W.E. Christiani Uddrag fra Das Andenken verdienstvoller Prinzen, welche die dänische Geschichte in merkwürdigen Beyspielen aufstellt, in einer Rede am ellften October als an dem hohen Geburtsfeste Sr. Königlichen Hoheit des Erbprinzen Friederichs etc etc : in dem grössern academischen Hörsaal in der Versammlung der hiesigen litterarischen Societät erneuert von W.E. Christiani

mahl nicht von der Reihe der Könige, die dem dänischen Throne von jeher so vieles Ansehen und so viele Vorzüge verschaft haben. Ich rede bloß von Prinzen, die, entsprossen aus dem Geblüthe königlicher Ahnen, sich auch dann der Krone würdig bezeigten, wann die Vorsicht ihnen eine andere Bestimmung gegeben hatte. Und wenn ich unter den erhabenen Prinzen, von Deren edlen Thaten ich heute rede, auch die mit anführen wer- de, die nachmahls den Thron bestiegen haben, so werde ich dennoch nur Denjenigen Theil ihres schönen Lebens erzählen, der ihnen verflossen ist, ehe das Diadem ihre Stirne schmückte. Doch auch bey dieser Einschränkung muß ich meinen Vortrag sehr zu begrenzen suchen, woferne ich nicht unendlich weitläufcig werden will. Ich werde also das Verhalten des Historienmahlers nachzuahmen beflissen seyn. Seine Kunst, bey aller ihrer Vollkommenheit, vermag keine Zeitfolge, keine nach und nach vollendete Begebenheiten, sondern nur das, was auf einmahl sich zutrug, nur den gegenwärtigen auf einmahl zu überschauenden Augenblick auszudrucken. Er wählt daher aus einer Menge von Gegenständen nur diejenigen aus, die seiner Absicht entsprechen, und theilt ihnen dann so viel Gestalt, so viel Ausbildung mit, als es eben diese Absicht erfodert. Auf eine ähnliche Weise werde auch ich aus der Fülle der Objecte,