M. Christian Bastholm Uddrag fra Eine wahre und ungeheuchelte Gottesfurcht als das sicherste Mittel ein Reich aufrecht zu halten, Vorgestellet in einer Rede am verordneten allgemeinen Danksagungs- und Gebetsfeste auf den 1. December 1773.

die Gottesfurcht sey, laßet den Wandel derer, die da glauben von einer ächten Gottesfurcht beseelet zu seyn, eure Frage beantworten, wie viele verworrene Vorstellungen werden denn nicht herauskommen, die einem wahren Anbether Jesu Mittleiden und Schrecken einflößen. Ich fürchte den Herrn, dieses bedeutet insgemein so viel: ich opfere jeder Lehre unserer Kirche einen blinden Glauben auf, ich bezahle jährlich meinen Plaß indem Tempel des Herrn, ich wohne zweymal des Jahres dem Gedächtnißmale des Todes Christi bey, ich laße keine Noth- leidenden rrostloß Weggehen; mein äußerlicher Wandel hat alle Merkmale der strengesien Heiligkeit; niemals Hat ein Eidschwur meine Zunge beflecket; niemals ist ein Fluch in meinem Munde gewesen; mein Eifer für die Religion ist brennend, mein Haß wider die Gottlosen unversöhnlich. Und wann wir dieses alles genauer betrachten, fs ist oft dieser Glaube nur Aberglaube, dieser äußerliche Wandel Heucheley, und dieser Eifer Enthusiasmus. — Ja, wenn diese drey Dinge das Wesen der wahren Gottesfurcht