? Uddrag fra Von Copenhagen den 17ten Januar 1772. Nach dem Dänischen Original. Zwote, vermehrte und verbesserte Auflage.

chen. Wann denn jemand vor dem Könige mußte, so war derselbe auch gezwungen, seine Sache kurz zu faßen, und nach erhaltener Antwort sich sogleich zu entfernen; zuletzt mußte ein jeder sein Anbringen schriftlich eingeben, und erhielte auch schriftliche Antwort. Alles mußte an Graf Struensee abgegeben werden, und was ihm gut deuchtete, sagte er den König; sogar erhielte der König alle Briefe entsiegelt. Graf Struensee und Brand waren stets gegenwärtig. Ersterer war schon beym König, ehe er ausgeschlafen, und gieng auch nicht eher von ihm, als bis er zur Ruhe war: indeßen Graf Brand sich stets im Borge- mach aufhielte; und wenn ja Einer oder der Andere Geschäffte halber den Rücken wenden mußte, so wurde in des Königs Namen der Wache und den Bedienten befohlen, daß bey höchster Ungnade des Königs sich keiner dem Zimmer näherte, denn Se. Königl. Majestät wären unpaß, und hätten sich zur Ruhe begeben. Sobald hatten sie ihre Sachen verrichtet, um wieder beym Könige zu seyn, so hatte der König auch ausgerubet. Wollte der König ausfahren, oder reiten, und es war Graf Struensee und Brand nicht gelegen, so wußten sie den König durch ihre listigen Handgriffe unter allerley Vorwand schädliche Medicamente beyzubringen, darauf er sich nothwendig übel befinden mußte, und gerne zu Hause blieb, und das Bette hütete. Und dieses Mediciniren hat auch würklich des Königs Gesundheit um Vieles ruiniret. Fuhr oder ritte der König