? Uddrag fra Von Copenhagen den 17ten Januar 1772. Nach dem Dänischen Original. Zwote, vermehrte und verbesserte Auflage.

friesene Jacke ohne Knöpfe, und alle andere Knöpfe, so er noch in seiner übrigen Kleidung getragen, sind ihm ausgeschnitten, weil er ein Paar davon abgedrehet und verschluckt hat. Schue- und Bein- Schnallen sind ihm abgenommen worden, auch trägt er itzt eine eiserne Haube, damit er seinen Kopf nicht zerstoßen kann. Nachgehends ist die Etui, warum er so sehr gebethen, daß man ihm solche geben möchte, visitiret worden; man hat in selbiger drey kleine Kügelchen gefunden, der Herr Etatsrath und Leibmedi- ens von Berger hat selbige untersucht, und befunden, daß ihre Beschaffenheit ein langsam wirkendes Gift sey, womit dieser Bösewicht schon an einer hohen Person Gebrauch gemacht hat. Noch eine Anecdote von dem Grafen Struensee: Wie er ohngefehr vor einem Jahre in Copenhagen auf der Straße geht, begegnet ihm ein Sclave in Ketten, der Sclave bittet ihn um einen Allmosen, und zugleich um des Königs Gnade für ihm zu erflehen, daß er aus diesem Zustande erlöset würde. Der Graf gab ihn ei- nen Allmosen, und sagte dabey: Du trägest wohl um deiner Tugend willen diese Retten nicht. Nachdem erlangte der Sclave seine Freyheit, und wurde Schließer auf der Citadelle. Da es sich nun fügte, daß eben dieser den Grafen die Ketten anlegte, so sagte er: Ihre Excellenz, um Ihrer Tugend willen lege ich Sie die Rette nicht an.