Uddrag fra Staats-und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten 28 Februar 1772. Num. 34

niedergehauen wurden; nur einige, so durch das zweyte Stockwerk auf die gefrorne Erde gesprungen, haben sich, obzwar gelähmet, gerettet. Man schätzet die auf dem Schlosse gewesenen Russen auf 2. Officiers und 100 Mann. Die Conföderirten, welche diese That vollzogen, sollen von französischen Officiers angeführet, und 150 Mann stark gewesen seyn. Man wurde diesen Vorfall in der Stadt nicht eher gewahr, als des Morgens um 4 Uhr, worauf denn alles allarmiret wurde. Ein Rußtscher Major wollte sogleich mit einem Haufen Grenadiers wieder eindringen; er wurde aber verwundet, und ver- lohr 40 Mann, ohne etwas auszurichten. Die Conföderirten haben hiedurch viel erobert: als das Magazin, viel Pulver und Kugeln, die Bagage aller Officiers, vieles Gewehr, welches sowol den Russen, als auch den Mirischen Soldaren, desgleichen den Bürgern zugehöret hat, und daselbst in Verwahrung gewesen. Aus den 2 Kanonen, welche auf dem Schlosse gestanden, haben sie den ganzen Sonntag in die Stadt geschossen. Denselben Tag wurde ein Succurs von 200 Mann Infanterie und 50 Mann Cavallerie von Tynieck nach dem Schlosse geschickt; die Russen wurden dieses bey Zeiten gewahr, und detaschirten ihnen 100 Mann Infanterie und 50 Mann Cavallerie entgegen. Sie marschirten zum Flo- rianschen Thore aus, und zogen sich gegen die Weichsel. Die zum Succurs kommende Conföderirte waren schon bis Zwierzyniec vorgerücket, und als ihnen die Russen zu nahe kamen, gaben sie aus den Häusern Feuer auf selbige, worauf sich diese bis an das Weichselthor zurückezogen und von den Conföderirten verfolget wurden, worauf ein allgemeines Gefecht entstand, welches etwa eine halbe Stunde dauerte. (Die Fortsetzung folgt.)