M. Christian Bastholm Uddrag fra Eine wahre und ungeheuchelte Gottesfurcht als das sicherste Mittel ein Reich aufrecht zu halten, Vorgestellet in einer Rede am verordneten allgemeinen Danksagungs- und Gebetsfeste auf den 1. December 1773.

Herr unferm Lande bewiesen, kein Beweis, kein zuverläßiges Merkmahl unserer vorzüglichen Gottseeligkeit seyn, sie sind nur ein Beweis der göttlichen Langmuch. Wir irren uns, wenn wir so schließen: der Hert beweiset uns so große, so mannigfaltige Wohlthaten, also müßen wir Lieblinge des Himmels seyn, also bewohnen wir das glückseelige Land, wo Güte und Treue einander begegnen, wo Gerechtigkeit und Friede sich küßen. Nein, M. G., laßet uns lieber den Schluß umkehren, so urtheilen wir richtiger: der Hert ist unendlich gütig, wir sind unendlich verderbt, daher überschüttet er uns mit so unaussprechlich großen Wohlthaten, daher ist seine Gnade immer neu über uns; er will uns durch den Reichthum seiner Güte, Geduld und Langmurh zur Buße leiten, er will erst versuchen durch seine Wohlthaten unsere verderbten Herzen zu besiegen, ehe er in seinem Zorn seine Ruthe ergreifet. — Dieß, M. G., muß die Absicht des Herrn mit allen denen Wohlthaten seyn, mit welchen er unser Land überhäuffet. Und wie mannigfaltig, wie groß, wie unaussprechlich groß sind die Wohlthaten unsers Gottes immer gegen, uns gewesen!