W.E. Christiani Das Andenken verdienstvoller Prinzen, welche die dänische Geschichte in merkwürdigen Beyspielen aufstellt, in einer Rede am ellften October als an dem hohen Geburtsfeste Sr. Königlichen Hoheit des Erbprinzen Friederichs etc etc : in dem grössern academischen Hörsaal in der Versammlung der hiesigen litterarischen Societät erneuert von W.E. Christiani

Das Andenken

verdienstvoller Prinzen,

welche die

dänische Geschichte in denkwürdigen Beyspielen aufstellt,

in einer

Rede

am eilften October als an dem

hohen Geburtsfeste

Sr. Königlichen Hoheit

des Erbprinzen Friederichs & c. & c.

in dem großem academischen Hörsaal in der Versammlung der hiesigen

litterarischen Societät

erneuert von W. E. Christiani

König!. Canzeleyrath und ord. Prof. der Weltweisheit, Beredsamkeit und Geschichte.

Ziel, gedruckt bey M. F. Bartsch, Acad. Bucher.

1774.

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Die dänische Geschichte darf keiner andern weder überhaupt an Würde und an Wichtigkeit, noch besonders an Aufstellung denkwürdiger Beyspiele glorreicher Regenten und verdienstvoller Prinzen weichen. Diese

alle aufzurechnen, oder die rühmlichen Unternehmungen zu erzählen, dadurch sie sich verewigt haben, ist nicht das Werk einer Stunde, nicht die Arbeiteines Tages, sondern Las Geschäfte eines ungleich größern Zeitraums. Ich rede dieies-

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mahl nicht von der Reihe der Könige, die dem dänischen Throne von jeher so vieles Ansehen und so viele Vorzüge verschaft haben. Ich rede bloß von Prinzen, die, entsprossen aus dem Geblüthe königlicher Ahnen, sich auch dann der Krone würdig bezeigten, wann die Vorsicht ihnen eine andere Bestimmung gegeben hatte. Und wenn ich unter den erhabenen Prinzen, von Deren edlen Thaten ich heute rede, auch die mit anführen wer- de, die nachmahls den Thron bestiegen haben, so werde ich dennoch nur Denjenigen Theil ihres schönen Lebens erzählen, der ihnen verflossen ist, ehe das Diadem ihre Stirne schmückte. Doch auch bey dieser Einschränkung muß ich meinen Vortrag sehr zu begrenzen suchen, woferne ich nicht unendlich weitläufcig werden will. Ich werde also das Verhalten des Historienmahlers nachzuahmen beflissen seyn. Seine Kunst, bey aller ihrer Vollkommenheit, vermag keine Zeitfolge, keine nach und nach vollendete Begebenheiten, sondern nur das, was auf einmahl sich zutrug, nur den gegenwärtigen auf einmahl zu überschauenden Augenblick auszudrucken. Er wählt daher aus einer Menge von Gegenständen nur diejenigen aus, die seiner Absicht entsprechen, und theilt ihnen dann so viel Gestalt, so viel Ausbildung mit, als es eben diese Absicht erfodert. Auf eine ähnliche Weise werde auch ich aus der Fülle der Objecte,

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die sich mir zur Untersuchung darbieten, nur einige wählen, nur diese, in einem gewissen Gesichtspunct aufgestellt, sehen, betrachten und bewundern lassen, und wenn ich mancher anderer itzt nicht erwähne, dennoch weit davon entfernt seyn, dadurch Der Ehre Des Verdienstes, welches sie einer jeden Nachwelt empfielet, etwas zu entziehen. Bey dieser Einrichtung meines Vortrags, wird zwar mein Gcmahlde keine Gruppe werden können. Denn die Gegenstände sind ihrer Natur nach, und zum Theil durch ihr Zeitalter zu sehr von einander getrennt, als daß sie sich in ein einziges Ganze vereinigen liesen. Es wird eine kleine Bildergallerie, eine Sammlung unterschiedener Stücke enthalten, die nicht ohne allen Zusammenhang sind, wenn sie gleich nicht Theile eines gemeinschaftlichen Ganzen darstellen können.

Es ist schon in einer öffentlichen Ankündigung gesagt worden, was die Absicht der heutigen Feyer sey, Unsere litterarische Gesellschaft kann die Verdienste des großen Prinzen, dessen segensreiche Gcburth Der heutige Tag wieder in Erinnerung bringet, nicht ungerührt betrachten. Denn diese Verdienste, die sich über den ganzen Umfang der Reiche und Länder Des Monarchen ausbreiten, betressen auch den Flor der Wissenschaften, und besonders diejenigen Theile dersel-

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den, denen die Gesellschaft vorzüglich ihre Bemühungen widmet, das Aufnehmen der angenehmem Wissenschaften und der schönen Künste. Was ich aber zum Vorwurf meiner gegenwärtigen Betrachtung gewählt habe, das entspricht, wie mich deucht, demjenigen großen Urbilde vollkommen, mit dessen ehrerbietiger Betrachtung sich unzählige zwar täglich, aber heute auf eine außerordentliche und unterscheidende Art beschäftigen. Und in der That alles dieses ist hinreichend, mir diejenige kurze Aufmerksamkeit zu verschaffen, um die ich Sie, Hohe und vortrefliche Versammlung, ehr- eröietigst und verbindlichst bitte.

Indem ich mich in der Geschichte Dannemarks und Norwegens nach Beyspielen verdienstvoller Prinzen umsehe, erblicke ich solche allenthalben, in den altern und unaufgeklärtem Zeiten, in dem Mittlern Zeitalter, und inder Geschichte der letzten Jahrhunderte. Ich konnte also schon aus den entferntesten Zeiten Beyspiele verdienstvoller Prinzen des dänischen Hauses aufstellen. Ich könnte diese hauptsächlich aus dem Geschlechts derjenigen aus dem alten dänischen Königsstamme entsprossenen Prinzen hernehmen, welche über das Herzogthum Schleswig, unter dem Nahmen Südjütischer Könige, geherrschct haben, und die oft von den unwissenden fränkischen und deutschen

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Schriftstellern Könige dev Danen genannt und mit den großen Lethraischen Oberkönigen ungebührlich verwechselt werden. Ich könnte einen Gottfried, einen Hemming nennen, die dem Ehrgeitz und der Eroberungssucht Carls des Großen das Dannawirk zum Ziel und die Ey: der zur Grenze fehlen. Ich könnte von denjenigen ihrer Nachkommen, die sich bey dem verderblichen Erbfolgsstreite auf mancherlei) Weise hervorgethan haben, besonders diejenigen nennen, die mit Beyhülfe der deutschen Kaiser und Könige die Religion der Christen im Norden pflanzten, (1) und diejenigen aus Deren spatem Enkeln selbst, durch eine wunderbare Veranstaltung der Vorsicht des Himmels, dem Dänischen Throne und den Thronen aller nordischen Reiche die glorreichen Herrscher entsprossen sind, die nun noch so beträchtlichen Welttheilen gebieten. (2) Aber ich übergehe diesen Anfang der znverlaßigern dänischen Geschichtskunde, und nähere mich denjenigen Zeiten, in welchen sich der Stamm des Königs Sueno Estrithson, wie ehemahls in den

(1) Von allen diesen Nachrichten sind vorzüglich die Annal. Reg. Francor. beym Reuber, des Herrn Etats-Raths Langeberö Chronol. aeui Anfchariani S. R. D. T. I. ungleichen Gramm Schol. ad Meurfi uachzusehen.

(2) S. Herrn Just. Raths Schlegels Einleitung zu der Geschichte der Könige von Dännemark aus dem Oldenburg. Stamme S. 3.

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Hainen der Druiden eine bejahrte Eiche, in einer Menge von Zweigen und Sprößlingen weit ausbreitete. Zn diesem Zeitalter bestieg nach dem Tode Olufs, dem die Theurung, die unter seiner Regierung das Reich drückte, den Beynahmen Hunger gab, dessen Bruder Erich der Gute den Thron. Der Segen und der Ueberfluß kamen mit ihm. Er war nicht allein siegreich, sondern machte auch sein Reich von den Hamburgischen Erzbischöfen unabhängig, deren Vermessenheit so oft den Königen und ihren Untcrthanen beschwerlich gewesen war. Er zerbrach diese entehrenden Fessel, indem er die Errichtung des Erzstifts Lunden bewirkte. Aber er herrschte nicht lange. Ein Mord, den er, es sey, wie Saxo sagt, in einer Raserey, worin ihn die Kunst eines geschickten Saitenspielers setzte, oder wie Voßius (3) und nach ihm neuere dänische Schriftsteller richtiger zu behaupten scheinen, in der Trunkenheit begangen hatte, trieb, seine Sünde zu büssen, ihn an, eine Reise nach dem heiligen Lande zu thun, auf welcher er in Cypern sein Grab fand. Von seiner Gemahlin Botilde, die, nach dem Urtheil eines gelehrten Kenners der Geschichte, (4) eine Enkelin des berühmten Gottschalks, Fürsten der Wenden, und Beherrschers unsers Wagriens ge-

(3) De cantu poematum Sc virtute rythmi.

(4) Gramm nor, ad Meurf, p. 329 sq.

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wesen styn solt, hinterließ er den Prinzen Knut, der eigentlich derjenige ist, den ich von den verdienstvollen dänischen Prinzen zuerst als ein denkwürdiges Beyspiel anführe.

Die dänische Frone wurde nach dem Tode Erichs des Guten, nicht gedachten seinem minderjährigen Prinzen, sondern seinem Bruder Nicolaus zu Theil. König Nicolaus gab an seinem Hofe, zugleich mit seinem Prinzen Magnus, dem Prinzen Knut, seines Bruders nachgelassenem Sohne, eine Erziehung, die der Abkunft und Bestimmung desselben gemäß war. Die Talente und Verdienste dieses jungen Herrn erregten bey seinem Vetter Magnus eine Eifersucht, die jenen verborgene Nachstellungen fürchten ließ. Knut verließ also den Hof des Königs seines Oheims, und begab sich zu dem Herzog Lothar in Sachsen, der nachmahls Kaiser wurde. Bey seinem Aufenthalt daselbst machte er sich durch Waffenübungen und Erwerbung nützlicher Kenntnisse der vorzüglichen Ehre würdig, die er daselbst genoß.

Heinrich, nun Fürst oder König der Wenden, Gottschalks Sohn von der dänischen Prinzeßin Syrithe, Königs Sueno Estrithsons Tochter, zerfiel mit dem Könige Nicolaus über die Verlassenschaft seiner Mutter. Er fiel in die

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Länder des Königs ein, und verheerte die Gegend zwischen der Schley und der Eyder. Der König besetzte das Dannawirk, und rächte sich durch einen Angrif der Slavischen Länder. Er setzte seine Truppen unweit Lütgenburg in Wagrien ans Land, und erwartete die Reuterey, die ihm der Schleswigsche Statthalter Eiliv zuführen sollte. Der treulose Mann ließ sich von dem Feinde bestechen, und that es nicht, und die königlichen Truppen wurden nicht nur durch öftere kleine Angriske abgemattet, sondern erlitten auch in einem Haupttreffcn eine gewaltige Niederlage. Indessen that sich in diesem Tressen Prinz Knut, des Königs Brudersohn, der aus Sachsen zu: rückgekehret war, hervor. Er war so hart verwundet, daß er den Feinden gewiß in die Hände gefallen seyn würde, wenn ihm nicht Verschlagenheit, Muth und Treue eines seiner Soldaten ein feindliches Pferd verschaffet hätte, das ihn fähig machte, sich in Sicherheit zu setzen. Die dänischen Völker hatten Mühe ihren Rückzug zu vollenden. Der König entsetzte den untreuen Eiliv seiner Würde. Aber die verlassenen Schleöwiger wurden nun dem siegenden Heinrich und seinen Bundesgenossen den Hollsteinern und Dithmarschern Preiß gegeben.

Diese Umstände und die Hofnung, in einem

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jungen unternehmenden Prinzen einen tapfern Vertheidiger zu finden, verschafften demselben bey seinem königlichen Oheim eine günstigere Aufnahme, als er vielleicht sonst hätte erwarten können, und machten, daß ihn der König zum Herzog von Südjütland, das ist von Schleswig, ernannte. Kaum hatte er diese Würde erhalten, als er dem wendischen Heinrich den Frieden unter Bedingungen antrug, die, so billig sie auch scheinen konnten, dennoch verworfen wurden. Knut erklärte also seinem Vetter Heinrich den Krieg. Dieser verachtete ihn anfangs, und nannte ihn ein junges unbändiges Roß, dem malt Zaum und Gebis anlegen müßte. Aber Knut ließ ihn seine Spottreden bald bereuen, ließ ihn nicht den hitzigen unversuchten Jüngling, sondern den geübten Streiter bald gewahr werden. Er überraschte seinen Feind in seinen Verschanzungen, das ist, wie einige glauben, in der Jürgens

welche die Slaven nahe vor Schleswig aufgeworfen hatten. Der Ueberfall war so plötzlich, daß Heinrich es nicht wagte, sich zu vertheidigen, sondern zu Pferde durch die Schley setzte, und dem Sieger entfloh. Nun vergalt dieser dem Gegner seinen Spott, da er ihn fragte: ob er auch naß geworden wäre? und ihm zurief: er scy itzt gekommen, Zaum und Gebis aus seinen Händen anzunehmen. Endlich kam er nur mit einer -Be

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Deckung von 20 Reutern unter das Thor einer Festung, worin Heinrich sich aufzuhalten pflegte, und bat durch vorausgeschickte Abgesandte um eine freundschaftliche Zusammenkunft und Unterredung. Dieser Muth des Siegers schreckte den krieggewohnten Heinrich so sehr, daß er den Tisch, an den er sich eben zum Mittagsessen gesetzt hatte, fast vor Schrecken mit der Hand umgestoßen hätte. Endlich mäßigten die Gesandten seine Furcht, indem sie schwuren, daß der Herzog des Friedens wegen zu ihm käme. Nun, sagte Heinrich, auf die Tafel gelehnet und mit Thränen in den Augen, unglücklich wäre Dännemark, wenn es dieses Edlen beraubt würde. Ich aber will seine Freundschaft mit unverbrüchlicher Treue erwiedern. Es erfolgte die zärtlichste Umarmung und das Gespräch hatte die beste Wirkung. Beyde Herren versöhnten sich, und knüpften von neuen das Band der Freundschaft, zu welcher sie als nahe Blutsverwandte ohne dies berechtiget waren. Der Herzog erhielt von seinem Vetter die Foderung zum Geschenk, welche dieser, seiner mütterlichen Erbschaft wegen, an Dannemark hatte, und wurde sogar von ihm zu seinem Nachfolger im wendischen Reiche ernannt. Jene Schenkung nahm er an. Der andere Vorteil, die angetragene Erbfolge und der Glanz einer Krone reizten ihn noch immer zu wenig, sie

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anzunehmen, so lange er glaubte, dadurch an Heinrichs Prinzen eine Ungerechtigkeit zu begehen. Und nur die Betrachtung, daß diese schwache und unter sich uneinige Prinzen ihr väterliches Reich nicht würden schützen und beherrschen können, welches seblst ihr Vater erwartete, bewog ihn endlich nachzugeben. Dennoch hat er vor dem Tode der Sohne Heinrichs keinen Gebrauch davon gemacht.

Der würdige Prinz hatte also die Ruhe und den Segen des Friedens dem Reiche und seinen Bürgern wieder zugeführct. Diese hatten in ihm bisher den mächtigen Beschützer verehret, der mit starkem Arm den Feind zu Boden schlug, und durch kluge Wachsamkeit jeden verderblichen Anschlag vereitelte. Nun fingen sie auch an, in ihm den Beförderer der Innern Sicherheit und der öffentlichen Wohlfahrt des Landes zu kennen und zu ehren. Von seiner strengen und unparthcyischen Handhabung der Gerechtigkeit und vorzüglich in Bestrafung der Räuber, die in den damahligen Zeiten dem Lande so schrecklich waren, erzählt ein alter und fast gleichzeitiger Schriftsteller (5) fol-

(5) Helmold. Chron. Slau. L. I. C, 49.

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gendes Beyspiel: Man brachte einen Haufen Räuber, die in einem Gehölze zwischen der Schlcy und der Eyder ergriffen waren, zu dem Herzog, der sie verurtheilte, gehenkt zu werden. Einer unter ihnen, in Hofnung Der Strafe zu entgehen, rief aus, er sey vom königlichen Stamme, und ein Verwandter des Herzogs. Wenn dieses ist, sagte der Prinz, so würde es freylich schimpflich seyn, wenn einer meiner Blutsfreunde wie ein gemeiner Verbrecher sterben sollte. Es ist billig, daß ich einen Mann von so erlauchter Abkunft unterscheide, und er befahl ihn höher als die übrigen und an die Spitze eines Mastbaums zu henken.

Heinrich, König der Wenden, starb 1126. Einer seiner Prinzen belagerte den andern, mit dem er sich über die Erbfolge verunwilligt hatte, zu Plön. Durch Vermittelung der Hollsteiner wurden sie zwar mit einander ausgesöhnt. Aber der eine wurde zu Lütgenburg, und der andere bald darauf anderswo ermordet. Also erlosch der Stamm des Königs Heinrich. Von seinem Bruder Buthue, der, als er seines Vaters Tod rächen wollte, zu Plön um-

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kam, war noch ein Sohn und Enkel am Leben. Beyde aber waren Herden, und wurden als solche von christlichen Völkern der Erbfolge unfähig geachtet. In dieser Absicht begab sich Prinz Knut zu dem Kaiser Lothar aus Sachsen, seinem alten Gönner, und bat und erhielt von ihm die Belehnung über das eröfnete wendische Lehen, mit dem Titel eines Königs der Wenden. Ein Titel den die deutschen Kaiser gerne gaben, die es sich zur Ehre rechneten, Könige unter ihren Vasallen zu sehen. Knut gieng nach Wagrien, befahl den Alberg, das heutige Segeberg zu befestigen, schlug die heidnischen Kronprätendenten, und ward auch unter den Wenden, was er lange unter den Dänen gewesen war, die Lust und Liebe der Nation.

Das Ansehen des Prinzen war in den dänischen Staaten ungemein groß. Er war mächtig genug, jeden öffentlichen Zwist beyzulegen. Die Wohlfahrt des dänischen Reichs zu sichern und zu erhöhen, ließ er sich die Verbesserung der Sitten eifrig st angelegen seyn. Die Dänen hatten sich damahls von der einfältigem Lebensart der al-

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ren nordischen Völker noch nicht sehr entfernet. Sie verwandten ihre Rcichthümer nur auf Gastmahle und Gesellschaften. Ihre Sitten aber waren rauh. Der Fischfang, die Viehzucht und die Jagd waren ihre vornehmste Beschäftigung. Den Ackerbau vernachläßigten sie und noch mehr den Handel und die Ausschmückung der Städte. Man sähe keine Pracht in den Tempeln und Pallästen. Und die Klewung der Einwohner war schlecht, und bestand in Gewändern von Fellen und groben Tuche. Das Land der Sachsen war von den Zeiten Heinrichs des ersten und der Ottonen an, mit ansehnlichen Städten gezieret, und die Lebensart, nach dem Muster, das die Pracht des Hofes gab, veredelt oder doch verfeinert. Die Wenden hatten zeitig augefangen, Handlung und Gewerbe zu treiben, und mit dem Geist der Kaufmanschaft auch eine Art des Luxus begünstigt. Knut hatte an dem sächsischen Hofe diese feinern Sitten mit Beyfail wahrgenommen. Sie stimmten mit der Denkungsart seiner Wenden überein. Er glaubte daher seinem Vaterlande einen Dienst zu erweisen, wenn er ihre Aufnahme in demselben bewirkte. In

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dieser Absicht zog er Handwerker, Künstler und Kriegsleute aus Niedersachsen in die dänischen Länder, bediente sich der sächsischen Tracht, und richtete seine Art dem dänischen Könige aufzuwarten, nach dem Muster des sächsischen oder kaiserlichen Hofes ein. Die Dänen, welche, nach der Weise der nordischen Völker, den väterlichen Sitten bis zur Hartnäckigkeit treu waren, sahen dieses ganze Betragen ungerne, selbst bey einem Prinzen, der sonst ihr Stolz und ihre Freude war. Und die Höflinge und selbst der Prinz Magnus fanden dadurch eine Gelegenheit, ihrer Abneigung gegen ihn den Anstrich der Gerechtigkeit zu geben. Sie trieben ihre Beschwerden so weit, daß endlich der König den Prinzen vor der Versammlung der Stände als einen Aufrührer verklagte, der ihm die Krone rauben wollte, und sich, die Beschuldigung zu erweisen, besonders auf den Titel des Königes, und die Zeichen der königlichen Würde, deren sich der Prinz bediente, berief. Der an: geklagte Herzog hörte die Beschwerden mit bescheidener Gelassenheit an. Als aber der König ausgeredet hatte, trat er hervor, und hielt, indem er sich der Gewohnheit

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nach auf sein Schwerdt lehnte, folgende denkwürdige Anrede an den König: "Verwirf, sprach er, Vater, die Urheber des Geschwatzes, das dich durch Lügen tauscht, und verachte die Erdichtung der falschen Beschuldigung. Ich fodere keinen Titel, der deine Gerechtsame beeinträchtigen kann. Meine einheimischen Unterthanen nennen mich nicht König, sondern Herrn. Zwar meine Wenden erweisen mir vorzügliche Ehre, doch ohne deine Vorrechte zu kranken. Meine Feinde suchen mir das Leben, und dir einen treuen, an deiner Seite fechtenden Streiter zu entreißen. Es sey, daß ich mich König nennen lasse. Hat denn nicht dein Sohn Magnus eben diesen Titel von den Gothen erhalten? Wenn mir also das Glück bey den Wenden eben so günstig wäre, würde es dir denn nicht vielmehr angenehm, als gehaßig sehn müssen, wenn zwey Könige, dein Sohn und dein Neske dir gehorchen? Wird nicht dieses den Glanz deiner Krone erhöhen? Nichts habe ich mir Je mahls angelegentlicher empfolen seyn lassen, als für deine und des Vaterlandes Wohlfahrt zu wachen. Du weist es, welchen Erfolg mein Bestreben gehabt Hat. Dane-

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riemark redet für mich, das so beträchtlichen Zuwachs, und durch mich erhalten hat. Die Bezwungenen reden für mich, die zuvor deine Feinde waren, und nun dir zinsbar sind. Von allem Saamen, den ich ausgcstreuet habe, erndtest du die Früchte ein. Womit hade ich denn das verdient, daß ich für alle diese Arbeiten von dir vor dieser Versammlung augcklaget werde, und statt deiner Gunst, deinen Unwillen erhalte. Doch ich weiß es, daß ich nicht dir, sondern der Bosheit einiger Uebelgesinnten die ganze Beschuldigung zuzuschreiben habe. Beherrsche lange dein väterliches Reich, und gebrauche im Segen den Nahmen und die Würde des Königs. Ein günstiges Geschick bestimme dir denjenigen zum Erben, den die Natur dir gegeben hat. Ich aber, in welchem Verhältnis ich mich jemahls befinden werde, will nie aufhören, deine Majestät durch Treue und Gehorsam zu verehren. Diese Vorstellungen beschämten die Ankläger, und gewannen den König. Und der loßgefprochene Prinz fuhr fort das Reich zu beglücken, und blieb, was er gewesen war, die Ehre und Freude der Bürger. Zwar gelung es der Bosheit und dem Ber-

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rath, seine Tage durch Meuchelmord zu endigen. Eine traurige Scene, deren Andenken die Feyer dieses Tages nicht entweihen muß. Aber der Ruhm, den ihm sein Verdienst erwarb, überlebte ihn, ward bis auf uns gebracht, und wird auf eine jede Nachwelt fortgehen, welche den Werth der Rechtschaffenheit und Tugend zu schätzen Kenntnis und Gefühl genug haben wird. (6)

Ich habe von diesen minder bekannten Geschichten ausführlicher handeln müssen, bey den folgenden werde ich mich kürzer fassen können. Zwar würde es mir an Stof zu umständlichem Erzählungen nicht fehlen, wenn ich auch nur bey dem Geschlechte dieses ruhmbekrönten Prinzen stehen bleiben wollte. Ich könnte die Verdienste anführen, welche sich sein berühmter Sohn Waldemar, der nachmahls, der erste König dieses Rahmens, den Thron bestieg, schon damahls erworben hat, als ihm, die dänische Krone jemahls zu tragen, nur eine schwache und

sehr

(6) Von dieser ganzen Geschichte ist ktelmolö. Chron. Slau. und Saxo Grainmat. und von neuern Schriftstellern vorzüglich des Herrn Gebhardt dänische Geschichte nachzusehen.

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sehr entfernte oder fafk: gar keine Hoffnung blühte. Ich könnte den Muth anführen, mit welchen er den Gefahren entgegen gieng, die Klugheit, die ihn bey innern Zwistigkeiten, die das Reich zerrütteten, da, wo die weisesten Gründe waren, Parthey nehmen ließ, die Entschlossenheit bey zweifelhaften Vorfällen, die Gegenwart des Geistes bey jeder Veranlassung, die eine schnelle Entfcheidung erfoderte, das Ansehen, worin er bey auswärtigen Fürsten, und selbst bey dem römischen Kaiser stand, der seine, der des Prinzen Bürgschaft foderte, als er die Streitigkeit zweyer dänischen Könige entschied. Eben so könnte ich mich hier auf das Beyspiel der beyden Prinzen Waldemars des ersten, des altern Knuts und des jüngern Waldemars, berufen. Ich könnte von jenem das Vertrauen anführen, das die Nation auf ihn setzte, als sie den Vater, den auswärtige Kriege immer beschäftigt hielten, bat, diesen seinen Sohn zum Mit: regenten anzunehmen. Ich könnte von dem letztem, von dem nachmahls Lurch Siege und Gesetzgebung so berühmten Könige Waldemar dem zweyten, den Beystand bemerken, den er noch als Prinz, und als

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Herzog von Schleswig dem Könige seinem altern Bruder leistete, als derselbe die Empörung des unruhigen Bischofs Waldemar von Schleswig, und die Unternehmungen des Grafen Adolfs von Hollstein zugleich zu bekämpfen hatte. Alle diese und unendlich viel mehr Beyspiele verdienter dänischer Prinzen, und die Hülfe, die sie den Königen leisteten, und die Wohlfahrt, die sie den Ländern bereiteten, könnte ich anführen, wenn ich nicht noch andere nennen müste, welche uns näher angehen, und keinem der vorigen den Vorzug einräumen dürfen. Sie erwarten es ohne Zweifel, meine Herren, daß ich die glorreichen Prinzen des ol: denburgischen Stammes hier nicht übergehe, sondern, wie es mein Plan erfodert, auch von denen, die nachmahls in der Reihe der Könige glanzten , dasjenige anführe, was sie als Prinzen des königlichen Hauses, und zum Theil als solche, die es nicht erwarten konnten, daß jemahls das Zepter in ihre Hand kommen würde, unternommen haben.

Von der Jugendgeschichte Johanns, (7) Christians des ersten Sohnes und

(7) Bon diesen und den in der Folge angeführten Begebenheiten der Prinzen des königlich oldenburgi-

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Nachfolgers, ist wenig bekannt. Aber das weiß man, daß er früh eine Neigung für die Wissenschaften blicken lassen , daß er, noch bey seines Vaters Leben, die Vorrechte und Stiftung der Universität Kopenhagen, deren Beförderer er immer blieb, bestätiget, daß ihn sein Vater an den öffentlichen Geschäften zeitig Antheil nehmen lassen, und ihm die Entscheidung verschiedener Rechts» streitigkeiten aufgetragen hat.

Friederich der erste, Königs Christians des ersten jüngerer Prinz, konnte bey dem Ableben des Königs, seines Vaters, und selbst lange hernach, die großen Revolutionen des dänischen Reiches nicht voraus sehen, die ihm eine Krone zu Wege brachten, welche, menschlichem Ansehen nach, ihm nicht bestimmt war. Da sein älterer Bruder Johann den Thron bestieg, war dessen Prinz Christian II. schon gebohren, der in der Folge auch schon durch die Gebührt eines Prinzen sein Haus befestigt sähe.

schen Hauses ist Lackmanns schleswighollst. Ge, schichte, Herrn Just. Raths Schlegels Geschichte der Könige aus dem oldenburgischen Stamme und Herrn Pres. Gebhardi dänische Geschichte nachzulesen.

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Aber Friederich der erste unterließ dennoch nicht, sich auch damahls schon der Krone würdig zu bezeugen. Sanftmüthig und friedliebend erlaubte er sich, bey mancherley Ansprüchen, die er, an die Krone Dännemark zu machen, sich berechtiget hielt, kein feindseliges Betragen gegen den König, seinen. Bruder. Er leistete demselben Beystcmd, sowohl vor dem großen Aufruhr in Norwegen, um ihm dieses Reich zu versichern, als bey dem großen schwedischen Feldzüge, und bey der Unternehmung gegen die Dithmarscher, die, bey allem unglücklichen Erfolge, Dennoch von der persönlichen Tapferkeit des Königs und des Herzogs denkwürdige Beweise aufstellte. Er bewilligte den Delegaten des Cardinals Raimund nur unter der Bedingung den Ablaßhandel, daß der dritte Theil von den Einkünften desselben an die fürstliche Kammer entrichtet würde. Er suchte die Streitigkeiten des Königs seines Bruders mit der Stadt Lübeck beyzulegen. Er befrente Durch die Einführung des Vierstadtegerichts die Hollsteinischen Städte von der erniedrigenden Gewohnheit der Appellatjon nach Lübeck. Ec begünstigte den Adel, unterstützte die Verdienste, enthielt sich aller

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unmäßigen Pracht, war wohlthatig gegen seine Diener, und ließ es gerne geschehen, daß Hermann Tast die Glaubensreinigung, welche Luther in Sachsen angefangen hatte, in Husum und dadurch in beyden Fürstentümern bekannt zu machen suchte. Selbst in den Streitigkeiten, die ihm König Christian der zweyte verursachte, bewies er viel Mäßigung und Liebe Der öffentlichen Ruhe. Und wenn er von den Ständen, die Christian dem zweyten Den Gehorsam aufkündigten, das Zepter entgegen nahm, so war es aus so triftigen Gründen, und unter solchen Umständen, die nicht nur nach dem Ausspruch des strengen Rechtes, sondern auch nach Maßgebung der höchsten Billigkeit gerechtfertigt werden.

Was ich bisher gesagt habe, vortrefliche Versammlung, das wird ohne Zweifel leicht als wahr und zuverläßig angenommen werden. Aber befremden wird es, daß ich denjenigen Prinzen des königlichen Hauses, Die sich unter der Regierung ihrer Väter oder Verwandten auf eine rühmliche Weise ausgezeichnet haben, auch Christian den zweyten bepzähle. Und dennoch ist nichts

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gewissers als dieses. Überhaupt hat man in später» Zeiten, nachdem die Hitze des Partheyeifers abgekühlet worden, angefangen, dem Character dieses unglücklichen Herrn mehr Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Nicht als ob man die Gewaltthatigfeiten billigte, die ihn vom Throne zur Flucht, und von der Flucht zum Kerker brachten. Sondern weil man bemerket hat, daß gewisse Fehler der wohlgemeintesten Erziehung und zum Theil ein besonderer Zusammenfluß von mancherley Umständen des Zeitalters, der Denkungsart und der Sitten, diejenige Mischung der guten und bösen Eigenschaften verursacht haben, die nach: mahls so schlimme Folgen für das Land und für den König hatten. Daher ist es das Amt der unpartheyischen Geschichte, zu gestehen, daß mitten unter allen den Jugendfehlern, die ihm eigen waren, Christian, als Prinz, unter der Regierung seines Vaters, sich um das Reich verdient gemacht habe. Er war in seinem 21 Jahre, als er einen Schritt that, der die Welt aufmerksam machte. Sein königlicher Vater befand sich in großer Verlegenheit, als, nach der Niederlage in Dithmarschen und nach dem Ab-

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falle der Schweden, auch ganz Norwegen sich zu empören schien, und seine Verwandten und Bundsgenossen ihn hülstos ließen. In dieser zweifelhaften Lage entschloß sich Johann, seinen Sohn als Feldherrn und Statthalter nach Norwegen zu schicken, in Hofnung, daß die Gegenwart des Thronfolgers die Gemüther vereinigen, und sein Muth die Widerspenstigen dampfen würde. Der Ausgang übertraf noch die Hofnung. Er dampfte gleich nach seiner Ankunft die ganze Unruhe durch plötzliche Gefangennehmung des Aufrührers Herluf Hyddefad, und brachte auch verschiedene schwedische Festungen unter seines Vaters Gehorsam.

Diese Abschilderung der Verdienste berühmter dänischer Prinzen würde sehr unvollständig scyn, wenn ich dessen nicht erwähnen wollte, was Christian Hl. so wohl bey Lebzeiten seines Vaters, als auch nach dessen Tode, da es noch immer zweifelhaft war, ob er oder ein anderer die Krone bekommen würde, zum Besten des Reichs und der Herzogthümer unternommen hat. Seines Raths und seiner Hülfe bediente sich der König, sein Vater, als die Zwistigkeiten

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mit dem Könige Christian Il. ausbrachen. Ihn ließ er an der Regierung in Dännemark Theil nehmen. Ihn machte er zum Statthalter in Schleswig und Hollstein. Ihm, der auf seiner Reise nach Worms Luthcrn gesehen hatte, der ein Augenzeuge von der Freymüthigkeit gewesen war, womit dieser große heldenmüthige Mann, vor dem Kaiser Carl dem sten und der Reichsversammlung die Sache der Wahrheit und der Gottseligkeit führte, ihm, der eben daher die bessere Lehre der Religion zeitig kennen und lieben gelernet Hatte, ihm gab der König Gehör, wenn er die Abstellung der Misbrauche und die Einführung eines vom Aberglauben und Priesterbetrug gereinigten Gottesdienstes empfal. Ihm überließ er die große Visitation der Kirchen, die 1527 in den Herzog- thúmern vorgenommen wurde. Ihm befahl er, bey dem Religionsgejprach zu Flensburg den Vorsitz zu führen, auf welchem die Unordnungen abgestellet, und die Gefahren verscheuchet wurden, die Melchior Hofmann, eine Zeitlang Prediger zu Kiel, aber ein unruhiger Widertaufer und heimlicher Feind der Reformation Luthers fürchten ließ. Er war es, der nach dem! Tode seines Vaters sich

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nicht zu Dannemarks Throne drängte, sondern es ruhig abwartete, ob die Wahl der Stande auf ihn, oder, wie es anfangs schien, auf seinen Bruder Johann fallen würde. Er war es, der, so ungewis auch damahls für ihn die Hofnung zur Krone war, dennoch das Reich schützte und vertheidigte, die berühmte Union zwischen der Krone und den Herzogtümern schloß, sein Leben in den Feldschlachten wagte, und endlich durch große und glanzende Verdienste die Stande bewog, ihn durch eine freye Wahl zu dem Throne zu rufen,dazu er keinen unrühmlichen Schritt zu thun bewogen werden konnte.

Diese Schilderungen, meine Herren, ließen sich ohne Zweifel weiter fortsetzen, wenn es die Zeit und die Absicht verstatteten, von allen verdienstvollen Prinzen des königlichen Hauses zu reden. Aber ich muß da aufhdren, wo ich vielleicht hätte anfangen sollen. Und wozu ist es nöthig, die Beyspiele zu häufen, da der erhabene Prinz, dessen Gebuhrtsfeyer heute, nicht nur am Hofe des Königs, sondern an jedem Orte in den Staaten des Monarchen, nicht nur im prächtigen Glanze, sondern auch in stillen Be-

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trachtungen ehrerbietigst begangen wird, da dieser erhabene Prinz, alle die großen und würdigen Vorzüge zusammen in Sich zu vereinigen bemüht ist, die Seinen durchlauchtigsten Vorgängern einzeln und besonders eigen waren. Er, der Sohn Friedrichs des liebenswürdigen und einer Königin, die noch itzt durch Wcißheit und entschlossene Wohlthatigkeit der Gegenstand allgemeiner Verehrung ist, Er,der Bruder des großen und huldreichen Herrschers dessen Zepter mehr als ein Königreich, mehr als ein Welttheil ehret, Er, der am Throne, für die öffentliche Wohlfahrt wachsam, tue Gefahren zurück schreckte, die dem Monarchen und den Unterthancn, der Religion, der Tugend und den guten Sitten drohetcn; Er, der selbst Rath und Auge des Königs, auf alles aufmerksam ist, was dem gemeinen Wohl ersprießlich seyn kann; Er, der das verkannte Verdienst aus der Dunkelheit hervorzieht; Er, der selbst die untern aber nützlichen Classen des Volks Seiner ausmunternden Huld nicht unwerth schätzt; Er, der, dem Handel, dem Ackerbau, den Nahrungsarten und Gewerben jeden möglichen Vortheil zu verschaffen, arbeitet; Er, der besonders

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für die Wissenschaften Sich erkläret hat, und den Gelehrten Hold, durch Unterstützung, durch Beyfall, durch Aufmunterung ihr Bestreben nähret, befördert, erhöhet; Er, der schon mehr als einem unserer Lehrer Merkmale seiner Gnade gab; Er, der die ganze Academie ansehnliche Vortheile hoffen laßt; Er, der, geliebt und gesegnet vom dankbaren Volk, das Glück der Fürsten fühlt, die Stifter dauernder Freuden und fortwährender Wonne wurden; Erstellt ohne Zweifel ein so edles Beyspiel auf, das die bescheidene Geschichte Seiner Zeit in ehrerbietiger Stille bewundert, das aber in künftigen Jahrhunderten ein lauter Beyfall preisen wird. Heil Ihm, der den Menschen so wohl thut, und Ihr, der erhabenen Fürstin, die Er erwählte, die Freude Seines edlen Herzens zu seyn, Ihn durch die Wonne der zärtlichen Liebe, bey allen den Sorgen aufzuheitern, welche der Ernst Seines wohlthatigen Bestrebens erzeuget, und mit Ihm gemeinschaftlich die Lust zu theilen, die eine glückselige Frucht Seines hohen Verdienstes ist. Dieser Tag, der Ihn gebahr, dieser Tag, der Ihn durch das sanfte Band der Liebe an eine Pmzeßill verknüpfet, wel-

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che, entsprossen aus einem der ältesten und ansehnlichsten deutschen Fürstenhäuser, geschmückt von allen Reizen der Schönheit, der Talente und erworbener Verdienste, Seiner Neigung würdig war, dieser Tag, der den Ländern den Segen eines Geschlechts verheißet, das seinen edlen Stammeltem ähnlich seyn wird; dieser Tag kehre noch oft wieder zurück, aber nie ohne von neuem Segen gekrönet, durch dankbare Wünsche ges feyert, und zur Quelle erhöhter allgemeiner Freuden ausgezeichnet zu seyn.