M. Christian Bastholm Uddrag fra Eine wahre und ungeheuchelte Gottesfurcht als das sicherste Mittel ein Reich aufrecht zu halten, Vorgestellet in einer Rede am verordneten allgemeinen Danksagungs- und Gebetsfeste auf den 1. December 1773.

sich wichtig machet, um zu rauben; die Arg- list ist nicht mehr, die ihre Klauen verberget, um ihres Raubes desto sicherer zu seyn; die Heuchelen ist nicht mehr, die niederträchtig vor dem Throne kreucht, um die unverdienten Gnaden aufzusammeln, die sie mit aufgerichteten Angesichte nicht bekommen würde. Die Gottfeeligkeit ist allen diesen, einem Lande schädlichen, Leidenschaften feindseelig; wann sie auf dem Throne sißet, bleibet der Fürst, was er seyn soll, ein Schußherr des Landes, ein Vater seiner Untertanen; er ahmet Gott nach, deßen Bild er trägt, indem er wohlthätig und liebreich ist; der Tag scheinet ihm verloren zu seyn, auf welchem er keine Wohlthaten bewiesen; er sißet aufseinem Stuhle und zerstreuet alles arge mit seinen Augen. Wer ein treues Herz hat; deßen Freund ist der König; fie- het er einen Mann, der fleißig in seinem Geschäfte ist, der wird vor ihm stehen. Durchs Recht richtet er das Land auf; wie Salomo sagt. Wann diese allgemeine Güte durch eine wahre Gottesfurcht sich von dem Könige auf alle seine Unterthanen verbrei-