M. Christian Bastholm Uddrag fra Eine wahre und ungeheuchelte Gottesfurcht als das sicherste Mittel ein Reich aufrecht zu halten, Vorgestellet in einer Rede am verordneten allgemeinen Danksagungs- und Gebetsfeste auf den 1. December 1773.

28 das ganze Gebäude zum Untergange. — Allein, was kann die Gerechtigkeit im Lande unterhalten, wann es nicht die Furcht de? Herrn ist; Jethro erkannte dieses, wie er Mofi den Rath gab, daß er Richter in Israel verordnen sollte, um die Gerechtigkeit auszuüben; was für Eigenschaften fordert er an ihnen? Geburth vielleicht, Einsichten, Rang, Geschicklichkeiten? Ja, alle diese Eigenschaften sind an sich selbst gut, sie sind nothwendig; aber sind sie nicht von einer wahren Furcht des Herrn begleitet, so sind eben diese Eigenschaften mehr schädlich als nützlich, selbst gefährlich; er sagt daher: siehe dich um nach Leuten, die redlich sind, die Gott fürchten, die wahrhaftig und dem 2 Mos. Geitze feind sind. Wann die Gerechtigkeit 18, 21. mit einer wahren Gottesfurcht vereiniget ist, so sind ihr erst die Augen zugebunden, so brauchet sie erst ihre Wagschaale, so ist erst ihr Schwerdt nützlich. Die Furcht des Herrn machet sie blind gegen den Eigennutz, raub gegen Freunde und Gönner, unempfindlich gegen den Eindruck des Ansehens; rillePartheilichkeit ist weit von ihr entfernet;