? Poetische Gedanken über der Höllen-Macht, in welcher Graf Struensee Geherrscht, und ferner herrschen wollte wie auch Ueber den Nichtigen Lügen-Grund der Tohren Die da Spechen, est ist kein Gott

Poetische Gedanken

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der Höllen "Macht,

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Graf ©mtenfee

Geherrscht, und ferner Herrschen wollte

wie auch

Ueber den Nichtigen Lügen Grund der Tohren Die da Sprechen, es ist kein Gott

Kopenhagen, 1772.

Cedrukt und zu bekommen bey August Friderich Stem wohnhaft in der Schiedenstraße in Ns.. 171

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Wunder Schicksal unsre Zeit,

Daß hat der Abgrund dargeleget;

Als seine Ausbruth war bereit Waß Sie im falschen Herzen heget, Durch Mord und Dampf zu 1 Gren aus Am Reich, und unsers Königshaus,

O unerhörte Grausamkeiten Die Allmacht setzte ihr das Ziel, Daß Sie in ihr Gerichte fiel Seht dieses ist ein Fall, Gottes Vergessener

Leuten.

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Abgrund aller Boßheits Macht,

Voll Grimm und ewiger Finsternissen,

Du nahnist die Zeit recht wohl in acht Und wolltest dich mit Macht ergiessen, Mit der vergiften Wohllust Fluth,

Du Todtes Meer und Höllen Bruch,

Du thatest schon vollauf Einschenken Den Nectar süßer Wohllust-Wetn Stats Zucker thats du Gift darein Das nie ein Hertz daran, ohn Abscheu kan

Gedenken.

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Abgrund du warst recht bedacht, Mit finstern Kräften einzudringen

Du brauchtest deine schlaue Macht, Die Ehr und Tugend zu verschlingen Die Gottes-Furcht und Ehrbarkeit,

Die Wahrheit und die Redlichkeit Die sollen nun von hinnen weichen Hier sollt nun sein ein Sodoma Und ein Verdammtes Gomora,

Als dik bestätigen mit Ernst der Wahrheit

Zeugen.

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7u Höllen Macht Erwehltest dir,

Ein Glied, das echt von dir Gebohren, Er trug dein Orden-Band zur Zier Als der dir Eyd und Treu geschworen; Das Er bereit mit aller Macht Wie ers in seinen Sinn bedacht

Dein. Reich recht mächtig wolt auf YA

Und seine Wege Laufs und Bahn Mit fleiß dahin zuschlagen an Daß Königs-Haus und Gottes Ehr gans

zu vernichten.

^hr Edlen Zeugen gönnet mir Auf diese weiß mich aus zu drüken,

Es war ein Kühner Held allster Der sich nun muß im Staube büken, Weil Ihm beliebt der Traber-fraß Als das verruchte Sünden Aab,

Drum that sein ganzes Leben stinken Und wer sich selbst Schaden zu fügt Ist billig ein Ers Bößewicht Und muß wie Er, mit Schreck und Spott ins Unglück finden,

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^er Abgrund hat Ihm ausgespeyt Der Hochmuths Geist hieher geführet Er ist sein rechtes Contrafaye Mit Laster Larwen ausstafirek Das Maaß der Sünden war nun voll Drum geths nun, wie es gehen soll

Die Langmuth wollt Ihm nicht mehr dulden,

Es hieß, hau ab den büßen Baum Hinweg mit dieser Boßheits Schaum,

Er soll dem Richter Rechnung thun vor seine Schulden.

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AR rate nun, Ö Struensee,

Wo sind nun deine Hohe Würden

Sie haben Dir ein bitters Weh, Mit Millionen Centners Bürden; Auf dein, verwegnes Herz gelegt Weil du deß Höchsten Zorn erregt

Der Dich als seinem Feind betrachtet Weil Du sein Wort und Weg verachtet, Drum ist die Rache auf gewacht Und geht Dir wie es solchen geht, der

Gott verachtet. Ein

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Ein Wirbel-Wind erhöbe dich,

Den IAA Stol, Hochmuth, erreget, Du Meisterst es recht wunderlich Als der Eyd, Treu, Ehr, von sich leget, Ein Schänder der Religion Des Satanas leibeigener Sohn,

Drum thate Dich der Höchste stürtzen Weil Du Ihm aus den Augen setzt Und tein Gewissen frech verletzt Wie solches alle thun, die Gottes Ehr

verkürzen.

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Erkenne nun o Struensee,

Das Gott dein Richter ist auf Erden,

Und nichts von ongesahr gesch, Wie dieFrey GeisterTraumer werden. Die träumen thun, es sei kein Gott;

Es Hab mit Ewig keine Noch,

Ein Tohr wer dieses nicht kan sehen Das seine Richters Allmachts Hand, Dich hat gelegt in dieses Band Der nie ein Majestæts, Verleugner kan

entgehen.

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JZ hr Traumer zeiget an den Grund Waß sind doch die beweg Ur-jachen

Das ihr vom Anfang, bis zur Stund Euch thut, zu solchen Tohren machen, Den so nennt Euch des Herren Mund, Gesichts nur frey, und thut es kund

DasEuer zurSünd entbrannteHerzen, Der Grund und auch die Urjäch seyn Daß Ihr, Ihr Thoren ins Gemein,

Euer ewiges Heil Tyrannisch thut vers

schertzcu. *

Web hin du Blinder Atheist,

Und frag in diesem Fall die Juden,

Ob nicht ein wahrer Gott zu ist DeS strängen Zorn Sie auf sich luden Der Sie hat aus Egypten Land Hinaus geführt mit starker Hand

Geh hin, sie werden Dir es sagen, Das ihr begangne Sund Schuld ist Das Sie in solcher langen frist Seinen gerechten Zorn, biß heut noch

müssen tragen.

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Kaust du wohl ohne Brillen sehen,

Ist das nicht Höllische Blindheit Was so merkwürdig ist geschehen Und aller Welt vor Augen liegt Sieht ein Naturaliste nicht.

Der aus Spinoza Schul geboren Der sich dem Vieh gleich acht und

schätzt

Und sich in Thieren-Lust ergeht Die Er zu seinem Schatz, und Himmelreich erkohren.

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träumender Naturalist In deinem Grundloß falschen Gründen O Rasend blinder Atheist ub schnöder Liebe zu den Sünden Verneinst Du einen wahren Gott Und achts sein Wort für Tand und Spott Nur bloß um deiner Wollufts Lüften

Die schützt Du für dein Paradieß Um ihrer schändlichen genieß Thust du dein Leib und Seest als ein Tyrann verwüsten.

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<*vDo 6Iei6t dein Sterblicher Geist,

Er Hut verschwinden gleich den Dünsten; Wie es nach deinen Traumen Heist Und nach der Höllen Zauber-Künsten Die Du für deine Weißheit achtest Die Höll und Himmel Kühn verlachst,

Du solst ein anders inne werden. Wenn dir der Lebens - Faden bricht, Und dich des Todes-Stachel sticht Wenn du dein Himmelreich, zurüke last

auf Erden.

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hilft alsdenn die Traumer Kunst, Das du daß Zeugniß thut ersticken

Durch Lügen Hafen Höllen - Dunst Das GottesGeist ins Hertz taht drüken Das'uns bey allem unferm Thun, Beschuldigst oder thut beruh«,

Zlllf baß was Künftig wird geschehen Tem Gott das Böße richten wird, Weh dem der sich hierinnen irrt Wenn alles Fleisch dereinst, vom Tod wird

auferstehen.

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^-'er Irrthum der Vernunft ist groß,

Ohn Göttlich Licht gleicht Sie den Blinden, Sie liegr der Finsterniß im Schooß Sie kan Gott weder sehen noch finden Wilst du nicht von der Sund abstehn,

Und in die Neugeburth ein gehn

So wirst du Ewig Gott nicht sehen Du wirst mit der verdammten MottEwig suhlen es ist ein Gott Wenn sein Zorn, und Straffgericht, über dich ergehen.

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?aß merk dir woll du Freer Geist,

Der du der Thieren Tod wilst Sterben, Und dich hierinnen Glücklich Preist, Weil nach dem Tode nichts zu Erben, Besinne dich Thörichkes Mund,

Bewurrdre deinen Falschen Grund,

Darauf du -deinen Trost thust gründen,

Es wird ja ewig Schade sein,

Du büsest Leib und Seele ein Wo wilt Du einen andern Leib, und Seele

finden.

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Mensch erweg die kurtze Zeit,

Sey 'nicht so rasend und vermögen Bedenck die lange Ewigkeit Die Zeit ist bald dahin geflogen Die Ewigkeit die hat kein Ziel Sie treibt fort, vor fort ihr Spiel

Sie soll dir deinen Lohn dort geben Drum fürchte Gott, und sein Gericht Himmel und Höll ist kein Gedicht O daß dir dieses stets, möcht: vor den Augen schweben.

UN hat man dich o Struensee, Betracht in deinen Laster Stande,

Und wie du fikk in deinem Weh Geplagt, Genagt von deinem Bande Wie gehts denn nun in diesem Stand O wind dich auß der Höllen Band,

Fürwahr Du must zu Christo eilen But ihm um ein zerknirschtes Hertz Um Buß und Glauben Reu und Schmertz Für wahr, Er ist der Mann der dich kan gründlich heilen

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Bekenn die Menge deiner Sünden

Und thue rechtschafne Herzens Buß, Fürwahr, du wirst Genade finden, Er will den Tod des Sünders nicht Thu du nur selber diese Pflicht

Er wird sich gnädig zu dir wenden In seinem Sohne IEsus Christ Der auch für Dich gestorben1 ist Wie dieses Gottes Mund bezeugt an allen

Enden.

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-O möchte meines Wunsches Tohn, Hindurch in deinen Kerker dringen,

Und Du wie der Verlohrne Sohn MögstGolt ein solchBekantniß bringen. Wie wohl mögt dir gerathen seyn,

Du würdest von der Höllen-Pein,

Und von des Ewigen Todes Nagen Durch Christi Tod befreyet sehn Mit den Seeligen ins gemein Ein unvergängliches Reich, zur Beute davon tragen.

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