung der Nachrichten aus London, vom 28 und 31 Januar. Man will hier Nachricht haben, daß der Kathol. König die Insel Luconia, in Ostindien, an Frankreich gegen einen gewissen District von Louisiana abgetreten habe. Es wird als eine Ursache hinzugefügt, daß dieser District nicht weit von der Stadt Neu-Orleans läge. Den 27sten dieses saßen die beyden Parlementshäuser wieder; aber nicht länger, als bis 3 Uhr, Nachmittags. Lord Georg Sackville Germain machte eine Motion im Unterhause, die Wildfangs- und Hunds-Acten aufzuheben. Die erste Acte verbietet den Landleuten, einen Hasen oder Rebhuhn auf ihrem eigenen Grund und Boden zu fangen, oder zu schießen, bey 5 Pf. Sterl. Strafe. Die zweyte setzt die Strafe der Transportation auf die Entwendung eines Hundes. Nachher wurde vorgetra-

2

genà die Ausfuhr des Korns und Mehls zu verbieten, und die zollfreye Einfuhr desselben aus America zu erlauben. Die Schottländischen Kaufleute find Willens, eine Bittschrift an das Parlement einzugeben, um die Holländer von der Heringefiseherey bey den Orcadischen Inseln und bey Shetland auszuschließen, oder sie einer gewissen Abgabe für solche Freyheit zu unterwerfen.

Den 29sten machte Herr Buller, ein Lord von der Admiralität, im Unterhause die Motion, daß zum Dienst des laufenden Jahres die Anzahl der Matrosen bis auf 25000 Mann solle vermehret werden, die Seesoldaten mit eingeschlossen. Zu Friedenszeiten werden sonst nur 16000 auf den Beinen gehalten. Lord North unter-

stützte die Motion mir einer Zierlichen Rede. Der Oberste Barre, Herr William Dowdeswell, Admiral Saunders und Pocoke sprachen dagegen, und sagten, 25000 Mann wären noch zu wenig, im Fall England Krieg haben sollte, und zu viel, wenn man des Friedens versichert wäre. Jedoch nach einigen wenigen Debatten, kam es damit zum Schluß, ohne daß votirt wurde. Es bleibt also vestgesetzt, daß wir 25000 Seeleute unterhalten, von welchen jeder monatlich 4 Pf. Sterl. bekömmt, die Officiers ungerechnet.

Sonst beschäfftiget sich das Parlement noch mit folgenden Sachen: 1) dem Korn einen Marktpreis zu setzen, damit nicht die Armen über Theurung und Mangel des Brodts klagen dürfen. Es ist besonders der Oberste Barre, der sich in dieser Sache beschafftiget. Man glaubt, eine solche Verordnung dadurch zu Stande zu bringen, wenn man die Brannteweinbrenner und Stärkmehlmacher unter einer bessern Regulation setzet, sonderlich die letztern, welche jährlich ungefehr 50000 Malter Waizen verbrauchen. 2) Die Einbringung Französischer Seidenwaaren zu verbindern, die allen Verboten ohnerachtet noch zum großen Schaden der Englischen Seiden Manufacturen öfters geschiehet. 3) Die hohen Taxen auf Lebensmutes nach dem Plan des Lords North, zu verringern, und sie auf Dinge, die mehr zum Luxus gehören, zu legen; z. E. auf die öffentlichen Lustörter, Kutschen & c. & c.

Im Oberhause hat nunmehro Lord Ligonier seine Klage wider seine Gemahlinn, von der er sich scheiden lassen will, angebracht.

Mit der Bittschrift der Geistlichen gegen die unter- schreibung der 39 Artikel hängt es noch hie und da, und ist selbige bis jetzt noch nicht im Parlement eingegeben. Indessen ist zu Cambridge öffentlich angeschlagen, daß die Studenten und Collegiaten keinen Gradum erhalten sollen, wenn sie sich nicht bequemen, diese Artikel zu unterschreiben.

Den 30sten kam ein Courier von Paris, von dem Englischen Gesandten, Grafen von Harcourt. Nach einer Unterredung des Königes mit den Staatsmimstern, unb einer Privat-Audienz des Sardinischen Gesandten bey Sr. Majestät, in dem Pallaste der Königinn, wurde derselbe mit einer Antwort zurück abgefertiget. Seit- dem verlautet, daß der General Paoli einen Brief von der Republik Genua erhalten, mit dem Anerbieten, ihn in seinen vorigen Stand und Ansehen in Corsica, unter gewissen Bedingungen, wieder einzusetzen.

Nach Madrid ist wiederum ein Courier abgegangen, dessen Depeschen sich auf die Losgebung her Englischen gefangenen Matrosen in dem Spanischen America beziehen sollen.

Sonst nehmen Englands Umstände von Tage zu Tage

ein besseres Ansehen an. Die Unterthanen sind zufrie-

den, der Haß gegen das Ministerium verringert sich und verwandelt sich bey vielen in Hochachtung, da sie sehen, wie sehr es auf die Beförderung des allgemeinen Bestens bedacht ist. Lord North erhalt viele Lobsprüche wegen seines Versprechens, einen Theil der Nationalschuld zu bezahlen, und die Subsidien für dieses Jahr werden ohne neue Auflagen herbeygeschafft.

Am 25sten wurde der Leichnam des Lords Baltimore mit vieler Pracht von London nach Epsom geführet, und daselbst begraben. Exeter Change, wo er in Parade gelegen, wurde von dem Pöbel umringet, die Fenster wurden zerbrochen, und sie würden sich des Körpers bemächtiget, und ihn aus dem Fenster in die Straße geworfen haben, wenn nicht eine nahe dadey befindliche Wache dieses verhindert hätte.

Der Secretair des Erbprinzen von Hessen-Cassel hat dem Hofe die Nachricht von dem Absterben Ihrer Königl. Hoheit, der regierenden Landgräfinn von HessenCassel, überbracht, weshalb die Trauer auf 6 Wochen angeleget werden wird.

Fortsetzung der ausführlichen Relation der fernern Unternehmungen der Rußischen Flotte, bis zum Schluß des gegenwärtigen Feldzuges.

Der Oberste von Toll setzte seinen Marsch, so bald die Artillerie ausgeladen war, in folgender Ordnung, nach der Stadt zu, fort. Der Major Perret hatte mit seinen Alba- neser-Regimente die Avantgarde; und der Major Rall mußte mit seinem Albaneser-Regimente den Rücken und die rechte Flanke, gegen die vorerwähnten von der Vestung abgeschnittenen Türken decken, welche beständig von den an der Seite liegenden Höhen in das Gros emzudringen suchten. Der Marsch geschahe en Front, und er wurde uns Fuß vor Fuß von den Türken streitig gemacht. Das Terrain auf dieser Seite war sehr gebirgig, und es gab daher sehr viele Hindernisse, die Kanonen fort- zubringen. Bey der letzten Höhe, dichte an der Vorstadt, fanden die Unsrigen noch vielen Widerstand, und die Türken bezeigten sich ganz hartnäckig; gleichwol aber mußten sie endlich nachgeben, und die Unsrigen gewannen die Höhe: @- Dieser Streich machte, so zu sagen, der ganzen Affaire ein Ende. Die Türken flohen, so geschwind als sie nur konnten, durch die Vorstadt, und warfen sich in die Vestung, welche, da sie mit einem verdeckten Wege versehen ist, diese Flucht sehr erleichterte. Die Division des Fürsten Dolgorucky war zu dieser Zeit noch nicht angekommen. Der Oberste von Toll sendete daher eine Compagnie von seinem Regimente dem Major, Graf von Wainewitz, zur Unterstützung. Unsere leichten Truppen fielen hierauf in die Vorstadt, und plünderten die Häuser. Die Beute, welche sie gemacht, ist sehr ansehnlich. Die Türken hatten nichts nach der Vestung geflüchtet, und dieses dienet zum Beweis, daß sie sich stark genug gehalten haben, uns abzuhalten, und sich mehr zugetrauet, als sie im Stande gewesen, auszuführen. Des andern Morgens, gegen 9 Uhr, thaten die Türken einen Ausfall auf die Vorstadt, und vertrieben die sich noch darinn befindlichen Plünderer, besetzten dieselbe, und machten ein heftig klein Gewehrfeuer auf eine Batterie des Obersten von Toll, welche nicht weit davon entfernt war. Der Fürst Dolgorucky gab dem Major Befehl, mit den Albanesern auf die Vorstadt anzudringen, und die Türken herauszutreiben. Der Major rückte also an, vertrieb die Türken, und faßte Posto in der Vorstadt. Er nahm nachgehends 30 Cüraßier, die er bey sich hatte.

3

und zu Fuß dienten, und ungefähr noch 50 Albaneser. Mit diesen Leuten gieng er durch die Vorstadt, nach der Seite des im Anfang erwähnten Thurms zu; und da er glaubte, daß dieser Thurm mit dem Degen in der Faust wegzunehmen sey, wenn man frisch darauf anlaufen würde, so unternahm er, mit seinen bey sich habenden Leuten, diese Attaque, und eroberte den Thurm durch die untersten Schußlöcher, die er bestieg. Die Türken hingegen verließen den Thurm durch die gegen über stehende Schießscharten, und flohen nach der Stadt; nur 2 Türken, die nicht geschwind genug waren, wurden niedergehauen. Bey dieser Gelegenheit bekam der Major Rall zwey Fahnen, und 8 Kanonen, darunter 3 große Steinstücke waren, welche Steinkugeln von 13 Zoll im Diameter schießen. Der Fürst Dolgorucky schickte dem Major Rall den Artillerie-Lieutenant Müller, welcher mit Hülfe einiger Cüraßiers, eine der Kanonen außer die Pforte des Thurms bringen ließ, und mit selbiger ans die Bestung feuerte. Der Thurm ist in der Mitte offen, oder unbedeckt. Nach der Stadt zu hat er keine Schießlöcher; an deren Stelle aber hat er 2 Wachthäuser, ein Pulvermagazin, und einen Brunnen. Beyde letztere sind Bomben Frey.

(Der Beschluß folgt.)

Von der Weichsel, vom 3 Februar.

Die bisher in der Türkey gewesenen Häupter, Kra- sinsky und Potocky, haben ihre Quarantaine zu Semlin geendiget, und sind bereits zu Wien angekommen.

Der neue Großvezier, Moussun Oglu, soll ein großer Liebhaber des Friedens seyn. Er hat anfänglich diese Würde nicht annehmen wollen, weil der schlechte Zustand der Türkischen Armee ihm wenig Ehre dabey verspräche. Da ihn aber der Großsultan versichert, noch 40000 Mann frische Truppen zu selbiger stoßen zu lassen, und ihm im Frühjahr eure Armee von 150000 Mann zu liefern, so hat er diesen gefährlichen Posten angenommen. Indessen dauern die Friedensgerüchte noch fort.

Leipzig, den 1 Februar.

Gestern sind Se. Excellenz, der wirklich geheime Rath und bevollmächtigte Minister, Graf von Werthern, aus Paris kommend, hier durch nach Dresden abgegangen.

Berlin, den 8 Februar.

Ihro Königl. Hoheit, die Prinzeßinn Amalia von Preußen, haben aus Höchsteigener Bewegung den HofRentemeister, Herrn Christian Friedrich Sommer, zu Dero und des Stifts geheimen Rath allergnädigst zu ernennen geruhet.

(Beym Schlusse dieses find die Holländischen und Englischen Briefe noch nicht eingegangen. Die Dänische Post ist zwar noch spät angekommen; die Briefe sind aber nicht ausgegeben worden. )

Von gelehrten Sachen.

Berlin. Der Königl. Hofbuchdrucker Decker hat ver-

legt: L'Histoire des dernieres campagnes et negotiations de Gustave Adolphe en Allemagne. Ouvrage traduit de l'Italien. Avec des notes historiques et geographiques, et une Differtation où l'on detruit les soupçons jettés de nos jours fur la conduite de Ferdinand II. à la mort du Monarque Suédois. Par Mr. l'Abbé de Francheville, Chanoine d’Oppeln, Lecteur et Bibliothécaire de S. A. R, Mon- seigneur le Prince Henri de Prusse, Frère du Roi. Augmenté 1) d’un Tableau militaire des Imperiaux et des Suedois. 2) Des Remarques sur les principaux evenemens de cette histoire. 3) D'un Discours sur les Batailles

de Breitenfeldt et de Lutzen. Avec les plans levés sur le terrein par un Officier Prussien. MDCCLXXII, Avec approbation et permission du Roi. Von diesem vortrefflichen Werke wollen wir nächstens eine weitläuftigere, Anzeige geben. Hier in Hamburg sind Exemplare davon bey dem Buchhändler Etienne zu haben, der

auch einen Prospectus d'un ouvrage periodique, que D. J. Changuion, Libraire à Amsterdam, se propose de publier sous le Titre d'Annales Belgiques, ausgiebt.

Folgender Brief in Versen ist von einer hiesigen jungen Dame bey der auf dem Titel desselben gemeldeten Gelegenheit geschrieben worden. Wir würden den Talenten die ihnen zukommende Gerechtigkeit zu versagen, und den Liebhabern der Dichtkunst ein großes Vergnügen zu entziehen glauben, wenn wir selbigen nicht öffentlich bekannt machten.

Epitre à mon Anesse en la cedant à une Dame de mes Amies.

Des Etres les plus vils, Dieu scait, quand il Lui plait, Tirer le plus grand Avantage,

Et sa Bonté s'étend sur chaque Objet,

Qu'il a crée à notre Usage.

Tel est l'Ane, sans contredit,

Un tres utile Animal,

Quoique lent et de peu d'Esprit,

Il est patient et frugal.

Cependant par un Prejugé,

Tant injuste, que mal fondé;

On dit qu’il est la Devise.

De l'Entêtement et Sottise.

Que ne puis je avec Adresse Detremper de cette Erreur,

Relever de ma bonne Anesse.

Le Caractère et la Douceur.

Oui, c'est Toi, ma chère Nourice,

A qui je rends cette Juitice,

Que je te dois plus de Santé,

Qu'à la Scavante Faculté.

Vas donc étendre tes Bienfaits,

Vas accomplir bien mes Souhaits,

Pour cette Femme trop aimable,

Dont un Destin inexorable,

Menaçoit les precieux Jours;

Mais de ma part dis Lui toujours Que je ne t'ai congedié,

Qu'en Faveur de l'Amitié.

Nachricht.

Berlin, Bey dem Bücher-Antiquario Christian Noack, (in des Hn. Doctvr und Professor Sprogels Behausung an der St. Petrikirche) wie auch in Hamburg bey H. C. Grund, sind folgende zwey beliebte Wochen-und Sittenschriften zu haben: Die erste unter dem Titel: "Der Berlinische Zuschauer, eine Wochenschrift von 1 bis 156 Stücken, in 6 Theilen, und in drey Jahrgängen, von den Jahren 1769. 1770. und 1771. herausgegeben; mir hoher Erlaubniß. in 8. Berlin, bey C. Noack." — Diese 6 Theile complet ungebunden für 6 1/2 Rthlr. und jeder Theil einzeln, als ein halber Jahrgang, für 1 Rthlr. 2 Ggr. (auf fein Schreibpapier die 6 Theile für 8 Thlr. Die zweyte, unter dem Titel:

4

«Die Berlinische Zuschauerinn, eine wöchentliche Sittenschrift zum Unterrichte und nützlichen Zeitvertreib für das schöne Geschlecht, in 3 Bändchen von Nr. 1. bis 78. in 8. Berlin, bey C. Noack. 1770. und 1771." Diese 3 Bändchen ungebunden für 1 Thlr. 18 Gr. und jedes Bändchen einzeln für 14 Gr. (Die 3 Bändchen aus fein Schreibpapier für 2. Thlr.) Der erste Theil von dem Berlinischen Zuschauer ist Sr. Königl. Majestät, Friedrich dem Großen, Könige von Preußen; der zweyte Ihrer Königl. Majestät, der Königinn Elisabeth Christina, Königinn von Preußen; der dritte Sr. Kön. Hoheit, dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm, Prinzen von Preußen; der vierte Ihrer Königl. Hoheit, der Kronprinzeßinn Friderica Louise, Prinzeßinn von Preussen; der fünfte Sr. Königl. Hoheit, dem Prinzen Heinrich von Preußen; der 6te Theil Ihrer Königl. Majestät, der Königinn Louise Ulrica, verwittweten Königinn von Schweden: von der Berlinischen Zuschauerinn das erste Bändchen Ihrer Königl. Hoheit, der Prinzeßinn Louise Amalia, verwittweten Prinzeßinn von Preußen; das zweyte Bändchen Ihrer Königl. Hoheit, der Prinzeßinn Amalia, Königl. Prinzeßinn von Preußen; das dritte Bändchen Ihrer Königl. Hoheit, der Madame Royale, Sophia Albertina, Königl. Prinzeßjnn von Schweden, u. s. w. allerunterthänigst zugeeignet worden. Der Verfasser dieser beyden beliebten Wochen- und Sittenschriften, welche das besondere Glück haben, ihren resp. Lesern und Leserinnen zu gefallen, und noch mehrern Beyfall finden, ist der bekannte Gelehrte, Herr E. F. Wegener, ehemaliger Inspector und Hofprediger in Königs-Wusterhausen. — Sie enthalten: Theologische, philosophische, moralische, satyrische, physikalische, und andere nützliche Betrachtungen über das Reich der Sitten, der Natur, die Gelehrsamkeit, und überhaupt über das Neueste und Merkwürdigste auf dem großen Schauplatz der Welt; Gedanken über mancherley seltsame Begebenheiten; Lehrreiche Aufsätze und nützliche Abhandlungen; witzige und artige Einfälle, Gespräche, Schilderungen, Fabeln und Operetten; viele sittliche, reizende und rührende Geschichten; Erzählungen von mannigfaltigen Begebenheiten aus allen Auftritten des menschlichen Lebens; moralische Gedanken und Betrachtungen über alle Festtage; — Glückwünsche bey hohen Geburts- und Vermählungsfesten, und andere poetische Ausarbeitungen; angenehme Briefwechsel über wichtige Materien und verschiedene Gegenstände, nebst gelehrten Artikeln von Beurtheilungen neuer Schriften, und Beyträge zur deutschen Sprache. — Ueberhaupt verdienen diese beyden Wochenschriften wegen der edlen Absicht des Herrn Verfassers, die Tugend und Gelehrsamkeit auszubreiten, und um ihrer schönen Schreibart einen Platz in den Büchersammlungen aller Liebhaber schöner Schriften. — Diejenigen geehrten Freunde, welche belieben von diesen beyden Wochen- und Sittenschriften 12 Exemplarien zusammen zu nehmen, bekommen das 13te gratis; und die Herren Buchhändler erhalten ihren gewöhnlichen Rabatt. (Briefe und Gelder werden franco ein- gesendet.) Berlin. 1772.

C. Noack, Antiquarius.

Da von verschiedenen Interessenten der jüngst gezogenen Hamburgischen Renten-Lotterie noch nicht die Anzeige geschehen ist, auf welche Namen die über ihre annoch in Händen habende Lotzzettel auszufertigende Rentebriefe zu stellen sind; So werden dieselben hiemit

ersuchet, a dato innerhalb 14 Tagen sothane Anzeige bey Löbl. Kämmerey zu bewerkstelligen. Hamburg, den 5ten Februar, 1772.

Dem geehrten Publico, insbesondere aber meinen hoch- und werthgeschätzten Gönnern und Freunden, dienet zur freundlichen Nachricht, daß ich mein Haupt- Comtoir in das bekannte ehemalige Alardussche Haus @verlegt habe. Ihre bisher gegen mich so gütige Gesinnung schmeichelt mir daher mit der angenehmen Hoffnung, daß sie allerseits mir hieher folgen werden, so wie ich an meiner Seite es mir Äußerst werde angelegen seyn lassen, durch die ununterbrochenste Fortsetzung meiner bisherigen, wie Sie selbst am besten wissen, in allen Stücken reellen Bedienung, mich ihres sernern gütigen Vertrauens und ihrer mir gewiß sehr schätzbaren Gewogenheit auch aufs künftige würdig zu machen. Hamburg, den 12ten Februar, 1772.

Nicolaus Friedrich Meyer, wohnhaft in der kleinen Johannisstraße.

Da die bey der Gesellschaft der Wohlthätigkeit in Friedberg im 5ten Auszuge folgende Nummern, als: Lit. M. Nr. 3146, 3153. 3253. 3254. Lit. Z. Nr. 290, 329. 902, 1797. 1763. 1871. 1924. 2025. 2049. Leibrenten erhalten: Als werden die Eigenthümer dieser Nummern, desgleichen diejenigen, denen in den drey vorhergehenden Auszügen schon Leibrenten zugefallen sind, ersuchet, ehestens einen kurzgefaßten Lebensschein post- frey einzusenden, um die gefallenen Summen einziehen und ausbezahlen zu können.

Johann Christoph Westphal & Comp.

Da die Zeit der Pränumeration auf die zum öftern bekannt gemachten halb metallenen Wand-Uhren bald zum Ende gehet; so wird solches denen, die selbige in Gärten, auf dem Lande, oder von Glocken entfernt, sehr nützlich gebrauchen können, zur Nachricht angezeiget, um sich des geringen Preises von 15 Mk. annoch zu bedienen, indem nach dieser Zeit keine Uhr unter zehn Reichsthaler geliefert werden wird.

Da man von einem, Namens Alexander Ulrichs, der vormals in Schwerin als Notanus gewohnet, und sich von da weg begeben hat, seit 8 Jahren nichts, gehöret, auch von dessen jetzigem Aufenthalt, aller angewenderen Bemühung ungeachtet, keine Nachricht erhalten können: So wird derselbe, Falls er noch am Leben ist, in diesen Blättern davon beglaubte Nachricht geben, damit seine Verwandten, über wichtige ihn selbst angehende Sachen, mir ihm das Nöthige verabreden können. Hamburg, den 11ten Februar, 1772.

Das Freyherrliche von Scherr-Thoßische vormundschaftliche Gerichts-Amt zu Schwengfeld citiret den seit An. 1741, abwesenden Gottlieb Mauer auf den 13ten Januar, 13ten Februar und den 12ten März des künftigen 1772sten Jahres, daß Selbter in ermeldten Terminis, früh um 9 Uhr, sich vor dem Gerichts-Amt so gewiß sistire, oder von seinem Aufenthalt Nachricht gebe, als in dessen Verbleibung gewärtigen soll, daß er in Termino ultimo pro mortuo werde declariret, und sein Vermögen seinen nächsten Verwandten werde extradiret werden. Wornach sich zu achten. Signatum Schwengfeld, den 6ten December 1771,

Helvetius.