H.F. Janson Die richtige Freude der Christen über die göttliche Vergeltung des Bösen. Eine Predigt am 4ten Sonntage nach Neujahr, […] vor dem Könige und den Königlichen Herrschaften in der Christiansburger Schlosskirsche gehalten

Die richtige Freude Der Christen über die göttliche Vergeltung des Bösen.

Eine

Predigt

am 4ten Sonntage nach Neuzahr,

als einem von

Ihrer König!. Majestät

zu einer öffentlichen Danksagung für besondere Wolthaten der Vorsehung

verordnetem Tage

vor dem Könige und den Königlichen Herrschaften

in der Christiansburger Schloßkirche gehalten von

H. F. Jan sott.

Kopenhagen gedruckt den D, H. Höecke, 1772,

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Aus der Epistel, Röm. 12,19.

Es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Hert!

Eiliger! Erhabner! Allmächtiger! Du regierst mit Gerechtigkeit alle Schicksale der Welt, und auch die Schicksale des Staubes, auf welchem wir wohnen! Mit allen Geschaffenen, mit allen Heeren des Himmels beugen wir uns unter deiner Herrschaft! alle Völker des Erdbodens müssen erkennen, daß du recht richtest! Furchtbar und mächtig ist dein Arm , das Böse zu zerstören, und die gerechte Sache von ihrer As Un-

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Unterdrückung zu befreien. Durch diese Thaten deiner gerechten und gütigen Regierung schaffest du Heil und Frieden in Den Wohnungen der Sterblichen! Als die Angst unsers Herzens groß war, als Gefahren über unser Haupt stürmeten, da riefen wir dich an, wir lagen vor dir unaufhörlich mit unserm Gebete! Du hast unser Gebet nicht verschmähet, du hast es erhört; Hülfe und Errettung hast du zu uns herabgesendet; du hast grosses Heil deinem Gesalbten, seinem ganzen Hause, und dem ganzen Lande wiederfahren lassen! Deinem Nahmen sey Ehre! Wir kommen vor dir, die grossen und herrlichen Freuden zu verkündigen , mit denen du, in diesen Tagen, unsre Herzen erfüllt hast ! -- Gieb du, o Hert, uns selbst durch dein Work, die besten Belehrungen, daß unsre Freude heilig, und dir wohlgefatlig werde, daß alle deine Gerichte, Weisheit und Segen.deinem Volke geben Men, Amen!

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nter den grossen und ewigen Vollkommen> heilen Gottes, weiche wir mit tiefer Be« Minderung und freudiger Ehrfurcht erkennen, ist es eine der erhabensten und göttlichen seiner Eigenschaften, daß er in allen Gegenden seiner Schöpfung und auch auf Erden unter den Menschenkindern, ein richtiger ^Vergelter nicht nur des Guten, sondern auch des Bösen ist. Natur und Offenbahrung verkündigen es mit vereinigten Stimmen, daß der Allerhöchste, nicht nur kein Gefallen an irgend einen? gottlosen Wesen habe: daß nicht nur das Böse bey ihm keine Zuflucht finde; Psalm sondern daß auch sein Zorn, öder, seine rich: ? tende Smfgerechtigkeit sich vorn Himmel offeitbahre über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen. Nöm.

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So ernsthaft diese Wahrheit auch ist; so schrecklich es unfern Ohren auch styn mag, einen Gott verkündigen gu hören, der ein gerechter Richter, und ein verzehrend Feuer ist; einen Gort, der täglich drärrer; der sein Schwerdt gewezr, und seinen Bogen gespannt har; der seine Pfeile hat zugerichcer zum Verderben derer, die sich nicht bekehren wollen: so ist doch diese Psseine richtende Strafgerechtigkeit eine Eigem"'"' sch oft, die in dem Glanze seiner Majestät nicht fehlen kann; ohne die Gott, kein vollkomnmer Gott, kein weiser und gütiger Beherrscher,

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über eine von ihm selbst geschaffne Welt seyn würde. Es kann zwar seiner höchsten Weisheit und Güte nicht entgegen seyn, daß in dieser Welt Böses hervorkommt; denn die Natur vernünftiger Wesen und seine Absichren mit ihnen fordern es, daß er denselben einen gewissen Raum lasse, zu wählen und zu thun, was sie wollen. Aber wenn niemals das freiwillige Böse mit einem seiner würdigen und ihm angemessenen Uebel vergolten würde; wenn nie der Unterschied zwischen dem Gerechten und Ungerechten; zwischen dem, der dem -Herrn dient, und dem, der ihm nicht dient, offenbar werden sollte; wenn das Laster, welches mit dem Nahmen Gottes, alle Gesetze verspottet, allezeit und ewig triumphieren; Gottesfurcht und Tugend hingegen allezeit beschämt zurücke stehen und zuletzt verzweifeln müsten: so würde Gott selbst alle Ordnung, Vollkommenheit und alle wahre Glückseligkeit unter seinen eignen Geschöpfen verhindernd so könnte niemand wünschen, unter den Geschaffenen, Gottes zu bleiben, weil niemand alsbenn bey der reinstenGottesfurcht und eifrigsten Tugend die geringste Sicherheit hatte. Darum sind die Wirkungen der richtenden und vergeltenden Strafgerechrigkeit Gottes über alles Böse, eben so unfehlbar zu erwarten, als der innre Abscheu des heiligsten Wesens an demselben, gewiß ist. Ja, ob gleich der vollkommnen und endlichen Vergeltung noch ein

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andrer zukünftiger Zeitpunkt bestimmt ist, da wir alle vor dem Richcerstule Jesu Christi dargestellt werden sollen: so findet es NS», doch die gütige Weisheiit Gottes nicht löcnü1^*0* ger für nöthig, schon in dieser Welt, durch den ordentlichen Lauf ihrer Begebenheiten, Würkungen seiner strafenden Gerechtigkeit FF vffenbahren, und das Unglück, mir dem böse Menschen schwanger sind, auf ihren eignen Bopf kommen zu lassen. Dadurch Psalm veranstaltet die Vorsicht, daß die mannigfal-7'17’ tigen Mittel zur Beförderung der allgemeinen menschlichen Glückseligkeit, welche durch die ausgebreitete Gewalt des Lasters zerstört wer» den’ würden, für die Menschen erhalten, und mit netten Ermunterungen zur Rechtschaffenheit und Tugend ihnen wiederhergestellt werden.

Es ist nicht zu leugnen, daß solche Fügungen der Vorsicht, die das mit grossem Verderben drohende Uebel zerstören, und die unterdrückte Sache der Wahrheit und Gerechtigkeit wieder in die Höhe bringen, natürlicher Weise eine grosse Freude bey allen Wohlgesinnten hervorbringen müsse. Wir werden von dem Apostel ermahnt, uns nicht selbst zu rächen das ist, uns nicht durch die schmerzhafte Empfindung über ein erlittenes Unrecht, zu der Begierde nach dem Unglücke unserer Beleidiger, besonders wenn es zu unsrer Vertheidigung nichts hilft, verleiten zu A 4 las-

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lassen; keine boshafte Freude an dem Falle und dem Unglücke derer zu haben, von dem wir uns, es sey mit Recht oder Unrecht, beleidigt glauben. Aber über die Thaten Gottes zur richtigen Vergeltung des Bösen uns zu freuen, das wird uns dadurch nicht verboten ; w>nn er durch rechtmässige Mittel auf Erden, dem Strome des Lasters seine Gränzen setzt, und wenn gar das Unglück, das über Verbrecher kommt, Errettung und Heil für die gemeine Sache, für ganze menschliche Gesellschaften ist. Von eben den Lehren, die uns die Selbstrache mir Recht verbieten, werben wir auf die Rache Gottes, und sein Vergelmngsrecht gewiesen: es steht geschrieben, Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der -Hert! — Ueber die Beweise dieser strafenden Gerechtigkeit Gottes dürfen wir uns freuen, wir dürfen ihm dafür die Opfer des Danks und des Lobes bringen: nur müssen von diesen Empfindungen alle Bewegungen des Hasses und der Schadenfreude weit entfernt seyn... Das ist es, was wir zu lernen haben, und heute lernen wollen,

Welches die wahre dankbare Freude der Christen sey, die sie über die von Gott veranstaltete Vergeltung Des Vösm 'empfinden müssen.

Wir

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- Wir werden sie erkennen, wenn wir auf die' rechtmässigen Ursachen merken, die wir bey einer solchen Vergeltung, zur Freude haben können. Diese sind:

I. Die Zerstörung des Bösen selbst.

IL. Die Errettung der gerechten Sache che und derer, die derselben anhangen.

III. Die Verbesserung des Ganzen, zu welcher Lurch eine solche Vergeltung Hoffnung gegeben wird.

«Unsre „Freude wird allezeit richtig, heilig und Gast wfallig werden können, wenn die die Qué, aus denen sie entspringt, richtig und rem'sind ; wenn wir das Gute, welches uns zu den Ausbrüchen froher Empfindungen berechtigt, von der rechten Seite anzusehen, und richtig zu beurtheilen wissen. Nun ist die erste wohlchac, die Gott bey der veranstalteten Bestrafung einer Ungerechtigkeit und eines sittlichen Bösen, der Welt erzeigt, die Zerstörung des Bösen an sich selbst, weiches so viele verwüstende Würkungen unter den Menschen ausbreiten kann.

Die eigentliche Ursache von allem Unglück, und von allem Verderben, welches die Zeiten und die Ewigkeiten mit deur Jammer der Geschaffnen anfüllt, ist nirgends anders, als in dem sittlichen Uebel, in den freiwilligen Ys Irr-

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Spr. Jrrtümern und Lastern der Geschöpfe zu suSal. chcn. Die Sünde ist der Leute Verderben! r4,Z4.Durch die Sünde ist der Tod in die Melk Röm. gekommen. Ware kein sittliches Nebel, keine 5' 12. Unordnung der Begierden, kein Unrecht und Frevel unter dem Geschlechte der Sterblichen eingerissen, so Würden auch Jammer und Cs lend, und die Zerstörung ihrer Natur unbekannte Namen unter ihnen seyn. So würde kein andres Nebel unter ihnen statt finden, als dasjenige, welches von der natürlichen Einschränkung ihrer Fähigkeiten und Kräfte nicht zu trennen ist; kein andres, als der Mangel von einem und dem andern geringem Güten, welches mit andern weit wichtigem Gütern, ihnen als endlichen Geschöpfen nicht auf einmal und zu gleicher Zeit gegeben werden konnten. Aber dieSünde ist es: die Verachtung Gottes, seines Namens und seiner heiligen Gesetze; die Unordnung der Lüste und Begierden, Mt allen den mannigfaltigen Ungerechtigkeiten und Beleidigungen, die sie hervorbringt; das rst die fruchtbare Quelle, die aus dem Reiche der Finsternisse wo sie entsprang, so mannigfaltige Arten des Unglücks über die Menschen heraufführt. Darum wird der Geist der Finsterniß, der die Menschen zuerst zur Sünde verführte, von unfern Heilande mir Recht Z°h.8,ein Mörder von Anfang, genennet, weil 44> er in seiner Verführung ihnen, den durch lange nachfolgende Geschlechter tödtenden

Gift-

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Gifttrunck ber Sünde beigebracht hat. Wenn denn also unter den Menschen einige zu grossen Lastern ausarten, Gort in ihren Lüsten verachten, und ihren verwilderten Begierden jedes'Opfer, das sie fordern , gerne bringen; wenn sie durch künstliche Mittel sich in einen solchen Zustand zu erheben wissen, wo sie beides Gewalt und List zur Erfüllung ihrer ungerechte und schändlichen Absichren glücklich anwenden können — so ist es nicht zu verwum dern, wenn dadurch die allgemeine Sicherheit und Glückseligkeit des Menschengeschlechts in die gröffeste Gefahr gesetzt wird. In dieser Gefahr kann der Gort, der von seinem festen Throne herab auf das Thun der Menschenkinder schaue, die Welt unmögliches ZZ. lassen. Unmöglich kann Er, der mit Wahr-‘3*14, heit ‘richtet, und mir Grrchrigkeic die Völker auf Erden regiert, zulassen, daß die wahre Glückseligkeit der Menschen, zu deren Beförderung Er so viele mächtige Veranstaltungen gemacht hat, den Begierden und Absichten einiger Lasterhaften zum Raube werden soll. Deswegen muß Er dem Strome des Bösen Gränzen setzen, den mächtig gewordnen Arm des Lasters zerbrechen, und die Unternehmungen derselben vernichten.

Weil aber das Böse von demjenigen, der dessen Erfinder und Beförderer ist, nicht getrennt werden kann, so muß die Macht Gottes, um es zu entkräften, sich an den Sündern

und

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und Lasterhaften selbst, beweisen. Ihnen ^ muß die Gewalt entrissen werden, die sie zum Dienste ihrer Leidenschaften, zum Unrecht und Frevel mis brauchten; sie müssen in die Grube fallen, die sie gruben; in das eigPf. 9, sie Wert ihrer -Hände verstrickt werden; ^

1'?' von ihrer Höhe plötzlich stürzen; der Lohn ihrer Thaien muß sie selbst ergreifen, damit die Wirkungen ihrer Bosheit ein Ende nehmen, damit der Naht, den sie beschlossen, vernichtet werde. Und hier sieht man die wundervollen Wege der weisesten und -gerechtesten Güte, nach denen Gott die Welt regiert.

Er laßt oft den Gottlosen in seiner Bosheit sich sehr erheben, und sich ausbreiten, wie einen Loorbeerbaum; er wächst, greift um sich, unternimmt alles, und spricht: wer Mills mir wehren? Aber Gott bereitet in dem Laufe des Bösen, und in sein Fortgange, schon die Mittel, die es zerstören; die Veranstaltungen zur Rache und Vergeltung, welche das Menschengeschlecht von der verderbendenMacht des Gottlosen befreien sollen; und man sieht am Ende, daß er nur darum ihn so sehr sich erheben lassen, damit er desto tiefer stürzen, und mit ihm auf einmal eine ganze Rotte der Lasterhaften untergehen sollte. Sein Tag ist gekommen, und nun sieht man sie nicht mehr. Du sitzest sie aufs schlüpfrige, und stürzest sie zu Boden. Sie gehen unter ?«»o vn- nehmen ein Lnde mit Schrecken !»—

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Die Rache ist mein, ich will vergelten spricht Ser Hert!

Hier erkennen wir denn, was es eigem« lich ist, worüber wir uns bei solchen strafen» den Beweisen der Vorsicht zu freuen haben. Nicht darüber, daß Menschen unglücklich geworden sind; Nicht, weil uns ihr Elend, für dasjenige, was wir unter ihnen gelitten haben, eine angenehme Genugthung ist. Sondern darüber, daß in ihnen das Laster, die Sünde, mit ihren verderbenden Wirkum gen, zum Heile des menschlichen Geschlechts, zerstört Morden ist; darüber, daß Unglaube,und Bosheit, jetzt wieder einen Arm verlohren hat, der mächtig war, unter den Menschen, Verwüstungen anzurichten, ganze Familien und Völker unglücklich zu machen; darüber, daß von neuen ein Naht und ein Reich der Finsterniß auf Erden sein Ende gefunden har. Wäre das Böse selbst, von dem Verbrecher zu trennen; wäre es ohne sein Unglück, auszurotten, oder zu verhindern möglich 'gewesen, so würden wir uns freuen, wenn Gott ihm noch einen langem Raum des Glücks und des Lebens gegönnt hatte, um ihn durch Güte zur Buße zu leiten : aber weil, er fortgieng in seiner Bosheit , und- seinen Unternehmungen keine Gränzen setzteweil es auf dem Puncrs war, daß entweder Er fallen, oder die greuelhaftesten Verwüstungen jede Stätte bedecke haben würden — 19 freuen wir uns billig ,

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daß Gott für die gerechte Sache entschieden, und ihr, durch die Vergeltung des Bösen, Errrettnng und Heil gegeben hak.

Denn das ist die zwore Wohlthar, die uns der solchen sichtbaren Wirkungen der göttlichen Strafgerechtigkeit zu einer heiligen und dankbaren Freude berechtigt: die re retçunex der gerechten Sache, und aller, die derselben treu geblieben waren.

Die gerechte Sache^ darauf es hier vornehmlichankommt, ist die Sache der Wahrheit , der allgemeinen Glückseligkeit und der Ehre Gottes. Wenn die ungerechten Begierden und Absichten der Lasterhaften durch eine grosse Gewalt unterstützt und befördert werden, so müssen sie nohtwendig diese gerechte Sache, die Gott und dem ganzen Mmschengeschlechte so theuer ist, unterdrücken. Schon ist der Glanz und der Ueberfluß alles irdischen Glücks, zu dem sie sich gedrungen haben, kein Erfolg wahrer Verdienste, kein Lohn rechtschaffner und rühmlicher Thaten; sondern die Frucht ihrer listigen und boshaften Anschläge, welche sie mit der Erfüllung der schändlichsten Leidenschaften zu vereinigen wüsten. Und ein auf diesem Wege erjagtes Glück ist nichts als ein Raub, den sie auf Kosten der Wahrheit und des allgemeinen Besten, wider den Beifall und die Absichten Gottes, erbeutet haben. Und weil auch niemals Wahrheit, noch das allgemeine Beste,

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noch die Verherrlichung Gottes sich mit den Unternehmungen der Ruchlosigkeit und des Lasters vereinigen können, so können sich solche Lasterhaften niemals weiter erheben, ohne bei jedem Schritte gleichsam einen neuen Triumph über Religion, Gesetze, Gerechtigkeit und gute Sitten zu halten. O welch" ein trauriger, niederdrückender Anblick für Me Rechtschaffnen, zu sehen, wie durch eben die verstellten Tücke, mit denen sich Saran in einen Engel des Lichts verstellt, die gute Sache erst verrarhen, und dann bald darauf mit Gewalt zu Boden geschlagen wird! Wenn sich die Gottlosen erst durch allerlei Künste die Gestalt der Rechtschaffenheit, der Weisheit und der Menschenliebe zu geben wissen, und, so bald sie dadurch erst eine gewisse Höhe von Macht und Ansehn erstiegen haben, dann nichts als Verderben herabsenden, und mit den greuelhaftesten Unternehmungen alles zu verwüsten drohen! — Wenn wir in einer solchen Gefahr schweben, und den Ausbruch des äußersten Schicksals mit Schrecken sich nahen sehen: wer kann helfen und erretten, als'der Allmächtige? Er, der allein die rechte Stunde weis, und die besten Mittel kenne, den Anschlägen und Unternehmungen der Bosheit so ein Ende zu machen, daß kein Unglück zugleich den bessern Theil der Menschen treske; daß bei dem schrecklichen Falle grosser und mächtiger Sünder

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der nicht auch - die Unschuldigen leiden; daß wenn jene stürzen, nicht Städte und Lander zugleich unter eben diesen Trümmern begraben werden! Wer kann solch eine Hülfe unerwartet senden, und sie gelingen lassen, als Gort? Die Rache ist mein, ich will vergelten; spricht der Hert! Seine Stunde ist es, der von ihm gesehene und erwählte Augenblick, wo plötzlich der mächtige Sünder verschwindet, ohnmächtig dahin stürzt, und die Starrs leer wird, wo er stand und mir Unglück drohte! _ Von dem Herrn muß es kommen, wenn die Gottlosen vergehen, wie die Spreu vom winde verwehet wird. Dann wird die gerechte Sache befreit, und alle die ihr treu gebleiben, werden bedeckt am Tage der Vergeltung, daß sie kein Unglück treske, sondern dasVerderben nur die ergreife fe, die es verdienten. Der Engel Gottes, den er sandte, die Gottlosen zu strafen, gehr die Wohnungen der Gerechten vorüber, und von feinem Schwerdte werden nur die Feinde des Herrn und feines Volks erschlagen!

Darum freuen sich dir Gerechten und sind frölich , weil die Rache des Herrn, zugleich ihre Errettung ist ! Sie danken es ihm, Daß durch den,Untergang des Bösen, zugleich alles wahre Gute neue Freiheit erlangt hat, sich auszubreiren und sich zu erheben. Diese Freude ist nicht die Freude des Eigennutzes, der von Fm Unglücke andrer Menschen Gewinn

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winn einzusammeln gedenkt: nicht die Freuds einer niedrigen Hoffnung, auf diesen Trümmern sich selbst wiederum zu erheben, oder an dem geplünderten Gute derer die gefallen sind, Antheil zu haben; nicht die Freude des Neides, oder des Hasses, oder der Rachsucht, deren Durst nur mit dem Jammer andrer Menschen gesättigt werden kann; sondern es ist die gerechte Freude, daß die Grundsätze der Wahrheit, der Religion und des Rechts nicht mehr in dem wilden Triumphe des Lasters verspottet werden dürfen; daß die allgemeine Glückseligkeit von ihren Feinden befreiet, und die Ehre Gottes gerettet ist. Sie ist her Triumph des Glaubens,- des Vertrauens und der Hoffnung zu Gott, wenn diese Gesinnungen sich nun durch neue Erfahrungen bewährt finden; sie ist ein Ausbruch der wahren Menschenliebe, und des Eifers für das Wol der Gesellschaft, deren Mitglied man ist, des Landes in dem man wohnt, des Thrones, dem man unterworfen ist; wenn dessen Glanz und Heil von grosser Gefahr errettetsich von neuem emporhebt, und die Feinde Gottes, der Menschheit und des Vaterlandes um ihn her zerschmettert liegen! Sie ist ein Ausbruch der Verehrung und Liebe gegen Gott; wenn er Recht schaft, und von seinem Richterstule die Aussprüche seines Worts und seiner Gesetze mit sichtbaren Entscheidungen bestätigt: so ist es den Gerechten BY Freu-

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de, die Ehre Gottes verherrlicht, und seine Absicht von neuen erleichtert zu sehen; und diese Freude bestätigt den Entschluß, niemals an der Sache Gottes zu verzweifeln; nie von ihr zu weichen; ihr noch eifriger als jemals, zu dienen. Daß diese Gesinnungen allein richtig und des Christen würdig sind, wenn sie sich über sichtbare wiederhohlte Beweise der göttlichen Strafgerechtigkeit freuen ; <— werden wir noch mehr erkennen, wenn wir die dritte rechtmässige Ursache dieser Freude in Erwägung ziehen, nemlich: die Verbesserung des Ganzen, zu welcher Durch die Vergeltung des Bösen zugleich Hoffnung gegeben wird.

Dieß ist das grösseste von allen dem Guten, welches durch die Bestrafung und Vergeltung des Bösen, der Welt erwiesen wird; Der wolthätige Erfolg, welchen diese Straft zur Verbesserung des Ganzen, nach der Absicht Gottes haben soll. Die Straft soll Besserung wirken; wo nicht bei den Lasterhaften und Verbrechern selbst, doch bei denen, die bei ihrem Untergange übrig bleiben. Die gerechte Sache soll dadurch nicht nur errettet, sondern auch befestigt, und kräftiger, als vorher, befördert werden. Die strafende Gerechtigkeit Gottes ist deswegen allezeit eine grosse wirksame Güte seiner Vorsicht und Regierung, für das Ganze, für eine ganze Gesellschaft, für ein ganzes Land, für das

ganze

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ganze menschliche Geschlecht. Das Böse wird darum unter ihnen ausgerottet, es wird darum zu einem Denkmale der Schande und des Unglücks gemacht, damit alle Mittel zur allgemeinen Glückseligkeit dadurch von neuen erleichtert, von neuen wirksam und kräftig werden sollen. So Heist es von den grossisten Gerichten Gottes, d«k unter ein Volk einbrechen: du Haft uns Versuchet und geläucert, wie das Silber geläutert wird. P\.66; wenn zwei Theile in einem Lande aus- IOgerottet werden, so soll das dritte darin übrig bleiben; und dasselbe dritte Theil will ich durchs Feuer führen und läutern. Sach.

13,8.

Wenn deswegen unter einem Volke, grosse 9° und mächtige Uebelthäter, durch besondere Wege der Vorsehung, von ihrer Macht herabgestürzt werden und unrergehn, so sieht man das mit Recht als einen Beweis an, daß Gott einem solchen Lande wohl wolle, daß er die Absicht habe, desselben Wolfart von neuen zu befestigen und blühender zu machen. ^ Denn man hofft, weil die Gottlosen ihre gefürchtete Macht verliehren, und aus dem Wege e RE so werden nun die Frommen und Rechtschaffnen sich erheben, und mit bessern Rahtschlagen und wolthätigern Kräften den allgemeinen Wolstand befördern, Warheit, Gerechtigkeit und Tugend B 2 zur

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zur Ehre Gottes mit Maten und Beispielen mächtig ausbreiten und herrschend machen.

Man -hofft einen glücklichen Erfolg von dem Exempel gestrafter Bösewichter: die in ihren Anschlägen und Unternehmungen Gottes Gerichte nicht fürchten, in ihrer Bosheit sicher waren, und in ihren Herzen sagten: Mir werden nimmermehr darnieder liegen , es wird für und für keine Lohr haben; Gott hats vergessen, es bekümmert ihn nicht, er wirds nimmermehr sehen; und die dann plötzlich zu nichte Pf, 10, Werden. Das wird ein Schrecken auf an6. n. dre Uebeltharer schütten; daß sie empfinden, sene, die untergiengen, sind nicht allein Sünder , sondern wo wir uns nicht best LuarZfern, werden wir eben so umkommen.

2.3. Wenn es die sichtbare Erfahrung jedem Auge deutlich macht, daß Unglaube und Ruchlosigkeit die gräuelhaftesten Werke der Ungerechtigkeit und Bosheit erzeuge, deren Unglück zuletzt auf den Kopf der Feinde Gottes vergolten wird: so hoffet man, daß dieses die lebhaftesten Eindrücke, des Abscheus und des Entsetzens bei allen , die es erkennen, Hervorbringen; daß dieß noch manchen Sünder von dem. Wege des Irrtums und des Lasters zurückreissen, manchen wankenden in der Erkennmiß und im Glauben befestigen, daß es überall der Religion und Frömmigkeit mehr Ansehn und Liebe verschaffen, daß es

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die emgefchlümmerten Gesinnungen der Gottesfurcht, Rechtschaffenheit und Menschenliebe wieder erwecken, und diejenige Tugend wieder unter allen Ständen Hervorkommen werde, deren wolkhätiger Einfluß auf das Ganze, allein fähig ist unter dem Segen des Allmächtigen, ein Volk glücklich zu machen. Dese Hoffnungen sind es, die einen wahren Christen mit einer freudigen Dankbarkeit gegen Gott erfüllen, daß er das Böse bisher geduldet, es groß, fruchtbar und mächtig werden lassen, um zuletzt durch den sichtbaren Untergang desselben, alle Mittel und Ermunterungen zu einer allgemeinen wahren Glückseligkeit, mit einem neuen Leben zu beseelen.

' Das erkennen wir aber hieraus zugleich, meine Zuhörer, daß diese glückliche Verbesserung des Ganzen, nicht wenig auf uns selbst ankommen wird. Gottes Absicht ist sie;

Gott erleichtert bei seiner Rache über die Bösen, alle Mittel, die dazu dienen; giebt uns neue Fähigkeit, Antrieb, Muht und Ermunterung zu allem dem Guten. Aber wir, meine Zuhörer, wir müssen uns mit dieser wolthWen Absicht Gottes vereinigen, alles Arge Zu hassen, und allem Guten anzuhangen. Wir alle müssen den Frieden l2> iJ' suchen, und demselben nachjagen. Woll-rP"e. teil wir selbst uns nicht, durch die ernsthaften 3'l6, und wolthatigen Gerichte Gottes, von allem I2‘ BB 3 Bö-

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Bösen abschrrcken, wieder alles Laster aufbringen, zur Beförderung alles Guten erwecken lassen: wollten wir den Unglauben und Das ruchlose Wesen, welche durch einen Weg mit allen ihren Gräueln von uns ausgetrieben sind, durch einen andern wieder zu uns hereinlassen: oder wollten gar einige von uns n. die Fußstapfen der Bssewichter treten, die bas Ende ihrer Sünden mit Schrecken gefunden haben — so würde ja die Macht Gottes zu unsrer Errettung und zur Erneuerung unsers Heils, vergeblich seyn. Ja es würde mit uns das Letzte ärger werden Petr-denn das Erste. Die Besserung des Gan'20,äen Bösen welche die geschehene Heimsuchung des Bösen erleichtern und befördern soll, mich von unfern eignen Gesinnungen anfangen; daß der Haß gegen das Böse selbst, unter uns lebendig, herrschend, und mit allen Bemühungen es zu verhindern Beförderung alTec lebendig der Eifer in der Beförderung aller Wahrheit, aller Tugend, und Glückseligkeit werde.

So wird es denn also eine heilige Freude seyn müssen, die wir über die Vergeltung des Bösen empfinden; sie wird den Wunsch, das dankbare Vertrauen, und die Hoffnung in sich fassen, alles wahre Böse völlig entkräftet, und alles wahre Gute zur Ehre Gottes reichlicher unter uns befördert zu sehen. Sie wird den Entschluß und den festen Vorsatz

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bei jedem Hervorbringen, dazu nach seiner Pflicht und seinem Vermögen eifrig und geschäftig zu seyn.

So richtig und heilig müssen denn dis Gesinnungen derjenigen Freude seyn, die uns, meine Zuhörer, in diesen Tagen wiederfahren ist. Heilige Hande wollen wir, anbetend und danksagend zu dem Beherrscher aller Machte des Himmels, der Erden, und des Abgrunds, empor heben, daß Er auch unter uns sich als einen Racher und Vergelter des Bösen, zu beweisen, nicht abgelassen hat. Gesegnet sey sein grosser Tag, der Tag der Errettung und des Heils, der unfern» Könige, dem Hause, dem ganzen Lande jetzt von neuen erschienen ist! Langer sollten die Ungerechtigkeit und das Laster ihr grauelhaftes Haupt nicht empor heben! langer sollte der Trotz nicht dauren, mit dem sie den schüchternen Freunden der Wahrheit Hohn sprachen! Dank sey es Ihm, daß Er unter uns das Böse zerstört, und die gerechte Sache, mit allen die ihr treu geblieben waren, wieder ertetet hat! daß Er die fürchterlichen Folgen der Ruchlosigkeit und des herrschenden Lasters, noch einmal wieder von unfern Häuptern abgekehret hat. Mögten die Absichten dieser göttlichen Thaten bei uns erreicht werden! mögre die grosse Verbesserung des Ganzen, die mm so sehr auf uns selbst ankommt, durch B 4 diese

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diese Heimsuchung des Bösen, mächtig befördert werden! Das wird geschehen, wenn wir nun einmüthig, das Böse selbst , mit allem dem Abscheu erkennen lernen, den es verdient; wenn wir es nun endlich aus der gröffesten und sichtbarsten Erfahrung empfinden lernen, was die Ruchlosigkeit für Verbrechen ausbreiten , mit velchem Strome von Ungerechtigkeiten und Zerrüttungen sie ganze Völker und Länder überschwemmen können. Nahe waren wir diesem Verderben, welches schon bereit war, uns ganz zu verschlingen, welches uns bald, mitten im Schooße des Friedens, unter den Ruinen der furchtbarsten Zerstörung begraben hätte! Und nun aus diesem Verderben durch eine so unerwartete gnädige Hülfe Gottes herausgerissen, wollten wir noch nicht begreifen, daß von denen, die Gott verachten, um nach ihren Lüsten zu wandeln, weder Weisheit, noch Gerechtigkeit, noch Segen zu erwarten ist? wollten wir uns von neuen in die Hände des Unglaubens und des Lasters werfen? — Nein, das sei ewig ferne! Nie müsse das Uebel von uns selbst wieder über uns hereingerufen werden, von dessen drohender Macht uns Gott errettet hat! Es sey uns nicht genug, daß die, welche böse waren, von uns hinausgechan sind: mir noch grösstem Hasse wollen wir uns wieder das Arge selbst kehren, und es auf ewig

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von uns entfernten, damit die Hülfe Gottes nicht vergeblich sey. Wir wollen uns alle nun, zu einer eifrigen und thatigen Verehrung gegen Gott und seine Gesetze, zu einer unverletzlichen Treue gegen den König, und zum richtigen Eifer für das wahre allgemeine Beste, mit neuen Emschliessungen vereinigen, denn dazu hat uns Gott jetzt von neuen Freiheit und grosse Ermunterungen gegeben. Er hat uns von neuen fähig gemacht , mit grösserm Muht und Fortgange, weife, verständig und rechtschaffen in der Erfüllung aller unsrer Pflichten zu werden: und wenn wir darin feinem Winke gehorchen, so wird mit der Aufhebung des Bösen, zugleich Besserung dem Ganzen verschask: so ist die bisher gedauerte Zulassung einer ungerechten und feindseligen Macht, eine wolthätige Fügung gewesen, daß wir dadurch, als durch Züchtigung und Erfahrung nun, zu unserm gemeinschaftlichen Heile, weise werden können, wenn wir anders wollen. Also nicht zu neuen Thorheiten und Sünden, sondern zu einem neu erwachenden Leben der wahren Frömmigkeit und Tugend unter uns, dazu soll die uns erschienene Stunde der Hülfe, der Errettung und des Heils, von uns allen angewendet werden! DE

Starke Gottes sey es Dir, du von uns allen geliebter, mit den feurigsten Gesinnungen B 5 der

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der Ehrfurcht und Liebe von uns allen hochverehrter König! Stärke Gottes, zu allem, was dich herrlich und glücklich machen kann; Stärke Gottes, zu allem, was deines hohen Rangs unter den Sterblichen, würdig ist, sey es Dir, daß die ewige Vorsicht sich an Dir, mit neuen Thaten ihres Schutzes And Segens mächtig bewiesen hat! — Denn Du bist es, den sie besonders mit ihrem Schilde bedeckt, und in grossen Gefahren erhalten hat! Dich hat der Allmächtige errettet, und dich uns von neuen wiedergeben; und neue Freude, neuer Anbruch eines lachenden Glücks, ist uns wieder in Deinem Amlitze erschienen! Um Dich KWrren unsre Herzen zuerst, wenn wir an das Unglück dachten, das uns mir grossen Verwüstungen drohte! Und wir waren errettet, sobald Du errettet wärest; da wir Dich frei und frölich wieder erblickten, Dir, unserm Beherrscher, Heil und Leben ! mit lauten Stimmen zujauchzen konnten! D empfinde! dieß. is das Einzige, was wir jetzt mit aller Ehrfurcht, von Dir bitten, denn wir sind glücklich, wenn Du glücklich bist; Empfinde die Glückseligkeit, die jetztDein ist! Welches ist die Glückseligkeit guter Könige? Geliebt zu seyn, von Gott und von Ihrem Volke! Beides, bester König, ist jetzt dein; Du empfandst es schon in diesen Tagen, zu welchen hohen Freuden es

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Deine Seele zu erheben fähig ist. -— Er, durch den alle Könige herrschen, Er liebt Dich, Dein Leben, Deine Würde, und Dein Heil! Siehe, Er will Dich nicht verlassen! War Cr es nicht, der in grossen Gefahren, als Erretter zu Dir kam? War es nicht Seine Stimme, die Du hörtest: Stehe auf, errette Deine Seele, Dich und Dein ganzes Volk! Ja durch Ihn wurde Dir und uns geholfen ; durch Ihn erschien der grosse Tag, dessen hoher Glanz das finstre Trauren unsrer Hütten, auf einmal weggetrieben hat! Nimmer wird Er Dich verlassen, wenn Du Ihn fürchtest! Du wirst ja Ihn nicht verlassen! Den Retter Deiner Seele; den Retter Deines Lebens, wie könntest Du Ihn vergessen! Wie könntest Du von Ihm weichen! O geliebt bist Du von Go«! und von Deinem Volke l Aller Deiner Unterchanen Herzen sind Dein' Jubel und Entzückung strömen sie Dir entgegen, überall, wo Du, als Hert, als Beschützer, als Vater, unter uns einherzeuchst! O verachte sie nicht, die Herzen Deines ganzen Volks, welche sich Dir so willig ergeben; verachte nicht, sie mit dem Segen Gottes glücklich zu machen, den Du in Deinen Händen hast, den der Allmächtige jetzt von neuen Demen Händen übergeben har, damit Du durch die Verwendung desselben, neue hohe Stufen, der Vollkommenheit und Ehre, hinansteigen

MD:

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mögtest! O mit welchem Jubel , mit welchen Freuden beschießt sich dieß Jahr Demes uns so theuren Lebens, für Dich und für Dein ganzes Volk! Sie müsse dauern, diese Freude, über Dich, und über Dein Volk! In einem langen Leben müssest Du noch oft das Freudengeschreü Demes Volks, über grosse rühmliche Thaten hören, mir denen Du es glücklich gemacht hast! — Geliebt zu seyn, von Gott, und von Deinen ganzen Volke ; diese Glückseligkeit sey ewig Dein Eigenchum ! Kein Engel des Abgrunds, kein Werkzeug der Hölle, müsse sie jemals Dir emreWn , oder verdunkeln! -— Sie erfülle Deine Seele mit hohen Freuden in allen Jahren Deines Lebens, feuce sie bestandig an zu göttlichen Thaten, und sey nach jeder göttlichen Chat, Dir schon hier auf der Erde, hohe Belohnung! Sie sey Dir Erquickung am Ende Deiner erhabnen Laufbahn, wenn Du einst spat, unter dem nachfolgenden Geschlechre, begleitet von den Thränen Deines ganzen Volks, in die Ewigkeit hinübergehest ! Jubel dann, und Frohlocken vor dem Throne des Allmächtigen, wenn Du nun als ein ewiger Liebling Gottes und aller seiner Heiligen,, in dem unsterblichen Glanze der Himmel wandelst! Zu einer so hohen Glückseligkeit wolle der Allmächtige mir seiner Gnade Dich segnen, mit dem Mure seines Eingebohrnen Sohnes Jesu Christi Dich

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heiligen, mit Ser Kraft seines Geistes, Deine Seele hoch erheben!

Shue es; und höre in deinem Himmel, grosser Gott, diesen Seyen, den wir über deinen Gesalbten aussprechen! Und wenn noch ein andrer Segen ist , höher, als ihn Stervliche bitten und verstehen können, so laß ihn kommen auf Ihn, auf deinen, und unfern Christian! Du wirst die eifrigen Gebete für Ihn nicht verschmähen, welche du selbst mit neuen grossen Wolchatm aus vielen tausend Herzen jetzt zu deinem Throne rufst! Sey immerfort, wie du bisher gewesen hist, Sein Beschützer und ewiger Woichäter! Es müssen umkommen und zunichte werden alle, die jemals wieder nach seiner Seele stehen, alle, die sich jemals mit frechen Unternehmungen an. der Krone, die du auf Sein Haupt gesetzt hast, und an der noch höheren Krone, die einst Seiner Thaten Belohnung seyn soll, vergreifen mögten! Dein Engel flösse sie hinweg! In deinen Namen- und in deiner Kraft sey Er unter uns ein Rächer alles Bösen, ein mächtiger Beförderer alles Güten, ein Vmheidiger deiner Religion, und ein -Bater Seines Volks! An Seinen Thaten und an Seiner Glückseligkeit müsse die Ehre deines Namens ewig verherrlicht werden!

Dank

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Dank sey es dir! auch unser Gebet über den Sohn des Rönigs, der einst nach Ihm auf dem Stuhle Seiner Vater sitzen soll, hast du erhört! Du hast dich Seiner Jugend angenommen, du hast mir grossen Wohlthaten für Ihn, dieß Jahr Seines Lebens beschlossen. Befordre du nun selbst, die richtige und würdige Bildung Seiner Seele; sey der Beschützer und Wohlrhäter Seines ganzen Lebens

Vermehre, grosser Gott, den Glanz und die Glückseligkeit das ganzen königlichen -Hauses! Laß das Band dieser erhabenen Familie, welches deine Hand geknüpft, und jetzt von neuen fest vereinigt hat, immerdar von dir gesegnet seyn! Sie, die hier auf Erden unsre Beschützer und Wohlthäter sind, wollest du mit hohen Freuden belohnen, mit unvergänglichen Ehren Sie schmücken!

Laß, gnädiger und erbarmender Gott, die vielfältigen Wunder deines Schutzes und Segens, Gottesfurcht , Tugend und Heil in unserm Lande mächtig befördern, daß durch deine Gerichte, die Albernen weise, und die Thoren verständig werden! daß die Sterblichen in deinen grossen Thaten, dich erkennen, die Sünder sich zu dir bekehren, die Heiligen auf dem richtigen Wege mit hohen Vertraum gestärkt werden mögen! alles um deiner

Barm-

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Barmherzigkeit, um deines eingebohrnen Sohnes Jesu Christi willen, in welchem allein uns allen Heil gegeben ist, Amen 1 Heilig, heilig, heilig bist du, Hert Zebaoth, und auch unser Land müsse deiner Herrlichkeit voll werden, Amen!

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