M. Christian Bastholm Uddrag fra Eine wahre und ungeheuchelte Gottesfurcht als das sicherste Mittel ein Reich aufrecht zu halten, Vorgestellet in einer Rede am verordneten allgemeinen Danksagungs- und Gebetsfeste auf den 1. December 1773.

Alle diejenigen Strafgerichte, womit andere Länder heimgesuchet werden, rauschen unsere Wohnungen vorüber; so viele Jahre haben wir in ungestörten Frieden zugebracht, weil andere Reiche durch die Wuth der Waffen verwüstet worden; die tödtende Seuche an unserm Viehe, diese noch gelinde Empfindung des väterlichen Zorns Gottes, hat ihre Kraft verloren; der Schweiß der Ackerleute ist mit reichen Früchten gesegnet worden; das Land hat sein Gewächs gegeben, die Seufzer der Nothleidenden sind erhöret worden; unsere Grenzen sind befestiget, die Zwistigkeiten, die über hundert Jahr gedauert, haben nun ihr Ende gesehen, der Zunder eines blutigen Krieges, der einmal ausbrechen dürste, ist gelöschet. — O! Gott! wer kann alle deine großen Wohlthaten erzählen, die du uns bewiesen hast! aber, M. G., diese Wohlthaten werden keine Wohlthaten für uns, dieser Segen wird in einen Fluch verwandelt werden, wir werden ganz überschüttet mit der Güte des Herrn, doch arm, unglücklich, verächtlich seyn, dafern wir nicht den Herrn fürchten; vergeblich wird der Hert Wohlthaten zu Wohlthaten fügen, vergeblich Segen mit Segen Häufen, wir werden doch immer tiefer herunterfallen, der Segen Gottes selbst wird, wie ein Fluch auf unsere Häupter, nur unfern Fall beschleunigen, so lange wir in unserm Glück einschlafen, und die Güte des Herrn zum