M. Christian Bastholm Uddrag fra Eine wahre und ungeheuchelte Gottesfurcht als das sicherste Mittel ein Reich aufrecht zu halten, Vorgestellet in einer Rede am verordneten allgemeinen Danksagungs- und Gebetsfeste auf den 1. December 1773.

mit Undank zu vergelten. Und was für Treue können die Könige sich wohl von Untertanen versprechen, die ihren Gort untreu sind? Der gute Fürst, seiner uneingeschränktesten Gewalt ungeachtet, fühlet alle Tage, daß er Mensch und nicht Gott ist; mit tausend Augen muß er sehen, durch tausend Hände muß er seine Wirksamkeit über das Land verbreiten; es hängt am öftesten von diesen geborgten Augen und Händen, von ihrer Treue, von ihrem Eifer ab, wie das Land verwaltet werde; aber wann diese nun nicht den Herrn fürchten, wie kann er sich auf ihre Treue verlaßen, muß er nicht einen jeden, der ein Feind Gottes ist, für einen Feind des Landes onsehen, muß er nicht eigennützige Absichten in jeden Rathgeber vermuthen, und immer fürchten seine besten Entwürfe vereitelt zu sehen, so bald sie sollen ausgeführet werden. David, dieser große König, erkannte dieses: ein verkehrtes Herz, sagt er, muß von (nir weichen den bösen leide ich nicht. Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, daß sie bey mir wohnen, und habe gerne fromme