Luxdorphs samling af trykkefrihedens skrifter 1770-1773: Række 1 bind 13

Anekdoten

eines

reisenden Russen

über die

Staatsverfassung, Sitten

und

Gebräuche

der

Dänen,

Briefen an seine Freunde.

Herausgegeben von

R.

Lübeck, 1771.Auf Kosten des Herausgebers.

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Vorbericht.

Ich wurde mit dem Verfasser dieser Briefe, den Hrn. von K., auf meinen Reisen bekannt. Er war ein Mann, welcher viel gelesen und gedacht, auf deutschen Universitäten studiret hatte, und weit gereiset war. In seinem Umgange war er munter und aufgeweckt, und aufgelegt, über alles seine Bemerkungen Und Criticken zu machen. Sein Caracter war übrigens liebenswürdig, und nahm mich durch seine offenherzige Vertraulichkeit so ein, daß ich mich eifrig bemühete

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Vorbericht. seine Freundschaft zu erlangen, welches mir auch so glückte, daß ich auf meinen Reisen mannigfaltige Proben davon er- halten. Er würdigte mich endlich auch, mir seine Bemerkungen mitzutheilen, welche er auf seinen Reisen sammlete, und an einen seiner Freunde in Petersburg schrieb. Er ließ mich seine Briefe lesen, welche er an deutschen Höfen, bey seinen Aufenthalt daselbst, von ihren inneren und äusseren Verfassungen gemacht hatte, und aus welchen viele Einsicht und Beurtheilungskraft hervorleuchtete. Da wir uns trenneten, versprach er mir, mich bey seiner Rückreise über Dannemark und Schweden zu besuchen, und er hielt sein Wort. Er belustigte mich während seines Aufenthalts bey mir mit den Briefen, so er auf seinen Reisen an seine Freunde geschrieben, und wovon er Abschriften bey sich führte. Ich erhielt

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Vorbericht.

durch vieles Bitten die Erlaubniß solche abschreiben zu lassen, und besitze einen ziemlichen Vorrath von den Höfen Wien, Berlin, Dresden, Kopenhagen, Stockholm, und wo er sich nur aufgehalten. Manche bittre Wahrheiten, besonders von Berlin und Kopenhagen, sind darin gesagt. Selbige würden ein paar Bände ausmachen, wenn sie sollten gedruckt werden; Ich habe ihn zwar nicht um diese Freyheit gebeten, aber er hat mir solche auch nicht verboten. Da ich die Erlaubniß; der Preßfreyheit in Dännemark zu meiner grossen Freude las, und einen dasigen Freund bat, mir die Früchte derselben zu senden, weil ich Dänisch verstehe; so habe ich mit Erstaunen gesehen, daß ein Mann, der es zuerst gewagt solche zu nützen, und sich Philopatreias nennt, nur eine Menge elendes Zeug nach sich gezogen. Man sollte glauben, diese Leute

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Vorbericht.

wären alle in einen grossen Irrgarten ge- rathen, wo keiner den Ausgang zu finden wüßte, wenn gleich mancher ein paar Fußbreit Wegs angetroffen, wüßte er ihn doch nicht zu vollenden, sondern verirrte sich immer tiefer, ohne zu wissen wo er hin geriethe. Man hat zwar ein oder zwey Stücke, so ich gelesen, worin der Verfasser auf die rechte Spur gekommen ist, und theils besser als Philopatreias getroffen, worunter ein Philodanus besonders gehöret. Er verirrt sich selten, es ist wahr, aber wenn er sich verirrt, so kömmt er allemal in ein so grosses Labyrinth, daß er sich nie heraus finden kan. Er sagt zum Exempel: man müßte in den Provinzen in kleinen Kaufstädten eine gewisse Anzahl Kaufleute vestsetzen, und nicht mehr als diese darin leiden. Ich will nur einiges dagegen anführen. Meine Vaterstadt bestand ursprünglich

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Vorbericht.

aus zweyen die Handel trieben, itzt aber hat sie über 400. Würde sie jemals so groß geworden seyn, wenn es nicht durch Handel geschehen wäre? Man hätte Altona nur solche Grenzen setzen sollen, man würde Hamburg keinen Possen damit gespielt haben, es würde gewiß nie zu seiner itzigen Grösse gelanget seyn. Ich glaube aber, der gute Mann versteht Krämer die mit Tobackspfeiffen und Schwefelsticken handeln, und dennoch würde er Unrecht haben, denn derjenige so den Käufern am besten begegnet, und die besten Maaren härte, würde die mehresten Kunden haben, mehr Nahrung also an sich ziehen, und der andern ihr Kram würde von selbst wegfallen, eben wie es bey den Handwerkern ist, man würde größtentheils bessere und wohlfeilere Arbeit haben. Ein anderer geräth hingegen in diesen

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Vorbericht Irrgarten in den tiefsten Morast, und wird auch darin stecken bleiben, ohne daß ihn jemals einer wird herausziehen können. Er nennet sich Anti-Philopatreias, an und für sich selbst schon ein übler Name, er hat die Geistlichkeit besonders ver- theidigen wollen, aber sie Wird es ihm wenig Dank wissen. Alle diese verschiedene Schriftsteller veranlassen mich, einen Theil der Briefe meines Freundes drucken zu lassen, so allein Dännemark und besonders Kopenhagen betreffen. Ich werde erwarten wie solche das Publikum aufnimmt. Ich habe sie ohne Ordnung gewählt, wie sie mir in die Hände fielen, es sind auch noch mehrere zurücke, welche ich vielleicht mit der Zeit auch bekannt mache. Mein Freund hat vielleicht in manchen Stücken nur nach dem ersten Scheine und oft unreif genrtheilt, vielleicht ist er auch nicht recht berichtet wor-

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Vorbericht. den. Einem Fremden muß man hierin etwas verzeihen, denn er nimmt es alles wie er es findet, und öfters dem ersten Eindruck nach. Er hat noch gewisse politische Fehler der damaligen Zeit getadelt, die unter der itzigen Regierung Christian des Siebenden bereits verbessert und abgeschaft sind, wie man überhaupt denn gestehen muß, daß dieser König auf alles aufmerksam ist, um die eingeschlichenen Fehler zu verbessern, und sein Volk glücklich zu machen. Er will selbst regieren und urtheilen. Ein so seltenes Exempel von Fürsten! Wer zweifelt, daß er sich bey seinen Unterthanen und der Nachwelt nicht ein ewiges und unvergängliches Andenken stiften wird?

Ich habe nichts weiter zu sagen, als daß ich diesen Briefen einige Noten,

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Vorbericht.

so mit Z. bemerkt sind, hinzugefügt habe, welche Veränderungen enthalten, so nach der Zeit vorgefallen, oder Dinge, von welchen ich eines bessern belehrt war.

Lübeck,

im December 1770.

Michael Adam K*lb.

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Erster Brief.

An den Hrn. v. S.

Kopenhagen 1769.

Liebster Freund!

Nach einer langen Reise von 5 Wochen, wo ich alles Unangenehme, was mit einer Seereise verknüpft ist, ausgestanden, und von einer langen Seekrankheit ganz aus- gemergelt, bin ich endlich vorgestern glücklich in Kopenhagen angekommen. Ich habe Ih- nen versprochen, von allem was ich hier Merk- würdiges beobachtete, Nachricht zu geben, und ich sehe schon zum voraus, daß ich Müsse und

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12 Materie genug dazu haben werde. Da ich aus dem Schiffe trat, führte man mich zu dem wachthabenden Officier um meinen Paß vorzuzeigen; es war ein junger Mensch etwa 20 Jahr alt, und sein Bezeigen war eben so jugendlich. Da mein Paß rußisch und deutsch abgefaßt war, mochte er solchen vermuthlich nicht verstehen, denn er fragte mich in gebro- chen Deutsch, aus welchen Lande ich käme? Da ich endlich nach vielen einfältigen Fragen von ihm loß kam, ließ ich meine Sachen ans Land bringen. Es fanden sich wohl 20 dienstbare Geister ein, welche alle aussahen wie Raubvögel, und sehr geschäftig waren, ein Stück von meinen Sachen zu nehmen, und damit fortzueilen. Nach vieler Mühe sammlete ich solche beym Zollhause wieder, wo alle diese Leute bezahlt zu werden verlangten. Als ich jeden für einen Weg von ohngefehr 30 Schritten 6 ßl. oder nach unsern Gelde 13 Copecken bezahlt harte, war es noch nicht genug, denn jeder foderte annoch 2 ßl. zu Brandtewein. Der Pöbel, dachte ich, muß hier weit mehr

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13 diesen Getränk ergeben seyn, als bey uns, da man unsere Nation doch so sehr dafür ausschreyet. Es kostete mir also mein Mantel, mein Fußsack, meine Tobackspfeiffe, mein Theetopf und Tassen, mein Pelz, mein Flaschenfutter, kurz um, jedes Stück einzeln 8 Lß. Trägerlohn. Dieser Anfang machte mir eben keinen vortheilhaften Begrif von der hiesigen Policey, da jeder Fremder diesen Raubvögeln ausgesetzt ist. Im Zollhause kam ich unter andere Herren, ich nenne sie Herren weil etliche Degen trugen, ich merkte aber an den Umständen, daß es Visiteurs wären, ich mußte also meine Sachen auspacken und alles durchsuchen lassen. Was nur einen Anschein vom Neuen hatte, erklärten sie für Contrebande; es half alles nichts, daß ich sagte: ich wäre ein Fremder, die Sachen wären bloß zu meinem Gebrauch, und ich triebe keinen Handel damit. Endlich öfnete ich mein Flaschenfutter, und ließ die Herren meinen Wein probiren, welchen sie vortreflich fanden, ich bot ihnen den Rest von etlichen Bouleitten an, und drückte

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einem, der mir beständig nach der Tasche fahe, noch einen Rubel dazu in die Hand. Dieses fruchtete gleich so viel, daß ich meine Sachen konte wieder zusammenpacken lassen, bis auf ein Stück Manschester, welches ich mir zu einem Reisekleide bestimmt, aber nicht Zeit gehabt hatte, vor meiner Abreise Machen zu lassen, welches auf dem Zollhause bleiben mußte, mit der Bedeutung, daß es Contreband wäre. Mein 2ter Coffer aber, für welchen ich am meisten bange war, ward alsdenn gar nicht geöfnet. Einer war denn auch noch so ehrlich, mir einen Frachtwagen zu verschaffen, um meine Sachen in den Gasthof zu bringen, wo ich lo- giren wollte. Unterweges fetzte mich der Anblick vieler schönen Gebäude und Palläste in angenehme Verwunderung, doch dieses ist nur die seit 20 Jahren neu angelegte Amalienburg oder die neue Friderichstadt. Die Stadt selbst ist an und für sich nicht so schön gebauet, das Pflaster in manchen Straffen schlecht, oft nicht so gut als anderswo die Heerstrassen. Der Ort ist seiner niedrigen Lage wegen sehr sumpfigt,

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wenn es im Sommer etwas regnet, so kan man fast nicht anders als in Stiefeln durchkommen.

Es wird hier auch eine schöne Kirche von innländischen oder nordischen Marmor, Nach dem Modell der Peters-Kirche zu Rom, aufgeführet. Man sagte mir, es wäre schon 18 Jahre daran gearbeitet, und dennoch ist das erste Postement noch nicht halb fertig, welches doch schon über 594000 Rthlr. zu bauen gekostet hat. Wenn dieser Bau fertig werden sollte, welches aber wohl in 50 Jahren nicht geschehen dürfte, da nur täglich 50 Menschen daran arbeiten, so würde solcher 2277000 Rthlr. kosten; Ist das nicht ein ungeheurer

Bau? Inzwischen hat der König von Dännemark freylich nicht so viel Geld dazu als der Pabst, der bey seinen Bau in den damaligen Zeiten alle Königreiche in Contribution setzen konte, und überhaupt scheint mir dieser Bau zu groß für Dännemark zu seyn, ^1) Der Bau

1) Man hat neulich diesen für Dännemark unstreitig zu kostbaren Bau liegen lassen, und den Bau-

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meister ist, wie sich versteht, ein Franzos. Da ich immer gehört, daß Dännemark Staatsschulden hätte, seine See- und Landmacht (wie wir auch benachrichtiget waren, da Peter der 3te es bekriegen wollte) gar nicht in der besten Verfassung wären, das Land auch schlecht an- gebauet, indem die Bauern fast alle Leibeigene, eben wie in Pohlen, oder Sklaven sind, und ich dieses auch wirklich itzt so finde, so begreife ich nicht, wie die Minister dieses kleinen Staats den König zu vermögen suchen, unermeßliche Summen zu verwenden, um grosse Steinhaufen für die Nachwelt aufzuführen. Mir deuche immer, man thäte besser, wenn diese Summen angewendet würden, die Schulden des Staats abzutragen, das Land, die Handlung und Manufakturen zu verbessern, worinnen Dännemark

meister verabschiedet. Ueberhaupt sucht die itzige Regierung alle kiberflüßige und grosse Ausgaben zu ersparen, alle unndthige auch mit zu grossen Gehalt verknüpfte Bedienungen abzuschaffen, um die Unterthanen nicht mit mehreren Auflagen beschweren zu dürfen, und die bisherigen nach und nach vermindern zu können. Z.

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17 noch viel weiter zurück ist als wir, da man doch seit so kurzer Zeit erst angefangen hat uns unter die gesitteten Nationen zu zählen. Ich erinnere Mich bey dieser Gelegenheit einer Anekdote, da ein gewisser grosser König zum Dänischen Minister gesagt haben soll: Dännemark müßte doch ein gutes Land seyn, weil es die Minister mit aller Gewalt nicht ruiniren könten. Leben Sie wohl, bester Freund! Künftig ein mehreres. Berichten Sie mir doch bald was Neues von unserm Türkenkriege, denn in den hiesigen Zeitungsblättern findet man nichts als altes Zeug, das aus den auswärtigen elend abgeschrieben und 8 Tage später gedruckt wird. Ich bin & c.

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Zweyter Brief.

An den Hrn. von S.

Ich sandte heute nach dem Zollhause, um

mein Stück Manschester clariren zu lassen, wie es heißt. Der Bediente brachte mir aber die Nachricht, daß ich solches wieder zurück senden müßte, wenn ich es anders wieder haben wollte. Ich erkundigte mich, ob hier vielleicht dergleichen Fabriken wären, man antwortete mir aber mit Nein. Ich begreife also nicht, warum man dieses Zeug schlechterdings nicht einführen darf, da ich doch gerne Zoll dafür geben wollte. Die Handlung muß hier sehr eingeschränkt seyn, sagte ich nicht, sondern dachte.

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Ich war vor einigen Tagen in Gesellschaft, wo die mehresten Kaufleute auch andere in Manschester gekleidet giengen. Ich fragte voller Verwunderung, woher man solchen bekäme? man antwortete: „aus Engelland und Deutschland." Ich sagte: er ist ja verboten einzuführen, und man darf solchen öffentlich tragen? bey Uns dürfte solches Nicht geschehen. "O das schadet Nichts, hieß es, man kan ihn unter der Hand zu kauf kriegen, und dafür läßt man seinen Schneider sorgen, wenn man ihn einmal auf dem Leibe hat, so frägt niemand weiter darnach. Sogar diejenigen, so dem Zoll und Finanzen vor- stehen, tragen ihn selbst, und so gehts mit allen ausländischen Zeugen, man kan sie nicht entbehren, weil wir selbst keine Fabri ken davon haben, aber sie sind einzuführen verboten, damit der König um den Zoll be- trogen wird." (Veyläufig will ich dir nur sagen, daß man hier immer spricht: der König wird betrogen, der König hat es verboten, der König leidet darunter, der König hat es

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20 geschenket; anstatt zu sagen: der Staat thut es, der Staat giebt es; als wenn nicht König und Staat eins und eben dasselbe wäre, oder als wenn sie je von einander getrennet seyn könten. Sapienti sat! ) Ja, sagte ein an- derer, „ wenn solches erlaubt wäre, würde zu viel Geld aus dem Lande gehen und unsere Nachbaren bereichern. " Ey was, erwie- derte der erste, geht es dem ohngeachtet nicht aus dem Lande? „ So lange als wir selbst keine taugliche Fabriken haben, und derglei- chen Waaren verboten sind einzuführen, oder auch ein hoher Zoll darauf gelegt wird, so lange werden wir immer Contrebande haben; den wenigen Zoll, der sonst ehedem darauf war, ziehen itzo theils die Zollbedienten, und der König bekömmt nichts. " Aber werden dergleichen Zollbedienten nicht bestraft? versetzte ich. „ O ja, wenn sie überführt werden, so straft man sie am Gelde, oder man setzt sie auch ab. " Weiter nichts? Es ist aber doch ein Meineyd, eines der größ- ten Laster, und verdiente härter bestraft zu

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21 werden, vielleicht würde man alsdenn weniger Exempel finden. „O so genau nimmt man es nicht; wird aber ein Kaufmann betroffen, der seine Sachen nicht klug genug angefan gen, das ist, nicht genug versilbert hat, den bestraft man nach den Gesetzen, ohne zu fragen, ob die Strafe sein Vermögen über- steigt, oder ob er gänzlich mit seiner Familie dadurch ruinirt wird oder nicht." Mir deucht aber, dieses ist wieder zu strenge, denn der Kaufmann ist Bürger und bringt dem Staat und dem Könige was ein, jenen aber muß der König unterhalten; Wer verdient wol mehr Nachsicht? Jener begeht einen Meineyd an seinen Herrn, und giebt dadurch dem Kaufmann eben die Wege an die Hand; dieser thut es viel- leicht aus Noth, weil die Handlung zu sehr eingeschränkt ist, um etwas auf diese Art zu verdienen. Hat man denn hier kein CommerzCollegium, welches dahin sieht, daß dergleichen unentbehrliche Fabriken angelegt werden, so würde ja dergleichen alles von selbst wegfällen? ,,O ja, wir haben sogar ein General-Com-

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22 merz Collegium." Solches besteht viel-

leicht aus erfahrnen Kaufleuten und Fabrikeurs? ,,O Nein! es besteht aus lauter vornehmen Räthen.'' 2) Aber haben die auch die

2) Dieses Collegium ist seit einiger Zeit vielen Ver- änderungen unterwerfen gewesen, wiewol eben nicht zur Aufnahme der Fabriken, des Handels und Manufakturen. Ja es ist gewiß, daß der größte Theil ihrer Fabriken durch diese Veränderung gelitten. Man hat endlich die Direktion des Königlichen Fabriken-Magazins und die ganze Wohlfahrt der Fabrikanten einem Kaufmann, dem man nie andere als Wechselkenntisse zugetrauet, übergeben. Einige sagen: er bekäme desfalls Besoldung, um die Vorstellung bey dem Collegio, zu thun, und die Materialien für die Fabriken zu verschreiben, es ist die Frage nicht, wie viel er darauf verdient, oder ob er solche aus der ersten Hand bekömmt, oder ob er den Fabrikanten Leonesische Wolle für Segovische verkauft. Genug, er hat hem Collegio. versichert, daß durch diese Einrichtung die Waaren 20 bis 30 Procent wohlseiler werden müßten, und man hat ihm auf sein Wort geglaubt. Einige Fabrikeurs versichern, und die Erfahrung, hat gelehrt, daß die rohen Materien nochmal so viele Procente theurer ge- worden. Ds Königl. Magazin steht ihm über-

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hinlänglichen Einsichten dazu? „Davon ist die Frage nicht; es ist nur mehrentheils er- richtet, damit die Herren Aemter und Ge- halt haben. Der König hat zwar einen ansehnlichen Fond zur Aufnahme der Fabri- ken und des Handels vestgesetzt, aber diese Herren ziehen das Drittel an Gehalt, und wieder ein Drittel, wenn einem oder andern Fabrikeur zur Aufnahme der Fabriken etwas

dies annoch von allen angekauften und verkauften Waaren gewisse ansehnliche Procente zu. Um es dahin zu bringen, daß die Fabrikeurs keine rohe Waaren selbsten verschreiben könnten, suchte er ihren Credit durch eine Königl. Verordnung ausser Landes zu schwächen, daß nemlich alle Forderungen des Generalmagazins an die Fabrikeurs gleich als alle andere Königl. Forderungen angesehen werden sollten, und für allen andern den Vorzug haben; und man muß gestehen, daß er dadurch seinen Endzweck erlangt hat. Die Folge aber davon ist, daß er die besten Dänischen Fabriken unter seine Vormundschaft zwingt, selbst welche auf Kosten des Generalmagazins, oder, welches gleich viel ist, für sich anlegt, und dieses alles muß ihn um so viel leichter fallen, weil er den Fond des Generalmagazins dazu brauchen kan. 3.

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„bewilliget wird, geht es mit Präsenten auf, um solches zu erlangen, und gemeiniglich kriegen es bereits bemittelte Leute, oder Aus- länder, welche diese oder jene Fahrike en trepreniren wollen, und selber nichts davon verstehen, solche gleich zu groß anlegen, Pferde und Carosse halten, bankerot wer- den, wieder Geschenke machen, und von neuen Vorschuß erhalten. Einem Hand- werksmann, der das seinige gelernt hat, wird es selten gelingen etwas zu erhalten, und daher kommt es theils, daß wir nie taugliche Fabriken haben. Eine einzige französische Huthfabrike hat dem Könige über

30000 Rthlr. gekostet, und nicht einen Schilling hat er Wieder erhalten." Haben sie denn gar keine Huthfabrike? „O ja, wir haben schon lange einige recht gute, besser als in Deutschland, gehabt." Ja so wundert michs nicht, daß sie keine Fabriken haben. ,,Wir haben zwar einige wenige gute Fabriken, besonders eine vortrefliche Lacken-

fabrike, welche jährlich gegen 700 Men-

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25 scheu ernährt; " Und wie ich neulich aus einen neu herausgekommenen Traktat, vom Nutzen der Manufakturen, besonders für Dänne- mark, ersehen habe, daß selbige in 14 Jahren über 235000 Rthlr. Arbeitslohn allein ausgegeben. Ich bin & c.

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26 Dritter Brief An den Hrn. D.

Man nahm zur Zeit, da unser unglückliche Peter der Dritte Dännemark bekriegen wollte, einen Französischen General zum Chef der Landarmee an, ob er zwar noch nie- mals eine Armee geschlagen hatte. Weil man aber nun in Dännemark über 40 Jahre Friede gehabt, glaubte man vielleicht keinen geschicktern Mann unter sich zu finden, der im Stan- de wäre eine Armee zu commandiren, und dazu fand man keinen besser als einen Franzosen, welcher noch dazu, wie man bey uns wissen wollte, sich vom Mönch bis zum General aufgedient hatte. Dieser Mann glaubte nun also, Dännemark mit seinen Gaben und Kennt- nissen dienen zu müssen. Er machte einen Plan

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mit der einem Franzosen ähnlichen Leichtigkeit, eine starke Armee zu unterhalten, bloß aus dem Grunde, weil solche der König von Frankreich und Preussen unterhielte. Hätte der gute Mann nur die Berechnung unsers Büschings gelesen oder gekannt, der in Frankreich 20 Millionen Menschen und in ganz Dännemark nur 2 rechnet: so würde er die Proportion besser getroffen haben; oder wenn er nur Dännemarks Lage hätte betrachten wollen, die, wenn es nur durch eine gute Seemacht gedeckt ist, keiner grossen Armee bedarf. Seinem Plane zufolge mußte die Armee mit vielen Officiers vermehrt werden; er theilte die Regimenter in 14 Compagnien, (anstatt daß selbige vorhero und an allen Orten der Welt wol nur höchstens aus 12 Compagnien bestehen,) und diese, so vorhero 90 Mann stark waren, wurden alsdann nur 66 Mann. Der König hatte weniger Soldaten aber desto mehr Officiers, und man wird bey genauer Nachsicht finden, daß diese neue Einrichtung über 300000 Rthlr. jährlich mehr kostet. Um diese Kosten aber

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herbey zu schaffen, wußte sein erfindsamer Geist leicht Mittel zu finden; Er ließ alles Gewehr aus dem Arsenal für den dritten Theil dessen was es vorher gekostet verkaufen. Reitsättel, so 8 Rthlr. gekostet, wurden für 2 verauctionirt. Er ließ Cavallerie-Regimenter eingehen, um Landmilitz zu errichten; Pferde von 50 bis 70 Rthlr. wurden für 15 bis 20 Rthlr. verkauft. Er sann immer mehr auf Mittel seinen Plan auszuführen, und die Kosten dazu zu erhalten. Er ließ Vestungen demoliren, um die Lavetten von den Kanonen verkaufen zu können; und es lag nicht an ihn, einen Theil der Dänischen Kriegsflotte zu verkaufen, wenn es sich ohne viel Aufsehen hätte können thun lassen. Dieser Mann hatte vermuthlich die Meynung, daß Vestungen schädlich in einem Reiche wären, und daß eine gute Armee die beste Vestung wäre; dem zufolge wollte er eine der besten von der Natur selbst bevestigten Grenzvestungen eingehen lassen, weil zur Unterhaltung derselben viele Kosten erfodert würden. Wem auch nicht ein gewisser Minister

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29 aus patriotischen Eifer sich dagegen gesetzt, würde er seinen Endzweck erlangt haben. Sehen Sie, dies war der fürchterliche Mann, der unsere Armeen schlagen sollte; ich glaube auch, es würde seinem erfindsamen Geiste wenig gekostet haben sie ganz zu ruiniren, wenn nicht zum Unglück für ihn unser armer Peter der Dritte (ein so lehrreiches Beyspiel für alle Regenten!) zu bald vom Schauplatz der Welt abgetreten wäre.

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Vierter Brief.

An den Hrn. v. S.

Die Rechtsgelehrsamkeit ist hier zu Lande kein Studium, denn das Gesetz ist so plan und deutlich und dem Lande so angemessen, daß noch kein Land bisher ein besseres aufzuweisen gehabt hat. Dem ohngeachtet sind die Processe und Chikanen in den Untergerichten wohl in keinem Reiche häusiger als in diesem, und dauren oft eben so lange als die Partheyen etwas zu verproceßiren haben. Es gehört auch nicht viel dazu Procurator zu werden. Ein junger Mensch läßt sich als Bedienter den einen Procurator annehmen, er wird alsdann Schreiber, und wenn er die Chikanen gelernt, Gevollmächtiger seines Herrn, alsdann kan er für sich im Namen seines Herrn die Leute, die

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31 sich ihm anvertrauen, so viel prellen als er will. Seit der Publication des Dänischen Gesetzes Hat man aber solches nach und nach 40 bis 50 mal stärker gemacht; vorher machte es nur einen kleinen Duodezband aus, nunmehr besteht es aus 17 Qvartbändern. Man ist genöthigct gewesen, theils durch viele Verdrehungen der Rechtsgelehrten und anderer Umstände (wovon die Unvollkommenheit aller menschlichen Geseze wol nicht der kleinste seyn möchte) viele Hundert Verordnungen und Gegenverordnungen zu machen, welche izo eben so viele Widerspräche enthalten. Der König hat zwar bereits vor etlichen 30 Jahren verschiedenen Männern aufgetragen, einen ordentlichen Codex herauszuziehen, und dazu 400 Rthlr. Pension vestgesezt, es ist aber noch wenig oder nichts daran gearbeitet; die Leute sind gestorben, die Pension aber ist immer von Mann zu Mann richtig herunter geerbt worden, ohne dafür etwas gethan zu haben. Hieraus können Sie leicht sehen, wie nöthig ein deutliches klares Gesez und eine strenge Instruction und Aufsicht

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32 über die Richter und Advocaten sey. Unsere weise und grosse Keyserinn hat dieses sehr wol ringesehen; wir erhalten durch ihre vortrefliche Anordnungen ein Gesez, daß wol nicht seines Gleichen hat, ein Volk glücklich zu machen. Hier giebt es Fälle, wo das Gesez gar nichts taugt. Hat ein Advocat eine Sache so er vor Gericht nicht durchtreiben kan, so kömmt er, seiner Gegenparihey unwissend, in den Canzeleyen damit ein, und erlangt oft seinen Gesuch, alsdenn darf nicht weitet appellirt werden, denn dieser Spruch ist entscheidend. Neulich schloß, zum Exempel, ein Mann mit einen andern einen Kauf um ein Haus, weil er aber hernach von seinen Freunden Und Verwandten erfuhr, daß er zu theuer gekauft, wollte et vom Handel zurücktreten. Es kam zum Proces, weil aber der Kaufcontract und alles rechtsförmig unter- schrieben war, konnte der Advocat vor Gericht Nicht damit durchdringen; er kam also in der Canzeley ein, die Verwandten baten diesen Menschen für unmündig zu erklären, indem er diesen Fehler aus Schwachheit des Verstandes

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33 begangen, die Canzeley erklärte ihn wirklich für unmündig, und sprach ihm den Verstand ab, den er Gottlob noch heutiges Tages haben soll, und der Kauf ward nicht gehalten. Sie haben vielleicht auch nicht nie geglaubt, daß man die Uebersezung eines Originals, die mit Wissen und Willen des Verfassers, der dazu sein Recht an niemand verkauft hatte, gedruckt worden war, für einen unächten Nachdruck erklären würde, und doch ist dieses bey einem der bekanntesten Bücher hier geschehen.

Ich bin & c.

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Fünfter Brief.

An den Hrn. von D.

Es giebt hier noch einen Ansschuß von Ge-

richtspersonen, im Fall jemand aus einer Familie stirbt, und den nennt man das Schiftegericht. Jeder Etat hat desfalls seinen besondern Schifteverwalter, und bey solchen Sterbefällen wird alles gerichtlich versiegelt. Dieses ist freylich eine nöthige und gute Veranstaltung für Unmündige, aber es entsteht sehr viel Unrecht und Mißbrauch daraus. Diese Schifteherren werden gemeiniglich in kurzer Zeit bemittelte Leute. Sie verschlingen das Erbe der Unmündigen und anderer durch lange Verzögerung des Schliessiens der Sterbbude. Je mehr Vermögen da ist, desto länger dauert eine solche Schifte. Man hat Exempel, daß

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wol so eine Sterbbude 10 bis 16 Jahren und länger gedauert hat; denn je länger es währt, je mehr häufen sich die Sporteln und Procente, und desto länger können diese Herren die eincaßitten Gelder nutzen. Hat ein Mann eine Schuldfoderung an einer solchen Sterbbude, und er kan sein Geld nicht bis zum Schluß entbehren, so wendet er sich an den Gevollmächtigten oder Schreiber des Schifteverwalters, wenn er da nur die grosse Kunst versteht, ein ansehnliches Geschenk zu machen, oder sich von der Rechnung wenigstens 25 Procent abziehen und voll quitiren zu lassen, so kan er wol sein Geld erhalten. Thut er dieses nicht, so muß er sicher bis zur Schliessung warten, wenn auch Vermögen genug zur Bezahlung da wäre. Noch einträglicher ist eine Schifte, wenn nicht Vermögen genug da ist, die Creditores zu bezahlen, und die Erben sich lossagen; alsdenn können diese Herren mit den Gläubigern accordiren wie sie wollen. Es geschichet wol, daß niemand was erhält, und es darf sich auch niemand unterstehen ihre Berechnung zu unter

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36 suchen. Wie nöthig wäre es, daß man diesen Herren Oberansseher fezte; wie viele Unordnung muß nicht daraus entstehen, wenn ein armer arbeitsmann sein Geld, welches vielleicht manchmal sein ganzes Vermögen seyn kan, nicht erhält, oder, welches gleichviel ist, nicht zur rechten Zeit erhält. 3)

3) Durch eine neuere weise Verordnung der Regierung ist diesen Mißbrauch auch so viel möglich abgeholfen. Der König hat sich ein Verzeichniß von allen noch ungeschlossenen Sterbbuden und den Ursachen derselben einsenden lassen, und sucht durch andere eben so vortrefliche Anordnungen den Geschäften mehr Betrieb und Wirksamkeit zu geben, als sie bisher gehabt haben.

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37 Sechster Brief. Un den hrn. N.... Der vorige König Friderich der Fünfte wat ein grosser Liebhaber der Wissenschasten Künste, und hat zu deren Aufnahme vieles verwendet. Er stiftete eine Akademie der Künste, wozu verschiedene berühmte Künstler, Mahler, Bildhauer, Kupferstecher und andere berufen worden. Er sichte einen Fond vest, um verschiedene Landeskinder reisen zu lassen; diejenigen, welche sich am meisten hervorthaten, erhielten goldene Medaillen zum Preis, und alsdann ein Gewisses reifen zu können, um sich bey den Ausländern in ihrer Kunst mehr vestzufeßen, und man muß bekennen, daß die Dänen es darin schon weit gebracht und viele geschickte Männer gezogen ha-

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38 den. Diese löbliche Stiftung des besten Königs wäre allein schon hinlänglich seinen Ruhm unsterblich zu machen; und man kan hieraus sehen, daß es der Nation vielleicht nur an einer gewissen Art von Aufmunterung und Anführung fehlt, um zur Vollkommenheit ihrer Nachbarn zu gelangen oder sie wol gar zu übertreffen. Dieser vortrefiiche König that auch alles, um Wissenschaften und Künste in seinem Lande blühend und die Unterthanen glücklich zu machen. Er belohnte die Verdienste des größten Dichters Deutschlands, welchen sein Vaterland selbst unbelohnt ließ, weil es seinen Werth nicht kannte, und sezte ihm ein jährliches Gehalt aus, um ihm die zu seinen erhabenen Gedichte nöthige Müsse zu schenken. Alle Gelehrte, so gemeinnützige Werke projectirten, erhielten die dazu nöthigen Kosten, und der Nuzen davon gehörte ihnen. Dieser Mildthätigkeit haben die Dänen verschiedene Originalwerke zu danken, als z. B. den Dänischen Vitruvius. Nordens Voyage d’Egypte, Oeders Flora Danica, Krafts Mechanie, und andere. Frey-

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lich projectirte auch wol zuweilen ein Gelehrter ein Werk, welchen er nicht gewachsen war, und dem er kein Genüge leisten konte, sondern wobey er vielleicht nur etwas zu erwerben suchte. Hierher gehören vielleicht der Dänische Atlas, die Geschichte des Oldenburgischen Stammes, Regensusses Muschelwerk und die F. D. Der Hr. Pastor und Rath Schäffer hat zu einer Nürnbergischen Insektensammlung sogar 2000 Rthlr. erhalten. Die Absicht des Königes war dabey doch immer sehr preiswürdig; nur diejenigen, so ihm solches vorstellten, hätten dergleichen besser einsehen und auf die Hauptabsichten der Verfasser mehr Acht haben sollen. Bey uns und in andern Ländern würden dergleichen Werke freylich den 6ten Theil Kosten erfodern, und dennoch um den 3ten Theil wo nicht die Hälfte wohlfeiler seyn, ohne daß der König die Kosten dazu bezahlt hätte; aber in einem Lande, wo Papier und Druckerkosten so theuer sind, konte es freylich noch entschuldiget werden. Bey uns läßt dergleichen Werke die Akademie der Wissenschaften auf ihre Kosten

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drucken; man hat mir zwar gesagt, es gäbe hier auch akademische Vuchführer, es hätte aber kein einziger ein solch Buch noch weniger ein akademisches Buch im Verlag. 4) Jur zwischen mag man sagen was man will, so hat Dännemark dadurch doch eine Flora Danica. erhalten, dergleichen, wenn sie vollständig wird, welches freylich nicht gesthehen dürfte, so Lange ein Faden Gras annoch aus der Erde

wächst,

4) Ja es ist ganz was anders, die Autores wollen, selbst ihre Bücher verlegen, daher kommt es, daß man in Dännemark Gelehrte hat, die selbst Buchsührer find, wie sie der herr zu nennen beliebtMeiner Einsicht nach kan dieses eben nicht zur Ausbreitung der Wissenschaften dienen, denn wie kan ein Autor megen des Betriebs eines einzigen Buchs die Correspondence sich erwerben, die bereits ein Buchhändler hat. Giebt ers auch einen. in Commußion, so sind ihm doch, die Hände gebunden, es ist nicht sein Eigenthum, er kan nicht damit schalten wie er will, solches muß noth- wendig, die Ausbreitung der Litteratur sehr verhindern, es folget auch daraus, daß man in den @Provinzen gerne oft ein Buch hätte und drey- doppelt bezahlte- das in Kopenhagen Maculatur

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wächst, mit samt ihren Fehlern noch kein Reich in Europa aufzuweisen hat, wenn sie auch noch so viel gekostet hätte. Der König gab auch einen sehr würdigen gelehrten Dänen eine Pension von 300 Rthlr.; man hat zwar von seinen eigenen Arbeiten weiter nichts als ein vortrefliches Punschlied, aber sehr gute Ueberse- zungen. Diesem guten Könige hat man auch die Veranstaltung der Reise einer gelehrten Gesellschaft nach Arabien zu verdanken, auf deren Entdeckung ganz Europa begierig war und noch ist. Wie sehr ist es aber für uns und die Nachwelt zu bedauern, daß die ganze Gesellschaft auf der Reise gestorben ist bis auf den Hrn. Capitain Niebuhr, welcher neulich zurück gekommen ist, und nun an der Ausgabe seiner Reisebeschreibung arbeitet. Die Naturhistorie und verschiedenes andere, welches durch die Kenntnisse seiner Mitreisenden mit verstorben, wird uns freylich darin fehlen, inzwischen wird es immer ein unschäzbares Werk für die Welt werden, welche solches mit Verlangen erwartet, und ein lauteres redenders Denk-

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mal des Menschenfreundes Friedens seyn wird, als die prächtige Statüe, welche die Asiatische Compagnie errichtet und gegen 500000 Rthlr. kosten soll.

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43 Siebenter Brief. An den hrn. v.*** Es ist hier, liebster Freund, ein erstaunen- des Exempel eines Kaufmanns, welcher durch seinen Reichthum zu den größten Ehren- stellen gestiegen; wo er solchen erwarb, das weiß Gott, die S*chf*n und der K. v. P. Um seinen Reichthum desto sicherer zu geniessen, begab er sich in den hiesigen Schuz. Man machte ihn zum Edeln, zum R. und endlich zum M. und Oberausseher des C. C. Dem ohngeachtet blieb er Kaufmann, und die hiesige Kaufmannschaft betet ihn an, als gewisse wilde Völker ihren Götzen. Er hat den steigenden und fallenden Cours in Händen, und weiß aus den hiesigen papiernen Geldern den rechten Werth zu ziehen. Um dieses zu können darf

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er nur auf sich selbst traßiren, (denn er besitzt in vielen Ländern Comtoirs). Hat er Wechsel zu verkaufen oder einzukaßiren, so bezahlt man solche immer höher als bey andere, und doch rechnet man sichs noch zur Ehre mit ihm Ge-

schäfte machen zu können. Der Cours steigt und fällt, so wie er Gelder auszuzahlen oder einzunehmen hat; und da der Cours größten- theils hoch ist, so ist dies immer ein sicheres Merkmal baß er mehr zu heben als auszuzahlen hat. Um diesen Mann desto vester im Reiche zu halten, verkaufte man ihm alle Plantagen in W. I. so der Krone zugehörten, für 400000 Rthlr., und zwar mit der Bedingung, sie in 8 Jahren zu bezahlen. Diese brachten der Krone ehedem jährlich 60000 Rthlr. ein, wie man sagt. Wenn diese Rechnung wahr ist, so könte er selbige innerhalb 7 bis 8 Jahren mit den eigenen Einkünften bezahlen, und hätte

sie denn umsonst. Gesetzt, daß solche auch

vorher durch schlechte Verwaltung und Aufsicht

etwas verfallen gewesen, so konten sie ja all- mal durch bessere Anstalten und eine mägtige

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Summe wieder in Stand gesetzt werden. Noch mehr, er erhielt in diesen Kauf eine schöne Zuckerrassinaderey mit allen Zubehör oben darein, und ein Packhaus, so in allem 140000 Rrhlr. werth, ihm ibo die Interessen vielleicht doppelt einbringen, und was zugleich das Veste, er ist der Mäckler des Staats. Das Dänische Papiergeld fallt immer mehr und mehr im Cours; Man hat zwar die Kunst verstanden, selbiges dann und wann auf eine kurze Zeit zu heben, aber es kan in der Länge doch nicht bestehen. Den größten Stoß leiden die Banknoten durch die Zinsen so die Ausländer in grossen Summen jährlich für die auswärtigen Schulden des Reichs ziehen; man muß desfalls die Unterthanen mit grossen Aussagen belegen, welche sie und das Reich arm machen, ohne das Ende dieser Plagen zu sehen. Und dies ist noch nicht der einzige Stoß welchen das Dänische papierne Geld empfängt; denn die Ausländer haben eben so viel Antheil an den Actien der Kopenhagener Banque, wo nicht mehr, als die Unterthanen, und diese ziehen jährlich 16

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Procent für ihr Capital. Was durch die Leihebanque und endoßirten Wechsels der Kaufmannschaft verdient wird, die ihren sauer erworbenen Schweiß manchmal dahin trägt, das ziehen die Ausländer an baarem Gelde, und die Danen behalten am Ende nur ihre Papiere. Der König sogar selbst, wenn er Geld oder Zettel aus seiner Bank haben will, verintereßirt solche mit 4 Procent. Was noch überdies ihren Papieren und einen Theil von Europa schädlich wird, ist die Asiatische Compagnie; diese zieht alles noch übrige Silber und Gold aus dem Lande für Waareu die sie bey ihren Nachbaren eben so wohlfeil und besser haben können als aus China. Es ist ein schädlicher Grundsatz, den die europäischen Fürsten angenommen, immer ihre Nachbaren schwächen zu wollen, da dies fast doch nicht anders als auf Kosten ihrer eigenen Unterchanen geschehen kan, und was muß und soll doch genauer vereiniget seyn als das Interesse des Fürsten und der Unterthanen? Kein Fürst will zulassen, etwas von den Mas nufacturen eines andern Staats in den feinigen

ein-

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47 einzuführen, ob er sie zwar selbst nicht haben noch entbehren kan, anstatt daß ein jeder Fürst trachten solte, seine Landesprodukten recht zu nutzen, und dem Handel dadurch ein Leben zu geben, indem die Nachbarn ihre Waaren gegen einander vertauschen würden. Derjenige frey- lich der dabey am nachläßigsten wäre, würde am mehresten leiden. Man könte mir einwerfen, ein jedes Land hätte nicht die Beschaffenheit, so viele Manufakturen und Produkte zu liefern, daß es mit seinen Nachbarn Gleichgewicht halten könte. Ich läugne dieses aber und behaupte, es kömmt auf den Fleiß, Aufmunterung und Unterstützung an. Ein einziges Exempel anzuführen: Hamburg, vormals eine mäßige Stadt, ist dennoch durch ihre Fabriken und die Freyheit ihres Handels, die Krone von allen Handelsstädten Deutschlands geworden. Sie hat und pflanzt nichts von selbst, was sie nicht von andern kaufen muß, und dennoch kan sie mit ihren fabricirten Waaren alles und mehr eintauschen als sie braucht, und mit dem Ueberfluß des Eingetauschten noch Handel

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und Vortheil machen. Ein Land müßte sehe von der Natur verwahrloset seyn, das nicht selbst Mittel zu einer oder der andern Manufaktur bey sich finden solte, was darin gebauer und aus der ersten Hand käme, und folglich wohlfeiler liefern könte als sein Nachbar. Man wende mir nicht dawider ein, die Natur hat ein jedes Land mit Sachen begabt, welche das andere nicht hat, denn es kömmt nur darauf an, solche mit Nutzen zu gebrauchen und so zu cultiviren, daß die Nachbaren sie nicht entbehren kön- nen, und dafür ist ein jeder Monarch in diesen Zeiten, da wir einmal so viele Bedürfnisse haben die unsere Väter nicht kannten, zu sorgen ver- bunden, wenn er sich und sein Volk nicht arm sehen will.

In einer Republik verhält es sich anders, jeder ist den andern gleich, und darf nicht mit vielen Kosten, Mühe und Bestechungen um Privilegien ansuchen, Die Unterstützung findet er bey seinen Mitbürgern, weil sie nicht

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49 furchten dürfen, daß ein Verbot sie und ihr Vermögen ruinirt. 5)

5) Man arbeitet zwar hier nunmehro stark an der Verbesserung des Landbaues; man errichtet mit grossen Kosten Landverbesserungs-Collegia; man stiftet ökonomische Gesellschaften; man schreibt häufig ökonomische Schriften, worin manches Gute enthalten; man schreibt auch von Verbesserung der Manufakturen, und dieses ist um so viel nöthiger, weil man deren Betrieb über die Verbesserung des Landbaues fast ganz aus der Acht gelassen hat. Es ist nicht zu leugnen, daß in den Landbau bereits viele gute Verbesserungen gemacht, und noch mehrere im Werk sind, wie z. B. die Aufhebung der Leibeigenschaft. Man muß hierin die Gesinnungen des Königs preisen, der sehr eifrig ist, einen so zahlreichen Theil seiner Unterthanen die natürlichen Rechte der Freyheit und des Eigenthums wieder zu geben, die sie so lange durch die Unterdrückung der Grossen haben entbehren müssen. Einige wenige von ihnen verdienten hier als wahre Patrioten und Menschenfreunde genennt zu werden; sie, die die ersten waren, auf ihren Gütern diese Schande der Menschheit aufzuheben, und die gekränkten Rechte derselben wieder herzustellen. Allein, alles wird umsonst seyn, wenn sie nicht auf Mittel denken, die erste Quelle

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50 Vergeben Sie mir diese Ausschweifung, welche der Gedanke an mein Vaterland verur-

sachte,

zu stopfen, woraus das mehreste Elend der Unterthanen entsteht; ich meyne die Reichsschulden. Die Bezahlung der Zinsen allein hemmen den Erfolg aller andern zur Landesverbesserung abzielenden Bemühungen und Einrichtungen; die Zinsen ziehen jährlich über eine Million baares Geld aus dem Lande, und die Dänen bezahlen solche durch den Gehalt ihrer Papiere gegen die Münzen der Ausländer gerechnet und die Provision der Wechseler und Mäckler, mit hindurch den Cours mehr als doppelt. Ein gewisser Autor hat neulich zu Bezahlung dieser Schulden ein sehr kurzes und leichtes Mittel angegeben; er beweiset, der König hätte nicht nöthig seines Vorfahren Schulden zu bezahlen, und das aus diesem Grunde, weil solche nicht zum Besten des Landes verwandt worden; wo aber dieses die Anleiher voraus haben wissen sollen, ist wol eine andere Frage. Ueberhaupt hat sich der gute Mann wol zu wenig mit den Folgen bekannt gemacht, welche ein dergleichen Unternehmen nach sich ziehen würden, und welche jeden Denkenden in die Augen leuchten müssen, wenn auch der König von Dännemark in der Verfassung wäre, solches thun zu können, welches aber sehr in Zweifel gezogen werden kan.

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51 sachte, ich vergesse daß ich in Dännemark bin, und Ihnen dessen Verfassung berichten will. Um wieder auf den Handel nach China zu kom- men, solcher mit der Zeit ein Verlust nicht allein für Dännemark sondern auch für den größten Theil Europens. Man schleppt das baare Gold und Silber dahin, um Kräuter, Spinnweben, Porcelainscherben und gemahlte Puppen zu holen, welches man in Europa alles und weit besser hat; sogar unser eigenes Vater- land ist auch schon von dieser Seuche angesteckt. Man hat dem itztregierenden König gesagt, es wären dies die einzigen Produkten wodurch Dännemark Geld von seinen Nachbarn zöge, aber man hat nicht dabey gesagt, daß der größte Theil der Aktien den Ausländern gehört, und daß man das Silber, so man einige tausend Meilen mit grosser Lebensgefahr und Ausopferung vieler Menschen dahin schleppt, von ihnen theuer kaufen muß, und daß der Verdienst mit dem was im Lande bleibt, und mit dem was die Ausländer darauf und auf dem Cours der Papiere gewinnen, gleich aufgeht, wo nicht

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gar mehr verlohren wird. Ein Däne machte mir einst bey Aeusserung dieser Gedanken den Einwurf: Ein ausgebreiteter und weiter Han- del wäre doch das beste für einen Staat. Frey- lich; aber dieses ist ja in allen Verstand ein sehr eingeschränkter Handel. Ich weiß nicht, wie man hier in vielen Stücken so selchte Begriffe hat. Spricht man von einem ausgebrei- Handel, so versteht man einen weit entfernt geführten Handel; redet man von einem freyen Handel, so glaubt man, es müsse alles frey seyn, auch was man selbst im Lande bereits hat; heißt es, daß man den Handel sperren soll, so muß alles verboten seyn, auch was man nicht hat, auch nicht entbehren kan. Das rührt aber wol daher, daß die Herren Comm. Dir. nicht viele Einsicht vom Handel zu haben scheinen. Neulich hatte einer dieser Herren den Einfall, sogar allen ausländischen Witz und Gelehrsamkeit verzollen zu lassen. O wie arm würden die Dänen alsdenn seyn, wenn sie diese Einfuhr hemmeten! Doch ich schweise zu weit aus, und habe Ihnen vielleicht mehr

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geschrieben als Sie lesen mögen, Sie sollen dabey die Erlaubniß haben, so vielmal zu gähnen als Sie wollen, wenn Sie es nur nicht ungelesen lassen, sonst schreibe ich Ihnen ein andermal nichts. Ich bin & c.

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54 Achter Brief. An den Hrn. von P.

Mein lieber P.

Dännemark ist noch das Land, wo man die Teufel ausrreibt. Wer solte dies in diesen aufgeklärten Zeiten und bey der hier durchgängig herrschenden Lutherischen Religion vermuthen? Aber nichts ist gewisser. So viele Menschen gebohren werden, so viele Teufel kommen mit auf die Welt; der Prediger muß solche allemal erst wieder heraus treiben; inzwischen deucht mir, sollte man den Teufel am allerwenigsten bey neugebohrnen Kindern suchen. Es ist bey der hiesigen Kirche auch der Gebrauch, daß wenn einer stirbt, der Priester in eigener

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Person dreymal Erde auf dessen Sarg werfen muß. Der Pöbel glaubt, daß wenn es unterbliebe, er nicht wieder aus der Erde würde auf- erstehen können. Wenn der Kirchhof etwas weit entfernt oder schlecht Wetter ist, hat der Geistliche die Erlaubniß es sich bequemer zu machen; er geht nemlich in des Verstorbenen Haus, nimmt ein Stück Erde und wirft es auf dem Sarg, alsdenn kan man den Verstorbenen begraben wo man will. Schade! daß selbst die guten Gebräuche oft in Misbräuche und Ungereimtheiten ausarten, und die Geistlichen selbst theils dazu Anlaß geben, theils sich oft Vorwürfen aussetzen, die nur gar zu gegründet sind! Solte man nicht besonders wachsam darauf seyn, die Religion und alles was damit in Verbindung steht, nie anders als in einer ehrwürdigen Gestalt zu zeigen? Es fehlt zwar bey uns auch nicht an abgeschmackten und seltsamen Religionsgebräuchen, allein Sie wissen, wie wir es bedauert haben, daß man dadurch Gelegenheit gebe, die Hauptsache verdächtig zu machen, da so wenig im Stande sind, das We-

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56 sentliche von den Zusätzen genug zu unterscheiden. Daß doch die Leute nicht einsehen wollen, daß dadurch der Freygeisterey und dem Unglauben mehr Nahrung gegeben, und ihre Religion untergraben wird.

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57 Neunter Brief.

Kopenhagen hat den gelegensten und vor- theilhaftesten Hafen in ganz Europa, und dennoch bedeutet der Handel nicht viel, wenn man ihn mit anderer Völker ihren vergleichet. Es ist der Mittelpunkt und Schlüssel zur Ost-und Nordsee; es könte der größte Stapel und Speditionshafen für die ganze Ostund Nordsee seyn, anstatt daß nun die Ausländer ihre Produkten den Hafen vorbey führen, und solche direkte an Ort und Stelle selbst liefern, und dadurch den Dänen den Vortheil entziehen, den sie der Lage wegen haben könten. Ja sogar was sie selbst brauchen, lassen sie sich von Ausländern zuführen. Sie könten, wenn sie ihren Hafen recht nutzten, größtentheils alle andere Manufakturen und Fabriken entbehren, und dennoch mit dem was sie dadurch verdien-

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56 ren, Balance mit allen ihren Nachbarn halten. Aber sie machen lieber Projekte, um mit vieler Gefahr und ungewissen Gewinst Kräuter aus China zu holen, oder einen Handel nach Mißi- sippi anzulegen, da sie doch Silber vor ihrer eigenen Thüre haben. Man wird zwar antworten, daß die Dänen zu sehr au Traktaten mit auswärtigen Seemächten gebunden sind; allein, könten sie nicht die bequeme Zeit abwar- ten solche auch nach und nach wieder aufzuheden, eben wie die andern die Zeit wahrgenommen solche zu errichten. Freylich würden es die Ausländer, besonders die Holländer, Lübecker und Hamburger, nicht gerne sehen, wenn die Dänen ihren Hafen nutzten wie sie könten. Es war zwar einmal dazu ein Projekt im Vorschläge; mau ließ zu dem Ende schon einen schönen botanischen Garten, welcher über 70000 Rkhlr. anzulegen gekostet, rasiren, um Packhäuser zu bauen; es war aber ein Unglück daß es an Kräften fehlte selbiges ins Werk zu fezen. Man lud die Holländer dazu ein, welche aber lachten. An allen Unternehmungen

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sollen die Ausländer Antheil haben. Man hat neulich eine Lotterie projektirt, um die Schulden der Westindianer ohne ihr Wissen und Dank an die Holländer zu bezahlen, wozu auch die Holländer das mehreste beytragen sollten. Ich zweisle aber, daß solche jemals zu Stande kömmt; über dieses find es auch nur drey Kaufleute, die für die Wiederbezahlnng des Capi- tals garantiren, und die Bezahlung ist so weit ausgezt, daß diese drey contoirs gerne aussterben können. Der Vortheil für die Anleihe ist übrigens vortheilshast genug.

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Zehnter Brief. Niemand geht allhier zu Fuße, alles fährt in Carossen. Man sollte schwören, daß Podagra hätte hier seinen Sih aufgeschlagen. Vom größten Minister bis zum kleinsten Handwerksmann fährt alles. Allein, der wahre Grund hievon liegt wohl darin, daß der Kleine immer der Aske des Grossen ist, weil er sieht, daß er nicht angesehen ist, wenn er es den Grossen nicht gleich thut; daraus entstehet auch, Daß die bemitteltsten Bürger sich Titel kaufen, um ein Ansehen und Rang über andere zu erhalten. Es ist nichts Seltenes, daß ein Krämer sich zum Kanzlenrath oder Justißrath machen läßt, ohne jemals zu erfahren war in der Kanzeley vorgeht, oder einen Begrif zu haben was die Justice für ein

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Ding ist. Ein Kaufmann glaubt daher genöthiget zu seyn, sich einen hohen Titel zu kaufen; selbiger kostet viel; der Aufwand wird groß, um sich seinem Stande gemäß aufzuführen, und dadurch schwächt er in der Folge seine Handlung. Die Titelsucht ist überhaupt wol in keinem Reiche grösser und mannigfaltiger als ' in diesem. Ein Bedienter, so bey einem Herrn am Hofe eine kurze Zeit gestanden, wenn er sich in die Gewogenheit seines Herrn einzuschmeicheln weiß, allenfalls eine schöne Frau oder Schwester hat, erhält auf dessen Empfehlung alsdann sogleich eine Zollbedienung oder gar eine Stelle bey der Justiß, ohne was davon zu verstehen. Man hat Beyspiele, daß solche Leute kaum ihre Namen haben schreiben können, aber es giebt ein bequemes Mittel dabey, nemlich sich Gevollmächtige zu Halten; es dauert nicht lange, so muß ein solcher Mann wenigstens Justißrath werden. Ich sende Ih- nen hiebey den Dänischen Staatskaleuder, und

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Sie werden über die grosse Anzahl von Rächen und Charaktern erstaunen, alle Königliche Bediente sind charakterisiret, den Visiteur mit eingeschloffen; zugleich aber werden sic sehen, daß selten einer das Amt verwaltet was sein Charakter erfodert, oder daß der Titel zum Amte paßt. Es ist hier so zur Mode gewor- den, daß man von einem vernünftigen Manne vielleicht eben so wie in Frankreich urtheilen würde, daß er keinen Menschenverstand hatte, wenn er nicht charakterisirt wäre. Hier fällt das Sprichwort weg: Wem Gott ein Amt giebt, den giebt er auch Verstand. Hier braucht es nur einen Titel. Ehedem war die Absicht dieser Titel eine Belohnung verdienter Männer, die sich im Dienste des Königes her- vorgethau, oder durch Gelehrsamkeit und Wissenschaften sich ein Ansehen erworben hatten, und sie dienten zur Aufmunterung und Nacheiserung. Iho braucht man weiter nichts als Geld, dadurch kan man alle Titel und Ehren-

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Zeichen erlangen. Alle Aufmunterung und Reih fällt weg, wenn sich würdige Leute, die den Staat wahre Dienste geleistet, mit denen in eine Classe gesetzt finden, die nichts gethan haben, auch nie vermögend dazu gewesen sind, und kein ander Verdienst haben, als daß sie ihren Titel bezahlet.

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Eilfter Brief.

An den Hrn. N.

Sie können Sich nicht vorstellen, liebster Freund! wie veränderlich die hiesigen Frauenzimmer sind. Ich glaube sie thun es darinnen allen andern Nationen zuvor. Vor einigen Jahren waren sie alle, wie man mir gesagt hat, Französisch in ihren Kleidern, und vielleicht auch in ihren Sitten; voriges Jahr Türkisch; izr aber sind sie ganz Englisch von Kopf zu Fuß, und kaum von Mannspersonen zu unterscheiden, alle in langen englischen sogenannten fraken, ja gar in Stiefeln und

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65 Sporen, und reiten die wildesten Hengste, Troz dem besten Stallmeister; und ich denke, ehe noch ein Jahr hingeht, sitzen alle Damen zu Pferde und gehen in vollem Mannshabit. Ist das nicht ein Eingriss in unsre Rechte? Aber sind wir auch nicht selber Schuld daran? Es ist wahr, eine solche weibliche Reuteren müßte fürchterliche Eroberungen machen, denn wer würde ihr widerstehen können. Ein Bauer, der seine hochgebietende Frau neulich zu Pferde erblickte, rief voller Entzücken aus: Ey so eine gnädige Frau haben wir noch nie gehabt, die uns ihre schönen Schenkel öffentlich hätte sehen lassen. Wer weis was dergleichen Unternehmungen im Schilde führen? Ob es vielleicht nicht gar auf die Bezwingung und Beherrschung der Mannspersonen angesehen ist, die nach gerade so weibisch und weichlich zu werden anfangen, daß man bald nicht mehr wissen wird wer Hert oder Frau ist. Sie erinnern sich wol gewisser Vorstellungen aus der verkehrten Welt die wir einmal sahen. Ich weis nicht ob die alten Amazonen furchtbarer

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gewesen seyn mögen als die neuern auf ihren Springern, mit denen sie galloppiren, traver- siren, tummeln, Courbetten machen wie der beste Cüraßier, mit Karakol, Karriere, Manege herum werfen, und sich nächstens, wie ich hoffe, auch einen Stutzbart zulegen werden. Ich würde den Dänen nichts anders als eine niedrige Sklaverey prophezeyen, wenn sie sich diesen Amazonen, die so veränderlich von Ge- müthsart sind, unterwürfen, und sich von ihnen regieren liessen; Heyl ihnen, daß selbige keinen Einfluß in Staatsgeschäfte haben, was würde dieses nicht für häufige und lustige Veränderungen geben. Ich kenne bereits einige Privathäuser, wo sie die Herrschaft schon an sich gerissen. Sie sollen indessen nicht glauben, wie holdselig, wie sanft, wie unschuldig diese Geschöpfe ausserhalb ihres Gebietes aussehen; da sind sie zärter als die Lämmer, sie erschrecken wol gar über das Geschrey ihres kleinen Schoßhündchens, und fahren bey den geringsten rauhen Ton zusammen der ihre Ohren erreicht; sie können kein Huhn schlachten setzen; Aber laßt

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sie wieder zu Hause kommen, so seht ihr eine ganz andre Scene. Ach! - die verdamte Köchin, das Teufelsmensch hat das Essen noch nicht fertig, man möchte sich todt ärgern; hängen sollte man das Rabenaas - Peter! Heinrich! Holla! wo sind die Schlüngels alle? Könnt ihr Schurken nicht aufpassen? Wozu seyd ihr doch in der Welt Gottes nütze? Verdient ihr nicht gepeitscht zu werden? - Ach meine liebe Frau! ärgere dich doch nicht so. - Was Mann - du Mann willst auch deine Frau noch umbringen helfen? - Geh auf deine Studierstube und bekümmere dich um Nichts. Zum Henker! daß du dein Maul nicht halten kanst? daß dich das Wetter! wenn die Männer doch nicht mittsprechen wollten, da sie nichts von verstehen! Geh alter Nart, und komm mir nicht wieder vor die Augen - Still, wer klopft? Himmel! es ist der junge Baron von B. Ihre gehorsame Dienerin! mein lieber Herr Baron. Ich freue mich sehr Sie zu setzen. Sie bleiben doch heute Abend bey mir und nehmen vorlieb; darf ich nicht hoffen?

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68 Sie jungen losen Herren muß man wol vesthalten, wenn mau Sie kriegen kan. Wie schalkhaft Sie nicht aussehen! Ich wette, Sie denken an die schöne P. die gestern in der Oper sang. Seyn Sie doch so gütig und erzählen Sie mir etwas von Ihren gestrigen Vergnügen, Sie wissen wie viel Antheil ich daran nehme.

Noch ein Wort von den Frauenzimmern der niedern Classe. Diese sind so zart, daß sie beständig frieren, Winter und Sommer; sie gehen auch diesfalls in den Heissesten SommerTagen in grossen Pelzen von Rauchwerk.

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69 Zwölfter Brief.

Liebster Bruder!

Ich habe Dir neulich etwas von dem Zu- stand der Dänischen Gelehrsamkeit gesaget. Weil ich itzt mit einigen Gelehrten Umgang erhalten, und mich etwas mehr umgesehen, bin ich vielleicht besser im Stande Dir genauere Nachrichten zu geben. Obgleich die Dänen noch lange nicht die Stuffe der Kenntnisse erreicht haben, auf der wir ihre Nachbarn die Deutschen und Schweden sehen; so muß man doch auch zu gleicher Zeit gestehen, daß sie viel weiter gekommen sind als sie vor 20 oder 30 Jahren waren. Kein Professor der Theologie lehrt heut zu Tage mehr wie vormals, daß ausser der Lutherischen Kirche keine Seligkeit zu hoffen; man erklärt keinen mehr für

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Socinianer, der eine oder die andere Beweis- thümer für die Gottheit Christi nicht erkennen will, und man weiß nunmehr, daß ein Candidat doch auch ohne schwarze Kleider und ohne eine grosse Peruque theologisch denken kan. Aber freylich geht diese Verbesserung noch im- mer mit langsamen Schritten fort; der menschliche Geist reißt sich nur nach und nach von den Fesseln los, die Alter und Gewohnheit ihn angeleget. Sie haben unterdessen itzt Dichter, Geschichtschreiber und Philosophen, die ihnen Ehre machen, ein Ewald, Guldberg, Baden, Suhm, Lüxdorph, hielmstierne, und andere, sogar einige gelehrte Frauenzimmer, eine Andersen, Biehl, Beck, verdienen hier genannt zu werden. Es fehlt auch nicht an jungen Gelehrten, die einst in ihrem Vaterlande sich hervorrhun werden. Als sonderbar ist es mir vorgekommen, daß Holbergs Comödien sich noch immer mit dem größten Beyfall auf den hiesigen Theater erhalten. Ein sicherer Beweis, daß dieser grosse Mann bey allen seinen Fehlern dennoch die Natur treulich kopirt.

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71 Ich wurde neulich mit einen jungen Dänen so vertraut, daß er mir endlich gestand, daß sie den Ausländern und vorzüglich den Deutschen das meiste zur Aufklärung der Wissenschaften zu danken hätten. Ein Geständniß, das sie sonst sehr ungerne ablegen, so wahr es immer seyn mag; er rühmte mir besonders einen deutschen Professor, der unermüdet schon lange zur Ausbreitung der Wissenschaften sehr vieles beygetragen. Es ist in der That merkwürdig, daß drey der größten dichter und eben so viele Redner Deutschlands sich hier aufhalten, die man aber in dem kleinsten deutschen Orte besser kennt und schätzt, als hier in der Hauptstadt. Ich erkundigte mich vor einiger Zeit in einer Gesellschaft nach einen dieser Männer, aber man wußte gar ihren Namen nicht, endlich gerieth ich an einen der ihn kannte, aber er wußte mir auch weiter nichts von ihm zu sagen. Der gute Geschmack ist ein Ding, das vielen seltsam und lächerlich, noch mehreren gänzlich unbekannt ist, und nur noch den kleinsten Theil der Nation bisher zu Theil gewor

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72 den. Lesen ist die geringste Beschäftigung des Kopenhagener Publicums. Ein grosser Fehler ist es, daß die einzige Universität Dännemarks in der Hauptstadt desselben angelegt ist, denn der Hof verdunkelt alles; die Studenten sind nicht genug geachtet, wenn sie nicht Aufwand in Kleidern oder ähnlichen Dingen machen; sie hängen zu sehr von den Professoren ab, und haben daher fast alle ein gewisses schüchternes und blödes Wesen, das der freye deutsche Student nicht kennet, der seinen stolzen Geist nicht Niederbeugen läßt. 6) Wer Student werden

6) Man könte die Frage auswerfen, warum in Norwegen, als einen der größten Theile des Dänischen Staatskörpers, keine einzige Universität wäre? Ich weis sie zwar nicht zu, beantworten, die Normänner aber werden wol die Ursache besser anzugeben wissen; inzwischen glaube ich die wahrscheinlichste Ursache ist wol, daß man noch nicht Zeit gehabt hat daran zu denken, Norwegen so zu cultiviren wie man sollte; Freylich würde sich, eine Nation, welche so ein vorzügliches Genie für vielen andern Nationen hat, mehr auf Wissenschaften legen, wenn eine Akademie da wäre, als @-

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will, muß unter andern gewisse Bücher auswendig gelernt haben, und sie hersagen können, und zum Unglück sind diese Bücher noch herzlich schlecht. Es müssen auch täglich fast Disputationen unter ihnen gehalten werde, nur Schade, daß auch hier ein so tröstliches Buch zu Grunde gelegt ist, als der Baumeister oder Brochmann. Die Anzahl der Studenten soll auch von Jahren zu Jahren abnehmen, so daß mir ein Professor versicherte, wenn es noch 10 Jahre so fortgienge, würde es an Leute zur Vesezung der Armier fehlen. Diese Erschei-

es iho geschiehet. Viele Eltern scheuen die Entfernung und die Kosten, ihre Kinder nach der Hauptstadt in Dannemark zu senden; es giebt in einer Residenzstadt allzu viele Lustbarkeiten und Zerstreuungen, woran junge Leute ohne Aufsicht Gelegenheit haben antheil zu nehmen; die Lebensart ist natürlich kostbarer als anderer Orten, und das Geld so zum Studieren bestimmt war, geht öfters dadurch auf, indem man die maskeraden, bälle, Opern, Comedien, Spielhäuser, & c. besucht, davon der Herr Sohn am Ende ganz gelehrt, krank, und mit Schulden überhäuft, zu Hause kömmt.

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74 nung ist in der That bey den Fortgang der Wissenschaften sonderbar; man will ein gleiches auch bey der Besuchung deutscher Universitäten bemerkt haben, und es verdiente dies wol noch eine eigene Untersuchung. Auf der hiesigen Universitäts-Bibliothek suchet man verschiedene wichtige Werke vergebens, die sehr zahlreiche Königliche aber steht so viel ich erfahren konte, nicht jedermann offen.

Ich komme eben aus einer Gesellschaft, wozu ich von dem Kaufmann, der meine Wechsel bezahlte, eingeladen war; ich erstaunte anfänglich wie ich hinein trat, denn ich glaubte ich wäre unter die vornehmsten Ministres gerathen, so reich und prächtig war alles um mich herum gekleidet, allein ich erfuhr bald, daß es Kaufleute und Unterbediente wären. Ich hatte nur ein simples Reisekleid ohne Besetzung an, man empfing mich ziemlich frostig und steif, überhäufte mich mit Fragen, die meine Reise betrafen, und wunderte sich daß ich glaubte es wäre anderswo noch besser als hier; die Liebe

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zum Vaterlande riß mich hin, mein Herz floß von Lobsprüchen und heissen Wünschen über, ohne zu bemerken daß man mir den Rücken zugekehrt hatte. Ich schämte mich und gieng davon. - Nichts ist ausschweifender als die Kleiderpracht, welche hier herrscht; die vornehmste Dame des Königreichs ist kaum von der gemeinen Bürgersfrau zu unterscheiden, so übertrieben ist hier der Putz. Es ist dies im strengsten Verstände wahr. Du kennst unser Sprichwort: Man empfängt den Mann nach dem Kleide, und begleitet ihn nach dem Verstände; Allein hier scheint es seine Kraft verlohren zu haben. Sollte nicht hier eine Kleiderordnung sehr nothwendig seyn, um jeden Stand gehörig zu unterscheiden, den Luxus einzuschränken? Mich wundert, daß noch so wenig Fürsten an eine so heilsame und in mehr als einer Absicht nützliche Sache mit Ernst gedacht.

Du verlangst, mein lieber Bruder, ich soll dir den Charakter der Dänen schildern. In der That ein schweres Unternehmen! Wie?

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76 wenn sie nun keinen hatten? In einer Hauptstadt zumal ist eine solche Mischung von Leuten allerley Nationen; man zeigt sich so selten in seiner wahren Gestalt, man muß sich in so mancherley Formen hineinschmiegen, daß wenn ein Volk auch noch einen Nationalcharakter Hat, er doch darüber verkehren geht. Ich, der ich die Natur allenthalben studire, und, wie Du weißt, in manchen Dingen so meine eigene Meynung habe, auch mich deswegen zwey ganzer Monate lang auf dem Lande in Dörfern und Flecken aufgehalten, glaube bemerkt zu haben, daß es eine sehr schwere Sache ist, den Nationalgeist der Dänen recht zu charakterisi- ren. Einige behaupten, er habe viel Aehnliches mit der Lnft und dem Clima dieses Landes, welches dick, feucht, neblieht, kalt und veränderlich sey. Sie sagen, die Nahrungsmit-

tel und die Regierungsform bestimmen ebenfalls sehr ein Volk, ob es frey und kühn, oder furchtsam und sklavisch sey. Ich wage hier nichts zu entscheiden. In Ansehung der Ausländer ist die Nation in einen seltsamen Widerspruch

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mit sich selbst. Sie ist mistrauisch und übelgesinnt gegen alle Fremde, unterwirft sich selten oder nie ihren Aussprüchen und Einsichten, glaubt es gemeiniglich besser als sie zu wissen, und räumt ihnen ungern einen Vorzug ein, bleibet immer bey ihren Einrichtungen und Gebräuchen, welche sie für die besten hält, und tadelt es wenn einer hierin Veränderungen zu machen wagt, und doch zu gleicher Zeit ist sie so aufs Neue und Fremde erpicht, daß sie ihre eigene Landesprodukten, ihre Waaren, ihre Künstler nichts achtet, selbst ihre eigene Sprache vernachläßiget, und dafür eine fremde mit grosser Mühe erlernet, die geringsten Kleinigkeiten mit grossen Kosten von Ausländern erhandelt, und dieselben zu grossen neuen und wichtigen Unternehmungen fast immer braucht. Ich kan mir dieses Rätzel nicht auflösen. - Noch eins muß ich Dir sagen, das mir aber sehr unangenehm ist. Unser grosser Peter der Erste steht hier in einem sehr übeln Andenken; Man giebt ihm Schuld, er habe eine Verrätherey an Dännemark begehen wollen, und Hel-

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singör und Kronenburg heimlich erobern wollen, zu dem Ende auch seine Flotte schon im Sunde kreutzen lassen; allein durch die Wachsamkeit der Dänen sey der ganze Anschlag vereitelt. Ein harter Vorwurf wenn er wahr ist! - Doch itzt steht Dännemark mit uns in dem freundschaftlichsten Vernehmen, das beruhiget und freuet mich. Ich erwarte bald von Dir Antwort. Lebe wohl bis dahin.

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Anekdoten

eines

reisenden Russen

über die

Staatsverfassung, Sitten und

Gebräuche

der

Dänen,

in

Briefen an seine Freunde.

Herausgegeben von

K.

Zweyte verbesserte und vermehrte Auflage.

Lübeck, 1771.

Auf Kosten des Herausgebers.

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Vorbericht.

Ich wurde mit dem Verfasser dieser Briefe, dem Herrn von K., auf meinen Reisen bekannt. Er war ein Mann, welcher viel gelesen und gedacht, auf deutschen Universitäten studiret hatte, und weit gereiset war. In seinem Umgange war er lebhaft und munter, und aufgelegt, über alles seine Bemerkungen und Kritiken zu machen. Sein Charakter war übrigens liebenswürdig, und nahm mich durch seine offenherzige Vertraulichkeit so ein, daß ich mich eifrig bemühete, seine Freundschaft zu erlangen, welches mir auch so weit glückte, daß ich auf meinen Reisen mannigfaltige Proben davon erhielte. Er würdigte mich endlich auch, mir seine Bemerkungen mitzutheilen, welche er auf seinen Reisen sammlete, und an einen seiner Freunde in Petersburg schrieb. Er ließ mich seine Briefe le-

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IV Vorbericht.

sen, die er an deutschen Höfen, bey seinem Aufenthalt daselbst, von ihren innern und äußern Verfassungen gemacht hatte, und aus welchen viele Einsicht und Beurtheilungskraft hervorleuchtete. Da wir uns trenneten, versprach er mir, mich bey seiner Rückreise über Dännemark und Schweden zu besuchen; und er hielte sein Wort. Er belustigte mich während seines Aufenthalts bey mir mit den Briefen, so er auf seinen Reisen an seine Freunde geschrieben, und wovon er Abschriften bey sich führte. Ich erhielt durch vieles Bitten die Erlaubniß, solche abschreiben zu lassen, und bekam dadurch einen ziemlichen Vorrath von solchen, die die Höfe Wien, Berlin, Dresden, Kopenhagen, Stockholm, und wo er sich nur aufgehalten, betreffen. Manche bittre Wahrheiten, besonders von Berlin und Kopenhagen, sind darinn gesagt. Selbige würden ein Paar Bände ausmachen, wenn sie sollten gedruckt werden. Ich habe ihn zwar nicht um diese Freyheit gebeten, er hat mir aber deren Bekanntmachung auch nicht verboten.

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Vorbericht. V

Wie ich die Erlaubniß der Preßfreyheit in Dännemark zu meiner großen Freude las, und einen dasigen Freund bat, mir die Früchte derselben zu senden, weil ich Dänisch verstehe; so habe ich mit Erstaunen gesehen, daß ein Mann, der es zuerst gewagt, solche zu nü- tzen, und sich Philopatreias nennt, größ tentheils nur eine Menge elendes Zeuges nach sich gezogen hat. Man sollte glauben, diese Leute wären alle in einen großen Irrgar ten gerathen, wo keiner den Ausgang zu finden wüßte; oder wenn gleich mancher ein Paar Fußbreit Weges angetroffen, wüßte er ihn doch nicht zu vollenden, sondern verirrte sich aufs neue und immer tiefer, ohne zu wissen, wo er hin geriethe. Zwar die Verfasser eines oder zweyer Stücke schienen die rechte Spur besser, als Philopatreias, getroffen zu haben, worunter ein Philoda- nus vorzüglich gehöret. Dieser verirrt sich selten, es ist wahr, aber wenn er sich verirrt, so kann er sich eben so wenig wieder heraus finden. Er sagt zum Exempel: man müßte in den Provinzen in kleinen Kaufstädten

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Vorbericht.

eine gewisse Anzahl Kaufleute festsetzen, und nicht mehr als diese darinn leiden. Ich will nur einiges dagegen anführen. Meine Vaterstadt bestand ursprünglich aus zweyen, die Handel trieben, itzt aber hat sie über vierhundert Kaufleute. Würde sie jemals so groß geworden seyn, wenn es nicht durch Handel geschehen wäre? Man hätte Altona nur solche Gränzen setzen sollen, Hamburg würde es gerne gelitten haben, und gewiß nie zu seiner itzigen Größe gelanget seyn. Ich glaube aber, der gute Mann versteht Krämer, die mit Tabakspfeifen und Schwefelfäden handeln; und dennoch würde er Unrecht haben, daß bey einer zu großen Anzahl Kaufleute einer den andern schwächen müsse; denn derjenige, so den Käufern am besten begegnete, und die besten Waaren hätte, würde immer die mehresten Kunden erlangen, mehr Nahrung an sich ziehen; und der andern ihr Kram würde von selbst wegfallen. Ein andrer Schriftsteller geräth hingegen in diesem Irrgarten in den tiefsten Morast, und wird auch darinn stecken bleiben, ohne daß ihn je-

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Vorbericht.

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mals einer wird herausziehen können. Er nennet sich Anti-Philopatreias; An und für sich selbst schon ein übler Name! Er hat besonders die Geistlichkeit vertheidigen wollen; aber sie wird es ihm wenig Dank wissen.

Genug, alle diese verschiedene Schriftsteller veranlaßten mich, einen Theil der Briefe meines Freundes drucken zu lassen, so allein Dännemark und besonders Kopenhagen betreffen. Ich werde erwarten, wie solche das Publikum aufnimmt. Ich habe sie ohne Ordnung gewählt, wie sie mir in die Hände fielen: und es sind noch mehrere zurücke, welche ich vielleicht mit der Zeit ebenfalls bekannt mache. Mein Freund hat wohl in manchen Stücken nur nach dem ersten Scheine und oft unreif geurtheilt; vielleicht ist er auch nicht recht berichtet worden. Einem Fremden muß man hierinn etwas verzeihen; denn er nimmt alles, wie er es findet, und öfters dem ersten Eindruck nach. Er hat noch gewisse politische Fehler der damaligen Zeit getadelt, die unter der itzigen Regierung

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Vorbericht.

Christian des Siebenden bereits verbessert und abgeschafft sind; wie man überhaupt denn gestehen muß, daß dieser König sehr aufmerksam ist, die eingeschlichenen Fehler zu verbessern, und sein Volk glücklich zu machen. Er will selbst regieren und urtheilen. Ein so seltenes Exempel von Fürsten! Wer zweifelt, daß er sich bey seinen Unterthanen und der Nachwelt nicht ein ewiges und unvergängliches Andenken stiften werde?

Ich habe nichts weiter zu sagen, als daß ich diesen Briefen einige Noten, so mit Z. bemerkt sind, hinzugefügt habe, welche Veränderungen enthalten, die nach der Zeit vorgefallen sind, oder Dinge, von welchen ich eines bessern belehrt war. Lübeck, im April, 1771. Michael Adam K'lb.

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Erster Brief.

An den Herrn v. S.

Kopenhagen 1769.

Liebster Freund!

Nach einer langen Reise von fünf Wochen, worinn ich alles Unangenehme, was mit einer Seereise verknüpft ist, erfahren, und von einer langen Seekrankheit viel gelitten habe, bin ich endlich vorgestern glücklich in Kopenhagen angekommen. Ich habe Ihnen versprochen, von allem, was ich hier Merkwürdiges beobachtete, Nachricht zu geben, und ich sehe schon zum vor- aus, daß ich Muße und Materie genug dazu haben werde.

Da ich aus dem Schiffe trat, führte man mich zu dem wachthabenden Officier, um meinen Paß vorzuzeigen; es war ein junger Mensch, etwa sechzehn Jahr alt, und sein Bezeigen war eben so ju- gendlich. Weil mein Paß rußisch und deutsch abgefaßt war, mochte er solchen vermuthlich nicht ver- stehen; denn er fragte mich in gebrochenem Deutsch:

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aus welchem Lande ich kame? Nach vielen einfältigen Fragen kam ich endlich von ihm loß, und ließ meine Sachen ans Land bringen.

Es fanden sich wohl zwanzig dienstbare Geister ein, oder vielmehr so viele Raubvögel, die sehr ge- schäfftig waren, ein Stück von meinen Sachen zu nehmen, und damit fortzueilen. Nach vieler Mühe sammlete ich solche beym Zollhause wieder, wo alle diese Strandgeschöpfe bezahlt zu werden verlangten. Als ich jedem für einen Weg von ohngefähr 30 Schritten 6 ßl, oder nach unserm Gelde 13 Copecken bezahlt hatte, war es noch nicht genug; denn jeder foderte annoch 2 ßl. zu Brandtewein. Der Pöbel hier, dachte ich, muß weit mehr diesem Getränk ergeben seyn, als bey uns, da man unsere Nation doch so sehr dafür ausschreyet. Es kostete mir also, mein Mantel, mein Fußsack, meine To- backspfeife, mein Pelz, mein Flaschensutter; kurzum, jedes Stück einzeln, 8 Lß. Trägerlohn. Dieser Anfang machte mir eben keinen wortheilhaften Begriff von der hiesigen Polizey, da jeder Fremder diesen Raubvögeln ausgesetzt ist.

Im Zollhause kam ich unter andre Herren; ich nenne sie Herren, weil etliche Degen trugen; ich merkte aber an den Umständen, daß es Visitirer waren; ich mußte also meine Sachen auspacken und alles durchsuchen lassen. Was nur einen Anschein vom Neuen hatte, erklärten sie für Contreband;

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es half alles nichts, daß ich sagte: ich wäre ein Fremder, die Sachen wären blos zu meinem Gebrauch, und ich triebe keinen Handel damit. Endlich öffnete ich mein Flaschenfutter, und ließ die Herren meinen Wein probiren; sie fanden ihn vortrefflich; ich bot ihnen den Rest von etlichen Bouteillen an, und drückte einem, der mir beständig nach der Tasche sah, dazu einen Rubel in die Hand. Dieses fruchtete gleich so viel, daß ich meine Sachen konnte wieder zusammenpacken lassen, bis auf ein Stück Manschester, welches ich mir zu einem Rei- sekleide bestimmt, das ich aber nicht Zeit gehabt hatte, vor meiner Abreise machen zu lasten; dieses mußte auf dem Zollhause bleiben, weil es für Con- treband angenommen ward. Mein zweyter Coffer aber, für welchen ich am meisten bange war, ward alsdenn gar nicht geöffnet. Einer war denn auch noch so gefällig, mir einen Frachtwagen zu verschaffen, um meine Sachen in den Gasthof zu bringen, wo ich logiren wollte.

Unterwegens setzte mich der Anblick vieler schönen Gebäude und Palläste in angenehme Verwun- derung; doch dieses ist nur die seit 20 Jahren neu angelegte Amalienburg, oder die neue Friedrichsstadt. Die Stadt selbst ist an und für sich nicht so schön gebauet; das Pflaster in manchen Strassen schlecht, oft nichtso gut, als anderswo die Heerstraßen. Der Ort ist seiner niedrigen Lage we-

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gen sehr sumpfigt; wenn es im Sommer etwas regnet, kann man fast nicht anders als in Stiefeln durchkommen.

Es wird hier auch eine schöne Kirche von einheimischen oder nordischem Marmor, nach dem Modell der Peterskirche zu Rom, aufgeführet. Man sagte mir, es wäre schon 18 Jahre daran gearbeitet, und dennoch ist das erste Postement noch nicht halb fertig, welches doch schon über 594000 Rthlr. zu bauen gekostet hat. Wenn dieser Bau fertig werden sollte, welches aber wohl in 50 Jahren nicht geschehen dürfte, da nur täglich 50 Menschen daran arbeiten; so würde solcher 2277000 Rthlr. kosten. Ist das nicht ein ungeheurer Bau? Inzwischen hat der König von Dännemark freylich nicht so viel Geld dazu, als der Pabst, der bey seinem Bau in den damaligen Zeiten alle Königreiche in Contribution setzen konnte, und überhaupt scheint mir dieser Bau zu groß für Dännemark zu seyn 1). Der Baumeister ist, wie sich versteht, ein Franzos.

1) In Ansehung der Baukosten ist mein Freund nicht recht unterrichtet gewesen; es sind bereits gegen 800,000 dazu verwandt worden. Man hat indessen diesen für Dännemark unstreitig zu kostbaren Bau neulich liegen lassen, und den Baumeister verabschiedet. Ueberhaupt sucht die itzige

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Da ich immer gehört, daß Dännemark Staats, schulden hätte; seine See- und Landmacht (wie wir auch benachrichtiget waren, da Peter der III es bekriegen wollte) gar nicht in der besten Verfassung sich be- fänden, das Land auch schlecht angebauet sey, weil die Bauern fast alle Leibeigene, eben wie in Polen, oder Sklaven wären; und ich dieses auch wirklich itzt so finde, so begreife ich nicht, wie die Minister die- ses kleinen Staats den König zu vermögen suchen, unermeßliche Summen zu verwenden, um große Steinhaufen für die Nachwelt aufzuführen. Mir deucht immer, man thäte besser, wenn diese Sum- men angewendet würden, die Schulden des Staats abzutragen, und die Landwirthschaft, die Hand- lung und Manufakturen zu verbessern, indem Dän- nemark darinn noch viel weiter zurück ist, als wir, obwohl man seit so kurzer Zeit erst angefangen hat, uns unter die gesitteten Nationen zu zählen. Ich erinnere mich bey dieser Gelegenheit einer Anekdote, da ein gewisser großer König zum dänischen Gesand- ten gesagt haben soll: Dännemark müßte doch ein

Regierung alle überflüßige und große Ausgaben zu ersparen, uud alle unnöthige auch mit zu grossem Gehalt verknüpfte Bedienungen abzuschaffen, damit die Unterthanen nicht mit mehreren Auflagen beschweret, und die bisherigen nach und nach vermindert werden können. Z.

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gutes Land seyn, weil es die Minister mit aller Ge- walt nicht ruiniren könnten.

Leben Sie wohl, bester Freund! Künstig ein mehreres. Berichten Sie mir doch bald was Neues von unserm Türkenkriege; denn inden hie- sigen Zeitungsblättern findet man nichts als alte Nachrichten, die aus den auswärtigen elend abge- schrieben und acht Tage später gedruckt werden. Ich bin & c.

Zweyter Brief.

An den Herrn von S.

Ich sandte heute nach dem Zollhause, um mein Stück Manchester clariren zu lassen, wie es heißt. Der Bediente brachte mir aber die Nach- richt, daß ich solches wieder zurück senden müßte, wenn ich das Eigenthum daran wieder erlangen wollte. Ich erkundigte mich, ob hier vielleicht dergleichen Fabriken wären; man antwortete mir aber mit Nein. Ich begreife also nicht, warum man dieses Zeug schlechterdings nicht einführen darf, zumal da ich doch gerne Zoll dafür geben wollte. Die Handlung muß hier sehr eingeschränkt seyn, sagte ich nicht, sondern dachte es.

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Ich war vor einigen Tagen in Gesellschaft, wo die mehresten Kaufleute, auch andre in Man- schester gekleidet giengen. Ich fragte voller Ver- wunderung, woher man solchen bekäme? man ant- wortete: „aus Engelland und Deutschland.„ Ich sagte: er ist ja verboten einzuführen, und man darf solchen öffentlich tragen? bey uns dürfte solches nicht geschehen. „O das schadet nichts, hieß es, man kann ihn unter der Hand zu kaufen be- kommen, und dafür laßt man seinen Schneider sorgen; wenn man ihn einmal auf dem Leibe hat, so fragt niemand weiter darnach. Sogar dieje- nigen, so dem Zoll und den Finanzen vorstehen, tragen ihn selbst; und so gehts mit allen ausländischen Zeugen; man kann sie hier nicht entbeh- ren, weil wir selbst keine Fabriken davon haben: Aber, sie sind einzuführen verboten, damit der König um den Zoll betrogen werde.„ (Beylän- sig will ich Ihnen nur sagen, daß man hier immer spricht: der König wird betrogen; der König hat es verboten; der König leidet darunter; der König hat es geschenket: Anstatt zu sagen: der Staat thut es, der Staat giebt es; als wenn nicht König und Staat eins und eben dasselbe wäre; oder als wenn sie je von einander getrennet seyn könnten. Lapienti sat!) Ja, fuhr ein andrer weiter fort, wenn solches erlaubt wäre, würde zu viel Geld aus dem lande gehen und unsre Nachbaren bereichern.

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Ey was, erwiederte der Erste; geht es demohnge- achtet nicht aus dem Lande? ,,Solange wir selbst keine tauglichen Fabriken haben, welche uns mit der- gleichen Waaren versehen, die wir nicht entbehren, oder doch hier nicht so gut erhalten können; solan- ge werden solche, ohngeachtet des jetzigen Ver- bots, oder des darauf gelegten hohen Zolles, gleich stark eingeführet werden: der ganze Unterschied ist, daß der ehemalige geringe Zoll, den die königl. Kasse erhielte, nun den Zollbedienten unter ei- nem andern Namen zu Theil wird, der König aber gar nichts bekömmt.„ Aber werden dergleichen Zollbediente nicht bestraft? versetzte ich. „O ja, wenn sie uberführt werden, so straft man sie am Gelbe, oder man setzt sie auch ab.„ Weiter nichts? Es ist aber doch der Meineyd eines der größten Laster, und verdiente härter bestraft zu werden; vielleicht würde man alsdenn weniger Exempel finden. „O so genau nimmt man es nicht; wird aber ein Kaufmann betroffen, der seine Sachen nicht klug genug angefangen, das ist, nicht genug versilbert hat, den bestraft man nach den Gesetzen, ohne zu fragen, ob die Strafe sein Vermögen übersteigt, oder ob er gänzlich mit seiner Familie dadurch ruinirt würde oder nicht.,, Mir deucht aber, dieses ist wieder zu strenge, denn der Kaufmann ist Bürger und bringt dem Staat und dem Könige was ein, jenen aber muß der

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König unterhalten; wer verdient wohl mehr Nach- sicht? Jener begeht einen Meineid an seinem Herrn, wodurch er dem Kaufmann eben die Wege an die Hand giebt, verbotene Waaren einzuführen, dieser hingegen thut es vielleicht bloß aus Noth, weil die Handlung zu sehr eingeschränkt ist, um doch etwas dadurch zu verdienen. Hat man denn hier kein Commerzcollegium, welches dahin sieht, daß dergleichen unentbehrliche Fabriken angelegt werden; alsdann würde ja dergleichen alles von selbst wegfallen? „O ja, wir haben sogar ein Generalcommerzcollegium." Solches besteht vielleicht aus erfahrnen Kaufleuten und Fabrikeurs? „O Nein! es besteht aus lauter vornehmen Räthen." 2) Aber haben die auch die

a) Dieses Collegium ist seit einiger Zeit vielen Veränderungen unterworfen gewesen, wiewohl eben nicht zur Aufnahme der Fabriken, des Handels und der Manufacturen. Ja es ist gewiß, daß der größte Theil der Fabriken durch diese Veränderung gelitten. Man hat endlich die Direktion des Königlichen Fabrikenmagazins und die ganze Wohlfarth der Fabrikanten einem einzigen Kaufmanne, dem man nie andere als Wechselkenntnisse zugetrauet, übergeben. Einige sagen: er bekäme Besoldung, um an das Coliegium zu referiren, und die Materialien für die Fabriken zu verschreiben; es ist die Frage nicht, wie

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18 hinlänglichen Einsichten dazu? „Davon ist die Frage nicht; es ist nur mehrentheils errichtet,

viel er darauf verdient; oder, ob er solche aus der ersten Hand bekömmt; oder, ob er den Fabrikanten segovische für leonesische Wolle verkauft. Genug, er hat das Collegium versichert, daß durch diese Einrichtung die Waaren 20 bis 30 Procent wohlfeiler werden, müßten, und man hat ihm auf sein Wort geglaubt. Einige Fabri- keurs behaupten, und die Erfahrung hat gelehrt, daß die rohen Materialien seitdem noch einmal so viele Procente theurer geworden. Das kö- nigl. Magazin steht ihm überdies annoch von allen angekauften und verkauften Waaren gewisse ansehnliche Procente zu. Um es dahin zu bringen, daß die Fabrikeurs keine rohe Waaren selbsten verschreiben konnten, suchte er ihren Credit durch eine Königliche Verordnung, außer Landes zu schwächen, daß nämlich alle Forderungen des Generalmagazins an die Fabrikeurs, gleich als alle andere Königliche Forderungen, angesehen werden, und vor allen andern den Vorzug haben sollten; man muß gestehen, daß ec dadurch seinen Endzweck erlangt hat. Die Folge aber davon ist, daß er die besten dänischen Fabriken unter seine Vormundschaft zwingt, ja, selbst solche, die er auf Kosten des Generalmagazins, oder, welches gleich viel ist, für sich anlegt; und dieses alles muß ihm um so viel leichter fallen, weil er den Fond des Generalmagazins dazu brauchen kann. Z.

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„damit die Herren Aemter und Gehalt haben. Der König hat zwar einen ansehnlichen Fond zur Aufnahme der Fabriken und des Handels festgesetzt; aber diese Herren arbeiten nicht um- sonst, sie ziehen, nach Verhältniß des Fonds, ein Drittel, an Gehalt, und wenn einem oder andern Fabrikeur zur Aufnahme der Fabriken etwas bewilliget wird, geht auch davon wieder ein Drittel an Präsenten verloren, um den Vorschuß zu erlangen; und gemeiniglich erhalten ihn bereits bemittelte Leute, oder Ausländer, welche diese oder jene Fabrike entrepreniren wollen, selber nichts davon verstehen; solche gleich zu groß anlegen; Pferde und Carosse halten; bankerot werden; wieder Geschenke machen, und von neuen Vorschuß erhalten. Einem Fabrikanten, der das seinige gelernt hat, wird es selten gelingen, Vorschuß zu bekommen." Ja so wundert michs nicht, daß sie keine taugliche Fabriken haben. „Nur eine einzige französische Huthfabrik hat dem Könige gegen 30000 Tha- ler gekostet, und nicht einen Schilling hat er davon wieder erhalten. Ein Geselle aus dieser Fabrik setzte solche nachher für einen Kaufmann, der sie für einen geringen Preis an sich gebracht hatte, nach gewissen, mit einander getroffenen Bedingungen fort. Anitzo hat dieser Mann schon, ungeachtet der Accord nicht geringe war,

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„die Fabrik fast ganz an sich gelöset; der Kauf- mann empfängt indessen, weil er selbige ehemals angenommen, noch bis diese Stunde jährlich 200 Thaler vom Commerzcollegio." Haben sie denn sonst gar keine dänische Huthfabrik? „O ja, wir haben schon lange einige recht gute, die besser, als eine in Deutschland ist, gehabt."

Man hat hier außerdem noch andere, wiewohl wenige gute Fabriken, insonderheit eine vortreffliche Lackenfabrike, welche jährlich gegen 700 Menschen ernährt, und, wie ich neulich aus einem neu herausgekommenen Traktat, vom Nutzen der Manufakturen besonders für Dänemark, ersehen habe, in 14 Jahren über 235000 Rthlr. Arbeitslohn allein ausgegeben hat. Ich bin & c.

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Dritter Brief. An den Herren O. Man nahm zur Zeit, da unser unglückliche Peter der Dritte Dänemark bekriegen wollte, einen französischen General zum Chef der Landarmee an, ob er zwar noch niemals eine Armee geschlagen hatte. Weil man aber nun in Dänemark über 40 Jahre Friede gehabt; glaubte man hier vielleicht keinen geschickten Mann zu finden, der im Stande wäre, eine Armee zu commandiren, sondern es mußte ein Ausländer seyn, und dazu fand man keinen bessern, als einen Franzosen, welcher noch dazu, wie man bey uns wissen wollte, sich vom Mönche bis zum General aufgedienet hatte. Dieser Mann glaubte nun also, Dänemark mit seinen Gaben und Kenntnissen dienen zu müssen. Er machte einen Plan mit der einem Franzosen ähnlichen Leichtigkeit, eine starke Armee zu unterhalten; bloß aus dem Grunde, weil solche der König von Frankreich und Preussen unterhielte. Hätte der gute Mann nur die Berechnung unsers Büschings gelesen oder gekannt, der in Frankreich 20 Millionen Men-

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22 schen und in ganz Dänemark nur zwey Millionen rechnet; oder, hätte er mur Dänemarks lage betrachten wollen, das, wenn es nur durch eine gute Seemacht gedeckt ist, keiner großen Armee bedarf: so würde er die Proportion besser getroffen haben. Seinem Plane zufolge mußte die Armee mit vielen Officiers vermehrt werden; er theilte die Regimenter in 14 Compagnien, (anstatt daß selbige vorher, wie an den mehresten Orten der Welt, aus 12 Compagnien bestunden,) und sie wurden, da sie vorhero 90 Mann stark waren, nur zu 65 Mann eingerichtet. Der König hatte also wenigere Soldaten, aber desto mehrere Officiers, und man wird bey genauer Nachsicht finden, daß diese neue Einrichtung über 300000 Rthlr jährlich mehr kostet. Um diese Kosten aber herbey zu schaffen, wußte sein schlauer Geist leicht Mittel zu finden. Er ließ alles Gewehr aus dem Arsenal, für den dritten Theil dessen, was es vorher gekostet, verkaufen. Reitsättel, so 8 Rthlr. werth waren, wurden für 2 Rthlr. verauctionirt. Er brachte zugleich die Cavallerie auf die Beine, indem er sie zu Fuße gehen ließ; denn ihre Pferde von 50 bis 70 Rthlr. wurden für 15 bis 20 Rthlr. verkauft. Er sann immer mehr auf Mittel, feinen Plan auszuführen, und die Kosten dazu zu erhalten. Er ließ Vestungen demoliren, um die Lavetten von den Ka-

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nonen verkaufen zu können; und es lag nicht an ihm, einen Theil der dänischen Kriegsflotte zu veräußern, wenn es sich nur ohne viel Aufsehens hätte können thun lassen. Dieser Mann hatte vermuthlich die Meynung, daß Vestungen schädlich in einem Reiche wären; dem zufolge wollte er zuletzt, sogar eine der besten, von der Natur selbst befestigten Gränzvestung eingehen lassen, weil zur Unterhaltung derselben viele Kosten erfodert würden. Wenn auch nicht ein gewisser Minister, aus patriotischem Eifer sich dagegen gesetzt, würde er seinen Endzweck erlangt haben. Sehen Sie, dies war der fürchterliche Mann, der unsre Armeen schlagen sollte; zweifeln Sie wohl, daß es seinem erfindsamen Geiste viel würde gekostet haben, sie ganz zu ruiniren, wenn nicht, zum Unglück für ihn, unser armer Peter der Dritte, (ein so lehrreiches Beyspiel für alle Regenten!) zu bald vom Schauplatz der Welt abgetreten wäre?

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Vierter Brief.

An den Herrn von S.

Die Rechtsgelehrsamkeit ist hier zu Lande kein Studium, denn das Gesetz ist so plan und deutlich und dem Lande so angemessen, daß noch kein Land bisher ein besseres aufzuweisen gehabt hat. Demohngeachtet sind die Processe und Chikanen in den Untergerichten wohl in keinem Reiche häufiger als in diesem, und dauren oft eben so lange, als die Parteyen etwas zu verproceßiren haben. Es gehört auch nicht viel dazu, Procurator zu werden. Ein junger Mensch laßt sich als Bedienter bey ei- nem Procurator annehmen; erwirb alsdann Schrei- ber, und wenn er die Chikanen gelernt, Gevoll- Mächtiger seines Herrn; alsdann kann er für sich im Namen seines Herrn die Leute, die sich ihm an- vertrauen, so viel prellen als er will.

Seit der Publication des dänischen Gesetzes hat man solches nach und nach 40 bis 50 mal stärker gemacht; vorher machte es nur einen kleinen Duodezband aus, nunmehr besteht er aus 17 Quart- bänden mehr. Man ist genöthiget gewesen, theils durch viele Verdrehungen der Rechtsgelehrten und

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andre Umstände (wovon die Unvollkommenheit al- ler menschlichen Gesetze wohl nicht der kleinste seyn möchte,) viele hundert Verordnungen und Gegen- Verordnungen zu machen, welche itzo eben so viele Widersprüche enthalten. Der König hat zwar bereits vor etlichen 30 Jahren verschiedenen Män- nern ausgetragen, einen ordentlichen Codex heraus- zuziehen, und dazu 400 Rthlr. Pension vestgesetzt; es ist aber noch wenig oder nichts daran gearbeitet; die Leute sind gestorben, die Pension aber ist immer von Mann zu Mann richtig herunter geerbt worden, ohne dafür etwas gethan zu haben. Man sieht hieraus, wie nöthig ein deutliches klares Gesetz und eine strenge Instruction und Aufsicht über die Richter und Advocaten sey. Unsre weise und große Kaiserinn hat dieses sehr wohl eingesehen; wir erhalten durch ihre vortreffliche Anordnungen ein Gesetz, das wohl nicht seines Gleichen hat, ein Volk glücklich zu machen.

Es giebt hier auch oft Fälle, wo das Gesetz gar nichts taugt. Hat ein Advocat eine Sache, so er vor Gericht nicht durchtreiben kann; so kömmt er, seiner Gegenpartey unwissend, in den Canzeleyen ein, und erlangt oft sein Gesuch; alsdenn darf nicht weiter appellirt werden, denn dieser Spruch ist entscheidend. Neulich schloß, zum Exempel, ein Mann mit einem andern einen Kauf um ein

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26 Haus; weil er aber hernach von seinen Freunden und Verwandten erfuhr, daß er zu theuer gekauft, wollte er von diesem Handel zurücktreten. Es kam zum Proceß; der Kaufcontrakt und alles war rechtsförmig unterschrieben; der Advocat konnte also vor Gericht mit einiger Einwendung dawider nicht durchdringen: Er kam daher in der Canzeley ein; die Verwandten baten diesen Menschen für unmündig zu erklären, indem er den Fehler aus Schwachheit des Verstandes begangen; die Canzeley erklärte ihn darauf wirklich für unmündig, und sprach ihm den Verstand ab, den er Gottlob noch heutiges Tages haben soll, und der Kauf ward nicht gehalten. Sie haben vielleicht auch nie geglaubt, daß man die Uebersetzung eines Originals, die mit Wissen und Willen des Verfassers, der dazu sein Recht an niemand verkauft hatte, gedruckt worden war, für einen un- ächten Nachdruck erklären würde; und doch ist dieses bey einem der bekanntesten Bücher hier geschehen.

Ich bin & c.

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Fünfter Brief.

An den Herrn von O.

Es giebt hier noch einen Ausschuß von Gerichtspersonen, welchen man das Schiftegericht nennt, und jeder Etat hat seinen besondern, Schifteverwalter, der bey Sterbefällen die Versiegelung besorgt. Dieses ist freylich eine nöthige und gute Veranstaltung für Unmündige; aber es entsteht sehr viel Unrecht und Mißbrauch daraus. Diese Schifteherren werden gemeiniglich in kurzer Zeit bemittelte Leute. Sie verschlingen das Erbe der Unmündigen und andrer, durch lange Verzögerung des Schliessens der Sterbbude. Je mehr Vermögen da ist, desto länger dauert eine solche Schifte. Man hat Exempel, daß wohl so eine Sterbbude 10 bis 16 Jahre und länger gedauert hat; denn je länger es damit währet, je mehr häufen sich die Sporteln und Procente, und desto länger können diese Herren die eincaßirten Gelder nutzen. Hat ein Mann eine Schuldfode- rung an eine solche Sterbbude, und kann er seines Geldes nicht bis zum Schluß entbehren; so wendet er sich an den Bevollmächtigten oder Schreiber des Schifteverwalters. Wenn er da nur die

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28 große Kunst versteht, ein ansehnliches Geschenk zu machen, oder sich von der Rechnung wenig- stens 25 Procent abziehen und für voll quitiren zu lassen, kann er wohl sein Geld erhalten. Thut er dieses nicht, so muß er sicher bis zur Schliessung warten, wenn auch Vermögen genug zur Bezah- lung da wäre. Noch einträglicher ist eine Schifte, wenn solche mit Schulden verhaftet ist und die Erben sich davon lossagen; alsdenn können diese Herren mit den Gläubigern accordiren, wie sie wollen. Denn, dafern auch, wie öfters geschiehet, kein einziger auf seine Forderung etwas erhält; darf doch niemand sich unterstehen, die Berech- nung zu untersuchen. Wie nöthig wäre es, daß man diesen Herren Oberaufseher setzte. Wie viele Unordnung muß nicht daraus entstehen, wenn ein armer Arbeitsmann sein Geld, welches vielleicht manchmal sein ganzes Vermögen seyn kann, nicht erhält; oder, welches gleichviel ist, nicht zur rechten Zeit erhält 3)!

3) Durch eine neuere weise Verordnung der Regierung ist diesem Mißbrauche auch so viel möglich abgeholfen. Der König hat sich ein Verzeichniß von allen noch ungeschlossenen Sterbbuden und den Ursachen derselben, einsenden lassen, und sucht durch andre, eben so vortreffliche Anordnungen den Geschäfften mehr Betrieb und Wirksamkeit zu geben, als sie bisher gehabt haben.

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29 Sechter Brief An den Hernn R.... Der vorige König Friedrich der Fünfte war

ein großer Liebhaber der Wissenschaften und Künste, und hat zu deren Aufnahme vieles ver- wendet. Er stiftete eine Akademie der Künste, wozu verschiedene berühmte Künstler, Maler, Bildhauer, Kupferstecher und andre berufen wurden. Er fetzte einen Fond vest, woraus noch jetzo diejenigen Landeskinder, welche sich in den freyen Künsten am meisten hervorthun, goldene Medaillen zum Preis, und endlich ein Gewisses zum Reisen erhalten, um sich den den Ausländern in ihrer Kunst vollkommen zu machen. Man muß bekennen, daß die Dänen es darinn schon weit gebracht und viele geschickte Männer gezogen haben. Diese löbliche Stiftung des besten Königs wäre allein schon hinlänglich seinen Ruhm unsterblich zu machen; und man kann hieraus sehen, daß es der Nation vielleicht nur an einer gewissen Art von Aufmunterung und Anführung fehlt, daß sie zur Vollkommenheit ihrer Nachbarn gelangen, oder sie wohl gar übertreffen. Dieser vortreffliche König that auch alles, um Wissen-

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schäften und Künste in seinem Lande blühend und die Unterthanen glücklich zu machen. Er belohnte die Verdienste des größten Dichters Deutschlands, welchen sein Vaterland selbst unbelohnt ließ, weil es seinen Werth nicht kannte, und setzte ihm ein jährliches Gehalt aus, damit er zu seinem erhabenen Gedichte die nöthige Muße erhielte. Alle Gelehrte, so gemeinnützige Werke projectirten, empfiengen die Kosten dazu, und der Nutzen davon gehörte ihnen. Dieser Mildthätigkeit haben die Dänen verschiedene Originalwerke zu danken, als z. B. den dänischen Vitruvius, Nordens Voyage d’Egypte, Oeders Flora Danica, Krafts Mechanic, und andre. Freylich projectirte auch wohl zuweilen ein Gelehrter ein Werk, welchem er nicht gewachsen war, und dem er kein Genüge leisten konnte, blos, weil er dabey etwas zu erwerben suchte. Hierher gehören vielleicht der dänische Atlas; die Geschichte des Qldenburgischen Stammes; und in gewissem Betracht, der Absicht nach, auch Regenfusses Muschelwerk, und die F. D, Der Herr Pastor und Rath Schäffer hat zu einer nürnbergischen Insektensammlung sogar 2000 Rthlr. erhalten. Die Absicht des Königes war dabey immer sehr preiswürdig; nur die Großen, so es betrieben, hätten dergleichen besser einsehen und auf die Hauptabsichten der Verfasser mehr Acht haben sollen. Bey uns,

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31 und in andern Ländern, würden dergleichen Werke freylich nur den 6ten Theil Kosten erfordern, die hier dem Könige dafür vorgerechnet sind; ja wenn auch diese übergroße Kosten an andern Orten statt fänden, würden solche Werke dennoch daselbst um den 3ten Theil, wo nicht die Hälfte wohlfeiler seyn, als man sie hier kaufen kann: und doch hat der König hier die Verlagskosten bezahlt. Al- lein in einem Lande, wo Papier und Druckerkosten so theuer sind, konnte es freylich noch entschuldiget werden. Bey uns läßt dergleichen Werke die Akademie der Wissenschaften auf ihre Kosten dru- cken; hier giebt es, wie man mir gesagt hat, zwar auch akademische Buchführer, es hat aber kein einziger ein solch Buch, noch weniger ein akademisches Buch im Verlage 4), Man mag inzwischen sa-

4) Dies rührt daher, daß die Gelehrten in Dänemark ihre Bücher zum Theil selber verlegen, oder selbst Buchführer sind, wie sie der Verfasser zu nennen beliebt. Meiner Einsicht nach aber, kann dieses eben nicht zur Ausbreitung der Wissenschaften dienen; denn wie kann ein Autor wegen Betriebs eines einzigen Buchs die Correspondenz sich erwerben, die bereits ein Buchhändler hat. Giebt er es jemanden auch in Commißion, so sind solchem doch die Hände gebunden; es ist nicht sein Eigenthum; er kann nicht damit schalten wie er will; Die Ausbrei-

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gen was man will, so hat Dänemark dadurch doch eine Flora Danica erhalten, dergleichen, wenn sie vollständig wird, (welches freylich nicht geschehen dürfte, so lange ein Faden Gras an- noch aus der Erde wächst), ungeachtet ihre Feh- ler und der vielen Kosten die sie erfordert, noch kein Reich in Europa aufzuweisen hat. Der Kö- nig gab auch einem sehr würdigen gelehrten Dänen eine Pension von 300 Rthlr.; man hat zwar von seinen eigenen Arbeiten weiter nichts, als ein vortreffliches Punschlied, aber sehr gute Ueberse- tzungen. Diesem guten Könige hat man auch die Veranstaltung der Reise einer gelehrten Gesellschaft nach Arabien zu verdanken, auf deren Entdeckung ganz Europa begierig war und noch ist. Wie sehr ist es für uns und die Nachwelt zu bedauern, daß die ganze Gesellschaft auf der Reise gestorben ist, bis auf den Capitain Nie- buhr, welcher neulich zurück gekommen, und nun an der Ausgabe seiner Reisebeschreibung arbeitet. Die Naturhistorie und verschiedenes andre, welches durch die Kenntnisse seiner Mitreisenden mit verstorben, wird uns freylich darinn fehlen; es

tung der Litteratur wird also in beyden Fällen sehr verhindert. Uberdies entsteht daraus auch noch die üble Folge, daß man in den Provinzen oft gern ein Buch hätte und dreydoppelt bezahlte, das in Kopenhagen Maculatur ist.

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33 wird inzwischen immer ein unschätzbares Werk für die Welt werden, die solches mit Verlangen erwartet, und ein lauter redendes Denkmaal des Menschenfreundes Friedrichs seyn, als die prächtige Statüe, welche die asiatische Compagnie errichtet und gegen 500000 Rthlr. kosten soll.

Siebenter Brief.

An den Herrn v. ***

Es ist hier, liebster Freund, ein erstaunendes Exempel eines Kaufmanns, welcher durch seinen Reichthum zu den größten Ehrenstellen gestiegen; wo er solchen erwarb, das weis Gott, die S*chs*n und der K. v. P. Um seinen Reichthum desto sicherer zu genießen, begab er sich in den hiesigen Schutz. Man machte ihn zum Edeln, zum R. und endlich zum M. und Oberaufseher des C. C. Dem ohngeachtet blieb er Kaufmann, und die hiesige Kaufmannschaft betet ihn an, als gewisse wilde Völker ihren Götzen. Er hat den steigenden und fallenden Cours in Händen, und weis aus den hiesigen papiernen Geldern den rechten Werth zu ziehen. Um dieses zu können, darf er nur auf sich selbst traßiren; (denn er besitzt in

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vielen Ländern Comtoirs). Hat er Wechsel zu verkaufen oder einzukaßiren, so bezahlt man solche immer höher als bey andern; und doch rechnet man sichs noch zur Ehre, mit ihm Geschäffte ma- chen zu können. Der Cours steigt und fällt, so wie er Gelder auszuzahlen oder einzunehmen hat; und da der Cours größtentheils hoch ist; so ist dies immer ein sicheres Merkmaal, daß er mehr zu heben, als auszuzahlen hat. Um diesen Mann desto vester im Reiche zu halten, verkaufte man ihm alle Plantagen in W. J. so der Krone zuge- hörten, für 400000 Rthlr., und zwar mit der Bedingung, sie in 8 Jahren zu bezahlen. Die Plantagen konnten, wie man sagt, der Krone ehedem jährlich 60000 Rthlr. einbringen. Wenn dieses wahr ist, so könnte er selbige innerhalb 7 bis 8 Jahren mit den eigenen Einkünften bezahlen, und hätte sie denn umsonst. Gesetzt, daß solche auch vorher durch schlechte Verwaltung und Aufsicht etwas verfallen gewesen; konnten sie denn nicht durch bessere Anstalten und eine mäßige Summe wieder in Stand gesetzt werden? Noch mehr, er erhielt in diesem Kauf eine schöne Zu- ckerrafsinaderey mit allem Zubehör oben darein, und ein Packhaus, so in allem 220000 Rthlr. werth war, und beyde Stücke können ihm itzo die Interessen vielleicht doppelt einbringen; was aber das Beste, er ist der Mäckler des Staats.

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Das dänische Papieren Geld fällt immer mehr und mehr im Cours; man hat zwar die Kunst verstanden, dieses Fallen dann und wann auf eine kurze Zeit zu heben; allein es kann in der Länge doch nicht bestehen. Den größten Stoß leiden die Banknoten durch die Zinsen, so die Ausländer in großen Summen jährlich für die auswärtigen Schulden des Reichs ziehen. Man muß desfalls die Unterthanen mit großen Auflagen belegen, welche sie und das Reich arm machen, ohne daß man das Ende dieser Plagen absehen kann. Ein zweyter, obwohl nicht völlig so harter Stoß, den das dänische papierne Geld empfängt, ist, daß die Ausländer eben so viel Antheil an den Actien der Kopenhagener Banque, wo nicht mehr, als die Unterthanen haben; und daher jährlich 16 Procent den gewöhnlichen Gewinn für ihr Capital weg- ziehen. Was durch die Leihebanque und endossirte Wechsel der Kaufmannschaft, die ihren sauer erworbenen Schweiß manchmal dahin trägt; verdient wird, das bekommen folglich die Ausländer an baarem Gelde, und die Dänen behalten am Ende nur ihre Papiere. Der König sogar selbst, wenn er Geld oder Zettel aus seiner Bank haben@will, verintereßirt solche mit 4 Procent. Die hiesige asiatische Compagnie schwächt den Werth der dänischen Bancozettel und folglich den ganzen Staat vollends, indem sie alles noch übrige Sil-

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ber und Gold dem Lande, für Waaren entzieht, die sie bey ihren Nachbaren eben so wohlfeil und besser haben kann, als aus China. Es ist ein schädlicher Grundsatz, den die europäischen Für- sten angenommen haben, immer ihre Nachbaren schwächen zu wollen, da dies fast doch nicht an- ders als auf Kosten ihrer eigenen Unterthanen geschehen kann; und was muß und soll doch genauer vereiniget seyn als das Interesse des Fürsten und der Unterthanen? Kein Fürst will dieserwegen zu- lassen, etwas von den Manufacturen eines andern Staats in den seinigen einzuführen, ob er sie gleich selbst nicht haben noch entbehren kann; anstatt daß er trachten sollte, seine eigene Landesproducten recht zu nutzen, und dem Handel dadurch ein leben zu geben, wenn seine Unterthanen ihre Waa- ren gegen der Nachbaren ihre vertauschten. Der- jenige freylich, der dabey am nachläßigsten wäre, würde am mehresten leiden. Man könnte mir einwerfen, ein jedes Land hätte nicht die Beschaf- fenheit, so viele Manufacturen und Producte zu liefern, daß es mit seinen Nachbarn Gleichgewicht halten könnte. Ich läugne dieses aber und behaupte, es kömmt auf den Fleiß, Aufmunterung und Unterstützung an. Ein einziges Exempel anzuführen: Hamburg, vormals eine mäßige Stadt, ist dennoch durch ihre Fabriken und die Freyheit ihres Handels, die Krone von allen Han-

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delsstädten Deutschlands geworden. Sie hat und pflanzt nichts von selbst, was sie nicht von andern kaufen muß; und dennoch kann sie mit ihren fabricirten Waaren alles und mehr eintauschen, als sie braucht, und mit dem Ueberfluß des Eingetausch- ten noch Handel treiben und Vortheil machen. Ein Land müßte sehr von der Natur verwahrloset seyn, das nicht selbst Mittel zu einer oder der andern Manufactur bey sich finden sollte, nämlich etwas, das darinn gebauet würde, aus der ersten Hand käme, und folglich wohlfeiler geliefert werden könnte, als vom Nachbaren. Man wende mir nicht dawider ein, die Natur hat ein jedes Land mit Sachen begabt, welche das andere nicht hat; denn es kömmt weit mehr darauf an, solche mit Nutzen zu gebrauchen und zu cultiviren, daß die Nachbaren sie nicht entbehren können; und dafür ist ein jeder Monarch in diesen Zeiten, da mir einmal so viele Bedürfnisse haben, die unsre Väter nicht kannten, zu sorgen verbunden, wenn er sich und sein Volk nicht arm sehen will.

In einer Republik verhält es sich anders, jeder ist dem andern gleich, und darf nicht mit vielen Kosten, Mühe und Bestechungen um Privilegien ansuchen. Die Unterstützung findet er bey seinen Mitbürgern, weil sie nicht fürchten dürfen,

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daß ein Verbot derselben Sache, die erst bewilliget worden; sie und ihr Vermögen ruinirt 5).

5) Man arbeitet zwar hier nunmehro stark an der Verbesserung des Landbaues; man errichtet mit großen Kosten Landverbesserungs-Collegia; man stiftet öconomische Gesellschaften; man schreibt häufig ökonomische Werke, worinn manches Gute enthalten; man schreibt auch von Verbesserung der Manufacturen; und dieses letzte ist um so viel nöthiger, weil man deren Betrieb in der letzten Zeit, über die Verbesserung des Landbaues, fast ganz aus der Acht gelassen hat. Es ist nicht zu leugnen, daß im Landbau bereits viele gute Verbesserungen gemacht, und noch mehrere im Werke sind, wie z. B. die Aufhebung der Leibeigenschaft. Man muß hierinn die Gesinnungen des Königs preisen, der sehr eifrig ist, einem so zahlreichen Theile seiner Unterthanen die natürlichen Rechte der Freyheit und des Eigenthums wieder zu geben, die sie so lange, durch die Unterdrückung der Großen, haben entbehren müssen. Nur einige wenige von ihnen verdienten hier als wahre Patrioten und Menschenfreunde genennt zu werden; sie, die die ersten waren, auf ihren Gütern diese Schande der Menschheit aufzuheben, und die gekränkten Rechte derselben wieder herzustellen. Allein, alles wird umsonst seyn, wenn sie nicht auf Mittel denken, die erste Quelle zu verstopfen, woraus das mehreste Elend der Unterthanen entsteht; ich

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Wieder auf den Handel nach China zu kommen; solcher ist mit der Zeit ein Verlust, nicht allein für Dänemark, sondern, wie ich wohl hinzu- tzen kann, auch für den größten Theil Europens. Man schleppt das baare Gold und Silber dahin,

meyne die Reichsschulden. Die Bezahlung der Zinsen allein, hemmet den Erfolg aller andern, zur Landesverbesserung abzielenden Bemühungen und Einrichtungen; die Zinsen ziehen jährlich über eine Million baares Geld aus dem Las- de, und die Dänen bezahlen solche durch den Gehalt ihrer Papiere gegen die Münzen der Ausländer gerechnet und die Provision der Wechsler und Mäkler, also durch den Cours, mehr als doppelt. Ein gewisser Autor hat neulich zur Bezahlung dieser Schulden ein sehr kurzes und leichtes Mittel angegeben; er beweiset, der König hätte nicht nöthig seiner Vorfahren Schulden zu bezahlen, und das aus dem Grunde, weil solche nicht zum Besten des Landes verwandt worden; wo aber dieses die Anleiher voraus haben wissen sollen, oder nur einmal wissen dürfen, ist wohl eine andre Frage. Ueberhaupt hat sich der gute Mann wohl zu wenig mit den Folgen bekannt gemacht, welche ein dergleichen Unternehmen nach sich ziehen würden, und welche jedem Denkenden in die Augen leuchten müssen, falls auch der König von Dännemark in der Verfassung wäre, den Vorschlag zur Ausübung zu bringen, woran man aber billig zweifeln kann.

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um Kräuter, Spinneweben, Porcelainscherben und gemalte Puppen zu holen, welches man in Europa alles, und weit besser hat. Sogar un- ser eigenes Vaterland ist auch schon von dieser Seuche angesteckt. Man hat dem itztregierenden Könige von Dänemark gesagt, es wären dies die einzigen Producten, wodurch Dänemark Geld von seinen Nachbarn zöge; man hat aber dabey verschwiegen, daß der größte Theil der Actien den Ausländern gehört, daß man von ihnen das Silber theuer kaufen muß, so man einige tausend Meilen mit großer Lebensgefahr und Ausopferung vieler Menschen wegschleppt; und daß der Verdienst mit dem, was im Lande bleibt, und dem, was die Ausländer darauf und auf dem Cours der Papiere gewinnen, gleich aufgehe, ja wohl gar noch mehr verloren werde. Ein Däne machte mir einst bey Aeusserung dieser Gedanken den Einwurf: Ein ausgebreiteter und weiter Handel wäre doch das beste für einen Staat. Freylich; aber dieses ist ja in allem Verstande ein sehr eingeschränkter Handel. Ich weis nicht, wie man hier in vielen Stücken so seichte Begriffe hat. Spricht man von einem ausgebreiteten Handel, so versteht man einen weit entfernt geführten Han- del; redet man von einem freyen Handel, so glaubt man, es müsse alles frey seyn, auch was man selbst im Lande bereits hat; heißt es, daß

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man den Handel sperren soll, so muß alles verboten seyn, auch was man nicht hat, auch nicht entbehren kann. Das rührt aber wohl daher, daß die Herren Comm. Dir. nicht viele Einsicht vom Handel zu haben scheinen. Neulich hatte einer dieser Herren den Einfall, sogar allen ausländischen Witz und Gelehrsamkeit verzollen zu lassen. O wie arm würden die Danen alsdenn seyn, wenn sie die Einfuhr hemmeten! Doch ich schweife zu weit aus, und habe Ihnen vielleicht mehr geschrieben als Sie lesen mögen. Sie sollen denn auch die Erlaubniß haben, dabey so vielmal zu gähnen als Sie wollen, wenn Sie es nur nicht ungelesen lassen, sonst schreibe ich Ihnen ein andermal nichts. Ich bin & c.

Achter Brief.

An den Herrn von P.

Mein lieber P.

Dänemark ist noch das Land, wo man die Teu sel austreibt. Wer sollte dies in diesen aufgeklärten Zeiten und bey der hier durchgängig herrschenden lutherischen Religion vermuthen?

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Aber nichts ist gewisser. So viele Menschen geboren werden, so viele Teufel kommen mit auf die Welt; der Prediger muß solche allemal erst wieder heraus treiben; inzwischen deucht mir, sollte man den Teufel am allerwenigsten bey neugebornen Kindern suchen. Es ist bey der hiesigen Kirche auch der Gebrauch, daß, wenn einer stirbt, der Priester in eigener Person dreymal Erde auf dessen Sarg werfen muß. Der Pöbel glaubt, daß wenn es unterbliebe, er nicht wieder aus der Erde würde auferstehen können. Wenn der Kirchhof etwas weit entfernt, oder schlecht Wetter ist, hat der Geistliche die Erlaubniß es sich bequemer zu machen; er geht in des Verstorbenen Haus, nimmt ein Stück Erde und wirst es auf den Sarg, alsdenn kann man den Verstorbenen begraben wo man will. Schade! daß selbst die guten Gebräuche oft in Misbräuche und Ungereimtheiten ausarken, und die Geistlichen selbst theils dazu Anlaß geben, theils sich oft Vorwürfen aussetzen, die nur gar zu gegründet sind! Sollte man nicht besonders wachsam darauf seyn, die Religion und alles was damit in Verbindung steht, nie anders, als in einer ehrwürdigen Gestalt zu zeigen? Es fehlt zwar in unsrer Religion ebenfalls nicht an überstüßigen Cerimonien; wir haben sogar viele abgeschmackte und seltsame Religionsgebräuche: allein Sie wissen auch, wie wir

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es bedauert haben, daß man dadurch Gelegenheit gebe, die Hauptsache verdächtig zu machen, da so wenige im Stande sind, das Wesentliche von den Zusätzen genug zu unterscheiden. Daß doch die Leute nicht einsehen wollen, daß sie selbst der Freygeisterey und dem Unglauben mehr Nahrung geben, und ihre Religion untergraben.

Neunter Brief.

Kopenhagen hat den gelegensten und vortheilhaf- testen Hafen in ganz Europa, und dennoch bedeutet der Handel hier nicht viel, wenn man ihn mit andrer Völker ihrem vergleichet. Es ist der Mittelpunkt und Schlüssel zu zweyen Meeren; es könnte der größte Stapel und Speditionshafen für die ganze Ost- und Nordsee seyn, Die Dä- nen nutzen aber diese vortheilhafte Lage nicht; sie lassen die Ausländer ihre Producten den hiesigen Ha- fen vorbey führen, und directe an Ort und Stel- le selbst liefern, ja sogar was sie selbst brauchen, sich von Ausländern zubringen. Wenn sie ihren Hafen recht brauchten, würden sie größtentheils alle andre Manufacturen und Fabriken entbeh- ren, und dennoch mit dem, was sie dadurch ver- dienten, Balance mit allen ihren Nachbarn hal-

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ten können. Aber, sie machen lieber Projecte, um mit vieler Gefahr und ungewissem Gewinste, Kräuter aus China zu holen, oder einen Handel nach Mißisippi anzulegen, obwohl sie im Stande sind, Reichthümer im Ueberfluß vor ihrer eigenen Thüre zu finden. Freylich würden es die Aus- länder, besonders die Holländer, Lübecker und Hamburger, nicht gerne sehen, wenn die Dänen ihren Hafen nutzten, wie sie könnten. Einmal war ein Project dazu wirklich im Vorschlag; man ließ zu dem Ende schon einen schönen botanischen Garten, welcher über 70000 Rthlr. anzulegen gekostet hatte, rasiren, um Packhäuser zu bauen; es war aber ein Unglück, daß es an Kräften fehlte, selbiges ins Werk zu setzen. Man lud zwar die Holländer dazu ein; diese lachten aber. An allen Unternehmungen sollen die Ausländer Antheil haben. Neulich ward hier eine Lotterie projectirt, um die Schulden der Westindianer, ohne deren Wissen und Dank, an die Holländer zu bezahlen, wozu auch eben die Holländer das mehreste bey- tragen sollten. Ich zweifle, daß es damit jemals zu Stande kömmt; es sind auch nur drey Kaufleute, die für die Wiederbezahlung des Capitals garantiren, und die Bezahlung ist so weit ausgesetzt, daß diese drey Contoirs gerne aussterben können. Der Gewinn für die Anleihe ist übrigens vortheilhaft genug.

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Zehnter Brief.

Niemand geht allhier zu Fuße, alles fährt in Carossen. Man sollte schwören, das Po- dagra hätte hier seinen Sitz aufgeschlagen. Vom größten Minister bis zum kleinsten Handwerks- mann fährt alles. Allein, der wahre Grund hievon liegt wohl darinn, daß der Kleine immer der Affe des Großen ist, weil er siehet, daß er nicht angesehen ist, wenn er es den Großen nicht gleich thut; daraus entstehet auch, daß die bemitteltsten Bürger sich Titel kaufen, um ein Ansehen und ei- nen Rang über andre zu erhalten. Es ist nichts Seltenes, daß ein Krämer sich zum Kanzleyrath oder Justitzrath machen läßt, ohne jemals zu erfahren, was in der Kanzeley vorgeht, oder einen Begriff zu haben, was die Justiz für ein Ding ist. Ein Kaufmann glaubt daher genöthiget zu seyn, sich einen höhern Titel zu kaufen; selbiger kostet viel; der Aufwand wird groß, um sich seinem Stande gemäß aufzuführen; und dadurch schwächt er in der Folge seine Handlung. Die Titelsuche ist überhaupt wohl in keinem Reiche größer und mannichfaltiger als in diesem. Ein Bedienter, der bey einem Herrn am Hofe eine kurze Zeit ge

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standen, erhält, wenn er sich in die Gewogenheit seines Herrn einzuschmeicheln weis, allenfalls eine schöne Frau oder Schwester hat, auf dessen Empfehlung, gar leicht eine Zollbedienung, oder gar eine Stelle bey der Justiz, ohne was davon zu verstehen. Man hat Beyspiele, daß solche Leute kaum ihre Namen haben schreiben können; aber es giebt ein bequemes Mittel sich darinn zu Helsen; man hält sich Gevoll- mächtige. Nicht lange hernach ist ein solcher Mann wenigstens Justizrath. Ich sende Ihnen hiebey den dänischen Staatskalender; Sie werden über die große Anzahl von Räthen und Charakteren erstaunen; Sie müssen aber wissen, fast alle königliche Bediente sind charakterisiret, den Visiteur mit eingeschlossen; doch selten verwaltet einer das Amt, das sein Charakter erfodert, oder hat nur einen Titel der zum Amte paßt. Es ist hier so zur Mode geworden, daß man keinem vernünftigen Manne keinen Menschenverstand zutrauet, wenn er nicht charakterisirt ist. Fast auf den Fuß, wie man in Frankreich jeden als einfältig beurtheilet, der nicht wenigstens Marquis heißt. Hier fällt das Sprüch- wort weg: Wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch Verstand. Hier braucht es nur eines Titels. Ehedem war die Absicht dieser Titel eine Belohnung verdienter Männer, die sich im Dienste des Königes hervorgethan, oder durch Gelehrsamkeit und Wissenschaften sich ein Ansehen erworben

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hatten; dis Charaktere dienten also damals zur Aufmunterung und Nacheiferung. Itzo braucht man weiter nichts als Geld, dadurch kann man alle Titel und Ehrenzeichen erlangen. Die Folge ist, daß alle Aufmunterung und aller Reiz wegfällt, da man sieht, daß würdige Leute, die dem Staate wahre Dienste geleistet, sich mit denen in eine Classe gesetzt finden, die nichts gethan haben, auch nie vermögend dazu gewesen sind, und kein andres Verdienst besitzen, als daß sie ihren Titel bezahlet 6).

6) Es ist nunmehro durch zwey königl. Verfügungen festgesetzet, daß die Charaktere ihrem Endzweck gemäß, nur Verdienste bezeichnen, und daß die wirklichen Laquais, ohne Unterschied, von allen Bedienungen im Lande, ausgeschlossen seyn sollen. Z.

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Eilfter Brief.

An den Herrn N.

Sie können sich nicht vorstellen, liebster Freund! wie veränderlich die hiesigen Frauenzimmer

sind. Ich glaube sie thun es darinnen allen andern Rationen zuvor. Vor einigen Jahren waren sie alle, wie man mir gesagt hat, Französisch in ihren Kleidern, und vielleicht auch in ihren Sit- ten; voriges Jahr Türkisch; itzt aber sind sie ganz Englisch von Kopf zu Fuß, und kaum von Manns- personen zu unterscheiden, alle in langen englischen sogenannten Fracken, ja gar in Stiefeln und Spo- ren; sie reiten die wildesten Hengste, Trotz dem besten Stallmeister; und ich denke, ehe noch ein Jahr hingeht, sitzen alle Damen hier selbst zu Pferde und gehen in vollem Mannshabit. Ist das nicht ein Eingriff in unsre Rechte? Aber sind wir auch nicht selber Schuld daran? Es ist wahr, eine solche weib- liche Reuterey müßte fürchterliche Eroberungen machen; denn wer würde ihr widerstehen können. Ein Bauer, der seine hochgebietende Frau neulich zu Pferde erblickte, rief voller Entzücken aus: Ey

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49 so eine gnädige Frau haben wir noch nie gehabt, die uns ihre schönen Schenkel öffentlich hatte sehen lassen. Wer weis, was dergleichen Unternehmungen im Schilde führen? Ob es vielleicht nicht gar auf die Bezwingung und Beherrschung der Mannspersonen angesehen ist, die diese Absicht selbst befördern helfen, indem sie nach gerade so weibisch und weichlich werden, daß man bald in vielen Häu- sern nicht mehr wissen wird, wer Herr oder Frau ist. Sie erinnern sich wohl gewisser Vorstellungen aus der verkehrten Welt, die wir einmal sahen. Ich weis nicht, ob die alten Amazonen fruchtbarer gewesen seyn mögen, als die neuern auf ihren Springern, mit denen sie galloppiren, traver- siren, tummeln, Courbetten machen, wie der beste Cüraßier; mit Karakol, Karriere, Manege herum werfen, und sich nächstens, wie ich hoffe, auch einen Stutzbart zulegen werden. Ich würde den Dänen nichts anders, als eine niedrige Sklaverey prophezeyen, wenn sie sich diesen Amazonen, die so veränderlich von Gemüthsart sind, unterwürfen, und sich von ihnen regieren ließen. Heil ihnen, daß selbige keinen Einstuß in Staatsgeschäffte haben; was würde dieses nicht für häufige und lustige Veränderungen geben. Ich kenne bereits einige Privathäuser, wo die Damen die Herrschaft schon an sich gerissen haben. Sie sollten indessen nicht glauben, wie holdselig, wie sanst, wie un-

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50 schuldig diese Geschöpfe ausserhalb ihres Gebietes sich bezeigen; da sind sie zärter als die Lämmer; sie erschrecken wohl gar über das Geschrey ihres kleinen Schoßhündchens, und fahren bey dem geringsten rauhen Tone zusammen, der ihre Ohren erreicht; sie können kein Huhn schlachten sehen: Aber laßt sie wieder zu Hause kommen, so seht ihr eine ganz andre Scene. Ach! - die verdammte Köchinn, das Teufelemensch hat das Essen noch nicht fertig, man möchte sich todt ärgern; hängen sollte man das Rabenaas - Peter! Heinrich! Holla! wo sind die Schlingel alle? Könnt ihr Schurken nicht aufpassen? Wozu seyd ihr doch in der Welt Gottes nütze? Verdient ihr nicht gepeitscht zu werden ? - Ach meine liebe Frau! ärgere dich doch nicht so. - Was Mann - du Mann willst auch deine Frau noch umbringen helfen? - Geh auf deine Studierstube und bekümmere dich um Nichts. Zum Henker! daß du dein Maul nicht halten kannst? daß dich das Wetter! wenn die Männer doch nicht mitsprechen wollten, da sie nichts von verstehen! Geh alter Narr, und komm mir nicht wieder vor die Augen - Still, wer klopft? Himmel! es ist der junge Baron von B. Ihre gehorsame Dienerinn! mein lieber Herr Baron. Ich freue mich sehr Sie zu sehen. Sie bleiben doch heute Abend bey mir und nehmen vorlieb; darf ich nicht hoffen? Sie jungen losen Her

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51 ren muß man wohl vesthalten, wenn man Sie kriegen kann. Wie schalkhaft Sie nicht aussehen! Ich wette, Sie denken an die schöne P. die gestern in der Oper sang. Seyn Sie doch so gütig und erzählen Sie mir etwas von Ihren gestrigen Vergnügungen, Sie wissen, wie vielen Antheil ich dar an nehme.

Noch ein Wort von den Frauenzimmern der niedern Classe. Diese sind so zart, daß sie beständig frieren, Winter und Sommer; sie gehen auch desfalls in den heissesten Sommertagen in großen Pelzen mit Rauchwerk.

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52 Liebster Bruder!

Ich habe Dir neulich etwas von dem Zustande der dänischen Gelehrsamkeit gesaget. Weil ich itzt mit einigen Gelehrten Umgang erhalten, und mich etwas mehr umgesehen, bin ich vielleicht besser im Stande, Dir genauere Nachrichten zu geben. Obgleich die Dänen noch lange nicht die Stuse der Kenntnisse erreicht haben, auf der wir ihre Nach- barn, die Deutschen und Schweden, sehen; so muß man doch auch zu gleicher Zeit gestehen, daß sie viel weiter gekommen sind, als sie vor 20 oder 30 Jahren waren. Kein Professor der Theologie lehrt heut zu Tage mehr wie vormals, daß ausser der lutherischen Kirche keine Seligkeit zu hoffen; man erklärt keinen mehr für einen Socinianer, der eine oder die andre Beweisthümer für die Gottheit Christi nicht erkennen will; und man weis nunmehr, daß ein Candidat, auch ohne schwarze Kleider und ohne eine große Peruque, theologisch denken kann. Aber freylich geht diese Verbesserung noch immer mit langsamen Schritten fort; der menschliche Geist reißt sich nur nach und nach von den Fesseln los, die Mer und Gewohnheit ihm an

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53 geleget. Sie haben unterdessen itzt Dichter, Geschichtschreiber und Philosophen, die ihnen Ehre machen, ein Ewald, Guldberg, Baden, Suhm, Lüxdorph, Hielmstierne, und andre, sogar einige gelehrte Frauenzimmer; eine Andersen, Biehl, Bek, verdienen hier genannt zu werden 7). Es fehlt eben so wenig an jungen Gelehrten, die einst in ihrem Vaterlande sich Hervorthun werden. Als sonderbar ist es mir vorgekommen, daß Holbergs Comödien sich noch immer mit dem größten Beyfall auf dem hiesigen Theater erhalten. Ein sicherer Beweis, daß dieser große Mann, bey allen seinen Fehlern, dennoch die Natur treulich kopirt.

Ich wurde neulich mit einem jungen Dänen so vertraut, daß er mir endlich gestand, baß sie den Ausländern, und vorzüglich den Deutschen, das mehreste zur Aufklärung der Wissenschaften, zu danken hätten. Dies Geständniß legen sie sonst sehr ungern ab, so wahr es immer seyn mag. Er rühmte mir besonders einen deutschen Professor, der unermüdet, schon lange zur Ausbreitung der Wissenschaften sehr vieles beygetragen. Es ist in der

7) In Kopenhagen wird auch ein kritisches Journal herausgegeben, das den besten deutschen Schriften der Art, an die Seite gesetzt zu werden verdient.

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That merkwürdig, daß drey der größten Dichter und eben so viele Redner Deutschlands, sich hier aufhalten, die man aber indem kleinsten deutschen Orte besser kennt und schätzt, als hier in der Hauptstadt. Ich erkundigte mich, vor einiger Zeit, in einer Gesellschaft, nach einem dieser Männer: allein man wußte gar ihren Namen nicht, endlich gerieth ich an einen, der ihn kannte; er wußte mir aber auch weiter nichts von ihm zu sagen. Der gute Geschmack ist ein Ding, das vielen seltsam und lächerlich, noch mehreren gänzlich unbekannt ist, und nur noch den kleinsten Theil der Nation bisher zu Theil geworden. Lesen, ist die geringste Beschäfftigung des Kopenhagener Publicums. Ein großer Fehler ist es, daß die einzige Universität Dänemarks, in der Hauptstadt desselben angelegt ist; denn der Hof verdunkelt alles. Die Studenten sind nicht genug geachtet, wenn sie nicht Aufwand in Kleidern oder ähnlichen Dingen machen; sie hängen zu sehr von den Professoren ab, und haben daher fast alle ein gewisses schüchternes und blödes Wesen, das der freye deut- sche Student nicht kennet, der seinen stolzen Geist nicht niederbeugen läßt 8). Wer Student werden

8) Mann könnte die Frage aufwerfen warum in Norweigen, als einem der größten Theile des

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will, muß unter andern, gewisse Bücher auswendig gelernt haben, und sie hersagen können; und zum Unglück sind diese Bücher noch herzlich schlecht. Es müssen auch täglich fast Disputationen unter den Studirenden gehalten werden; nur Schade,

dänischen Staatskörpers, keine einzige Univer- sität wäre? Ich weis sie zwar nicht zu beantworten die Normänner aber werden wohl die Ursache besser anzugeben wissen; inzwischen glaube ich, die wahrscheinlichste Ursache ist wohl, daß man noch nicht Zeit gehabt hat, daran zu denken, Norwegen so zu cultiviren, wie man sollte; freylich würde sich eine Nation, welche ein so vorzügliches Genie vor vielen andern Nationen hat, mehr auf Wissenschaften legen; als itzo geschiehet, wenn eine Akademie in ihrem eigenen Lande wäre. Viele Aeltern scheuen die Entfernung und die Kosten, ihre Kinder nach der Hauptstadt in Dänemark zu senden; es giebt in einer Residenz allzu viele Lustbarkeiten und Zerstreuungen, woran junge Leute ohne Aufsicht Gelegenheit haben Antheil zu nehmen; die Lebensart ist daselbst natürlich kostbarer als anderer Orten, und das Geld, so zum Studieren bestimmt war, geht öfters dadurch auf, daß der Hert Sohn die Maskeraden, Bälle, Opern, Comödien, Spielhäuser, & c. besucht, wovon er am Ende, ganz gelehrt, krank, und mit Schulden überhäuft, zu Hause kömmt.

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daß auch hier ein so tröstliches Buch zu Grunde gelegt ist, als der Baumeister oder Brochmann. Die Anzahl der Studenten soll auch von Jahren zu Jahren abnehmen; so daß mir ein Professor versicherte, wenn es noch 10 Jahre so fortgienge, würde es an Leuten zur Besetzung der Aemter fehlen. Diese Erscheinung ist in der That bey dem Fortgange der Wissenschaften sonderbar; man will ein gleiches auch bey der Besuchung deutscher Universitäten bemerkt haben, und es verdiente dies wohl noch eine eigene Untersuchung. Auf der hiesigen Universitätsbibliothek suchte man verschiedene wichtige Werke vergebens; die sehr zahlreiche Königliche aber steht, so viel ich erfahren konnte, nicht jedermann offen.

Ich komme eben aus einer Gesellschaft, wo- zu ich von dem Kaufmann, der meine Wechsel bezahlt, eingeladen war; ich erstaunte anfänglich, wie ich hinein trat, denn ich glaubte, ich wäre unter die vornehmsten Ministers gerathen, so reich und prächtig war alles um mich herum gekleidet: allein ich erfuhr bald, daß es Kaufleute und Unterbediente wären. Ich hatte nur ein simples Reisekleid, ohne Besetzung an; man empfieng mich ziemlich frostig und steif; überhäufte mich mit Fragen, die meine

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57 Reise betrafen, und wunderte sich, daß ich glaubte, es wäre anderswo noch besser als hier. Die Liebe zum Vaterlande riß mich hin; mein Herz floß von Lobsprüchen und heißen Wünschen über, ohne zu bemerken, daß man mir den Rücken zugekehrt hatte. Ich schämte mich und gieng davon. — Nichts ist ausschweifender als die Kleiderpracht, welche hier herrscht; die vornehmste Dame des Königreichs ist kaum von der gemeinen Bürgersfrau zu unterscheiden. Es ist dies im strengsten Verstande wahr. Du kennst unser Sprüchwort: Man empfängt den Mann nach dem Kleide, und begleitet ihn nach dem Verstande; allein hier scheint es seine Kraft verloren zu haben. Sollte nicht hier eine Kleiderordnung sehr nothwendig seyn, um je- den Stand gehörig zu unterscheiden, den Luxus einzuschränken? Mich wundert, daß noch so wenige Fürsten an eine so heilsame und in mehr als einer Absicht nützliche Sache, mit Ernst gedacht haben.

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Du verlangst, mein lieber Bruder, ich soll dir den Charakter der Dänen schildern. In der That ein schweres Unternehmen? Wie? wenn sie nun keinen hätten? In einer Hauptstadt zumal, ist eine solche Mischung von Leuten allerley Nationen; man zeigt sich so selten in seiner wahren Gestalt; man muß sich in so mancherley Formen hineinschmiegen, daß, wenn ein Volk auch noch einen Nationalcharakter hat, er doch darüber verloren geht. Ich, der ich die Natur allenthalben studire, und, wie Du weißt, in manchen Dingen so meine eigene Meynung habe, auch mich deswegen zweyen ganzer Monate lang auf dem Lande in Dörfern und Flecken aufgehalten; glaube bemerkt zu haben, daß es eine sehr schwere Sache ist, den Nakionalgeist der Dänen recht zu charakterisiren. Einige behaupten, er habe viel Aehnliches mit der Luft und dem Clima dieses Landes, welches dick, feucht, ne- blicht kalt und veränderlich ist. Sie sagen, die Nahrungsmittel und die Regierungsform bestimmen ebenfalls sehr ein Volk, ob es frey und kühn, oder furchtsam und sklavisch sey, Ich wage hier nichts zu entscheiden. In Ansehung der Aus-

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länder ist dis Nation in einem seltsamen Widerspruche mit sich selbst. Sie ist mistrauisch und übelgesinnt gegen alle Fremde; unterwirft sich selten oder nie ihren Aussprüchen und Einsichten; glaubt es gemeiniglich besser als sie zu wissen, und räumt ihnen ungern einen Vorzug ein, bleibet immer bey ihren Einrichtungen und Gebräuchen, welche sie für die besten hält, und tadelt es, wenn einer hierinn Veränderungen zu machen wagt: und doch zu gleicher Zeit ist sie so aufs Neue und Fremde erpicht, daß sie ihre eigene Landesprodukten, ihre Waaren, ihre Künstler nichts achtet; selbst ihre eigene Sprache vernachlaßiget, und dafür eine fremde mit großer Mühe erlernet; die geringsten Kleinigkeiten mit großen Kosten von Ausländern erhandelt, und dieselben zu großen, neuen und wichtigen Unternehmungen fast immer braucht. Ich kann mir dieses Räthsel nicht auflösen. - @Noch eins muß ich Dir sagen, das mir aber sehr unangenehm ist. Unser großer Peter der Erste steht hier in einem sehr übeln Andenken; man giebt ihm Schuld, er habe eine Verrätherey an Dänemark begehen wollen, und Helsingör und Kronen-

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bürg heimlich erobern wollen, zu dem Ende auch seine Flotte schon im Sunde kreuzen lassen; allein durch die Wachsamkeit der Dänen sey der ganze Anschlag vereitelt. Ein Harter Vorwurf wenn er wahr ist! — Doch itzt steht Dänemark mit uns in dem freundschaftlichsten Vernehmen, das beruhiget und freuet mich. Ich erwarte bald von Dir Antwort. Lebe wohl bis dahin.

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En rejsende Russers

Anekdoter

over

De Danskes

Statsforfatning,

Sæder og Skikke

i

Breve til sine Venner.

Udgivne af K.

Men nu af det Tydske oversatte.

Kiøbenhavn 1771.

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Erindring til Læseren!

Det skulde vel ingen Kunst været, til disse Breve at have føiet Anmærkninger og sælge dem for Autors. Men da Publikum, uag- tet en Forsikring herom, endnu med Føle maatte tvile, om ikke de samme af et blot Indfald og for at faae des bedre Aftræk, falskelig vare Forfatteren tillagte, har man hellere vildet fremstille den vittige Autor som han er, uden at fordærve ham ved nye Anmærkninger, der maaskee ikke stemmede overeens med den Aand, som hersker i og karakte- riserer hans Skrivemaade, i sær da en Mængde Anmærkninger pleie at giøre Textens Læsning kiedsommelig og adsprede Sindet. Skulde saadanne væ- ret tillagte, maatte det fornemmelig

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været kritiske. For Ex. Naar Forf. i 1ste Brev vil giøre os viis, at han maatte give 12 Skilling Dansk for at lade sin Tobakspibe bære 30 Skrit, og endnu 4 Skilling til Brændeviin, som man kalder det, dette er vel noget uhørt. Og, at jeg skal giøre et langt Spring, naar han (i 1te Brev) opholder sig over vore ridende Damer, da synes han at være lidet bereist, hvis han ikke har seet saadant tilforn ved nogen af de mange Hoffer han har opholdt sig; og stikler han her uden Grund paa den- ne saa nyttige som behagelige Legems Bevægelse, hvormed ei alene Mandfolk men endog Damer, i sær fornemme, saa vel kan være tiente og høyli- gen behøve.

Oversætteren.

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Forberetning.

Med Forfatteren af disse Breve, Herr von K., er jeg paa mine Reiser bleven bekiendt. Han var en Mand, der havde læst og tænkt meget, studeret; paa Tydske Universitæter, og var vidt bereist. I sin Omgang var han munter og beleven, og oplagt til at giøre sine Anmærkninger og Kritiker over alting. Hans Karakter var i det øvrige elskværdig, og indtog mig saaledes ved sin aabenhiertige Fortroelighed, at jeg alvor- ligen bemøiede mig for at erlange hans Venskab, hvilket og saaledes lykkedes mig, at jeg

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6 Forberetning.

paa mine Reiser fik mangfoldige Prøver der- paa. Endelig værdigede han mig og, at meddeele mig sine Anmærkninger, som han samlede paa sine Reiser, og skrev til en af sine Venner i Petersborg. Han lod mig læse sine Breve, som han ved de tydste Hoffe, medens han sig der opholdt, havde forfærdiget om deres ind- og udvortes Forfatninger, og af hvilke fremskinnede megen Indsigt og Skiønsomhed. Da vi skiltes ad, lovede han, at besøge mig ved sin Tilbagerejse over Dannemark og Sverrig, og han holdt sit Ord. Medens han opholdt sig hos mig, fornøjede han mig med de Breve, han paa sine Reiser havde skrevet til sine Venner, og af hvilke han førte Afskrifter med sig. Jeg fik efter indstændig Begiering Tilladelse at lade samme afskrive, og besidder en temmelig Forraad angaaende Hofferne Wien, Berlin, Dresden, Kiøbenhavn, Stokholm, og hvor han kun har opholdt sig. Mange bittre Sandheder, besynderlig om Berlin og Kiøbenhavn, ere derudi sagte. Sam

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7 Forberetning.

me vilde udgøre er par Bind, hvis de skulde trykkes; Jeg har vel ikke bedet ham om denne Frihed, men han har heller ikke forbudet mig den. Da jeg til min store Glæde læste Trykfrihedens Tilladelse i Dannemark, og bad en Ven der, at sende mig Frugterne af samme, siden jeg forstaar Dansk; saa har jeg med Forundring seer, at en Mand, der allerførst vovede at benytte sig af samme, og kalder sig Philopatreias, har trukket kuns en Hobelændig Tøi efter sig. Man skulde troe, disse Folk vare alle trufne ind i en stor Irrgang, hvor ingen vidste at finde ud; skiønt mangen en har truffet paa et par Fodsbred af Veien, vidste han dog ikke at fuldende den, men forvildedes immer dybere, uden at vide hvor han traf hen. Man har vel eet eller to Stykker, som jeg har læst, hvori Forfatteren er kommen paa det rette Spor, og tildeels truffet bedre end Philopatreias, hvoriblandt fornemmelig regnes en Philodanus. Han forvildes sielden, det er sandt, men naar han forvildes, saa kommer

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Forberetning.

han hver gang i saa stor en Labyrinth, at han aldrig kan finde ud. Han siger for Exempel: Man maatte i Provinsserne i smaae Kiøbstæder fastsætte et vist Antal Kiøbmænd, og ikke taale fleer end disse derudi. Jeg vil kun anføre een Ting derimod. Min Fødebye bestod i førstningen af tvende som dreve Handel, men nu har den over 400. Skulde den nogensinde bleven saa stor, hvis det ikke var skeet ved Handel? Man skulde kun sat Altona saadanne Grændser, man skulde ei have spillet Hamborg noget Puds dermed, den skulde vist aldrig naaet sin nærværende Størrelse. Men jeg troer, den gode Mand mener Kræmmere som handle med Tobakspiber og Svovelstikker, og endda skulde han have Uret, thi den som best begegner Kloderne, og havde de beste Vare, vilde have de fleeste Handlere, altsaa trække meer Næring til sig, og de andres Kram vilde af sig selv falde bort, ligesom det gaaer med Handværkere, man vilde for det meste have bedre og billigere Arbejde. En anden

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9 Forberetning.

geraadede derimod i denne Irgang i det dybeste Morads, og vil ogsaa derudi blive siddende, uden at nogen skal nogensinde kunne trække ham op. Han kalder sig Anti-Philopatreias, i og for sig selv allerede er slet Navn, han har i Besynderlighed villet forsvare Geistligheden, men den vil lidet takke ham. Alle disse forskiellige Skribentere foranledige mig at lade trykke en Deel af min Vens Breve, som betreffe allene Dannemark og i sær Kiøbenhavn. Jeg vil forvente, hvorledes Publicum optager samme. Jeg har valgt dem uden Orden, ligesom de faldt mig i Hænderne, der er ogsaa endnu fleere tilbage, hvilke jeg maaskee med Tiden ogsaa giør bekiendt. Min Ven har maaskee i mange Stykker dømt alleene efter første Anseende og ofte umoden, maaskee han heller ike ret er bleven underrettet. En Fremmed maa man heri tilgive noget, thi han tager det alt som han finder det, og ofte efter det første Indtryk. Han har endnu lastet visse politiske Feil paa den Tid, hvilke under

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10 Forberetning.

Christian den Syvendes nuværende Regiering allerede ere forbedrede og afskaffede, ligesom man i Almindelighed maa tilstaa, at denne Konge er opmærksom paa alt, for at forbedre de indsnegne Feil, og at giøre sit Folk lykkeligt. Han vil selv regiere og dømme. Et saa rart Exempel af Fyrster! Hvo tviler paa, at han jo hos sine Undersaatter og Efterverden vil stifte sig en ævig og uforgængelig Hukom- melse.

Jeg har intet videre at sige, end at jeg til disse Breve har føiet nogle Noter betegnede med Z. hvilke indeholde Forandringer, som efter den Tid ere forefaldne, eller Ting, hvorom jeg bedre var bleven underrettet. Lybek. 1 December 1770. Michael Adam K* lb.

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Første Brev. Til Herr v. S. Kiøbenhavn 1769. Kiereste Ven! Efter en lang Reise af 5 Uger, hvor jeg har udstaaet alt det Ubehagelige, som med en Søereise er forbunden, og af en langvarig Søesyge var ganske udmattet, er jeg endelig i Forgaars kommen til Kiøbenhavn. Jeg har lovet at give Dem Efterretning om alt, hvad jeg her forefandt Merkværdigt, og jeg seer allerede forud, at jeg dertil vil faae Leilighed og Materie nok. Saasnart jeg gik fra Bord, førde man mig til den vagthavende Officier for at fremviise mit Pas; det var er ungt Menniske omtrent 20 Aar gam-

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mel, og hans Opførsel var lige saa barnagtig. Da mit Pas var skrevet paa russisk og tydsk, maatte han ventelig ikke forstaaet det, thi han spurgte mig paa gebrokken Tydsk, fra hvad Land jeg kom? Da jeg endelig efter mange een- foldige Spørsmaal slap løs fra ham, lod jeg mine Sager bringe i Land. Der indfandt sig vel 20 tjenstvillige Aander, der alle saae ud som Rovfugle, og vare meget geskæftige, hver at tage et Stykke af mine Sager, og dermed ile fort. Efter megen Møie samlede jeg mit Tøived Toldboden igien, hvor alle disse Folk for- langte at betales. Da jeg for en Vei as onge- fær 30 Skrit havde betalt enhver 6 Lybsk ß. eller efter vore Penge 13 Copeker, var det end- nu ikke nok, thi hver fordrede endnu 2 ß. Lybsk til Brændeviin. Pøbelen, tænkte jeg, maa her være langt meer hengiven til denne Drik, end hos os, da man dog udraaber vores Nation saa meget derfor. Altsaa kostede mig min Mantel, min Fodsæk, min Tobakspibe, min Thee- potte og Kopper, min Pels, min Flaskefoder, kort sagt, hvert Stykke for sig 8 ß. Lybsk i Bæ- reløn. Denne Begyndelse gav mig just intet fordeclagtigt Begreb om Politien her, da en

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hver Fremmed er udsat for disse Rovfugle. Paa Toldboen kom jeg iblant andre Herrer, jeg kalder dem Herrer, fordi nogle bar Kaarder, men jeg mærkede af Omstændighederne, at det var Visiteurer, jeg maatte altsaa pakke mine Sager ud og lade Alting giennemsøge. Hvad der allene havde Udseende af Nyt, erklærede de for Contrebande; der hialp altsammen intet, at jeg sagde: jeg var en Fremmed, de Sager vare blot til mit eget Brug, og jeg drev ingen Handel dermed. Endelig aabnede jeg mit Fla- skefoder, og lod de Herrer probere min Viin, som de fandt fortreffelig, jeg tilbod dem Resten af nogle Bouteiller, og tilmed trykte En, der bestandig saae mig efter Lommen, endnu en Rubel i Haanden. Dette frugtede strax saa meget, at jeg kunde lade mine Sager pakke sammen igien, undtagen et Stykke Man- schester, jeg havde bestemt mig til en ReiseKlædning, men ikke havt Tid at lade giøre for min Bortreise, hvilket maatte blive paa Toldboden, med Betydning, at det var Contraband. Men min anden Koffert, som jeg var meest bange for, blev da slet ikke aabnet. Een var da og endnu saa ærlig, at skaffe mig en

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Fragtvogn, for at bringe mine Sager til Giæstgiver-Gaarden, hvor jeg vilde logere. Underveis satte Synet af mange smukke Bygninger og Palladser mig i en behagelig Forun- dring, dog dette er kun den for 20 Aar siden nye anlagte Amalienborg eller nye Frideriksstad. Staden i og for sig selv er ikke saa smuk bygt, Broelegningen i mange Gader slet, ofte ikke saa god som Landveiene andresteds. Stedet er formedelst sin lave Beliggenhed meget sumpigt, naar det regner noget om Sommeren, saa kan man fast ikke paa anden Maade komme igiennem end i Støvler.

Her bliver og en smuk Kirke opført af indenlandsk eller Nordsk Marmor, efter Modellen af Petri-Kirke i Rom. Man sagde mig, der var allerede 18 Aar arbeidet derpaa, og dog er det [første Postement!] endnu ikke halv færdig, hvilket dog allerede har kostet over 594000 Rdlr. at bygge. Hvis denne Bygning skulde blive færdig, som dog vel ikke torde skee i 50 Aar, da kun daglig 50 Mennesker arbeide derpaa, saa vilde samme koste 2277000 Rdlr.; Er det ikke en forskrækkelig Bygning?

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Imidlertid har Kongen af Dannemark vist nok ikke saa mange Penge dertil som Paven, der ved sin Bygning i de Tider kunde sætte alle Kongeriger i Contribution, og overalt synes mig denne Bygning at være for stor for Dannemark. 1) Bygmesteren er, som forstaaer sig selv, en Franskmand. Da jeg immer har hørt, at Danmark havde Statsgjeld, dens Søe- og Landmagt (som vi og vare blevne underrettede om, da Peter den 3die vilde bekrige den) slet ikke vare i den beste Forfatning, Landet tillige slet dyrket, ved det Bønderne fast alle ere vornede, ligesom i Pohlen, eller Trælle, og jeg ogsaa virkelig nu finder dette saaledes, saa begriber jeg ikke, hvi denne liden Stats Ministre søge at formaae Kongen til at anvende umaadelige Summer, for at opføre Steenhobe

1) Man har nylig ladet denne for Dannemark ustridig for kostbare Bygning ligge, og givet Bygmesteren Afskeed. Overalt søger den nuværende Regiering at spare alle overflødige og store Udgifter, at afskaffe alle unødvendige ogsaa med for stor Gehalt sammenføjede Betjeninger, for ei at turde besvære Undersaatterne med flere Paalæg, og at kunne efterhaanden formindske de hidtilværende.

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hobe for Efterverden. Mig tykkes immer, man giorde bedre, om disse Summer bleve anvendte til at afbetale Landets Gield, at forbedre Landet, Handelen og Manufacturerne, hvorudi Dannemark er endnu langt videre tilbage end vi, da man dog først for saa kort Tid siden har begyndt at regne os iblant de sædelige Nationer. Jeg erindrer mig ved denne Leilighed en Anekdote, da en vis stor Konge skal have sagt til den Danske Minister: Dannemark maatte dog være et got Land, siden Ministerne ikke med al Magt kunde ruinere den. Lev vel, beste Ven! siden noget meere. Beret mig dog snart noget Nyt om vor Tyrkekrig, thi i Tidenderne her finder man intet uden gammelt Tøi, som elændig er udskrevet af de udenlandske og trykkes 8 Dage seenere. Jeg er & c.

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17 Andet Brev. Til Herr von S. Jeg sendte i Dag Bud til Toldboen, for at lade mit Stykke Manschefter clarere,

som det heder. Men Berienteren bragte mig den Efterretning, at jeg maatte sende det tilbage igien, om jeg ellers igien vilde have det. Jeg erkyndigede mig, om her maaskee vare saadanne Fabriker, men man svarte mig Nei. Jeg begriber altsaa ei, hvorfor man aldeles ikke maae indføre dette Tøi, da jeg dog gierne vilde give Told deraf. Handelen maa her være me- get indskrænket, sagde jeg ikke, men tænkte.

Jeg var for nogle Dage i Selskab, hvor de fleste Kiøbmænd, ogsaa andre gik klædte i Manschester. Jeg spurgte fuld af For- undring, hvorfra man fik samme? man sva- rede: „fra Engeland og Tydskland." Jeg sagde: der er jo forbuden at indføre, og man

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tør offentlig bære den? hos os turde sligt ikke skee. „O det skader intet, hedte der, man kan faae den under Haanden tilkiøbs, og der lader man sin Skræder sørge for, naar man engang har den paa Kroppen, saa spør ingen videre derefter. Ja endog de, der forestaae Tolden og Finantserne, bære den selv, og saaledes gaaer det med alle udenlandske Tøier, man kan ikke undvære dem, fordi vi selv ingen Fabriker har deraf, men de ere forbudne at indføre, at Kongen kan blive bedraget for Tolden.'' (løselig vil jeg kun sige dig, at man her immer siger: Kongen bliver bedragen, Kongen har forbuden det, Kongen lider derunder, Kongen har givet det; i Steden for at sige: Staten giør det, Staten giver det; ret som Kongen og Staten ikke vare eet og det samme, eller som de nogensinde kunde være adskilte fra hinanden. Sa- pienti fat!) Ja, sagde en anden, „naar sligt var tilladt, vilde alt for mange Penge gaae ud af Landet og berige vore Naboer.“ Ei hvad, sagde den første igien, gaae de ikke desuagtet ud af Landet? „Saa længe som viselv ingen Fabriker har, som due, og slige Va-

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re er forbudne at indføre, eller og en høi Told lægges derpaa, saa længe vil vi im- mer faae Contrebande; den ringe Told, som ellers tilforn var derpaa, trække nu til- deels Toldbetienterne, og Kongen faaer in- tet." Men blive saadanne Toldbetientere ikke straffede? spurgte jeg igien. „O ja, naar de blive overbeviiste, saa straffer man dem paa Penge, eller man setter dem ogsaa af.“ Videre intet? Men der er dog en Meeneed, een af de største Laster, og fortiente haardere at bestraffes, maaskee man da vilde finde færre Exempler. „O saa nøie tager man det ikke; men bliver en Kiøbmand troffen, som ikke klogelig nok har fanget sine Sager an, der er at sige, ikke nok har forsølvet, ham straf- fer man efter Loven, uden at spørge, om Straffen overstiger hans Formue, eller om han aldeles med sin Familie derved bliver ruinerer eller ei.'' Men mig synes, dette er igien for strængt, thi Kiøbmanden er Bor- ger og bringer Staten og Kongen noget ind, men hine maa Kongen underholde; Hvo fortiener vel meest Overbærelse? Hin begaaer en Meeneed mod sin Herre, og viser derved Kiøbmanden paa selv samme Vei; denne giør det

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20 maaskee af Nød, fordi Handelen er for meget indskrænket, for at fortiene noget paa denne Maade. Har man da her intet CommerzCollegium, som seer paa, at slige u-undværlige Fabriker blive anlagte, saa vilde jo alt saadant falde bort af sig selv? "O ja, vi har endog et General-Commerz-Collegium." Samme bestaar maaskee af erfarne Kiøbmænd og Fabrikører? „O Nei! det bestaaer af lut ter fornemme Naader.„ 2) Men har de og

2) Dette Collegium har paa nogen Tiid været mange Forandringer underkastet, hvorvel just ikke til Fabrikernes, Handelens og Manufakturernes Fremgang. Ja det er vist, at den største Deel af deres Fabriker har liidt ved denne Forandring. Man har endelig overgivet Direktionen over det Kongelige Fabrik-Magazin og Fabrikkanternes heele Velfærdt til en Kiøbmand, som man aldrig har tiltroet andre end Vexelindsigter. Nogle sige: han fik Løn, for at giøre Forestilling ved Collegiet, og at forskrive Materialier for Fabrikerne, det er ikke Spørsmaal, hvor meget han derpaa har fortient, eller om han har faaet samme fra første Haand, eller om han har solgt Fabricanterne Leonesisk Uld for Segovisk. Nok er det, han har forsikret Collegiet, at ved denne Indretning maatte Varerne blive 20 til 30 Procent lættere, og man har troet ham paa hans

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de tilstrækkelige Indsigter dertil? „Det er ikke at spørge om; det er kun for der meeste ind rettet, at de Herrer kan have Embeder og Løn. Kongen har vel fastsat en anseelig Fond til Fabrikernes og Handelens Op komst, men disse Herrer trække tredie Deelen i Løn, og atter en tredie Deel, naar noget bli ver en eller anden Fabrikør bevilget til Fabri-

Ord. Nogle Fabrikører forsikre, og Erfaring har lært, at de raa Materier ere blevne endnu eengang saa mange Procento dyrere. Det Kongelige Magazin tilstaar ham desforuden endnu af alle tilkiøbte og solgte Varer visse anselige Procenter. For at bringe det dertil, at Fabrikørerne ingen raa Vare selv kunde forskrive, søgte han at svække deres Credit udenlands ved en Kongelig Forordning, at nemlig alle Generalmagazinets Fordringer paa Fabrikørerne skulde ansees ligesom alle andre Kongelige Fordringer, og have Fortrinet for alle andre; og Man maa tilstaa, at han derved har naaet sit Øiemærke. Men Følgen deraf er, at han tvinger de beste Danske Fabriker under sit Formynderskab, endogsaa dem, der paa Generalmagazinets Bekostning eller, hvilket er lige meget, for sig selv ere anlagte, og alt dette maa falde ham faa meget lættere, da han dertil kan bruge Generalmagazinets Fond.

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22 kernes Opkomst, gaaer der op med Presenter, for ar erholde samme, og gemeenlig faaer saadanne Folk der, som allerede ere bemidlede, eller Udlændige, som vil entreprenere en eller Fabrik, og selv intet forstaae deraf, anlegge samme strax for stor, holde Heste og Vogn, blive bankerot, giør atter Foræringer, og paa ny bekomme Forstud. En Handverksmand, der har lært sin Profession, vil det sielden lykkes at erholde noget, og deraf kommer der til Deels, at vi aldrig har Fabriker der due noget. En eneste Hatte-Fabrik har kostet Kongen over 30000 Rdlr., og ikke en Skilling har han faaet igien." Har de da slet ingen HatteFabriker? „O jo, vi har alt længe hav nogle ret gode, bedre end i Tydskland." Ja saa jeg ikke over, om de ingen Fabriker har. Vi har vel nogle faa gode Fabriker, især en fortreffelig Klædefabrik, som aarlig ernærer henved 700 Mennesker;" Og efter det jeg nylig har seet af en nys udkommen Tractat, om Manufacturernes Nytte, besynderlig for Dannemark, ar samme i 14 Aar har allene i Arbeidsløn udgivet over 235000 Rdlr. Jeg er & c.

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23 Tredie Brev.

Til Herr O.

Den Tid vor ulykkelige Peter den Tredje vilde bekrige Dannemark, antog man en Fransk General til Chef for Land-Armeen, uagtet han endnu aldrig havde flaget en Armee. Men fordi man i Dannemark havde haft Fred over 40 Aar, troede man maaskee ingen duelig Mand at sinde iblant sig, der var i Stand til at commandere en Armee, og dertil fandt man ingen bedre end en Franskmand, der endnudesuden, som man vil sige hos os, havde tient sig op fra Munk til General. Denne Mand troede nu altsaa, at maatte tiene Dannemark med sine Gaver og Indsigter. Han giorde en Plan med den Læthed som ligner en Franskmand, at underholde en stærk Armee, blot af den Grund,@fordi Kongen af Frankrig og Preussen under-

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holdt samme. Havde den gode Mand kun læst eller Finde vor Büschings Beregning, som i Frankerig regner 20 Millioner Mennesker og i heele Dannemark kuns 2, faa vilde han have truffet Proportionen bedre; eller naar han kun ville have betragtet Dannemarks Beliggenhed, som, naar den kun er dækket ved en god Søe-Magt, ingen stor Armee behøver. I Følge hans Plan maatte Armeen forøges med mange Officierer; han deelte Regimenterne i 14 Compagnier, (i freden for at samme tilforn og paa alle Steder i Verden bestaae vel kun idet høtefte af 12 Compagnier,) og disse, som forhen var 90 Mand stærk, bleve faa kun 66 Mand. Kongen havde færre Soldater men des fleere Officierer, og man vil ved nøiere Eftersyn finde, at denne ny Indretning koster aarlig over 300000 Rdlr. meere. Men for at fremskaffe disse Omkostninger, vidste hans opfindsomme Geist læt at finde Middel; Han lod alt Geværet sælge af Arsenalet før tredie Deelen af hvad der forhen havde kostet. Ridesadeler, som havde koster 8 Rdlr., bleve bortsolgte paa Auction for 2. Han lod Ca- vallerie-Regimenter gaa ind, for at oprette

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Landmiliß; Heste til 50 a 70 Rdlr. bleve solgte for 15 til 20 Rdlr. Han pønsede meere og meere paa Midler til at udføre sin Plan, og at erholde Omkostningerne dertil. Han lod Fæstninger demolere, for at kunne sælge La- vetterne fra Kanonerne; og det kom ikke ham an paa at sælge en Deel af den Danske Krigsflode, naar det uden megen Opsigt kunde la- det sig giøre. Denne Mand havde fermodentlig den Meening, at Fæstninger vare skadelige i et Rige, og at en god Armee var den beste Fæstning, i Følge deraf vilde han lade een blandt de beste af Naturen selv befæstede Grændsefæstninger gaa ind, fordi der til sammes Vedligeholdelse udfordredes mange Omkostninger. Hvis heller ikke en vis Minister af patriotisk Iver havde sat sig derimod, vilde han have naaer sit Øiemærke. Seer De, dette var den forskrækkelige Mand, der skulde slaae vore Armeer; jeg troer og, det skulde have kostet hans opfindsomme Geist lidet ar ruinere dem gandske, hvis ikke til Ulykke for ham vor arme Peter den Tredie (et saa lærerigt Exempel for alle Regentere!) for hastig havde trædet ud fra Verdens Skueplads.

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Fierde Brev.

Til Herr von S.

Lovkyndigheden er her til Lands intet Stu- dium, thi Loven er saa klar og tydelig og efter Landet faa afpasset, at endnu intet Land hidtil har haft en bedre at opvise. Desuagtet ere Processerne, og Chicaner ved Underretterne vel i intet Rige hyppigere end i dette, og varer ofte lige saa længe som Parterne har noget at sætte bort paa Processen. Der hør heller ikke meget til at blive Procurator. Et ungt Menneske lader sig antage som Betient hos en Procurator, han bliver da Skriver, og naar han har lært Chikanerne, sin Herres Fuldmægtig, saa kan han for sig selv i sin Herres Navn sætte Folk, der betroe sig ham, Briller paa, saa meget han vil. Men siden den Danske Lovs Publication har man efterhaanden giort den 40 til 50 gang

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stærkere; forhen udgiorde den kun et lidet Duodezbind, nu bestaar den af 17 Qvartbind meere. Man har været nødsaget, til Deels formedelst de mange Fordreielser af Lovkyndige og andre Omstændigheder (hvoraf Ufuldkommenheden hos alle menneskelige Love vel ikke maatte være den ringeste) at giøre mange hundrede Forordninger, hvilke nu indeholde lige saa mange Modsigelser. Kongen har vel allerede for nogle 30 Aar siden overdraget adskillige Mænd at udtrække en ordentlig Codex, og dertil fastsat 400 Rdlr. Pension, men derpaa er endnu lidet eller intet arbeidet; Folkene ere døde, men Pensionen er immer rigtig bleven arvet ned fra Mand til Mand, uden derfor at have noget giort. Heraf kan De læt see, hvor fornøden en tydelig klar Lov og en stræng Instruction og Opsigt over Dommerne og Ad- vocaterne er. Vor vise og store Keiserinde har meget vel indseet dette; vi bekomme ved hendes fortræflige Anordninger en Lov, som vel ikke har sin lige, at giøre et Folk lykkeligt. Her gives Tilfælde, hvor Loven slet intet er brugbar. Har en Advokat en Sag, som han ikke kan drive igiennem for Retten, saa

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kommer han, sin Vederpart uafvidende, ind dermed i Kanzellierne, og erholder ofte sin An- søgning, saa tør ikke videre appelleres, thi den- ne Dom er afgiørende. Nylig sluttede, for Exempel, en Mand med en anden et Huus- kiøb, men fordi han siden af sine Venner og paarørende erfarede, at han havde kiøbt for dyrt, vilde han gaae fra Kiøbet. Det kom til Proces, men fordi Kiøbe-Comracten og alting lovmæssig var underskrevet, kunde Advokaten dermed ikke trænge igiennem for Retten; han kom derfor ind i Kanzelliet, Slægtingerne bede at erklære dette Menneske for u- myndig, ved det han havde begaaet denne Feil af Forstands Svaghed, Kanzelliet erklærte ham virkelig for umyndig, og dømte ham fra Forstanden, som han Gud skee Lov! skal have endnu den Dag idag er, og Kiøbet blev ikke holdet. De har maaskee heller aldrig troet, at man skulde erklære en Originals Oversættelse, der var bleven trykt med Forfatterens Vidende og Villie, som dertil ikke havde solgt nogen sin Rer, for en uægte Eftertryk, og dog er dette skeet her med en af de bekiendteste Bøger. Jeg er & c.

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29 Femte Brev. Til Herr von O.

Her gives endnu et Udskud af Rets-Per- soner, i Fald nogen døer udaf en Fa- milie, og samme kalder man Skifte- retten. Hvert Etat har i saa Fald sin besynder-

lige Skifteforvalter, og ved slige Dødsfald bliver alting med Rettens Midler forseglet. Dette er vist nok en nødvendig og god Foranstaltning for Umyndige, men deraf opkommer saare megen Uret og Misbrug. Disse Skifte-Herrer blive gemeenlig i kort Tid bemidlede Folk. De opfluge de umyndiges og andres Arv ved Stervboets Slutnings langvarige Udsættelse. Jo meere Formue der er, jo længere varer slig et Skifte. Man har Exempel, at saadant et Stervboe har varet vel 10 til 16 Aar og længer; thi jo.længere det varer, jo meere voxer

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Sportlerne og pro C, og desto længere kan disse Herrer bruge de indcasserede Penge. Har en Mand en Fordring paa saadan et Stervboe, og han ikke kan undvære sine Penge til Slutningen, saa vender han sig til Skifte- forvalterens Fuldmægtig eller Skriver, naar han kun der forstaar den store Kunst, at giø- re en anseelig Foræring, eller af Reigningen lade sig aftrække i det mindste 25 pro. C. og fuldt qvitere, saa kan han vel faae sine Pen- ge. Giør han ikke dette, saa maa han sikkert bie indtil Slutningen, om der end var For- mue nok til Betalingen. Endnu fordeelagti- gere er et Skifte, naar der ikke er Formue nok, til at betale Creditorerne, og Arvinger- ne gaa fra Arv og Gield; saa kan disse Herrer accordere med Kreditorerne som de vil. Det skeer vel, at ingen faaer noget, og heller in- gen tør understaa sig at undersøge deres Beregning. Hvor nødvendigt var det, at man satte disse Herrer Overopsynsmænd; hvor mangen Uorden maa ikke komme deraf, naar en fattig Arbejdsmand ikke faaer sine Penge, som maaskee mangen gang kan være hans

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31 heele Formue, eller, hvilket gaaer ud paa eet, ikke faaer dem til rette Tid. 3)

3) Ved en nyere viis Forordning fra Regeringen er ogsaa bleven raadet Bod pag denne Misbrug saa meget mueligt. Kongen har ladet sig indsende en Fortegnelse paa alle endnu usluttede Stervboer og Aarsagerne dertil, og søger ved andrelige saa fortreffelige Anordninger at give Forretningerne meere Drift og Virksomhed, end de hidindtil har haft.

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32 Siette Brev.

Til Herr N. • • •

Den Forrige Konge Friderik den Fem- te var en stor Elsker af Videnskaber og Kunster, og har anvendt meget til deres Opkomst. Han stiftede et Akademie for Kunsterne, hvortil adskillige berømte Kunstnere, Malere, Bildhuggere, Kobberstikkere og andre bleve kaldte. Han fastsatte en Fond, for at lade adsklllige Landets Børn reise; De, som viiste sig meest, fik Guld-Medailler til Priis, og saa noget Vist at kunne reise paa, for at sætte sig meere fast i deres Kunst hos Fremmede, og man maa tilstaa, at de Dan- ske deri allerede har bragt det vidt og opdraget mange duelige Mænd. Denne rosværdige Stiftelse af den beste Konge var allerede tilstrækkelig at giøre hans Berømmelse udødelig; og man kan herudaf see, at det maaskee

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allene fattes Nationen paa en vis Art af Opmuntring og Anførsel, for at naae deres Naboers Fuldkommenhed eller vel endog at overgaae dem. Denne fortreffelige Konge giorde ogsaa alt, for at giøre Videnskaber og Kunster blomstrende i sit Land og Underfaatterne lykkelige. Han belønnede Fortienester hos Tydsklands største Digter, hvilke hans Fæderneland selv lod blive ubelønnede, fordi det ikke kiendte hans Værd, og udsatte ham en aarlig Gehalt, for ar skiænke ham den til hans høie Digter nødvendige Rolighed. Alle Lærde, som projecterte fælledsnyttige Verker, fik de dertil nødvendige Omkostninger, og Nytten deraf hørte dem til. Denne Godgiørenhed har de Danske at takke for adskillige Originalværker, som f. Ex. den Danske Vitruvius, Nordens Voyage d’ Egypte, Oeders Flora Danica Krafts Mechanik, og andre. Vist nok projekterte vel ogsaa undertiden en Lærd et Verk, som han ikke var voxen, og som han ikke kunde giøre fyldest for, men hvorved han maaskee kun søgte at erhverve noget. Hid henhøre maaskee den Danske Atlas, den Oldenborgske Stammes Historie, Regenfus-

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ses Muskelværk og F D. Her Pastor og Raad Schäffer har til en Nyrnbergsk Insekt-Sam- ling faae endog 2000 Rdlr. Kongens Hensigt var med dette dog altid meget priisværdig; kun de, der forestilte ham flige, skulde bedre have indseer saadam og mere giver Agt paa Forfatternes Hovedhensigter. Hos os og i an- dre Lande vilde slige Værker vist udfordre den 6re Deel Omkostninger, og dog være den 3die Deel om ikke den halve billigere, uden at Kon- gen havde betalt Omkostningerne dertil; men i er Land, hvor Papiir og Trykkerløn er saa dyr, kunde der vist endnu undskyldes. Hos os lader Videnskabernes Academie slige Ver- ker trykke paa dets Bekostning; man har vel sagt mig, her gaves ogsaa akademiske Bogfø- rere, men ikke en eeneste havde saadan en Bog i Forlag. 4) Imidlertid maa man sige hvad

4) Ja det er en gandske anden Sag, Forfatterne vil selv forlægge deres Bøger, deraf kommer det, at man i Dannemark har Lærde, der selv ere Bogførere, som Herren behager at kalde dem. Efter min Indsigt kan dette just ikke tiene til Videnskabernes Udbredelse, thi hvorledes kand en Autor ved Handelen

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man vil, saa har Dannemark derved dog faaet en Flora Danica, hvis lige, naar den bliver fuldstændig, hvilket vist nok ikke turde skee, saa længe der mindste Græs endnu voxer af Jorden, med samt dens Feil endnu intet Riget Europa har opviist, om den end havde koster nok saa meget. Kongen gav en meget værdig lærd Dansk en Pension af 300 Rdlr.; man har vel af hans egne Arbeider intet videre end en fortreffelig Punschevise, men meget gode Oversættelser. Denne gode Konge har man og at takke for Foranstaltningen af er lærde Selskabs Reise til Arabien, paa hvis Opdagelse heele Europa var og endnu er begierlig. Men hvor meget er der at beklage for os og Efterverden, at heele Selskabet er døet paa Reisen undtagen Hr. Capitain Niebuhr, som nylig er kom-

delen med en eneste Bog forjskaffe sig den Corre- spondence, som en Boghandler allerede har. Om han end giver Een det i Commission, saa ere Hænderne dog bundne paa ham, det er ikke hans Eyendom, han kan ikke skalte dermed som han vil, saadant maa nødvendig meget hindre Litteraturens Udbredelse, deraf følger og, at maa ofte i Provinzerne gierne vil- de have en Bog og betalte den tredobbelt, som i Kiø- benhavner Makulatur. 3.

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men tilbage, og nu arbeider paa Udgivelsen af sin Reisebeskrivelse. Naturhistorien og adskilligt andet, som ved hans Medreisendes Indsigter er døet bort tilligemed, vil vist nok mangle os deri, imidlertid vil det altid blive et uskatteerligt Værk for Verden, som med Længsel venter paa samme, og vil være et lydeligere talende Amindelses-Tegn efter Menneskevennen Friderik, end den prægtige Statue, som der Asiatiske Compagnie opreiser og stal koste henimod 500000 Rdlr.

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Syvende Brev.

Til Herr von * * *

Man har her, kiereste Ven, et forskrækkeligt Exempel paa en Kiøbmand, der ved sin Rigdom er steget til de største Æresposter; hvor han har erhvervet samme, det veed Gud, S*chs*n og K. a. P. For at nyde sin Rigdom desto sikkrere, begav han sig under Regieringens Beskiærmelse her. Man gjorde ham til Adelsmand, til R. og endelig til M. og Overopsynsmand for C. C. Desuagtet forblev han Kiøbmand, og Kiøbmandskaber her tilbeder ham, som visse vilde Folk deres Afguder. Han har den stigende og faldende Cours i Hænder, og veed at drage den rette Værdie af Papiers-Pengene her. For at kunne dette behøver han kun at tressere paa sig selv, (thi han eier Comtoirer i mange Lande.) Har han Vexeler at sælge eller indkassere, saa beta-

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ler man samme immer høiere end hos andreog dog regner man sig det desuden til en Ære at kunne have Handel med ham. Coursen stiger og falder, ligesom han har Penge at udbetale eller indtage, og da Coursen mestendeels er høi, saa er dette immer et sikkert Kiendemærke at han har meer at hæve end udbetale. For at holde denne Mand desto fastere i Riget, solgte man ham alle Plantager i V. I., som tilhørte Kronen, for 400000 Rdlr., og det med den Vilkaar, at betale dem i 8 Aar. Disse indbragte Kronen tilforn aarlig 60000 Rdlr., som man siger. Naar denne Regning er sandt, saa kunde han betale dem inden 7 til 8 Aar med de egne Indkomster, og havde Dem ha omsonst. Sæt, at samme og forhen ved en slet Forvaltning og Opsigt har været noget forfaldne, saa kunde de jo alletider ved bedre Anstalter og en maadekig Summe settes i Stand igien. Endnu meer, han fik i dette Kiøb et skiønt Sukkerraffinaderie med all Tilbehør, og et Pakhuus, som i alt er 140000 Rdlr. værd, indbringer ham nu Renterne maaskee dobbelt, og der som tillige er det beste, han er Starens Mægler, De Danske Pa-

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pierspenge falder immer meer og meer i Cour- sen; Man har vel forstaart den Kunst, at for- høie den nu og da paa en kort Tid, men i Længden kan det dog ikke bestaae. Den største Stød lide Banco-Noterne ved de Renter som Udlændinge i store Summer trække aarlig for Rigets udenlandske Giæld; man maa derfor bebyrde Undersaatterne med store Paalæg, som giøre dem og Riget fattige, uden at see Enden paa disse Plager. Og dette er endnu ikke der eeneste Stød som de Danske Papiirspenge har faaet; thi Udlændinge har lige faa megen Andeel i den Kiøbenhavnske Banqves Actier, om ikke mere, end Undersaatterne, og de trække aarlig 16 Procent for deres Capital. Hvad der fortienes ved Kiøbmandskabets Laanebanque og endosserte Vexeler, som mangen Gang bær deres suur fortiente Sveed derhen, det trækker Udlændinge i reede Penge, og de Danske beholde til Slutning kun deres Papirer. Endog Kongen selv, naar han vil have Penge eller Sædler udaf sin Banque, forrenter samme med 4 Procent. Hvad endnu desuden bliver deres Papirer og en Deel af Europa skadelig, er det Asiatiske Compagnie; dette

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trækker alt det Sølv og Guld, som endnu er tilbage, ud af Landet for Vare de ved deres Naboer kan have lige saa billig og bedre end fra China. Det er en skadelig Grundsætning, som de europæiske Fyrster har antaget, immer at ville svække deres Naboer, da dette fast dog ikke anderledes kan skee end paa deres egne Undersaatters Bekostning, og hvad maa og skal dog nøtere være foreenet med Fyrstens og Undersaatternes Interesse? Ingen Fyrste vil tillade, at indføre noget af en anden Stats Ma- nufacturer i hans, om han end selv ikke kan have eller undvære dem, i Steden for at enhver Fyrste skulde tragte efter, ret at benytte sig af sine Landsprodukter, og derved give Handelen Liv, ved der Naboerne vilde ombytte deres Vare imod hinanden. Vist nok vilde den som derved var meest efterladen, lide meest. Man kunde indvende mig, ethvert Land havde ikke den Beskaffenhed, at levere saa mange Manufacturer og Produkter, at det kunde holde Ligevægt med sine Naboer. Men jeg nægter dette og paastaar, det kommer an paa Flid, Opmuntring og Understøttelse. At anføre et eneste Exempel: Hamborg, tilforn en maade-

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41 lig Stad, er dog ved sine Fabriker og dens Handels Frihed, bleven Kronen af alle Tydsk- lands Handelstæder. Den har og planter in- tet af sig selv, som den jo maa Kjøbe af andre, og dog alligevel kan den med sine fabrikerte Vare tilbytte sig Alting og meer end den bruger, og endnu gjøre Handel og Fordeel med Over- flødigheden af det Tiltuskede. Et Land maatte være meget fordærvet af Naturen, der ikke selv skulde finde Middel hos sig til en eller anden Manufaktur, at kunne levere hvad deri blev opelsket og kom fra første Haand, og følgelig billigere end dets Naboe. Man indvende mig ikke, Naturen har begavet ethvert Land med Ting, som det andet ikke har, thi det kommer kun an paa, med Nytte at bruge og saa- ledes at cultivere samme, at Naboerne ikke kan undvære dem. Og dette er enhver Monark i disse Tider, da vi har eengang saa mange Ting behov som vore Fædre ikke vidste af, forbun- den at sørge for, naar han ellers ikke vil see sig og sit Folk fattig.

I en Republik forholder det sig anderledes, enhver er den andens Lige, og behøver

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42 ikke med mange Omkostninger, Møje og Stikpenge ar anholde om Privilegier. Han finder Understøttelse hos sine Medborgere, fordi de ikke behøve at frygte, at er Forbud ruinerer Dem og deres Formue. 5)

5) Man arbeider vel her nu stærkt paa Landvæsenets Forbædring; man opretter med store Omkostninger Landforbedrings-Collegia; man stifter oekonomiske Selskaber; man skriver hyppig oekonomiske Skrifter, hvori meget Got indeholdes, man skriver og om Manufakturernes Forbedring, og dette er saa meget mecre nødvendig, da maa næsten gandske har forglemt deres Drift over Agerdyrkningens Forbedring. Man kan ikke nægte, at der i Landvæsenet allerede ere giorte mange gode Forbedringer, og endnu flere ere i Værk, som f. Ex. Hoveriets Ophævelse. Man maa herudi prise Kongens Sindelag, som er meget ivrig for at give saa talrig en Deel af hans Undersaatter de naturlige Friheds og Ejendoms Rettigheder igien, som de saa længe har maattet savne formedelst de Stores Undertrykkelse. Nogle faa af dem fortiendte her at nævnes som sande Patrioter og Menneskevenner; de, som vare de første, paa deres Godser at ophæve denne Menneskehedens Vanære, og oprette dens krænkede Ret- ligheder. Men, Alting vil være forgieves, naar de ikke tænke paa Midler, at stoppe den første Kil-

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43 Forlad mig denne Afvigelse, som Tan- ken om mit Fæderneland foraarsagede, jeg glemmer at jeg er i Dannemark, og vil berette Dem dens Forfatning. For at komme igien til Handelen paa China, samme er med Tiden et Tab ei allene for Dannemark, men og for

de, hvoraf undersatternes meeste Elændighed udspringer; jeg meener Rigets Gjæld. Renternes Betaling alene hemmer Fremgangen af alle andre til Landets Forbedring sigtende Bestræbelser og Indretninger, Renterne trække aarlig overen Million reede Penge udaf Landet, og de Danske betale samme formedelst deres Papirers Gehalt imod de Udenlandskes Mynter beregnet og Vexelerernes og Meglernes Provision, følgelig formedelst Coursen meer end dobbelt. En vis Autor har nylig angivet et meget kort og læt Middel til denne Gjælds Betaling; han beviser, Kongen havde ikke nødig at betale fin Formands Gjæld, og det af denne Grund, fordi samme ikke var bleven anvendt til Landets Beste; men hvor Udlaanerne skulde forud have vidst dette, er vel et andet Spørsmaal. Overalt har den gode Mand vel for lidet giort sig bekiendt med Følgerne, som sligt at Foretagende vilde drage efter sig, og som maa falde enhver Tænkende i Øjne, om og Kongen af Dannemark var i den Forfatning at kunne gjøre sligt, men som meget kan tages i Tvil.

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den største Deel af Europa. Man slæber den rene Sølv og Guld derhen, for at hente Urter, Spindelvæv, Porcelainskaarer og malede Dukker, hvilket man har altsammen i Tu- ropa og langt bedre: endog vort eget Fæderne- land er og allerede anstukket af denne Syge. Man har sagt den nu regierende Konge, dette var de eeneste Produkter hvorved Dannemark trak Penge fra sine Naboer, men man har ikke derhos sagt, at den største Deel af Aktier- ne tilhører Udenlandske, og at man dyrt maa kjøbe af dem det Sølv, som man slæber derhen nogle tusind Miile, med stor Livsfare og mange Menneskers Opofrelse, og at Fortjenesten med der som bliver i Landet, og med det som Udenlandske derpaa og paa Papirernes Cours vinde, gaaer lige op, om ikke endog meer tabes. En Dansk giorde mig engang ved disse Tankers Yttrelse den Indvending: En udbredt og vidtløftig Handel var dog det beste for en Stat. Vist nok; men dette er jo i al Forstand en meget indskrænket Handel. Jeg veed ikke, hvorledes man her i mange Stykker har saa svage Begreber. Taler man om en udbredt Handel, saa forstaar man en Han-

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45 del som føres langt fraliggende; taler man om en fri Handel, faa troer man, alting maa være frie, endog hvad man selv allerede har i Landet, heder det, at man skal sperre Handelen, saa man Alting være forbuden, endog hvad man ikke har, heller ikke kan undvære. Men det kommer vel deraf, at de Herrer Comm. Dir. synes ikke at have megen Indsigt i Handelen. Nylig havde een af disse Herrer det Indfald, at lade fortolde al udenlandsk Vittighed og Lærdom. O hvor fattige vilde de Danske da være, naar de hemmede denne Indførsel! Dog jeg gaar for vidt ud, og har maaskee skrevet Dem meere til end de gad læse, De skal have Frihed at gabe saa mange Gange derved som De vil, naar De kun ikke lader det være ulæst, ellers skriver jeg Dem en anden Gang intet til. Jeg er & c.

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46 Ottende Brev. Til Herr von P.

Min kiære P.

Dannemark er endnu det Land, hvor

man uddriver Djævle. Hvo skulde formode dette i disse opklarede Tider og ved den her almindelig herskende Lutherske Religion? Men intet er vissere. Saa mange Mennesker der fødes, saa mange Djevle komme med til Verden; Præsten maa hver gang først drive dem ud igien; imidlertid tykkes mig, skulde man allermindst føge Djevelen hos ny- fødde Børn. Ved Kirken her er det og Brug, at naar en døer, Præsten i egen Person maa kaste tre gang Jord paa hans Kiste. Pøbelen troer, at naar det forsømtes, han ikke skul- de kunne opstaae igien af Jorden. Naar Kir- kegaarden er noget langt borte eller det er slet Veir, har den Geistlige tilladelse at giø-

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re sig det beqvemmere; han gaaer nemlig i den Afdødes Huus, tager er Stykke Jord og kaster der paa Kisten, saa kan man begrave den Afdøde hvor man vil. Skade! at endog de gode Skikke ofte udarte til Misbruge og Urimeligheder, og de Geistlige selv deels give Anledning dertil , deels udsætte sig ofte for Bebreidelser, som kun ere alt for grundede! Skulde man ikke være besynderlig opagtsom paa , aldrig at vise Religionen og alt hvad dermed staar i Forbindelse, anderledes end i en ærværdig Gestalt? Hos os fattes vel heller ikke paa strimelige og selsomme Religionsskikke, men De veed, hvor meget vi har beklaget det, at man derved har Leilighed, at gjøre Hovedsagen mistænkt, da faa faa er i Stand til noksom at stille det Væsentlige fra Tillæggene. Hvorfor vil dog Folk ikke indsee, at Fritænkeriet og Vantroen derved gives meere Næring, og deres Religion undergraves.

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Niende Brev.

Kjøbenhavn har hen belejligste og fordeelagtigste Havn i heele Europa, og dog alligevel betyder Handelen ikke meget, naar man sammenligner den med andre Nationers. Den er Middelpunkten og Nøglen til Øster- og Nordsøen; den kunde være den største Oplags og Speditionshavn for heele Øster- og Nordsøen, i Steden for at Udenlandske nu føre deres Produkter forbi Havnen, og levere samme direkte paa Stedet selv, og derved unddrage de Danske den Fordeel, de kunde have for Beliggenhedens Skyld. Ja endog hvad de selv bruge, lade de sig tilføre af Udenlandste. De kunde, naar de ret benyttede sig af deres Havn meestendeels undvære alle andre Manufakturer og Fabriker, og dog med det de derved fortjente, holde Balance med alle deres Naboer. Men de giør hellere Projekter, for med megen Fare og uvis Gevinst at hente

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Urter fra China, eller at anlægge en Handel paa Wissisippi, da de dog har Sølv for deres egne Dørre. Man vil vel svare, at de Danske ere for meget bundne til Traktater med udenlandske Søemagter; men, kunde de ikke vente efter den beqvemme Tiid ogsaa efterhaanden at ophæve samme igien, lige som de andre har oppasset Tiden at oprette samme. Vistnok vilde Udenlandske, især Hollænderne, Lybekerne og Hamborgerne, ikke gierne see, om de Dane fe benyttede sig af deres Havn som de kunde. Vel var der eengang et Projekt dertil i Forslag; man lod til den Ende alt en skjøn botanisk Have, der havde kostet over 70000 Rdlr. at anlegge, rasere, for at bygge Pakhuuse; men det var en Ulykke at det manglede paa Kræfter at sætte samme i Værk. Man indbød Hollænderne dertil, men de loe. I alle Foretagende skal Uderlandske have Deel. Man har nylig projekteret et Lotterie, for at betale Be- stindianernes Gjeld uden deres Vidende og Tak til Hollænderne, hvortil Hollænderne ogsaa skulde bidrage det meeste. Men jeg tviler, at samme nogentiid kommer i Stand; foruden dette er det og kun tre Kjøbmænd, som ga-

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rankere for Capitalens Betaling igien, og Be- talingen er saa langt udsat, at disse tre Contoi- rer gjerne kan uddøe. Fordeelen for Udlaanet er ellers fordeelagtig nok.

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51 Tiende Brev.

Ingen gaaer her til Fods, Alting kjør i Karosser. Man skulde sværge paa, at Podagra havde her opslaaet sit Sæde. Fra den største Minister indtil den ringeste Handværksmand kjør Alting. Men, den sande Grund hertil ligger vel deri, at den Ringe immer er den Stores Abe, fordi han seer, at han ikke er anseet, naar han ikke gjør det lige med de Store; deraf kommer og, at de be- midleste Borgere kjøbe sig Titler, for at faae Anseelse og Rang over andre. Det er intet Sjeldent, at en Kræmmer lader sig gjøre til Kanzellieraad eller Justitzraad, uden nogen Tiid at erfare hvad der gaaer for sig i Kanzelliet, eller have er Begreb om hvad Justicen er for en Ting. En Kjøbmand troer derfor at være nødt til, at kjøbe sig en høi Titel; samme koster meget; Udgiften bliver stor, for ar opføre sig efter sin Stand, og derved svækker han

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til Slutning sin Handel. Titelsygen er overhovedet vel i intet Rige større og mangfoldigere end i dette. En Betient, der i kort Tiid har staaer hos en Herre ved Hove, naar han veed at indsmigre sig i sin Herres Bevaagenhed, i al Fald har en smuk Kone eller Søster, faaer paa hans Recommendation saa paa Timen en Toldbetiening, eller gar et Embede ved Instizen, uden deraf at forstaae noget. Man har Exempler, at saadanne Folk neppe har kundet skrive deres Navn, men der gives et beqvemt Middel derved, nemlig ar holde sig Fuldmægtige; der vaer ikke længe, saa maa saadan en Mand blive i der mindste Justitzraad. Jeg sender Dem herved den Danste Statskalender, og De vil forskrækkes over det store Antal af Raader og Charakterer, alle Kongelige Betiente ere charakteriserede, Visiteuren iberegnet; men tillige vil De see, at Een sielden forestaaer det Embede som hans Charakter udfodrer, eller at Titelen passer til Embedet. Der er her blevet saa til en Mode, at man om en fornuftig Mand maaskee ligesom i Frankerig vilde dømme, at han ingen Menneskeforstand havde, naar han ikke var charakteriseret. Her

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falder Ordsproget bort: Hvem Gud giver et Embede, den giver han og Forstand. Her behøves kun en Titel. Tilforn var disse Titlers Hensigt en Belønning for fortierne Mænd, som havde viist sig i Kongens Tjeneste, eller ved Lærdom og Videnskaber forskaffet sig en Anseelse, og de tjente til Opmuntring og Efterfølgelse. Nu behøver man intet videre end Penge, derved kan man erholde alle Titler og Ærestegn. Al Opmuntring og Tillokkelse falder bort, naar værdige Folk, der har gjort Staten virkelige Tjenester, finde sig sat i een Klasse med dem, som intet har gjort, heller aldrig været i Stand dertil, og ingen anden Fortjeneste har, end at de har betalt deres Titler.

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54 Ellevte Brev. Til Herr N.

De kan ikke forestille sig, kjæreste Ven, hvor foranderlige Fruentimmerne her ere. Jeg troer de derudi overgaae alle andre Nationer. For nogle Aar siden vare de alle, som man har sagt mig, Franske i deres Klæder, og maaskee ogsaa i deres Sæder; forige Aar Tyrkisk; men nu er de gandske En- gelske fra Hoved til Fod, og neppe at skille fra Mandspersoner, alle i lange engelske saakaldte Frakker, ja gar i Støvler og Sporer, og ride de vildeste Hingster, Trods den beste Staldmester; og jeg meener, inden endnu et Aar gaaer bort, sidde alle Damer til Hest og gaae i fuld Mandshabit. Er det ikke er Indgreb i vore Rettigheder? Men er vi ikke og- saa selv Skyld deri? Der er sandt, saadan et evindeligt Rytteri maatte gjøre frygtelige Ero-

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bringer, thi hvo skulde kunne modstaae dem. En Bonde der nylig blev sin højbydende Frue vaer til Hest, udraabte fuld af Henrykkelse: Ei! saa naadig en Frue har vi endnu aldrig haft, der havde ladt os see hendes smukke Been offentlig. Hvo veed hvad slige Foretagelser føre i Skjoldet? Om der maaskee ikke stiles gar paa Mandspersonernes Undertvingelse og Beherskning, hvilke begynde at blive ligesaa qviudagtige og feye, at man snart ikke meere kan vide hvo der er Herre eller Frue. De erindrer Dem vel visse Forestillinger af den for- kerte Verden som vi engang saae. Jeg veed ikke ikke om de gamle Amazoner maa have været forfærdeligere end de nye paa deres Springere, hvormed de galoppere, traversere, tumle, gjøre Courbetter som den beste Curasseer, kaste omkring med Karakol, Karriere, Manege, og med første, som jeg haaber, ogsaa vil lægge sig et Knevelsbart til. Jeg vilde ikke spaae de Danske andet end et nedrigt Slaverie, om de underkastede sig disse Amazoner, der ere saa foranderlige af Gemytsegenstab, og lode sig regiere af dem; Lykke for dem, at de samme ingen Indflydelse har i Statssager, hvad vilde

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56 detre ikke give for hyppige og lystige Forandrin- ger. Jeg kjender allerede nogle Privathuuse, hvor de alt har revet Herredømmet til sig. De skulde imidlertid ikke troe, hvor indtagende, hvor gelassene, hvor uskyldige disse Skabninger see ud uden for deres Gebeet; der er de zartere end Lam, de blive bestyrtsede vel endog over Skriget af deres liden Skiødhund, og far sammen ved den ringeste haarde Lyd som rækker til deres Ører; de kan ikke see nogen Høne flagre; Men lad dem komme hjem igjen, saa seer I en gandske anden Scene. Ak!— den forbandede Kokkepige, det Djævelsmenneske har endnu ikke Maden færdig, man maat- te ærgre sig til Døde; man skulde hænge det Ravnasen— Peter! Henrik! Heida: hvor er de Slyngeler allesammen? Kan I Skurker ikke passe op? Hvortil er i dog i all Verden nyttig? Fortjener I ikke at pidskes?—@Ak min kjære Kone! ærgre dig dog ikke saadan.— Hvad Mand— du Mand vil og- saa endnu hjelpe til at ombringe din Kone?— Gaa paa dit Studerkammer og bekymre dig om intet. Ad Gallien til! kan du ikke holde din Mund? gid du faae en Ulykke! vilde dog

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Mændene ikke snakke med i det, som de intet forstaaer af! Gaa gamle Nar, og kom ikke igjen for mine Øjne— Hys! hvem banker? Himmel! Det er den unge Baron von B. Deres ydmyge Tjenerinde! min kjære Herr Baron. Det er mig meget kjært at see Dem. De bliver dog i Aften hos mig og tar til Tak- ke; tør jeg ikke haabe? Den unge skiælmske Herre maa man holde vel fast paa, naar man kan faae fat paa Dem. Hvor skalkagtig De ikke seer ud! Jeg vædder, De tænker paa den smukke P. som i Gaar sang paa Opera. Vær dog saa artig og fortæl mig noget om Deres Fornøjelse i Gaar, De veed hvor me- gen Deel jeg tager deri.

Nok et Ord om Fruentimrere af den ringere Classe. Disse ere saa ømskindede, at de bestandig fryse, Vinter og Sommer; de gaae og derfor i de heedeste Sommerdage i store Pelse af Foerværk.

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58 Tolvte Brev. Kjæreste Broder!

Jeg har nylig sagt dig noget om den Danske Lærdoms Tilstand. Da jeg nu har faaet Omgang med nogle Lærde, og seet mig noget meer om, er jeg maaskee bedre i Stand til at give Dig nøjere Efterretninger. Endskjønt de Danske endnu langt fra ikke har opnaaet det Trin af Indsigter, hvorpaa vi see deres Naboer de Tydske og Svendske; saa maa man dog ogsaa derhos tilstaa, at de ere komne langt videre end de vare for 20 eller 30 Aar siden. Ingen Professor i Theologien lærer nu omstunder meer som tilforn, at ingen Salighed er at haabe uden for den Lurherske Religion; man erklærer ingen meer for Socinianer, der ikke vil erkjende et eller andet Beviis for Christi Guddom, og man veed nu ydermeere, at en Candidat dog ogsaa kan tænke theologisk uden sorte Klæder og uden en stor Paryk. Men vist er det, denne Forbedring gaaer endnu immer frem med langsomme Skridt;

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den menneskelige Aand river sig kun efterhaanden løs af de Lænker, som Alder og Vane har paalagt den. Imidlertid har de nu Digtere, Historieskrivere og Philosopher, som gjør dem Ære, en Evald, Guldberg, Baden, Suhm, Luxdorph, Hielmstierne, og andre, endog nogle lærde Fruentimre, en Andersen, Biehl, Beck, fortjene her ar blive nævnede. Der fattes heller ikke paa unge Lærde, som engang vil vise sig i deres Fæderneland. Som besynderligt er det forekommet mig, at Holbergs Co- moedier endnu immer vedligeholde sig med det største Biefald her paa Theatret. Et sikkert Beviis, at denne store Mand med sine Fejl dog alligevel troeligen har kopierer Naturen.

Jeg blev nylig saa fortroelig med en ung Dansk, at han endelig tilstod mig, at de havde Udenlandske og fornemmelig de Tydske at takke for det meeste til Videnskabernes Opklaring. En Tilstaaelse, de ellers meget ugjerne aflægge, saa sandt det immer maa være; han berømte for mig i sær en tydsk Professor, som utrættet allerede længe har bidraget saare meget til Videnskabernes Udbredelse. Det er virkelig mærkværdigt, at tre af Tydsklands største Digtere og lige faa mange Talere her opholde

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sig, men som man i de mindste tydske Steder bedre kjender og sætter Priis paa, end her i Hovedstaden. Jeg erkyndigede mig for nogen Tiid siden: i et Selskab efter en af disse Mænd, men man vidste endog ikke deres Navn, endelig traf jeg paa en som kiendte ham, men han vidste heller intet videre at sige mig om ham. Den gode Smag er en Ting, som for mange er selsom og latterlig, for endnu fleere gandske ubekiendt, og endnu hidindtil kun bleven den minste Part af Nationen til Deel. Læse er det ringeste Arbejde for det Kjøbenhavnske Publikum. En stor Fejl er det, at der eneste Uni- versitet i Dannemark er anlagt i dens Hovedstad, thi Hoffet fordunkler Alting; Studenterne ere ikke nok agtede, naar de ikke gjøre Bekostning i Klæder eller slige Ting; de hænge for meget af Professorerne, og har derfor næsten alle et vist sky og bly Væsen, som den fri tydske Student intet veed af, der ikke lader sin stolte Aand nedbøje. 6) Hvo der vil blive

6) Man kunde opgive det Spørmaal, Hvorfor der i Norge, som een af det Danske Statslegemes største Deele, ikke var et eneste Universitet? Jeg veed vel ikke at besvare det, men Nordmændene skal vel bedre vide

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Student, man iblandt andet have lært visse Bøger uden ad, og kunne sige dem op, og til Ulykke er disse Bøger desuden Hiertelig slet- te. Der maa og daglig næsten holdes Disputatzer imellem dem, kun Skade, her lægges faa trøstelig en Bog til Grund, som Baumeister eller Brochmann. Studenternes Amtal skal og Aar fra Aar aftage, saa at en Profeslor forsikkrede mig, hvis der endnu 10 Aar aaledes blev ved, vilde der fattes paa Folk

at angive Aarsagen; Imidlertid troer jeg den sandsynligste Aarsag er vel, at man endnu ikke har haft Tiid at tænke paa, at cultivere Norge saaledes som man skulde. Vistnok vilde en Nation, der har saa fortreffelig et Genie formange andre Nationer, lægge sig meer efter Videnskaber, naar der var et Aka- demie, end det nu skeer. Mange Forældre er bange for Fraliggeuheden og Omkostningerne, at sende deres Børn til Hovedstaden i Dannemark; der gives i en Residentsstad alt for mange Fornøjelser og Adspredelser, hvori unge Mennesker uden Opsigt har Lejlighed at tage Deel; Levemaaden er naturligviis kostbarere end andre Steder, og Pengene som var bestemt til Studeringer, gaaer ofte pp, ved det man besøger Maskerader, Baller, Opera, Comoedier, Spillehuuse, etc. hvorfra Herr Søn til Slutning kommer gangste lærd, syg, og beladt med Gjæld.

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til Embeders Besætning. Dette Syyn er virkelig ved Videnskabernes Fremgang besynderlig; man vil have bemærket ligedam ogsaa ved tydske Universiteters Beføgelse, og fortiente dette vel endnu en egen Undersøgelse. Paa Universitets-Bibliotheket her søger man adskillige vigtige Værker forgjæves, men det meget talrige Kongelige staar saa meget jeg kunde erfare, ikke aabent for enhver.

Jeg kommer just fra et Selskab, hvortil jeg var indbuden af den Kjøbmand, der betalte min Vexel; jeg studsede i Førstningen jeg traadde ind, thi jeg troede jeg var truffen iblandt de fornemste Ministre, faa riig og prægtig var alting klædt runden om mig, men jeg erfarede strax, at det var Kjøbmandsfolk og Underbetiente. Jeg havde kun en simpel Rejseklædning paa uden Besætning, man modtog mig temmelig koldsindig og stolt, overvældede mig med Spørsmaal, der angik min Rejse, og undrede over at jeg troede der andresteds var endnu bedre end her; Kjærlighed til Fædrenelandet henrev mig, mit Hjerte flød over af Lovtaler og heede Ønsker, uden at mærke man havde vendt mig Ryggen. Jeg undsaae mig og gik derfra.— Intet er meer udsvævende

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end den Pragt i Klæder, som her hersker; den fornemste Dame i Kongeriget er neppe at skille fra den gemeene Borgerkone, saa overdreven er Stadsen her. Dette er sandt i den strængeste Forstand. Du veed vort Ordsprog: Man modtager Manden efter Klæderne, og geleider ham efter Forstanden; Men her synes det at have tabt sin Kraft. Skulde ikke en Klæde-Forordning her være meget nødvendig, for tilbørlig at skille enhver Stand fra hinanden, at indstrænke Luxus? Jeg undrer over, at endnu saa faa Fyrster med Alvorlighed har tænkt paa en saa tjenlig og i meer end een Hensigt nyttig Sag.

Du forlanger, min kjære Broder, jeg skal skildre Dig de Danskes Charakter. Virkeligen et vanskeligt Foretagende! Hvad! om de nu ingen havde? I en Hovedstad fornemmelig er saadan en Blanding af Folk i alle Nationer; man viser sig saa sjelden i sin sande Skik, krlse, man maa omskabe sig i saa mange slags Former, at om og endnu et Folk havde nogen Nationalcharakter, blev den dog derover tabt. Jeg, som allevegne stude- rer Naturen, og, som Du veed, i mange Ting har saa min egen Meening, ogsaa af den Aarsag opholdt mig to heele Maaneder paa Landet i Bondebyer og Flekker, troer at have bemærket, at det er en meget vanskelig Sag, ret at eharakterisere de Danskes Nationalgeist. Nogle paa- staa, den har meget liigt med dette Lands Luft og Clima,

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som er tyk, fugtig, taagek, kold og foranderlig. De sige, Næringsmidlerne og Regjeringsformen bestemme ligeledes meget et Folk, om det er frit og behjærtet, eller frygtsomt og ???stavisk. Jeg vover her ikke at afgiøre noget. I Henseende til Undenlandske er Nationen i en selsom Stridighed med sig selv. Den er mistroende og ildesindet mod alle Fremmede, underkaster sig sjelden eller aldrig deres Meninger og Indsigter, troer gemenlig at vide det bedre end de, og indrømmer dem ugjærne noget Fortrin, bliver immer ved deres Indretninger og Skikke, som den holder for de beste, og dadler det naar nogen heri vover at gjøre Forandringer, og dog er den paa samme Tid faa forhippen paa det Ny og Fremmede, at den intet agter dens egne Landsprodukter, dens Vare, dens Kunstnere, forsømmer endog dens eget sprog, og i dets Sted lærer et fremmed med stor Møje, tilhandler sig de ringeste Bagateller med store Bekostninger af Udenlandske, og bruger dem fast immer til store nye og vigtige Foretagende. Jeg kan ikke opløse mig dette mørke Spørsmaal.—- Endnu eet maa jeg sige Dig, men som er mig meget ubehageligt. Vor store Peter den første staar her i en meget slet Erindring; Man giver ham Skyld for, han har vildet begaa et Forræderie mod Dannemark, og hemmelig vildet indtage Helsingør og Kronborg til den Ende ogsaa allerede ladet sin Flode krydse i Sundet; men ved de Danskes Aarvaagenhed er det heele Anslag blevet forgjeves. En haard Bebreidelse hvis den er fand!— Dog nu staar Dannemark i den venligste Forstaaelse med os, det fornøjer og glæder mig. Jeg@venter snart Svar fra dig. Lev vel faa længe.

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En reisende Russes Anecdoter over de Danskes Statsforfatning, Sæder og Skikke, i Breve til sine Venner.

Udgiven i det Tydske Sprog af K. Til almindelig Underretning efter et nyt forbe- dret og formeret Oplag oversat i det Danske af M. C. R.

Kiøbenhavn, 1771.

Findes tilkiøbs paa Børsen i No. 11, 12 og 13, hos Rothes Arvinger og Proft.

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Den Tydske Udgiveres Fortale.

Jeg blev paa mine Reiser bekiendt med Forfatteren af disse Breve, Hr. von K. Han var en Mand, som havde læst og tænkt en Hoben, havde studeret paa Tydske Universiteter og reist vidt omkring i Verden. I hans Omgang var han opvagt og munter. Han var oplagt til at giøre Anmærkninger og Kritiker over alting. Han var for Resten af en elskvær-

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Den Tydske Udgiveres Fortale.

dig Caracter, og indtog mig ved sin aabenhiertige Fortrolighed saaledes, at jeg giorde mig al Umage for at erhverve hans Venskab, hvilket og saaledes lykkedes mig, at jeg har havt adskillige Prøver deraf paa mine Reiser. Han meddeelte mig og sine Anmærkninger, han samlede paa sine Reiser og skrev til sine Venner i Petersborg. Han lod mig læse sine Breve han havde skrevet imedens han opholdt sig ved Tydske Hoffer om disses udvortes Forfatninger, af hvilke der fremskinnede megen Indsigt og Skiønsomhed. Han lovede mig, da vi skildtes ad, at besøge mig ved sin Tilbage-Reise over Dannemark og Sverrig. Han fornøiede mig, imedens han opholdt sig hos mig, med de Breve han havde tilskrevet sine Venner paa Reisen, af hvilke han havde beholdt Gienpart. Jeg fik efter megen Begiering Tilladelse at lade dem afskrive, og besidder nu en

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temmelig Forraad deraf; de fleste angaae Hofferne Wien, Berlin, Dresden, Kiø- benhavn og Stockholm, og hvor han har opholdt sig. Der findes i dem Mangen en bitter Sandhed, fornemmelig om Berlin og Kiøbenhavn. Disse Breve vilde udgiøre et Par Bind dersom de skulde trykkes; Jeg har vel ikke udbedet mig af ham denne Friehed, men han har ikke heller forbudet mig det. Da jeg til min største Fornøielse læste Trykfrihedens Tilladelse i Dannemark, og bad en der værende Ven, at sende mig dens Frugter, saasom jeg forstaaer Dansk, saa har jeg med Forundring seet, at den Mand, som først har vovet at benytte sig deraf, og som kaldes Philopatreias, har slæbt en Hoben til største Deelen elendigt Tøi efter sig. Det lader som disse Folk alle vare slupne ind i en stor Labyrint, hvor ingen kunde finde Udgangen; naar endog een og anden

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Den Tydske Udgiveres Fortale.

har giort et par Trin paa den rette Vei, saa har de dog ikke vidst at fuldføre det, men forvildet sig paa nye mere og mere, uden at vide hvor de kom hen. Man har vel et eller to Stykker, som jeg har læst, hvor Forfatteren er kommen paa rette Spor, og tildeels truffet det bedre end Philopatreias, iblandt disse henhører fornemmelig Philodanus. Han forlø- ber sig sielden, men naar han forløber sig, saa er det og saaledes at han ikke kan finde ud igien. Han siger for Exempel: Man maatte i de smaa Kiøbstæder i Provindserne fastsætte et vist Antal Kiøbmænd, og ikke tillade flere at sætte sig ned. Jeg vil allene anføre een Ting derimod: Den Bye, hvor jeg er fød, bestod i Begyndelsen af to Kiøbmænd, nu har den over 400. Havde den nogensinde blevet saa stor, naar det ikke var skeet ved Handel? Man havde allene skuldet sætte Altona saadanne

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Den Tydske Udgiveres Fortale.

Grendser, Hamborg havde gierne ønsket det, denne Bye havde vist ikke naaet sin nu værende Størrelse. Men jeg troer, at den gode Mand meener Kræmmere, der handle med Tobakspiber og Svovelstikker, og dog har han Uret, at ved et stort Antal af Kiøbmænd den ene nødvendig skulde svække den anden; thi den, der best behandlede Kiøberen og havde de beste Vare, vilde altid faae de fleste Kunder, trække mere Næring til sig, og de andres Kram vilde henfalde af sig selv, man vilde og til største Deelen faae bedre Vare og for billigere Pris.

En anden løber i denne Labyrint i det dybeste Morads, og vil komme til at blive liggende der, uden at han nogensinde kan trækkes ud igien. Han har givet sig Navn af Antiphilopatreias. Navnet alleene er afskyeligt. Han har i Særdeleshed vil-

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det forsvare Geistligheden, som vist vil takke ham lidet derfor. Disse adskillige Skribenter gav mig Anledning til, at lade trykke en Deel af min Vens Breve, som allene angaae Dannemark, og særdeles Kiøbenhavn. Jeg vil see, hvorledes Pu- blicum vil antage dem. Jeg har ikke valgt dem i nogen Orden, men taget dem ligesom de ere faldne mig i Hænderne; der ere og endnu flere tilbage, som jeg maaskee med Tiden vil bekiendtgiøre. Min Ven har maaskee i adskillige Stykker dømt efter første Anseelse og ofte uden Overlæg, maaskee han og kan være urigtig berettet. En Fremmed maa man i saa Fald tilgive noget, thi han tager alting, som han finder det, og ofte efter første Indtryk.

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Den Tydske Udgiveres Fortale.

Han har og dadlet nogle af den da værende Tids politiske Feil, som under Christian den Syvendes Regiering allerede ere forbedrede og afskaffede, ligesom man overalt maa tilstaae, at denne Konge er opmærksom paa alting, for at forbedre de indsnegne Feil og giøre sit Folk lykkeligt. Han vil selv regiere og dømme. Et saa sieldent Exempel af Fyrster! Hvo kan tvivle om, at han vil forskaffe sig et evigt og uforgiængeligt Eftermæle hos sine Undersaatter og Efterkommere?

Jeg har ikke andet at erindre, end at jeg har tillagt disse Breve nogle Noter,

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Den Tydske Udgiveres Fortale.

som ere betegnede med Z, og som indeholder Forandringer, der efter den Tid ere forefaldne, eller Ting som jeg er bedre underrettet om.

Lübeck, i April 1771.

Michael Adam K*lb.

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Første Brev.

Til Herr von S.

Kiøbenhavn 1769.

Kiæreste Ven!

Efter en 5 Ugers langvarig Reise, hvor jeg har udstaaet alle de Ubehageligheder, der følge med en Søereise, er jeg endelig, ganske udmattet af en bestandig Søesyge, i Forgaars lykkelig ankommen til Kiøbenhavn.

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12 Jeg har lovet at give Dem Efterretning om alt det Mærkværdige der forekom mig, og jeg seer forud, at jeg vil faae Tid og Materie

nok dertil.

Da jeg traadde ud af Skibet, førte man mig til den vagthavende Officier for at forevise mit Pas; Han var et ungt Menneske omtrent 16 Aar gammel, og hans Opførsel kom overeens med hans Alder. Saasom mit Pas var skreven paa Russisk og Tydsk, forstod han det formodentlig ikke, thi han spurgte mig paa fordreiet Tydsk, fra hvad Land jeg kom? Efter mange enfoldige Spørsmaal slap jeg endelig løs fra ham, og lod mine Sager bringe i Land.

Der indfandt sig over en Snees tienstagtige Aander, eller rettere sagt, saa mange Rovfugle, der vare meget geskæftige med at faae hver sit Stykke af mine Sager at løbe med. Efter

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13 megen Umage samlede jeg dem endelig igien ved Toldboden, hvor alle disse Strandmaager forlangte Betaling. Og da jeg havde betalt enhver af dem for en Vei omtrent af 30 Skrit 12 Skilling, 13 Copek efter vores Mynt, saa var det endnu ikke nok, enhver fordrede endnu 4 Skilling til Brændeviin. Pøbelen, tænkte jeg, maa her være meget mere hengiven til denne Drik, end hos os, da man dog ud- skriger vores Nation saa meget derfor. Altsaa kostede mig min Kappe, min Fodsæk, Tobakspibe, min Pels, mit Flaskefoder, kort, ethvert Stykke 8 Styver i Fragt fra Skibet til Toldboden.

Denne Begyndelse gav mig just ingen fordeelagtig Begreb om det her værende Politie, da enhver Fremmed maa lade sig plukke af disse Rovfugle.

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14 Paa Toldboden kom jeg iblant andre Herrer, jeg kalder dem Herrer, fordi nogle af dem bar Kaarde, men jeg mærkede af Omstændighederne, at det var Visiteurer; jeg maat- te altsaa udpakke mine Sager og lade alting eftersee. Alt det, som havde en Anseelse af at være nyt, erklærede de for Contreband; det hialp intet, at jeg sagde: jeg var fremmed, at det var alt kun til mit eget Brug og at jeg ikke drev nogen Handel dermed. Endelig aabnede jeg mit Flaskefoder, og lod disse Herrer pro- bere min Viin, som de fandt fortreffelig, jeg tilbød dem de Bouteiller, jeg havde tilovers, og trykte en, som bestandig saae mig efter Lommen, tillige en Rubel i Haanden. Dette hialp strax saa meget, at jeg kunde igien pakke mine Sager sammen, saa nær som et Stykke Manschester, jeg havde bestemt til en Reisekiole, men ikke for min Bortreise havt Tid til at lade den giøre, det maatte altsaa blive paa Toldboden under Titel af Contreband. Men min

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anden Koffert, som jeg var mest bange for, blev dog aldeles ikke aabnet. En af dem var endog saa tienstagtig, at skaffe mig en Fragt- vogn, for at føre mine Sager til det Giestgiver-Huus, hvor jeg vilde logere. Paa Veien blev jeg sat i en behagelig Forundring ved at betragte mangfoldige smukke Bygninger og Palaier, dog dette er kun det paa en 20 Aars Tid opbyggede Amalienborg eller nye Frideriksstad; Thi Byen selv er ikke prægtig bygget, Steenbroen i de fleste Gader slet, og ofte ikke saa gode, som Landeveien paa andre Steder. Stedet ligger lavt og er derved sumpig; saasnart det om Sommeren regner noget, kan man næsten ikke komme igiennem uden Støvler.

Der bliver og her opført en prægtig Kirke af indenlandsk eller Norsk Marmor efter Modellen af St. Petri Kirke i Rom. Man har sagt mig, at der er allerede arbeidet derpaa i 18 Aar, og dog er det første Postement end-

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nu ikke halv færdig, hvilket dog allerede har kostet over 594000 Rdlr. Dersom denne Bygning skulde blive færdig, hvilket dog ikke skeer i 50 Aar, da der kun er daglig 50 Mennesker, som arbeider derpaa, saa vilde den komme til at koste 2277000 Rdlr. Er det ikke en forskrækkelig Bygning? Ikke destomindre har dog Kongen af Dannemark vist ikke saa mange Penge dertil, som Paven, der kunde, paa den Tiid han byggede, sætte alle Kongeriger i Contribution; og overalt synes mig, at denne Bygning er for stor for Dannemark 1). Bygmesteren er, som man vel kan tænke, en Franskmand,

1) Man har nylig ladet denne for Dannemark alt for kostbare Bygning ligge, og forafskediget Bygmesteren, og dersom man nu efter et par Aars Tid skulde faae i Sinde at fortfare med Bygningen igien, saa maatte først en stor Deel af det allerede opbyggede igien nedrives. I Henseende til den angivne Summe, som denne Bygning har kostet, har denne min ven ikke været rigtig, un-

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Da jeg bestandig har hørt, at Dannemark har Statsgield, at dets Søe- og Landmagt (som vi og blev berettet, da Peter den 3die vilde bekrige det) slet ikke var i den beste Forfatning, at Landvæsenet ogsaa er i slet Tilstand, da Bønderne næsten alle ere Livegne, ligesom i Pohlen, eller Slaver, og jeg nu og- saa finder det virkelig saaledes, saa begriber jeg ikke hvorledes Ministerne har kundet formaae Kongen til at forøde utallige Summer paa at opreise store Steenhobe for Eftertiden. Mig synes altid, man giorde bedre, om disse Summer bleve anvendte til at afbetale Statens Gield, til at forbedre Landvæsenet, Handelen og Manufakturer, hvori Dannemark endnu

derrettet; thi den har allerede kostet imod 800000 Rdlr. Overalt søger den nu værende Regiering at spare alle overflødige og store Udgifter, at af- skaffe alle unødvendige og med for store Gehalter forbundne Betieninger, for ikke at have nødig at besvære Undersaatterne med flere Paalæg, og for at kunde efter Haanden formindske de nu værende.

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18 ikke er kommen nær saa vidt, som vi, da man dog for saa kort Tid siden først har begyndt at tegne os iblant de poleerte Nationer. Jeg er- indrer mig ved denne Leilighed en Anekdote, at en vis stor Konge skal have sagt til den Danske Gesandt: Dannemark maa dog være et got Land, siden Ministerne med al Magt ikke kan ruinere det. Lev vel min beste Ven! Med Tiden mere. Fortæl mig dog snart noget Nyt om vores Tyrkiske Krig, thi man finder i disse Aviser ikke andet end gamle Efterretninger, som ere meget slet udskrevne af de udenlandske Tidender, og bliver trykt 8 Dage efter at de med Posten er ankommen.

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Andet Brev.

Til Herr von S.

Jeg sendte i Dag Bud til Toldboden, for at clarere (som det heder) mit Stykke Manschester. Men Budet bragte mig den Efterretning, at jeg maatte sende det bort igien, ifald jeg vilde beholde det. Jeg erkyndigede mig om her var saadanne Fabriker, Men man svarede mig Nei. Jeg begriber derfor ikke, hvorfor man aldeles ikke man indføre dette Tøi, da jeg dog gierne vilde give Told deraf. Han- delen maa her være meget bunden, sagde jeg ikke, men jeg tænkte det.

Jeg var for nogle Dage siden i Selskab, hvor de fleste baade Kiøbmænd og andre vare klædte i Manschester. Jeg spurgte fuld af forundring, hvorfra man fik saadant? fra En-

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gelland og Tydskland, svarte man mig. Men, sagde jeg, det er jo forbuden at indføre, og man tør bære det offentlig? Hos os torde man ikke vove det. O det skader ikke, blev mig svart, man kan faae det at kiøbe under Haan- den, og saa lader man sin Skræder sørge for Resten; naar man først har det paa Kroppen, saa spørger ingen videre derom. Endog de der forestaae Told- og Finance-Væsenet, bære det selv, og saaledes gaaer det med alle Slags udenlandsk Tøi; man kan her ikke undvære det, fordi det ikke her bliver fabrikeret, men de ere forbudne at indføre, paa det Kongen kan blive bedraget for Tolden. (Ved denne Lejlighed maa jeg fortælle dem, at man her altid siger: Kongen bliver bedraget, Kongen har forbudet det, Kongen lider derved, Kongen har skienket det; i Steden for at sige: Staten giør det, Staten giver det; ligesom Konge og Stat ikke var et og det samme, eller som de kunde adskilles. Sat Sapienti!) Ja, sagde en anden

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videre, dersom saadant var tilladt, saa vilde for mange Penge gaae ud af Landet og berige vore Naboer. I hvad, svarede den første, gaaer de desuagtet ikke ud af Landet? Saa længe som vi selv ingen gode Fabriker har, der kan forsyne os med saadanne Vare, som vi dog ikke kan undvære, eller i det mindste ikke faae her saa gode, saa længe bliver saadanne Vahre, uagtet de ere forbudne at indføre, og uagtet den høie Told, ligefuldt indførte. Den hele Forskiel er, at den forrige ringe Told, der gik til Kongens Casse, kommer nu under et andet Navn i Toldbetienternes Casse, og Kongen faaer intet. Men bliver saadanne Toldbetien- tere ikke straffede, sagde jeg. O ja, naar de blive overbeviste, saa straffer man dem med Penge-Mulct, eller de blive afsatte. Ikke videre? Det er jo dog en Meeneed, en af de største Forbrydelser, og fortjente at blive haardere straffet, man vilde da maaskee finde mindre Exempler. O saa nøie tager man det ikke;

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22 men dersom en Kiøbmand bliver betroffen, som ikke har anlagt sin Sag klog nok, det er at sige, ikke har tilstrækkelig forsølvet, ham straffer man efter Lovene, uden at spørge om Straffen overstiger hans Formue, og om Han aldeles med sin Familie bliver ruineret eller ikke. Dette synes mig er igien for strengt, thi Kiøbmanden er Borger, og bringer Kongen og Staren noget ind, men hin maa Kongen underholde; Hvem fortiener vel meest at paasees? Hin begaaer en Meeneed imod sin Herre, og giver just derved Kiøbmanden Midler i Hænder til at bedrage Kongen; denne giør det maaskee af Nød, da Handelen er for meget indskrænket, for at fortiene noget. Har man da her ingen Commerce-Collegium, som kan see derhen, at saadanne uundværlige Fabriker blive anlagte, saa vilde jo alt saadant falde hen af sig selv? O jo, vi har endog et General-Commerce-Collegium. Det bestaaer uden Tvil af erfarne Kiøbmænd og Fabrikeurer? Nei, der bestaaer

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blot af Riddere og fornemme Herrer 2). Men har de og den tilbørlige Indsigt dertil? Derom

2) Dette Collegium har paa nogen Tid været underkastet mange Forandringer, som just ikke har været til Fabrikernes, Handelens og Manufakturernes Opkomst. Det er endog vist, at den største Deel af deres Fabriker har lidt ved denne Forandring. Man har endelig betroet Directionen over det Kongelige Fabrik-Magazin og Fabrikanternes hele Velfærd til een eneste Kiøbmand, som man dog ikke har troet, at han forstod sig paa andet end Vexel-Handel. Somme siger, at han faaer Løn for at referere til Collegio, og forskrive Ma- terialer til Fabrikerne; her spørges ikke, hvor meget han fortiener derpaa; eller om han faaer dem fra første Haand; eller om han sælger Fabrikanterne Segovisk Uld for Leonesisk. Nok, han har forsikret Collegio, at Vahrene ved denne Indretning maatte blive 20 til 30 Procent bedre Kiøb, og man har troet ham paa hans Ord.Nogle Fakrikeurer paastaae, og Erfarenheden har viist det, at de raae Materialier ere siden den Tid blevne mange Procent dyrere. Det Kongelige Magazin tilstaaer ham desuden anseelige Procent for alle indkiøbte og solgte Vahre. For at bringe det dertil, at Fabrikeurerne ikke skulde kunde selv forskrive rare Materialier, søgte han at svække de-

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24 spørges ikke; det er kun meest oprettet for ar disse Herrer kan have Embeder og Gehalt. Kongen har vel fastsat en anseelig Fond til Fabrikernes og Handelens Opkomst, men disse Herrer arbeide ikke for intet, de tage eftersom Fonden er stor eller liden, en 3die Deel i Gehalt, og atter en 3die Deel naar en eller anden Fabri- keur bliver bevilget noget til Fabrikernes Opkomst, gaaer bort i Foræringer for at faae faadant Forskud, sædvanligst gives det og allene til saadanne Folk, som enten allerede ere bemidlede, eller Udlændinger som vil entreprenere

res Credit udenlands ved en Kongel. Forordning, at nemlig alle General-Magazinets Fordringer hos Fabrikeurerne skulde ansees som andre Kongelige Fordringer, og have Fortrin for alle andre. Man maa og tilstaae, at han herved har naaet sin Hensigt. Men Følgen deraf er, at han har de beste Danske Fabriker under sit Formynderskab, ja endog anlegger selv paa Generalmagazinets, eller hvilket er det samme, paa sin egen Bekostning, og dette maa altsammen falde ham saa meget lettere, da han kan bruge General-Magazinets Fond dertil.

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25 een eller anden Fabrike, og ikke forstaaer selv noget deraf, anlegger dem strax alt for store, holder Heste og Kareter, spiller Bankerot, giør atter Foræringer og faae paa nye Forskud. En Fabrikant, som har lært sin Handtering, lykkes det sielden at faae noget Forskud. Ja saa undrer jeg mig ikke over at de ingen gode Fabriker har. Allene een eeneste Fransk Hatte-Fabrik har kostet Kongen henimod 30000 Rdlr., som han ikke har faaet en Skilling af tilbage. En Svend paa denne Fabrike fortsatte den siden paa visse Vilkaar for en Kiøbmand der havde tilkiøbt sig den for en ringe Priis. Nu har denne Mand, uagtet Accorden var temmelig stærk opskruet, næsten indløst sig hele Fabriken. Kiøbmanden faaer imidlertid, fordi han dengang antog sig den, endnu til denne Time 200 Rdlr. aarlig af Commerce-Collegiet. Har de da ingen Danske Hatte-Fabriker? O ja vi har endeel meget gode, der ere bedre end nogen i Tydskland. Vi have desuden endeel andre, skiønt faa gode Fabriker, men i Særdeleshed en ypperlig Klæde-Fabrike, som aarlig har underholdt henimod 700 Mennesker; og som jeg nylig af en i disse Tider udkommen Tractat, om Manu- facturers Nytte, i Særdeleshed for Dannemark, seer, at have udbetalt i 14 Aar allene i Arbejdsløn over 235000 Rdlr. Jeg er & c.

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26 Tredie Brev Til Hr. D. Da vores ulykkelige Peter den 3die vilde

bekrige Dannemark, antog man en Fransk General til Chef for Armeen, endskiønt han endnu aldrig havde slaget nogen Armee. Men da man i Dannemark havde havt Fred over i 40 Aar, troede man maaskee ikke at kunde finde her nogen dygtig Mand, der var i Stand til at at commandere en Armee, men det maatte være en Fremmed, og hertil fandt man ingen bedre end en Fransos, der oven i Kiøbet, som man her vil vide, havde optient sig fra Munk til General a).

a) Oversætterens Anmærkning: Allene Dumhed og Ondskab har udspredet dette Rygte iblant Pøbelen; thi han har vel, som mange andre i Frankerig, baade Fornemme og Middelstandens Børn, i sin Ungdom studeret paa et JesuiterKloster eller Collegium, der kommer overeens i Henseende til Indretningerne med vore Gymnasier,

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27 Denne Mand troede nu altsaa at han burde tiene Dannemark med sine Indsigter. Han giorde med den Lethed, som er Franskmanden eegen, en Plan færdig til at underholde en stærk Armee, allene paa den Grund, at Kongen af Frankerig og af Preussen havde det saaledes. Havde den gode Mand læst eller kiendt vores Büschings Beregning, som giver Frankerig 20 Millioner Mennesker og i heele Dannemark kun 2 Millioner b), eller havde han allene vildet betragte Dannemarks Beliggenhed, som, naar det er bedækket ved en god Søemagt ikke behøver nogen stor Armee: saa havde han bedre truffet Proportionen. Efter hans Plan skulde Armeen forøges med mange Officerer; han inddeelte Regimenterne i 14 Compagnier, i Steden for at de tilforn, som paa de fleste Steder i Verden, bestode i det

men dette er ikke at være Munk. De fleste anseelige Folk i Frankerige saavel af Krigs- som af Borgerstanden, Have lagt Grunden til deres Indsigter i saadanne Klostere.

b) Overs. Anm. Dersom han end havde vidst Büschings Beregning, som han dog vel ventelig har, saa havde han desto vissere maattet tage Feil, ifald han havde bygget sin Plan paa denne Beregning, der tilforladeligen er aldeles falsk.

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høieste kun af 12 Compagnier, og de blev, da de tilforn var 90 Mand stærke, indrettet til 65 Mand. Kongen havde altsaa mindre Soldater, men desto fleere Officierer, og man vil ved nøie Eftersøgning finde, at den nye Indretning koster 300000 Rdlr. mere aarlig. Men for at bringe disse Bekostninger til Veie, vidste hans snilde Genie letteligen at udfinde Midler; Han loed alle Geværerne fra Arsenalet sælge for tredie Deelen af hvad de havde kostet. Ridesadler, som vare 8 Rdlr. værd bleve auctionerte for 2 Rdlr. Han bragte tillige Cavalleriet paa Beenene, thi han lod dem gaae til Fods; deres Heste som havde kostet 50 til 70 Rdlr. bleve solgte for 15 til 20 Rdlr. Han pønsede bestandig paa Midler til at udføre sin Plan og forskaffe sig de dertil fornødne Omkostninger, han loed Fæstninger demolere for at kunde sælge Laveterne fra Cano- nerne; Han havde gierne seet, at en Deel af den Danske Flode var bleven med afhændiget, dersom det havde kundet skee uden for megen Opsigt. Den Mand var formodentlig af den Meening, at Fæstninger vare skadeliqe i et Rige; af denne Aarsag vilde han endog tilsidst have ladet en af de beste og af Naturen selv be- fæstiget Grændsefæstning gaae, saasom den ko-

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stede meget at vedligeholde; og dersom ikke en vis Minister af patriotisk Iver havde sat sig derimod, havde han og naaet sin Hensigt. Her seer de, dette var den farlige Mand, som skul- de slaae vores Armee; Tvivler de vel om, at det skulde have kostet hans Opfindelses Geist meget lidet aldeles at ruinere den, dersom ikke vores arme Peter den Tredie (et saa lærerigt Exempel for alle Regenter!) alt for hastig havde forladt Verdens Skueplads c). Jeg er & c.

e) Oversætt. Anm. Uden Tvil har den gode Autor ladet sig bedrage af det almindelige Rygte. Denne Mand var ikke elsket i Dannemark, deels fordi han var en Franskmand, deels fordi han indførte nye Forandringer og Indretninger, som alletider ere forhadte, da de ikke gierne kan skee uden Tab enten for visse Personer eller for det Almindelige. Men ihvordan det end er, saa er det vel faa som ere i Stand til at sige den fulde Indretning af hans Plan i sin hele Sammenhæng, følgeligen ere der og kun faa der med nogen Vished kan dømme derom. Men det er gaaet hermed som det skeer i Almindelighed: den eene snakker efter den andens Mund, og man bliver meest troet naar man taler ilde. Saa meget er vist, at denne General var almindelig agtet og elsket i sit eget Fæderneland, og hele Folket misundte os den Fordeel at eie ham; thi de vidste at han var en god

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30 General, og at Aarsagen til hans Fald i Franke- rige var allene hans ubøielige Ærekiærhed, thi han var ikke og vilde ikke være nogen Tilhængere af Mad. P. som dengang commanderede, og forstod tilfulde den Kunst som er Fruentimmerne saa naturlig, at opvække Jalousie, Ueenighed og Forvirring i alle Ting. Kongen af Pr. selv, Pr. H. og Pr. F. havde Høiagtelse for ham, og forholdt sig meget forsigtig saa længe han commanderede. Der er dem som paastaae, at den Plan, efter hvilken han vilde indrette den Danske Armee, har været prøvet og giennemseet af adskillige berømte Generaler, førend han begyndte at fuldføre den, men til Vandhæld for ham traf det ind paa en Tid, da man her begyndte paa eengang at spare paa Pengene, og maaskee han da vel undertiden ikke har valgt de beste Midler til at forskaffe sig de Summer han behøvede.

Det er sandt, at ethvert Compagnie bestod kun af 65 Mand, men man havde og bestandig et behørig Antal Indroullerte, som ikke kostede Kongen noget i Freds-Tider, og som stode parat til at completere med saasnart det behøvedes.

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31 Fierde Brev. Til Hr. von G. Kundskab om Lov og Ret er her til Lands ingen Studium, thi Loven er saa enfoldig og tydelig, og saa passende for Landet, at endnu intet Land har kundet hidindtil fremviise en bedre. Desuagtet ere Processer og Chicaner ved Underretterne neppe i noget Rige hyppigere end i dette, og varer ofte ligesaa længe som Partierne har noget at føre Proces med. Der behøves heller ikke meget til at blive Procurator. Et ungt Menneske giver sig til at være Tienere hos en Procurator, han bliver siden Skrivere og naar han har lært Chicanen, bliver han sin Herres Fuldmægtig, og da kan han i sin Herres Navn narre dem, der fortroer sig til ham, saa meget, som han vil. Efter den Danske Lovs Publication har man giort den 40 til 50 Gange større end den var; tilforn udgiorde den kun et lidet Duodez-Bind ud, men nu bestaaer den af 17 Qvart-Bind

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mere d). Man har været nødt til, deels ved de Lovkyndiges Snildhed i at fordreie Loven paa mange Maader, deels formedelst andre Omstændigheder, blandt hvilke alle menneskelige Loves Ufuldkommenhed vel ikke er den mindste, at giøre mange hundrede Forordninger, og Forordninger mod Forordninger, der indeholde ligesaa mange Modsigelser. Kongen har vel allerede for omtrent 30 Aar siden overdraget til adskillige Personer, at uddrage deraf en ordentlig Codex, og fastsat en Pension af 400 Rdlr. for enhver, men der er endnu lidet eller intet arbeidet derpaa; Personerne ere døde, men Pensionen er bestandig fra Mand til Mand rigtigen bleven arvet, uden at forrette noget derfor. Man seer heraf, hvor nødvendig en tydelig Lov og en streng Instruction og Opsigt med Dommerne og Procuratorerne maa være.

d) Oversætterens Anm. Det er Samlingen af de siden Lovens Publication udkomne Forordninger, som Forfatteren her meener, der dog ikke udgiøre saa mange Bind efter den brugelige Maade at samle dem paa, og de kunde giøre mange flere, dersom man allene vilde af hver 10 Forordninger giøre et Bind. Overalt maa Loven være saa fuldstændig som den vil, saa udfordrer Tidens og Omstændighedernes Forandring bestandige Forandringer og nøie Bestemmelser i Loven.

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33 Vores vise og store Keiserinde har meget vel indseet dette; Vi faae nu ved hendes ypperlige Anordning en Lov, som vel ikke vil have sin Liige til at giøre sit Folk lykkeligt.

Der er her Begivenheder, hvor Loven er aldeles utilstrækkelig. Har en Procurator en Sag, som han ikke kan drive igiennem ved Retterne, saa gaaer han, sin Contrapart uafvidende, ind i Cancelliet, og naaer ofte det han søger; og da kan der ikke videre appelleres; thi denne Dom er uigienkaldelig. Nyeligen sluttede en Mand et Huuskiøb med en anden, men da han siden af sine Venner og Slægtinge erfarede, at han havde kiøbt for dyrt, saa vilde han gaae fra Kiøbet. Det kom til Proces, Kiøbecontracten og alting var lovmessig underskreven, Procuratoren kunde med nogle Indvendinger ikke trænge igiennem for Rettten; Han kom derfor ind i Cancelliet, Slægtingerne søgte at dette Menneske maatte blive erklæret for umyndig, saasom han havde begaaet denne Feil af Skrøbelighed paa Forstanden, Cancelliet erklærte ham derpaa virkelig for umyndig og frasagde ham Forstanden, som han dog til denne Dag skal have i god Behold, og Kiøbet blev giort til intet.

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De have maaskee heller ikke troet, at man skulde erklære en Oversættelse af et Værk, som var bleven trykt med Forfatterens Villie og Vidende, der ikke til nogen havde solgt sin Ret dertil, for et uægte Eftertryk, og dog er dette skeet med een af de her bekiendteste Bøger.

Jeg er & c.

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Femte Brev Til Hr. v. O. Der er her endnu et særdeles Slags af Lovkyndige, som man kalder Skifteret, og hver Etat har sin særdeles Skifteforvalter, der ved Dødsfald besørger Forseglingen. Dette er uimodsigelig en nødvendig og god Foranstaltning for Umyndige, men du giver Anledning til megen Uret og Misbrug. Disse Skifteherrer blive sædvanligen i en kort Tiid bemidlede Folk. De opsluge Umyndiges og andres Arv ved langvarige Forhalinger med Stervboets Slutning. Jo mere Formue der er jo længere varer et saadant Skifte. Man har Exempel, at saadan en Stervboed har va- ret 10 til Aar og vel længere; thi jo læn- gere det varer, jo mere forøges Sportlerne og

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36 Procenterne, og desto længere kan disse Herrer benytte sig af de indcasste Penge. Dersom en Mand har en Gieldsfordring paa saadan en Stervboed, og han ikke kan undvære sine Penge til Skiftets Slutning, saa vender han sig til Skifteforvalterens Fuldmægtig eller Skrivere. Dersom han kun der forstaaer den store Kunst, at giøre en anseelig Foræring, eller lade sig aftrække 25 Procent og qvittere for fuld, saa kan han vel faae sine Penge. Giør han ikke dette, saa maa han tilforladelig bie til Skiftet er sluttet, om der endog var Formue til at betale. Endnu fordeelagtigere er et Skifte, som er beladt med Gield. og som Arvinger frasiger sig; thi da kan disse Herrer at- tordere med Creditorerne, som de vil; thi omendskiønt, som ofte skeer, ikke en eeneste faaer noget af sin Fordring, saa tør dog ingen un- derstaae sig at undersøge deres Beregning. Hvor nødvendig var det ikke, at sætte disse Herrer Over- opsynsmænd! Hvor mange Uordener foraarsager det ikke, naar en fattig Arbejdsmand ikke faaer sine Penge, der Maaskee ofte udgiøre hans heele Formue, eller og, hvilket er det samme, naar han ikke faaer dem til rette Tid. 3) 3) Bed en viis Forordning fra Regieringen er denne Misbrug saa meget mueligt afhiulpen. Kon-

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gen har ladet sig indsende en Fortegnelse paa alle de Stervbode, som endnu ikke vare sluttede og Aarsagen hvorfore de ikke er bragte til Ende, Han søger ligeledes ved andre ligesaa ypperlige Forordninger at give Forretningerne bedre Drift og Virksomhed, end de hidindtil have havt.

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38 Siette Brev.

Til Hr. N.

Den forrige Konge Friderik den Fem- te var en stor Liebhabere af Videnskaber og Konster og har giort store Bekostninger til deres Opkomst. Han stiftede et Konst Acad mie, til hvilket bleve indkaldte adskillige Konstnere, Malere, Bildhuqgere, Kobberstikkere og andre. Han gav en Fond af hvilken endnu de Landets Børn, som meest have giort Fremgang i deres Konst, faae Guld Medailler til Premie, og omsider noget vist til at reise med, for at kunde udenlands giøre sig fuldkomne. Man maae tilstaae, at de Danske deri allerede have bragt det vidt, og opdraget mange dygtige Mænd. Denne prisværdige Stiftelse af den beste Konge, var allerede

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39 tilstrækkelig til at giøre hans Berømmelse evigvarende; og man kan heraf see, at det allene fattes Nationen paa en Slags Opmuntring og Anførsel for at naae deres Naboers Fuldkommenhed, eller maaskee endog overgaae dem. Denne ypperlige Konge gjorde og alt hvad der var mueligt, for at faae Konster og Videnskaber til at blomstre og see sine Undersaatter lykkelige. Han lønnede Tydsklands største Digteres Fortienester, som bleve ubelønnede af hans eget Fædreneland, fordi det ikke kiendte ham, han gav ham en aarlig Gehalt, paa det han maatte have den nødvendige Rolighed til sin høie Poesie. Alle de Lærde, der foreslog al- mindelig nyttige Skrifter, fik Omkostningerne dertil, og Nytten deraf tilhørte dem. Denne Goddædighed have de Danske at takke for adskillige Original-Skrifter, som f. E. den Danske Vitruvius, Nordens Voyage d’Egypte, Oeders Flora Danica, Krafts Mekanik, og flere. Vel foresloeg og undertiden een og anden et Værk, som han ikke var voxen, og som han ikke havde Indsigt nok til at udføre, men alleene for at fortiene noget derved. Hid henhører maaskee det Danske Atlas, den Oldenborgiske Stammes Historie; og i en vis Betragtning af Hensigten maaskee

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40 og Regenfusses Muschelværk og F. D. d). Hr. Pastor Schäffer har endog faaet 2000 Rdlr. til en Nürnbergisk Insektsamling. Kongens Absigt var derved dog altid meget prisværdig; allene de Store, som forestillede det, burde bedre have indseer det og havt mere Agt paa Forfatternes Hoved-Absigter e).

6) Overs. Anmærkn. Vel mueligt at den Danske Atlas kan have sine Feil og maaskee ikke fuldkommen fortiene de Bekostninger, der ere anvendte derpaa,, men de, der have kiendt den ærværdige Forfattere have Aarsag til ikke at tvivle om, at jo Lyst til at arbeide og til at giøre sig og sit Fædreneland Ære var den eeneste Motiv til alle hans lærde Forretninger. Regenfusses Muschelværk sortiener vist at være giort paa Kongelig Bekostning og F. D. ikke mindre; denne sidste har endog det forud, at den er nyttigere og nødvendigere. Overalt er det en let Sag, at giøre de beste Gierninger mistænkre.

e) Overs. Anmærkn. Forfatteren fordrer lidet for meget af disse Store; det tilkommer dem ikke at see paa Forfatterens Hensigter, som dog vel vilde blive vanskelige at opdage; nok er det, at de Skrifter eller Værker, som giøres paa Konge- lig Bekostning, ere Bekostningen værd: og om

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Hos os og i andre Lande vilde saadanne Skrifter vist ikke udfordre mere end den 6te Deel Omkostning, og dog kunde sælges en 3die Deel, om ikke Halvdeelen lettere, end man her kan kiøbe dem, uden at Kongen havde nødig at give noget dertil; men i et Land, hvor Papir og Trykkerløn er saa kostbar, kan det nok undskyldes. Hos os lader Videnskabernes Academie trykke saadanne Verker paa deres Bekostning; Man har vel sagt mig, at her var Akademiske Boghandlere, men ikke een af dem har en saadan Bog og endnu mindre en Akademisk Bog i Forlag 4). Imidlertid maa

en Forfattere »ed sit Arbeide en Gang fortiener noget, mon det burde misundes ham, hvorfore skulle de Lærde mere være Martyrer for Landet end andre, der pag andre Maader giore der Tie: nefte eller LEre?

4) Dette kommer deraf, at de Lærde i Dannemark til deel« selv er Forlæggere af deres Skrifter, eller selv ere Boghandlere, som Forfatteren behager at kalde dem. Men ester min Indsigt kan dette just ikke tiene til at udbrede Videnskaberne, thi hvorledes kan en Auctor ved en eeneste Bog erhverve sig den Correspondence, som en Boghandler allerede har. Giver han endog en Boghand

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man sige hvad man vil, saa har Dannemark dog en Flora Danica, hvis Lige, naar den bliver fuldstændig (hvilket vel ikke skeer, saa længe en Trævel Græs endnu voxer af Jorden) uagtet sine Feil, intet Rige i Europa har at fremviise 5).

Kongen gav og en meget værdig Dansk en Pension af 300 Rdlr.; man har vel af hans eget Arbeide intet andet end en meget smuk Punsch-Viise, men meget gode Oversættelser. Denne gode Konge har man og at takke for

ler sin Bog i Commission, saa ere dog Hænderne bundne paa denne, han kan ikke skalte dermed, som han vil det er ikke hans Eiendom. Saadant maa nødvendigt i begge Tilfælde hindre Litteraturens Udbredelse. Desuden har det endnu denne Følge, at man i Provincierne ofte gierne ønskede sig een og anden Bog, og betalte den tredobbelt naar den i Kiobenhavn er Makulatur. Z.

i) Overs. Anmærkn. Man seer af denne Sen- fence temmelig tydelig at Forfatteren er aldeles ingen Kiendere af Botanik; thi hans Udtryk ere i dette Stykke alt for enfoldige. Hvad er det for Feil han saa ædelmodig overseer i F. D Dette allene havde været Umagen værd at blive underrettet om af en saa grandseende Skribent.

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Foranstaltningen af et lærd Selskabs Reise til Arabien, paa hvis Opdagelser heele Europa var og er endnu begierlig. Men hvor meget er del ikke for os og vore Efterkommere at beklage, at heele Selskabet er død paa Reisen, saa nær som Capitain Niebuhr, der for ikke længe siden er kommen tilbage og arbeider nu paa at udgive sin Reise-Beskrivelse. NaturHistorien og adskilligt andet, som med hans @Medreisende er bortdød, vil vist feile deri; imidlertid vil det dog altid blive et uskatteerlig Værk for Verden, som venter derpaa med Længsel, og som er et mere talende Eftermæle efter den menneskeelskende Friderik, end den prægtige Statue, som det Asiatiske Compagnie har oprejst, og som skal koste henved 500000 Rdlr.

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Syvende Brev.

Til Hr. von * * *

Der er her, min Ven, et forundringsværdig Exempel paa en Kiøbmand, som ved sin Rigdom er steget til de største Ærespo- ster; hvor han har erhvervet denne Rigdom, det veed Gud, S*chs** og K. a. P. For at kunde desto sikrere benytte sin af sin Rigdom be- gav han sig hertil. Man gjorde ham til Adelsmand, til R. og endelig til M. og Overopsyns-mand i C- C. Des uagtet blv han Kiøbmand, og den herværende Kiøbmandsstand tilbeder ham ligesom nogle vilde Folk deres Guder. Han har den stigende og faldende Cours i Hænderne, og veed at trække den rette Værdie af de herværende Papir-Penge. For at kunde dette, behøver han allene at trassere paa sig selv (thi

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45 Han Har Contoirer i adskillige Lande. Har han Vexler at sælge eller indkassere, saa betaler man ham dem altid høiere end hos andre, og dog holder man sig det endog for en Ære, at kunde have med ham at forrette. Coursen stiger eller falder, ligesom han har at betale eller imodtage Penge, og da Coursen mestendeels er høi, saa er det altid et sikkert Tegn, at han har mere at imodtage end at betale. For at holde denne Mand desto fastere i Rigt, solgte man ham alle de Plantager i V. i. som tilhørte Kronen for 400000 Rdlr., og det med den betin- gelse at betale dem i 8 Aar. Plantagerne kunde, som man siger, aarlig indbringe Kronen 60000 Rdlr. Dersom dette er sandt, saa kunde han i 7 til 8 Aar betale dem med hare Indkomsterne, og havde dem da for intet. Og om de endog tilforn har været noget forfaldne ved en slet Forvaltning og Opsigt, kunde de da ikke ved bedre Anstalter og en maadelig Summa igien sættes i Stand. Endnu Mere, han fik i Kiøbet et prægtigt Sukker-Raffinaderie og et Pakhuss, som i alt var værd 220000 Rdlr. og begge Deele kan maaskee nu indbringe ham interesserne dobbelt; men det, som endnu er det beste, han er Statens Mæklere.

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De Danske Papiir Penge falder stedse mere i Coursen; Man har vel forstaaet konsten undertiden, at standse denne Falden paa en kort Tid, men det kan dog ikke bestaae i Længden. Det største Stød lider Banko Noterne ved de Renter, som Fremmede aarlig trække for Rigets udenlandske Gild; men maa derfor betynge Undersaatterne med store Paalæg, der giør dem og Riget fattig, uden at man kan see Ende paa denne Plage. Det 2 det endskiønt Mindre følelige Stød, som de Danske PapirPenge faae, er at Udlændinger har ligesaa megen, om ikke mere, Andeel i den Kiøbenhavnske Bankes Actier end Undersaatterne, og derfore aarlig trække 16 Procent sædvanlig Gevinst af deres Capital. Hvad som fortie- nes ved Laane Banken og endosserte Vexeler af Kiøbmændene, som ofte bære deres besværligen erhvervede Fordeel derhen, det faaer Udlændingerne i reede Penge, og de Danske beholde omsider allene deres Papir. Endog Kongen selv, naar han vil have Penge eller Sedler af Banqven, saa betaler han dem med 4 Procent. Det her værende Asiatiske Compagnie svækker ogsaa de Danske Bankosedlers værdie og følgelig heele Staten, ved det at de føre alt det øvrige Sølv og Guld af Landet for Va

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re, som de kunde have lettere Kiøb og bedre hos deres Naboer end fra China g).

Det er en skadelig Grundsats, som de europæiske Førster have antaget, altid at ville svække deres Naboer, da det dog næsten ikke kan skee uden paa deres Undersaatters Bekostning; og hvad bør dog vel være nøiere foreenet end Førsternes og Undersaatternes Fordeele? Ingen Første vil derfore tillade at indføre i sine Lande noget af en anden Stats Manufakturer, omendskiønt de selv hverken har dem eller kan undvære dem, i Steden for, at han skulde tragte efter at benytte sig ret af sine egne Lands Produkter, for derved at give Handelen et Liv, naar hans Undersaatter kunde benytte deres Vare imod deres Naboers. Den som heri var meest efterladen, vilde meest tabe. Men jeg nægter dette og paastaaer, at det kommer an paa Flid, Opmuntring og Understøttelse. Et seneste Exempel er nok at anføre: Hamborg, tilforn en maadelig Stad, er dog ved sine Fabriker og Friheder i Handelen blevet Kronen af

alle

h) Over. Amnærkn. Hvad for Naboer skulde det vel være, hos hvilke man kunde kiøbe disse Vare lettere kiøb, og bedre? Vore Naboer kiøbe jo chinesiske Vare af os i stor Mængde.

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48 alle Tydsklands Handelsstæder. Den har og planter selv intet, uden hvad den maa kiøbe af andre, og dog kan den med sine fabrikerte Vare tilbytte sig alt hvad, og mere, end den bruger, og dog kan med det føre Handel og giøre sig Fordeel af det den har tilovers af det Tilbyttede. Et Land maatte være meget forsømt af Naturen, som ikke skulde kunde sinde hos sig selv Midler til et eller andet Manufaktur, nemlig noget, som der blev avlet eller frembragt, som kom fra første Haand og følgeligen kunde leveres lettere kiøb end fra Naboerne. Man maae ikke herimod indvende mig, at Naturen har begavet et hvert Land med Ting, som det andet ikke har, thi det kommer meget mere an paa at bruge disse Ting med Nytte, og cultivere dem saaledes, at Naboerne ikke kan undvære dem, og derfore er i disse Tider, da vi have saa mange Nødtørs-tigheder, som vore Forfædre ikke kiendte, enhver Monark forbunden at sørge, dersom han ikke vil see sig og sit Folk forarmet.

I en Republik gaaer det anderledes til, den eene er ligesaa mægtig som den anden, og behøver ikke at giøre mange Bekostninger, have megen Besværlighed, eller bestikke nogen

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for at faae Privilegier. Han finder Understøttelser hos sine Medborgere, Da de ikke have nødig at frygte, at er Forbud paa de samme Ting, som en Gang er bevilget, skal ruinere dem og deres Formue 5).

5) Man arbeider vel her pan nærværende Tid meget stærk paa Landvæsenets Forbedring; man opretter med betydelige Bekostninger Landvæsens-Collegier; man opretter Oeconomiske selskaber; man skriver mange oeconomiske Skrifter, som indeholde me- get got; man skriver og om Manufakturers Forbedring, og dette sidste er saa meget mere nødvendigt, saasom man begynder aldeles at forsømme Disse for at forbedre Landvæsenet.

Man kan ikke nægte, at der so allerede er giort mange gode Forbedringer i Landvæsenet, og endnu flere ere i Arbeid, fam f. E. Vaarnedrettighedens Ophævelse. Man maa herudi prise Kongens Retfærdighed, som er meget nidkier i at forskaffe en saa tallriig Deel af sine Undersaatter deres naturlige Ret til Friehed og deres Eiendom tilbage igien, som de saa længe ved de Mægtiges Undertrykkelse have maattet undvære. Kuns nogle faa af dem fortjente her at kaldes sande Patrioter og Menneskevenner; de, der vare de første at ophæve paa deres Godser denne Skam for det

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For at komme igien til den chinesiske Handel, da er og bliver den med Tiden et Tab,

ikke

Menneskelige kiøn, og give de forkrættkede Rettigheder tilbage. Men alting vil være forgieves, dersom de ikke tænker paa Midler til at stoppe den første Kilde, af hvilken Undersaatternes største Elendighed har sit Udspring, jeg mener Rigets Gield. Renternes Betaling allene standser Følgerne af alle gode og til Landets Forbedring sigtende Indretninger og Bestræbelser; Renterne allene trækker aarlig en Million rede Penge af Landet og de Danske betaler dem med deres Papirs Gehalt imod de Fremmedes Penge og Vexelerernes og Mæklernes Provision, altsaa ved Coursen mere end dobbelt. En vis Forfattere har nyelig angivet et meget kort og let Middel til at betale denne Gield; Han beviser, at Kongen havde ikke nødig, at betale den Gield, hans Forfædre have giort, og det paa den Grund, fordi at Pengene ikke vare anvendte til Landets Beste, men hvoraf Laanerne skulde kunde have vidst det forud, eller allene turdet viide det, er vel et stort Spørsmaal. Overalt har den gode Mand giort sig for lidet be- kiendt med de Følger ; som saadant et Foretagende vilde drage efter sig, og som letteligen vil falde enhver Tænkende i øinene, om endog Kongen af

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51 ikke allene før! Dannemark, men endog for den største Deel af Europa. Man slæber det reene Guld og Sølv derhen h) for at kiøbe Urter, Spindelvæv, pocelain-kar og malede Dukker, som man har altsammen og meget bedre i Europa. Ja endog vores eget Fædreneland er alt befængt med denne Syge. Man har sagt den nu regierende Konge af Dannemark, at disse vare de reneste Produkter af hvilke Dannemark trak Penge fra sine Naboer, men man har glemt at sige, at den største Deel af Actierne tilhører Udlændinger, og at man af dem maa dyrt kiøbe det Sølv, som med stor Livsfare og ved at opofre mange Mennisker bortslæ-bes nogle tusinde Miile, og at Fortienesten gaaer lige op med det, som bliver i Landet, og det de Fremmede vinde paa Coursen, om der ikke endda snarere tabes mere. En Dansk gior- de mig engang, da jeg loed mig forlyde med

Dannemark var i den Forfatning, at han kunde bringe forslaget til Virkelighed, hvorom man dog med Billighed maa tvile.

h) Oversætterens Anmærkning: Dersom Forfatteren havde varet rigtig underrettet, saa havde han vidst, at der bringes slet intet eller i det mindste meget lidet Guld til China, men meget mere derfra.

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52 denne Tanke, den Indvending: At en udbredet og vidtløftig Handel var dog det beste for en Stat. Dette er sandt; men denne Handel er jo i al Slags Forstand meget indskrænket.

Jeg veed ikke hvor det kommer sig, at man her i adkillige Stykker har saa urigtige Begreb. Taler man om en udbredet Handel, saa forstaaer man en Handel, som føres paa langt fraliggende Lande; taler man om frie Handel, saa troes der, at alting burde være frit, endog det, som man har i Landet; Heder det at man skal indskrænke Handelen, saa maa alting forbydes, endog det, som man ikke har, og ikke kan undvære. Men det kommer vel deraf, at de Herrer Comm. Dir. ikke synes at have megen Kundskab om Handel. For ikke længe siden havde een af disse Herrer det Indfald, at endog al udenlandsk Forstand og Lærdom skulde fortoldes. O hvor fattige vilde ikke de Danske blive, dersom de standsede denne Tilførsel.

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Dog, jeg udviger for meget, og skriver Dem maaskee mere til end De have Lyst at læse; men De maa og gierne have Tilladelse at gabe derved, saa meget som De vil, naar De allene vil læse det, thi ellers skriver jeg Dem ikke til en anden Gang. Jeg er &c.

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Ottende brev. Til hr. von P. min kiere P.

Endnu uddriver man Dievle i Dannemark. Hvem skulde formode det i disse oplyste Tider, og ved den her almindelig herskende Lutherske Religion? Men intet er vissere. Saa mange Mennesker som der fødes, saa mange Dievle kommer der med til Verden; Præsten maa altid først igien uddrive disse Dievle førend Børnene døbes; Imidlertid synes mig, man burde allermindst formode nogen Dievel hos nyfødde Børn i).

I) Over. Anmærkn. Det er ilde at Forfatteren

kunde med Sandhed bebreide os uordener

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55 Det er og her ved Kirken en Skik, at naar een skal begraves, maa præsten i egen Person kaste 3 Gange Jord paa Kisten. Pøbelen troer, at naar det ikke skeede, saa kunde de ikke opstaae igien af Jorden. Naar Kirkegaarden er noget langt borte, eller det er meget slet Veir, saa har præsten Tilladelse at giøre sig det mageligere; Han gaaer da i den Afdødes huus og kaster Sand paa Kisten, og

vores kirkeskikke, efterat alle fornuftige Mennesker baade af Geistlig og Verdslig Stand have allerede i mange Aar indseet dem og ønsker dem afskaffede; men saadan er vores Skiæbne: Vi have en utroelig Forraad paa et vist Slags Folk, der ved alle Lejligheder søger at udmærke sig ved den Konst, at kunne giøre Indvendinger og Vanskeligheder hvor de mindst formodes, og dette tillige med en Slags Træghed hos andre er Aarsag i at næsten intet af alt det, som skulle foranstaltes ved vore Selskaber kan komme til nogen virkelighed; saaledes have vi iblandt andet hidtil forgieves over i 16 Aar forventet nye og forbedrede Medicinal-Indretninger, som vi saa høilig trænge til; men vi tør maaskee dog endnu længe vente dem, uagtet den Activitet, Nidkierheb og usædvanlige Indsigt, der signaliserer nogle af de Personer, som dette Arbeide paaligger.

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56 da kan man begrave den Døde hvor man vil. Det er Skade, at endog gode Skikke bliver til Uskikke og Urimeligheder, og at de Geistlige ofre give selv Anledning dertil, og saaledes udsætte sig for Bebreidelser, der undertiden ere alt for grundede! Skulde man ikke være særdeles aarvaagen over, at Religionen, og alt det, som staaer i nogen Forbindelse med den, ikke viiste sig uden i en ærværdig og sand Skikkelse? Vel mangler vores Religion ikke heller overflødige og unyttige Ceremonier; vi have endog mange urimelige og besynderlige Religions-Skikke; men De veed og, hvor meget vi have beklaget, at man derved gav Leilighed til at giøre Hovedsagen mistænkt, da saa faa ere i Stand til at skille det Væsentlige fra det Tilsatte. Det er besynderligt, at man dog ikke vil indsee, at man selv derved giver Frigeisterie og Vantroe mere Næring, og undergraver Religionen.

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57 Niende Brev.

Kiøbenhavn har den beleiligste og fordeel-

agngste Havn i heele Europa, og dog betyder Handelen ikke meget, naar man ligner den mod andre Nationers Handel. Den er Middelpunkten og Nøglen til 2de Have; Det kunde være den største Stabels- og HandelsHavn for hele Øster- og Nord-Søen. Men de Danske benytte sig ikke af denne fordeelagtige Beliggenhed; de lade Fremmede føre deres Produkter forbi denne Havn, og levere samme lige til Stedet selv, ja endog hvad de selv behøve lade de sig tilbringe af Fremmede.

Dersom de ret benyttede sig af deres Havn, saa kunde de tildeels undvære alle andre Fabriker og Manufakturer, og dog holde Ballance med alle deres Naboer ved det de dermed forriente.

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Men de giør hellere Projekter, for med megen Fare og uvis Fordeel at hente Urter fra China eller anlegge en Missisippisk Handel, endskiønt de vare i Stand til at finde Rigdomme i Overflødighed for deres egne Dørre. Vist vilde Fremmede, særdeles Hollænderne, Lybekkerne og Hamborgerne ikke gierne see, at de Danske benyttede sig af deres Havn som de kunde. Engang var et saadant Projekt virkelig i Forslag; man lod allerede til den Ende omkaste en prægtig botanisk Have, der havde kostet over 70000 Rdlr. at anlegge, for at bygge Pakhuuse paa Pladsen; men Vanhældet var, at det feilede paa Kræfter til at sætte det i Verk. Man indbød Hollænderne dertil, men de loe deraf.

I alle Foretagender skal Fremmede have Andeel. For kort Tid siden blev her projek- tert et Lotterie, til at betale Vestindianernes Gield uden deres Villie og Vidende til Hollænderne, hvortil endog Hollænderne selv skulde bidrage det meeste. Jeg tvivler at det nogensinde kommer i Stand. Det er og kun 3 Kiøbmænd, der garandere for Capitalens Udbetaling, og denne Betaling er

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saa langt udsat, at disse trende Contoirer gierne kan uddøe inden den Tid. Fordeelen af Laanet er ellers i øvrigt fordeel- agtig nok..

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Tiende Brev.

Ingen gaaer her til Fods; alting kiører i Careth. Man skulde snart troe, at Podagra havde her opslaget sin Boepæl. Fra den største Minister til den ringeste Haand- værksmand kiører her alle. Men den rette Aarsag hertil er uden Tvil, at de Smaa ere her altid de Stores Aber, saasom de seer, at de ikke ere anseete, naar de ikke forholder sig nogenledes lige med de Store; deraf kommer det og, at de meest bemidlede Borgere kiøbe sig Titler for at faae en Anseelse og Rang over andre. Det er ikke usædvanligt, at en Kræmmer lader sig giøre til Cancellieraad eller Ju- stitsraad, uden nogensinde at erfare, hvad der gaaer for sig i Cancelliet, eller have noget Begreb om hvad Justice er for en Ting. En Kiøbmand troer derfor at være nødt til at kiøbe sig en høi Titel, samme koster meget; Huushold-

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ningen bliver stor, for ar føre sig standsmæssig op, og derved svækker han omsider sin Handel. Titel-Sygen er nok overalt i intet Rige større og mangfoldigere end i dette. En Domestiqve, som i kort Tid har staaet i Tieneste hos en Herre ved Hoffet, naar han forstaaer at tilsmigre sig sin Herres Gunst, eller og har en smuk Kone eller Søster, kan ved hans Recommendation strax faae en Told- eller JustitsBetiening, uden at forstaae noget deraf. Man har Exempel, at saadanne Folk neppe har kundet skrive deres Navn, men der er et beqvemt Middel til at raade Bod herpaa, man holder Fuldmægtige. Ikke længe derefter bliver saa- dan en Mand i det mindste Justitsraad. Jeg sender Dem herved den Danske Statskalender, og De vil forundre Dem over den store Mængde af Raad og Titler; men De maa vide, at næsten alle Kongelige Betientere ere caracteriserede lige til Visiteuren; De vil tillige see, at sielden forvalter een et Embede, som passer sig med hans Caracter, eller har en Titel der passer sig til hans Embede. Det er her saaledes blevet til en Mode, at man ikke tiltroer en fornuftig Mand menneskelig Forstand, naar han ingen Caracter har, næsten ligesom man i Frankerige troer een er en Tosse,

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naar han i det mindste ikke heder Mar- qvis.

Her gielder ikke Ordsproget: Hvem Gud giver et Embede den giver han og Forstand. Her behøver han kuns en Titel. Tilforn var disse Titler efter Hensigten en Belønning for fortiente Mænd, der havde udmærket sig i Kongens Tieneste, eller erhvervet sig Anseelse ved Lærdom og Videnskaber, Titler nyttede da paa den Tid til at opmuntre og opvække Emulation.

Nu behøver man allene Penge, med dem kan man faae alle Titler og Ærestegn 6). Følgen deraf er, at al Opmuntring falder bort, da man seer, at værdige Mænd, som have giort Staten sande Tienester, sættes i

lige

6) Det er nu ved 2 Kongel. Forordninger fastsat, at Carakterer efter deres Hensigt allene skal tillægges Fortienester og at de virkelige Laqvais uden For- skiel skal være udelukke fra alle offentlige Betieninger i Landet.

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lige Classe med dem der intet have giort, og heller ikke har været i Stand dertil, og ikke besidder anden Fortieneste, end at have betalt deres Titel.

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Ellevte Brev.

Til Hr. N.

De kan ikke forestille sig, min Ven! hvor foranderlige de her værende Fruentimmer ere. Jeg troer, at de overtreffe heri alle andre Nationer. For nogle Aar siden vare de alle, som man har sagt mig, Franske i deres Klæder, maaskee og i deres Sæder; forrige Aar Tyrkisk; men nu ere de Engelske fra Hoved til Fod, og knap fra Mandfolk, at adskille, alle i lange Engelske saa kaldte Frakker, ja endog med Støvler og Sporer. De ride de vildeste Hingster, som den beste Staldmester; og jeg tænker, at inden et Aar er forbi, sidde her alle Damer til Hest og gaae i fuld Mandshabit. Er det ikke et Indgreb i vores Rettigheder? Men ere vi og ikke selv Skyld

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deri? Det er fandt, et saadant qvindeligt Rytterie maatte kunde giøre farlige Erobringer, thi hvem kunde imodstaae dem. En Bonde, som saae sin Høibydende Frue til Hest, raabte ganske henrykt: I! saadan en naadig Frue har vi aldrig haft endnu, der lader os see hendes smukke Laar. Hvem veed, hvad saadanne Foretagender kan have at betyde? Om det maaskee vel ikke endog gaaer ud paa at betvinge og beherske Mandfolkene, der selv hielper til at befordre denne Hensigt, ved det de efter Haanden blive saa qvindagtiqe og bløde, at man snart i mange Huuse ikke veed hvem der er Herre eller Frue. De erindrer Dem uden Tvivl de Forestillinger vi eengang faae af den forkerte Verden. Jeg tør spaae de Danske et fuldkom- ment Slaverie, dersom de underkaste sig disse Amazoner, der ere saa foranderlige, og lade sig regiere af dem; Vel dem, ifald de ingen Indflydelse har i Statssager, hvad vilde det ikke give for hyppige og lystige Forandringer.

Jeg kiender allerede nogle private Huuse, Hvor Damerne har allerede bemægtiget sig Herredømmet. De skulde imidlertid ikke troe, hvor fromme, sagtmodige og uskyldige disse Skabninger vise sig uden for deres Gebet; der

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ere de zartligere end Lam, de forskrækkes naar deres lille Skiødehund piber, og farer tilsammen ved den mindste skurrende Tone der berører deres Øren; De kan ikke taale at see en Høne slagtes; men lad dem komme hiem igien, saa faaer De en ganske anden Scene at see. Ach! den forbandede Kokkepige, det Dievels Men- neske har endnu ikke Maden færdig, man maa ærgre sig død; man skulde hænge saadant et Creatur — Peter, Hendrik! Holla! hvor er I Slyngler henne? Kan I Slubberter ikke passe paa? Hvad duer I til i denne Guds Verden? fortiente I ikke at pidskes? — Ach min lille Kone! ærgre dig dog ikke saaledes. — Hvad — vil du og tage Livet af mig? — Gaae paa dit Kammer og bekymre dig kuns ikke. For Dievelen! kan du ikke holde din Mund? Gid du — ! dersom du dog ikke vilde snakke om det du ikke forstaaer! Gaae gamle Nar, bliv fra mine Øine. — — Stille, hvem banker? Himmel! det er den unge Baron von B. Tienerinde min gode Hr. Baron, det er mig kiært at jeg seer Dem. De bliver dog vel hos os i Aften og tager til Takke; tør jeg vel haa- be det? man maa holde paa Dem, min unge Herre! naar man har Dem. Hvor skielmsk De ser ud! Jeg vædder, at De tænker paa

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den smukke P. som sang paa Operen i Gaar. Vær dog saa god og fortæl mig hvad De for- nøiede Dem med i Gaar, De veed hvor megen Deel jeg tager deri.

Endnu et Ord om Fruentimmerne af den ringere Classe. De ere saa empfindtlige, @at de bestandig fryse, Vinter og Sommer; de gaae og derfor i de heedeste Sommerdage i store Pelse med Foerverk.

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68 Tolvte Brev.

Kiereste Broder!

Jeg har for nogen Tid siden underrettet dig noget om Tilstanden med de lærde Sager i Dannemark. Saasom jeg nu har faaet Omgang med nogle Lærde, og seet mig meget bedre om, saa er jeg maaske bedre i Stand til at give dig nøiere Underretning.

Omendskiønt de Danske ikke nær have op- naaet den Grad af Kundskab, som deres Naboer de Tydske og Svenske; k) saa maa man

dog

k) Oversætterens Anmærkning. Maaskee fordi de Danske ikke prale saa meget som hine, eller ere saa ødsele med Papir, at de strax giøre en Bog af en liden og ubetydelig ofte opkaagt Invention eller Indfald.

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69 dog tillige tilstaae, at de ere komne meget videre end de vare for 20 eller 30 Aar siden. En Professor i Theologien lærer ikke nu omstunder som tilforn at der er ingen Salighed at haabe uden for den Lutherske Kirke; Man erklærer ingen mere for Socinianer, der ikke vil erkiende et og andet Beviis for Christi Guddom, og man veed tillige nu, at en Candidat endog uden sorte Klæder og en stor Paryk kan tænke theologisk 1). Men unægtelig gaaer denne Forbedring meget langsom frem; Den menneskelige Forstand rives kuns langsom løs fra de Baand, som Alder og Vane have paalagt den. De have imidlertid Poeter, Historieskrivere og Philosopher, der giør dem Ære, En Evald, Guldberg, Baden, Suhm, Lüxdorph, Hielmstierne og andre, ja endog lærde Fruentimmer, en Andersen, Biel, Beck, fortiene her at nævnes.

1) Oversætterens Anmærkning. Hvilke særdeles Berømmelser! men Forfatteren har foresadt sig at dadle alt, giøre alting latterligt, og hvor let er ikke dette? Det gefalder og Hoben.

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70 Der fattes ligesaa lidet paa unge Lærde, som engang vil Viise sig i deres Fædreneland. Besynderligt forekommer det mig, at Holbergs Comoedier holder sig endnu bestandig paa Thea- tret med største Bifald. Et sikkert Beviis, at denne store Mand ved alle sine Feil dog har tro- ligt coperet Naturen.

Jeg blev nyelig saa fortroelig med en ung Dansk, at han endelig tilstoed mig, at de have meest Fremmede og fornemmelig de Tydske at takke for Videnskabernes Opkomst. Denne Tilstaaelse giør de ellers nødig i hvor sandfærdig den dog er; Han roeste mig særdeles en Tydsk Professor, som allerede længe har bidraget meget til Videnskabernes Udbredelse. Det er virkelig mærkværdigt, at 3 af Tydsklands største Digtere og ligesaa mange Talere opholder sig her, som man dog paa de mindste Tydske Steder kiender bedre og agter høiere end her i Hovedstaden. Jeg erkyndigede mig for nogen Tid siden i et Selskab efter een af disse Mænd,

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71 men man vidste ikke engang deres Navn; endelig traf jeg paa een som kiendte ham, men han vidste heller ikke andet at sige mig om ham.

Den gode Smag er en Ting, der forekommer mange sælsom og latterlig, er endnu flere ubekiendt, og hidtil kun blevet den mindste Part af Nationen til Deel. At læse er den usædvanligste Beskæftigelse for det Kiøbenhavnske Publicum. En stor Feil er det, at det eeneste Universitet i Dannemark er anlagt i Hovedstaden, thi Hoffet fordunkler alting; Studenterne er ikke agtede, dersom de ikke kan giøre Bekostninger med Klæder og saadanne Ting; de dependere for meget af Professorerne, og have derfor et vist frygtagtigt og undseeligt Væsen, som den frie Tydske ikke kiender, der ikke lader sin stolte Giest nedbøie. 7)

7) Man kunde opgive det Spørsmaal *) hvorfore der ikke i Norge, som den største Deel af det Danske Statslegeme er et eneste Universitet; jeg veed vel ikke at kunde besvare det, men de Norske ville

vel

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72 Den der vil være Student, maa iblant andet have lært visse Bøger uden ad og kunde

oplæse

vel bedre viide at angive Aarsagerne; imidlertid troer jeg, at den visseste Aarsag er, at man endnu ikke har havt Tid at tænke paa at cultivere Norge, som man burde; Uden Tvivl vilde en saa- dan Nation, der har saa ypperligt et Genie for andre Nationer, lægge sig mere efter Videnskaber, end nu skeer, dersom de i deres eget Land havde et Academie. Mange Forældre frygte for den Bekostning, ved at sende deres Børn til Hovedstaden i Dannemark. Der gives i en Re- sidentstad alt for mange Lystigheder og Adspredelser, i hvilke unge Mennesker uden Opsigt have Lejlighed at tage Deel i, Levemaaden er og der naturligviis kostbarere end paa andre Steder, og de Penge, der vare bestemte til Studeringer, gaaer den meste Tid bort paa Maskerader, Baller, Opera, Comoedie og Spillehuuse, indtil den Hr. Søn kommer omsider gandske lærd, syg og gieldbunden hiem. Z.

*) Man kan gierne giøre Spørsmaalet, og tillige let- teligen faae det besvaret, thi det Antall af Stude- rende fra Norge er vist ikke saa stort, at det var Umagen værd for deres Skyld at oprette et Universitet, og at distrahere en større Deel af den Ungdom som nu giver sig til Handelen var vel heller ikke meget fordelagtigt. Oversætt.

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oplæse dem, og det værste er endda, at disse Bøger er Hiertelig slette. Der bliver og daglig holdet Disputationer af de Studerende, men det er ilde at saa slet en Bog som Baumeisters eller Brockmanns er lagt til Grund. Studenternes Antall skal og Dag fra Dag aftage, saa at en Professor har forsikret mig, at om det saaledes blev ved endnu i 10 Aar, saa vilde her blive Mangel paa Folk til at besætte Embeder med. Dette er tilvisse ved Videnskabernes Fremgang besynderligt; man skal og have erfaret det samme ved Tydske Universiteter, @og dette fortiente vel nogen Undersøgning.

Paa det her værende Universitets Bibliothek søger man adskillige vigtige Verker forgieves, men det meget tallrige Kongelige Bibliothek staaer, saavidt jeg veed, ikke enhver aaben.

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74 Jeg kommer nu fra et Selskab, hvor jeg blev indført af den Kiøbmand der betaler mig mine Vexler; jeg blev forundret i Begyndelsen, da jeg kom ind, thi jeg tænkte, at jeg var kommen imellem de fornemste Ministre, saa rigt og prægtigt vare alle klædte omkring mig, men jeg erfarede snart, at det var Kiøbmænd og Underbetientere. Jeg havde kuns en simpel Reisekiortel paa uden Galoner, man tog og temmelig koldsindigt og stift imod mig, overøste mig med Spørsmaal angaaende min Reife, og forundrede sig, at jeg troede det kunde andensteds være bedre end her. Kierligheden til Fædrenelandet indtoeg mig, mit Hierte blev op- fyldt af Roes og de oprigtigste Ønsker, uden at blive vaer at man havde vendt mig Ryggen. Jeg skammede mig og gik bort.

Intet er mere extravagerende end den Klædepragt her hersker; Den fornemste Dame er neppe at kiende fra en gemeen Borgerkone,

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75 dette er sandt i den strængeste Forstand. Du kiender Ordsproget : Man tager imod Manden efter Klædningen, og følger ham ud efter For- standen; men her synes det at have tabt sin Kraft. Skulde en Klædeforordning ikke være her meget nødvendig for at indskrænke Overdaa- dighed og tilbørlig adskille enhver Stand? Jeg undrer mig over at saa faa Fyrster have alvorligen tænkt paa en saa fordeelagtig og i mere end een Hensigt nødvendig Sag.

Du begierer, min kiære Broder, at jeg skal afmale dig de Danskes Charakter. I Sandhed et vanskeligt Foretagende! Hvad! om de nu ingen havde? Overalt er der i Hovedstaden en saadan Blanding af alle Nationers Folk; man Viiser sig saa sielden i sin sande Skikkelse, maa man krumme sig i saa mange Figurer, om et Folk endog har en national Charakter, saa gaaer den dog derved forloren. Jeg, som lægger mig efter Naturen, og som

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du veed, i adskillige Ting har saa Min egen Meening, og derfor har opholdt mig to heele Maaneder paa Landet i smaa Steder og Landsbyer, troer at have bemærket, at det er en me- get vanskelig Sag ret at charakterisere de dan- skes Nationalgeist.

Nogle paastaaer, at den har meget ligt med dette Lands Luft og Clima, det er tyk, fugtig, taaget, koldt og foranderlig. De sige, at Næringsmidlerne og Regieringsformen bestemme ligeledes et Folk, om det er frit og dristigt, eller frygtsom og slavisk. Jeg tør heri ikke dømme. I Henseende til Udlændinger og Fremmede er Nationen i en besynderlig Modsigelse med sig selv. Den er mistroisk og ildesindet imod alle Fremmede, underkaster sig sielden eller aldrig deres Dom og Indsigter, troer gemeenligen at vide det bedre, og tilstaaer dem ugierne noget Fortrin, bliver bestandig ved deres Indretninger og Skikke, som de al

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tid holde for de bedste, og dadler det Meget, naar nogen vover heri at giøre Forandringer, og dog ere de tillige saa forpikkede paa det Nye og Fremmede, at de intet agter deres .egne Produkter, deres Vare, deres Konstnere, forsøm- mer selv deres eget Sprog, og lærer i dets Sted med megen Møie et fremmed, tilkiøber sig de ringeste smaa Ting Med stor Bekostning fra Fremmede, og bruger næsten altid disse til støre nye og vigtige Foretagender. Jeg kan ikke opløse denne Rædsel. — Endnu et maa jeg sige dig, men som er mig meget ubehageligt.

Vores store Peter den Første staaer her i meget slet Erindring; man beskylder ham for, at have villet begaae et Forræderie imod Dannemark, og Hemmeligen indtage Helsingør og Kronborg og allerede til den Ende ladet sin Flode krydse i Sundet; men ved de Danskes Aarvaagenhed er det heele anslag giort til intet. En haard Bebreidelse om den er sandfærdig!

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Dog nu staaer Dannemark i den vanskabeligste Forstaaelse med os, det tilfredsstiller og fornøi- er mig. Jeg venter snart Svar fra dig; lev imidlertid vel.

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Den vildfarende Russers Beyviiser, anstillet i nogle Breve til Ham selv.

Kiøbenhavn, 1771.

Trykt hos August Friderich Stein, boende i skidenstrædet.

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Erindring til Læseren.

Hidtil har Strids-Skrifterne om Stats - Kunsten i Dannemark været vores egne Lands-Mænds fostere. Men hvad skal man nu sige: En Russer er og beskæftiget med at beskrive Dannemarks Vel- og Bee- Stand, som er saa stor, at den endog strax kand falde en fremmed Reysende i Øyne. En Mand, der har anvendt sine Midler og sin Leve-Tiid til at kiende fremmede Nationer, har meddelt vores Forfatter som sin fortrolige Ven de kostbare Anmærkninger, som han havde giort paa sin Reyse. Vor Forfatter, som en almindelig Menniske-Ven, ønsker at meddeele den Lærde

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Erindring til Læseren.

Verden alt, hvad han selv fik at viide; thi han erindrede sig vel den gamle Regel: at Kundskab er unyttig, der- som ikke andre faar den at viide, men adskillige Vanskeligheder havde nær forhindret dette Værks Fuldførelse der- som ikke en lykkeligere Tiid havde truf- fet ind vor for omhyggelige Udgivere; thi just nu blev de danske beriiget med Trykke-Frieheden: hvormeget har ikke den Lærde Verden Dannemark at takke for denne Dag? som foraarsagede at disse Haandskrifter kom for Lyset. Hvad kunde der nu vel fattes denne stræbsomme og reedelige Mand, der ikke tager i Betænkning at bruge Tiiden til det Almindeliges Vel, da han vel til Grunde kiendte den Reysendes høye Egenskaber, hans Skarpsindtghed i at dømme, hans paaholdende Hukommelse til at beholde alt, hvad han saae og hørte, og en vitløftig Lesning, som giorte, at intet af det han nu erfarede, var ham fremmed. Hvilke herlige Fordeele, kan Læsere ikke love sig af saa fuldkommen en Mands Reise-Beskrivelse i Hvo skul- de ikke overtales til at læse dette Værk,

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Erindring til Læseren.

hvori man ikke har at frygte for falske Beretninger; dog maae jeg bekiende, at de store Forsikringer, som Forfatteren giør for sin Vens Ubedragelighed falder mig lidet mistænkelige, dersom han endda ikke havde forraadet sin egen Færdighed i det danske Sprog, kunde denne Mistanke formindskes under Skin af Had, men den som tør oversætte disse Reyse-Beskrivelser i den samme Nations Sprog, om ere hvilken de først er skreven, maa nødvendig være denne Nations Borgere. Mit Raad skulde være til denne vores ube- kiende Lands-Mand, at han ikke fordunkler sit Skriftes Høyagtelse ved en slet Oversettelse, men alt dette indseer Læseren selv, jeg vil nu tale lidet om mit eget. Enhver indseer lettelig mit Øyemeed heri. Jeg har hverken opdaget noget nyt, som kunde være mine Med.Borgere til Nytte, ikke heller har jeg viist Statens nærværende Mangeler, som ved Forsigtighed kunde forekommes: Men jeg har alleene stræbt at betage mine Med-Undersaattere de Bekymringer, som den reysende Rus

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Erindring til Læseren.

fers Skrift har uskyldig paaført Dem. At maale sin Lykke eller Ulykke efter andres Indbildninger, er høyst farligt; thi Lykken bliver altid mærkelig forstørret i den Misundeliges Øyne, hvilket giør Lykkens Yndlinger ikke mindre uforsigtige end efterladne i Fremtiiden. Li- geledes bliver vores Elendighed afmalet som uovervindelig for os, naar vi tillade den at bedømmes af vores Fien- Der og Foragtere. Jeg skal derfore agte den Tiid, som jeg har andvendt paa at Viise vor Forfatters upaalidelige Efterretninger, for den nyttigste og Dyrebareste af mit Liv dersom jeg har kundet skærpet mine Med-Borgeres Mod og opmuntret dem til at forøge De Fuldkommenheder, ved hvilke de allerede har giort sig lige med de lykkeligste Folk, og i Fremttiden letteligen skal overvinde dem.

Første

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Første Brev.

Min Herre! De lover i det første af Deres Breve, at give Deres Ven Efterretning om alt det, som De her fandt Deres Opmærksomhed værdig; De har giort meget vel deri, at De bestemmer Dem alleene til at berette, hvad De selv finder værd at mærke; thi var det Deres Agt at fortælle Deres Correspendent andet, end just det, som De og Deres falske Indbildning troer at være mærkværdigt, saa var De efter ald Riimelighed ey falden paa at skrive om saa ubetydelige og i sig selv

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intet sigende Ting, som De giør Begyndelsen med, naar De allerførst med Foragt fortæller Deres Correspondent, at De da De kom i Land blev bragt til den vagthavende Officier for at fremvise Deres Pas, at det var et ungt Menniske omtrent 20 Aar gammel og at Hans Opforsel var ligesaa barnagtig. I Sandhed, min Herre! uden Tvivl maae voxe meget langsom Russerne saavel i Sinds som Legems Kræfters, efterdi De troer, at et Menniske af 20 Aars Alder ey kand være dygtig og duelig nok til at være Officier (jeg taler om de ringeste Slags) thi hvad er vel lettere? end at lære nogle visse Haandgreb med et Gevæhr, for igien i sin Tiid at lære samme til sine underhavende Soldater, eller at formere en Linie, en Cirkel en Qvadrat en Triangel og saa viidere, mon ey en vittigt ungt Menniske kand fuldkommen forstaae det i sit 20 Aar? i sær hos os, da vores saavel Søe-som LandCadet-Academiet har givet og fremdeles vil give os de braveste og dueligste Officier, men herom taler De ey et Ord, dette finder De ey Deres Opmærksomhed værdig, uden Tvivl fordi De ikke i en Hast kand finde noget at udsætte derpaa: De slutter viidere, at Han ey forstod Deres Pas, som var skreven i Rusisk og Tydsk, fordi Han spurgte Dem i gebrokken Tydsk (jeg bruger Deres Ord) hvorfra De kom, men denne Deres Slutning er aldeles falsk

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og urigtig; thi om man endskiønt ey forstaaer det Sprog, hvorudi er Pas er skreven, saa kan man dog lettelig, naar man alleene kien- der Bogstaverne, see det sidste Sted, hvor et saadant Pas er forreviist; forresten, mon vore Officier ere forbundne til at forstaae Tydsk, Fransk, Engelsk, Hollansk, Spansk, Portugisisk, Rusisk & c. alleene for at læse de for slige Stæder hidreysender Passer? mon det ikke meget meere tilkommer de Reisende at lade Deres Pas indrette og skrive i de Nationers Sprog, hvorhen De agter at reyse? men nok herom. I det følgende er De fortrydelig over at De stakkels StrandCadetter vare saa høflige for en Billig Betaling at tilbyde Dem Deres Tieneste, i Sandhed intet er forunderligere min Herre! hvor kunde De vredes over slige Artigheder?) dog om Forladelse, nu husker jeg det de har været søesyg, De var maaskee lit knarvorn, De kunde altsaa ey lide saa mange omkring Dem, da De kom i Land, ikke saa?) men hvem bad Dem eller hvo tvang Dem at lade 20 bære det som en eller toe efter Deres eget Sigende maglig kunde bære, det stod Dem jo frie for at tage saa mange og saa saa til Deres Sagers Befordring, som Dem lystede, det kunde jo altsaa en skade Dem at mange tilbød Deres Tieneste; thi derved kunde De jo faae Deres Sager baade meere hurtig og meere billig befordrede; men

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hvor urümelig slutter De ikke her fra Strand- Cadetterne til Politiet! har vel de, som De saa billig kalder Rov-Fugle, fordi de ved Deres Sved stræber at fortiene noget til Livets Ophold, har De vel viist sig uartige imod Dem? har de tilføyet Dem noget ondt? eller har de aftvunget Dem Betaling, uden fordi de troede at have fortient samme; i saa Fald kunde De Forsikkre sig om all den Hielp og Bicstand, som der kand ventes af et vel indrettet Politie. I øvrigt maae jeg sige Dem, at saa ubillig og uriimelig, som det er, at De heraf troer med god Grund at kunde giøre sig et ufordeelagtig Begreb om vores Politie-Væsen, saa billig og riimelig slutter jeg fra de Mærkværdigheder de begynder med Feyl alle de Følgende, nemlig at intet agtes for mærkværdigt uden alleene det, hvorpaa Deres skarpseende Øyne og misundelige Hierte troer at finde Feyl: At min Slutning er rigtig kan enhver lettelig indste ved ar giennemlæste Deres Breve; thi all, hvad De skriver, er geleidet med foragtelig Bitterhed, der visselig ikke røber den beste Tænkemaade. De danske Fruentimmer staar Dem slet ikke an, De giver i Almindelighed Nationen en forhat Caracteer: Maaske en Betiening, et Embede, en Nang, eller nogen andet, hvortil de har anseet sig værdigere end alle andre, er gaaet Dem glip? har maaskee en Officer engang hendelsesviis løbet Dem paa Ermet, eller har en Professor ey hilset Dem

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dybt nok? Mueligt et smukt Fruentimmer har nu og da negtet Dem nogle smaae Artigheder? i Sandhed jeg troer at jeg har giættet det, i det ringeste sporer man noget saadant i alle Deres Breve. — De kommer nu til Toldboden, det første der møder Deres Opmærksomhed er Visiteurernes Kaarder (hvilke Mærkværdigheder! ja paa den Maade vil De ey mangle Materie til at skrive om) De slutter deraf, at De maae være Herrer, ligesom ingen kunde være Herre uden at bære Kaarde og ingen bære Kaarde uden at være Herre; Hvor latterlig en Slutning i vore Tiider da enhver, som alleene eyer nogle 1000 Rixdaler eller, som har et maadeligt Leve-Brød, hvoraf han nogenledes kan underholdesig, vil gierne være eller i det mindste regnes blandt de fornemmes Tal og hvoraf skulde man misunde Visiteurerne den Fornøyelse; I Sandhed Deres Embede er ey af de mindst vigtige NB. naar De i alle Maader opfylder Deres Pligter, som De skylder Kongen; men paa den anden Side maae jeg igien give Dem Ret, naar for Exempel en Visiteur døer og efterlader sig, foruden at Embedet arvelig tilfalder hans Svigersøn, omtrent 20000 Rixdaler i reede Penge det kand vel neppe gaae saa aldeeles rigtig til, neppe kaster hans visse Løn saa meget af sig, derved maae uden Tvivl saavel Kongen fornærmes som Kiøbmanden snydes, ja det som meere or, foruden de Renter,

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12 som saadan en Visiteurs Enke kan efter sin Mands Død trække af saa anseelig en Capital, saa nyder hun da oven i Kiøbet en temmelig Pension: Det synes at være noget overflødigt. En saadan Enke kunde nok viide, at hun er i Verden Hendes Stand synes ikke at give Hende Ret til at sidde Dagen igiennem i sin Lehne-Stoel, legge Hænderne i Skiødet, og saaledes leve maglig paa Kongens Regning.

Nu er De endelig kommen til Amalien- borg, i hvor ugierne De end vil, saa maae De dog rose de der liggende Bygninger; men see! om ikke Deres avindsyg Øyne strax finder Leylighed at Laste det, som dog i sig selv er priisværdigt, De undseer sig ikke at erklære den nye Friderichs-Kirke at være forstor og vitløftigt et Arbeyde for Dannemark, men forlad min Herre! jeg troer det som er tvert imod; thi dersom ey nødvendigere Beskæftigelser havde paa nogen Tiid stanset Deres Fremgang saa skulde det ey have varet saa længe, inden den havde naaet sin Fuldkommenhed. — Ney det var jo et uhørligt Spring! Med et ligefra den nye Kirke paa Amalienborg ud omkring i alle Landsbyer og Sogner, dog, da Deres Brev er skrevet den anden Dag efter Deres Ankomst her til Byen, saa har de ventelig for at komme til Rette igien efter Deres ubehagelige Søe-Reyse, giort en Tour uden Porten, maaskee til Kiøge-

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Kroe og paa den Grund, fordi de paa den Vey fandt Landet udyrket; thi Jorden er paa den Kant uduelig troer De uden Tvivl at heele Landet er udyrket, men jeg maae siige dem, at De bedrager sig meget, dersom De troer det; thi til et Beviis, at Agerdyrkningen ved den viiseste og mildeste Regierings Foranstaltning ey af men tiltager vil jeg alleene anføre dette. Een Tønd. Hart-Korn som for en 20 Aar siden eller lidet meere blev solgt for 40, 30 ja vel undertiden for 20 Rixdaler, sælges nu om Dage ey ringere i Almindelighed, end 100 Rixdaler og derover, seer De Forskiællen min Herre! er dette tilstrækkelig nok til at overbeviise Dem at De herudi har taget Feyl. Hvad de forresten taler om vore Bønder, naar De siiger: at De ere Livegne, da kand jeg ey begribe, hvad De forstaar derved; thi tager De Ordet i sin egentlige Forstand, nemlig at det betyder Trælle eller Slaver, saa er det en aabenbare Usandfærdighed; thi her har aldrig væet Trælle eller Slaver i Dannemark, naar man undtager Dem man endnu har, som kaldes servi publici ɔ: pænæ, men jeg giætter noget nær, det der har forvildet Dem uden Tvivl det forhadte Ord Vorned, ikke saa? men derom maae jeg kortelig fortælle dem: at nesten alle de danske Konger siden Kong Christian den anden som, først forsøgte at ophæve den, har paa alle Maader stræbt aldeles at afskaffe den, saaledes forkynder

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14 Friderich den sierte ved en Forordning af 21 Febr. alle Dem for frie, som enten vare fødte eller bleve fødte efter hans Regierings Tiltrædelse den 25 August 1690. At jeg ey skal tale om alle de anstalter, som De viiseste Konger af den Oldenburgiske Stamme har brugt for enten aldeeles at ophæve eller og for endeel at bestemme og indskrænke Vorned- Rettigheden, for det andet kand man ikke med Riimelighed sætte en Vorned i Ligning men en Livegen, Træl eller Slave; thi a) en Vorned Land ved Frieheds-Brev faae sin Friehed, for hvilket Proprietairen ey maa tage Høyere end fra 30 til 50 Rixdaler. F. af 21 Februar. 1702 b) en Vorned kand ey selges som en anden Slave, see Lovens 3, 14, 9. c) en Vorned kan og og blive frie ved Hævd 3, 14, 13. d) en Vorned kand eye, hvad han forværver sig, eller paa anden lovlig Maade bekommer 5, 2, 85. 1, 24, 7. af alt dette seer De da, hvorstor Forskiel der er imellem det man kalder Livegne, Trælle ellee Slaver og Vorneder i Dannemark, thi ingen af alle de Rettigheder, som vore Love giver disse, kan passe sig paa hiine. Jeg forbliver o. s. v.

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15 Andet Brev.

Vel erfarne Kiøbmand.

I Deres andet Brev beskæftiger De sig nesten med intet andet end, med Deres Manschester. Skade for Dem at det blev, som det burte, confischeret, og endnu større Skade for os, om vi ey, som De meener, kand undvære det. Men af hvad Aarsag troer De at Manschester er os saa uundværlig. Meener De maaskee at det ey har sin Liige i Styrke, eller at den Liighed det har med Fløyel skulde giøre os det nødvendigt: Ingen af Deelene; thi hvad det første angaar, saa troer jeg, at det siineste Klæde kand viise os ligesaagod Tieneste, i Særdeleshed da dette kand vendes og altsaa bliver ligesom 2 gange nyt, hvilken Fordeel man savner hos Manschester: Men ihenseende til det sidste, da er der intet i det ringeste efter mine Tanker, som nærmer sig meere i Fiinhed og Smukhed til Fløyel, end de siineste Sorter af vores Klæde. Jeg kan med Sandhed forsikkre Dem, at jeg ikke eyer, og har aldrig eyet Manschesters Klæder; jeg kiender mange

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af høyere og ringere Stand, som omendskiønt Deres Vilkaar gierne tillod Dem at forskaffe sig der, dog aldrig bruger Manschester, hvad bliver altsaa Aarsagen til den Mængde af Man- schesters, som beklæde den største Deel af alle Stænder, uden tvivl er det et falsk Begreb man giør sig om dets Skiøndhed, Varighed og Styrke; jeg vil endog antage at Manschester i alle disse Deele svarer til det Begreb man har giort sig derom, hvilket dog er meget sielden; thi hvor hastig taber det ikke sin Glands, hvorofte brøster det ikke efter meget kort Brug, hvad Fordeel bliver endda tilovers en Manschesters Klædning bliver vist dyrere end en af Klæde, thi hvor jeg behøver kun 5 Alen Klæde der maae jeg nødvendig bruge 16 Alen Manschester og derover. Desuden biedrager vel og Visiteurernes Forsommelse og Efterladenhed, eller og Deres Falskhed og Svig mod Kongen og Staten (hvilke begge de gandske rigtig bemærker at udgiøre et,) ikke lidet til den Mængde, af fremmed Tøy, som uden Nødvendighed her indføres og forbruges; thi dersom De uden Egennytte iagttog Deres Pligter, saa vilde viist mange afskrækkes fra at drive en for Landet saa skadelig Handel: I øvrigt vil vi ey længe saune Manschesters eller andre for Landet tienlige Fabriqver, naar nemlig Tiiden og Omstændigheder vil tillade det; thi det nødvendige i en

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17 Stat maae altid foredrages det nyttige ligesom det nyttige det fornøyelige og magelige, der negler De vel ikke; derom tvivler vel ingen. — I den øvrige Deel af Deres andet Brev gaar De noget dristig frem, neppe vilde man spare Dem for at bevise de Beskyldninger, som De saa frit udlader Dem med dersom De ey meget viiselig havde skiult Deres Bitterhed under et laant Navn. — At sige Sandhed er vist en stor Dyd, naar det skeer paa den rette Tid og Maa- de, at begge Deele saunes hos Dem, dertil behøves ingen anden Beviis, end Deres Skrift selv. Jeg forbliver og s. v.

Tredie Brev.

Hvor nu, min Herre? ikke mindre end 10

Aar tilbage i Tiden, De er overmaade

ustadig; i Sandhed man har ondt alleene med Tankerne at følge Dem, jeg troede først at Dannemarks nuværende Forfatning var alleene Gienstanden for Deres Pen, men jeg seer nu at jeg har bedraget mig, sig mig: Hvad er Hensigten af Deres 3die Brev? troer De at fortælle os noget nyt eller meener De maaskee, at

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nogen her er uviidende om det, som indeholdes i Deres 3die Brev: ney! det kand ikke være Deres Hensigt. De troer at finde store Feyl deri, at Dannemark paa den Tiid antog en Fransk General til at commandere sine Tropper, og derfore vil De have dette inført, i hvor bagvendt det end skal komme frem; men lad os endog sette, at derudi er begaaet en Feyl, hvortil unytter det vel? at tale om Feyl, som allerede ere rettede og forbedrede, dertil behøves hverken Erfaring eller Mood, men alleene en nedrig Dadle-Lyst: Overalt maae det beviises, som De med saa stor Haandhed har sagt om en General, der ey alleene var agtet høyt af sine egne men endog frygter af Fremmede; hvem veed vel ikke, at en vis Madam P*** ved sin Snedighed giorte ham det Franske Hof ugun- stig; er han derfor mindre roesværdig? Mon ikke mange, hvis gode Egenskaber endog ere langt større og ypperligere end hans, ere samme Skiebne underkastede? De finder ham i Særdeleshed lastværdig, fordi han søgte at forøge Land Militien, men jeg troer tvertimod at han herudi opførte sig som en forsigtig, fornuftig og brav General; thi, omendskiønt De troer, at Dannemarks Beliggenhed behøver alleene en god Søe-Magt til sit Forsvar, hvilket og er sant, for saavit den største Deel af Riget angaar, men intet var nyttigere, ja intet nødvendigere paa den Tiid for Dannemark end en god og vel

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indrettet Land-Armee, ved hvilken man kunde forbyde Fienden (Rufferne) Indgang til Dansk Holsteen Ind-Land, dersom man en vilde gi- ve denne stoere Deel af Riiget til Priis. Forresten omend nogle af de Forandringer, som i hans Tiid blevne foretagne, har havt skadelige Virkninger, bør det derfore allene tilregnes ham? har man ikke saa got som tvunget ham til at giøre Forslage? Og naar de vare giorte, bleve de da vel iverksatte, uden at gaae til Collegiernes Erklæringer? men nok herom. Jeg forbliver og s v.

Fierde Brev.

Nu har De sagt saa meget, som De vil, om Krigs Standen, nu falder Touren til Lov- Kyndigheden, som de Danske efter Deres Meening

ikke bør (eller rettere ikke vil) andsee som nogen Videnskab; men hvor kand De tale saa eenfoldig, mon der være nogen Artikel i Loven saa klar, at der ikke kand haves særskilte Meeninger om den? hvad er altsaa nødvendigere, end at erhverve sig en philosophisk Kundskab om Lovene og Deres Anvendelse, ved hvis Hielp man i alle Tilfælde og mod alle Slags Indvendinger

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20 kan udfinde deres rette Meening: Hvad De videre tale om Procuratorerne, naar De siger: at der hør ikke meget til at blive Procurator, da, dersom De meener dem som ere ved Underretten, maae jeg, i hvor ugierne jeg end vil, give Dem nogen Ret; thi en fordærvet Misbrug af bittre og ærerørende Ord er undertiden det meste og det eeneste, som en Procurator ved de underste Retter anvender, han øver sig deri fra Ungdommen af, og naar han har naaet en Slags Færdighed i at chica- nere, i at giøre unødvendige Indvendinger, at fordreye Loven, ja med faae Ord: naar han er bleven en fuldkommen Rabulist, saa agtes han strax af den gemeene Mand for en mægtig Procurator; heraf maae da riimeligviis følge at Sa- gernes Behandling, i steden at de burde forkortes, immer forlænges, ikke at tale om den sterke Drive-Fiær Egen-Nytte, hvilken upaatvivle- lig biedrager ikke lidet til at forlænge Processerne; thi herved seer saavel Dommeren og Skriveren, som Procuratoren, enhver sin For- deel: Dog maae der giøres Forskiæl; man bør derfor ikke skiære alle over en Kam, det var ubilligt; thi vi har iblandt dem ogsaa mange brave Mænd. Vi kiender en Flindt, en Gram og andre. Men, min Herre! hvor kommer De til, at give de Lovkyndige Skylden, at vi har mange hinanden modstridende Forordninger: mon det ikke følger af Tingenes Natur? ved Tidens Længde, ligesom Leve-Maaden forandres

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og Omstændighederne udfordre det, kan en Forordning, som tilforn har været meget nyttig og nødvendig, nu blive unyttig, ja endog ska- delig: hvad er i saa Fald riimeligere end at ophæve eller efter Omstændighederne at forandre den? giver ikke Naturens Lov selv Konger og Fyrster denne Magt? Udfordrer ikke en sund Po- litig det samme? mon ikke Handelens, Land- Huusholdningens og Fabriqvernes Indretning og Opkomst, ja Statens almindelige Vel ud- fordrer ikke de alle ofte saadanne Forandringer? heraf sees let, hvormange Ting der kand biedrage til Lovens Forandring uden at tilregne de Lovkyndiges Uvidenhed dem. Nu, maa De til at tale om vores nye Lov-Bog: De opholder Dem over den Langsomhed, hvormed der arbeydes paa den, ja De drister sig endog at sige at der lidet eller intet er arbeydet paa den: Men hvoraf veed De det sidste? har man maaskee betroet Dem, hvormeget eller hvor lidet? det kand jeg ey indbilde mig, hvad der første angaar, da troer jeg at saavel Vigtigheden, som Vanskeligheden af et saa stort Arbeyde udfordrer større Fliid og meere moedne Overlæg, end de maaskee indbilder sig. Man bør altsaa ey gaae for hastig frem; thi ved en overiilet Udarbeydelse kunde lettelig nogle Feyl indsnige sig, som da, naar Arbeydet var fuldført, vilde blive vanskelig at rette: Er det Dem ubekiendt at den nye Proces Ordning, som Cuur-Fyrsten af Saxen

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først i dette Aar hundrede udgav, var af samme Aarsag ikke mindre end 25 Aar under Arbeydet, hvilken i Sandhed dog ey var af saa stor Betydenhed, som vores Lov-Arbeyde; Desuden er det jo noksom bekiendt, at De brave Mænd, til hvis Indsigt Lovens Fuldfærdigelse har været betroet, har havt andre Betieninger og altsaa ved de deraf flydende Forretninger ere de upaa- tvivlelig ikke lidet hindrede. Nu om Cancelliet: det er sant man gaar ofte ind med Ansøgning fra en af Parterne i Haab at faae en decisiv Erklæring, dog, førend Sagen kommer til Proces; thi at undgaae denne, skulde just være Hensigten af slige Erklæringer; men hvor siælden skeer det? viser man ikke i Almindelighed, som billigt er, Sagen hen til Lands Lov og Ret? Det kand vel hænde sig, naar der skiøndt sielden af Can- celliet erklæres i en Sag, at der kunde indsnige sig en og anden Feyl, hvilket man i det høyeste ey kand tilregne andet, end en Slags Uviden- hed om Sagens Beskaffenhed. Den Fabel (thi jeg kand ikke kalde den andet) med hvilken De geleider denne falske Beretning, vil neppe nogen upartisk og fornuftig Leser falde paa at troe. Jeg forbliver og s. v.

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Femte Brev.

Min Herre!

Hvem kan negte Dem sit Biefald, saasnart man

læser de første Linier af Deres siette Brev Vi finder her en Lovtale over vor Store Fri- derich, hvilken jeg ønskede mig Magt til at fuldføre; men, om jeg ey har Kræfter dertil, kand dog ingen Undersaat dølge den Lyksalighed, som Han nyder af sine Konges Godhed; hvor skulde det Norske Folk kunde forglemme den milde Friderich, da det seer sig beriiget med saa mange Fordeele af denne Konges Indretninger? Ney, tvertimod skal Tiidens Ælde forøge Hans Ære, naar den sildigste Alder skal høste de moedneste Frugter. Jeg undrer mig derfore over, min Herre, at De tør agte saadan en Konges Foretagende for at være forgiæves, fordi De ey strax seer saadanne Fordeele, som kan svare til de andvendte Bekostninger. De indseer vel selv lettelig, hvor falsk Deres Slutning er; dersom De ellers ikke negter, at De vigtigste Hensigter udfordre de betydeligste Midler.

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Hvor ulykkelige vilde ikke vore Efterkommere blive? dersom vi i vores Handlinger allene vilde see hen til de Fordeele, vi selv kunde nyde, hvorlænge skulde da en Stat vedvare og i aar skulde den komme til Fuldkommenhed?

Det maae være Erstatning nok for et besværlig og kostbar Anlæg, at vore Efterkommere kan høste tilbørlige Frugter deraf. Neppe kan De negte, at de smukke Konsters Academie paa Charlottenborg jo har fremvist mærkelige Prøver paa sin Tilvext, men De kan tillige og ikke forlange, at det allerede skulde have opnaaet det Parisiske eller Berlinske i Ypperlighed. De andre priisværdige Anstalter, som Den Elskværdigste Konge giorte til Videnskabernes Forøgelse, vil ikke heller blive mindre frugtbare: men De vil vel derimod indvende, at Indretningerne ere vel gode, men blive ilde andvendte; De klager over at de store Værker, som vi skylder denne Konges Gavmildhed, kommer alt for langsom frem for Dagen. Finanz-Raad Oeders Flora Danica længes De med Billighed efter at see fuldbragt, da De lover sig af denne Mand en fuldstændig og nøyagtig Beskrivelse paa alle de Planter, Dannemark eyer; Men, min Herre, taler De her, hvad De mener, burde De forsone Deres Længsel med Forestillinger om hvor vidtløftigt og nyttigt det Verk er, De venter paa. Saa troer jeg nok, at Deres Kiedsomme-

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lighed vilde formildes , med mindre De alleene anvender Tiiden paa at giennemlæse de allerede udkomne Deelec. Desuden har fremmede Nationer ingen Aarsag til at klage over de Danskes Langsomhed i denne Sag; thi De viser mig ingen Na- tion, som endnu tilstrekkelig nok har bekiendt- giort deres Plante-Rige. Den berømte Lineus giver vel de Svenske her et Fortrin; Men, hvor mange Aar har Han og ikke andvendt paa fine Botaniske Skrifter? Herimod kan De intet indvende, at jo den danske Nation kunde være i Stand til at beviise den imodsatte Sandhed: Men, De har desværre fleere Beviiser paa de Danskes Efterladenhed, som synes at at give Dem Friehed til, at bebreide den Danske Nation sin Uforsigtighed i at bruge en goddædig Konges Omkostninger: Hvad Nytte siger De har de Danske af de bekostelige Reyser, som bleve giorte til Arabien. Jeg til- staar Dem, min Herre, at del er sandt, som De her skriver, men jeg negter og tillige, at Reysens ulykkelige Udfald bliver nogenlund til Skam for de Danske; thi de, som Døden borttog paa Reysen, nyttede os vel intet, men Spørsmaalet bliver alleneste, om de ey var i Stand til at betiene sig af denne Reyse til Fæ- drene-Landets Gavn; dette tør De vel ikke negte og om De end vilde negte det, giælder Deres, Men kun lidet imod andre store Mænds Ja, og

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jeg troer at, dersom De havde raadført sig med D. Michaelis Skrift, som handler om samme Sag, havde De vist dømt meere ædelt om denne Rey- ses Nytte. Men jeg vil ikke Forsvare de Danske alleeneste med at anklage Dødens Grumhed; jeg troer at den ikke saa megec har viist sin Foragt, som Medynk over de Danske i at spare Capitain Nibuhr; thi af Harn kunde vi og love os fuldstændiqe Beretninger om det, som var at see i de Østerlige Lande, omendskiønt vores Philologer kunde havde fordret en større Oplysning af Pros. v. Haven, som fornemmelig havde lagt sig efter det Arabiske Sprog ; desuden veed De, saavelsom jeg selv, ikke hvor lang Tiid der udfordres til at istandsette de Afskrifter, som C. Niebuhr hat tager af gamle Monumenter; men dette veed jeg vist: Ifald de kand bruges, vil vores bekiendte Orientalist giøre Dem brugbare for os, og overalt troer jeg, at en Reysende hellere maae være langsom i at udgive sine Anecdoter, end alt for hastig sammensætte nogle Fabler. I alt dette kunde vel Deres Beskyldinger min Herre have Skin af Billighed, da Langsomhed i at fuldføre et Verk ofte synes lastværdig for uviidende, som ikke indseer Verkets Vanskelighed; men, naar De taler om vore Poe- ters Belønninger, røber De ikke mindre Ondskab end Vanvittighed. Maae jeg spørge Dem: Hvorfor har De fortiet Poetens Navn, som havde Pension? sandelig alleeneste for at De med destørre Friehed

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kunde sværte ham; thi hvem vil negte, at der jo gives saadanne Poeter i Dannemark, som enten har den varme Punchs eller andre fremmede Poeters Tanker at takke for deres Geist, hvorved de har forskaffet sig Navn af Poeter hos ulærde Folk. Men mon disse nogensinde ere blevne anfeete værdige til en gavmild Konges Understøttelse. Her taler De vist, min Herre, som en Reysende, der har faaet adskillige Underretninger om adskillige Personer; men siden, naar De har vildet meddeele denne Historiske Kundskab til andre, har tillagt en og den samme Person Omstændigheder, som tilkom fleere. Maaskee De har hørt den store Klopstock at blive nævnet tillige med Graae, Friis og Stub & c. De har maaskee og faaet en kort Efterretning om hver især, men siden har De forglemt dem alle, undtagen Klopstock, hvis Skrifter syntes at være Deres Opmerksomhed meere værdige. Paa denne Maade har jeg stræbt at besmykke Deres falske Beskyldninger om Poeternes Skiebne i Dannemark. Men dersom disse betragtes fra en anden Side, ere de ikke at undskylde, og bliver til stor Vanære for Dem; Thi, dersom De ikke har irret i at bestemme den aflagte Poet, Viiser Deres forestilte Uviidenhed, hvor ilde sindet De er imod de Danske; da Had imod Nationen har forledte Dem til at fortie Sandhed og at laste del roesværdigste. Deres andre Beskyldninger, min Herre, angaaende vore Poeter, ere ikke meere

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28 grundige; thi hvor mange af de ægte Danske Poeter finder De ubelønnede, og jeg troer neppe, at De har hørt nogen Klagemaal af dem selv. En Tullin kunde gierne andvende fine leedige Tiimer paa at skrive Vers, naar Han var aflagt med en fordeelagtig Betiening. Vi har vel og unge Poeter, som ikke endnu ere forsørgede; Men vilde De vel, at disse skulde have Pension som Poeter: Dersom de ere riige og bemidlede, behøver beden ikke, men bør andsee den Ære, de erhverver sig med deres Skrifter, for tilstrækkelig Belønning for deres Arbeyde. Ere De derimod iblandt de Elendiges Tal, som Armod trykker, har de allerede ved deres Stræbsomhed giort sig værdige til, et Embede, som vist ogsaa Regieringen vil forunde dem, maaskee ikke som Poeter, Men som nyttige Embeds-Mænd; thi hvo har andvendt alt fin Tiid paa Digte-Konsten alleene? Kan De fremvise noget Exempel herpaa enten af den gamle eller nye Historie. Sophocles er ikke alleene be- kiendt for sine Tragoedier, men endog for sin Tapperhed. En veltalende Demostenes har ikke alleeneste i Freds Tiider giort sine Medborgere ædeltænkende, men endog saa tappere i Krigen ved sin Andførsel. I den sildigere Alder seer vi og en Kleist i de uroeligste Tiider saavel at andvende sin Digte-Kraft, som sin Tapperhed; En Haller forbedrer ikke alleeneste Menniskets Sind med sine Sange, men og Legemet ved sin lægeKunst.

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Det er altsaa nyttigere, at vore unge Poeter tiener Deres Fædrene-Land som Embeds-Mænd, end som blotte Digtere. De seer altsaa min Herre af de faa anførte Exempler, Hvor u- grundede de Beskyldninger, om vore Poeters slette Belønning, ere over alt , da Dyden for- eenet med Vinskibelighed altiid Belønner sine Dyrkere, bliver der ingen Aarsag til Klagemaal. Jeg forbliver Deres o. s. v.

Siette Brev

Min Herre!

Jeg skulle snart troe, at De eenqang er bleven fornærmet af en Kiøbmand, siden De i Deres syvende Brev kan skrive saa foragtelig om Handelstanden. Men, da jeg har begyndt Brev-Vexling med Dem, bør jeg underrette Dem, at Deres Grundsætninger, som De har blottet i delte Brev, ere ikke allene ugrundede, men og skadelige for enhver Stat. De kan vel ikke negte, at Handelstanden for-

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fremmer Statens Vel. De til staaer vel og, at en Nations Handel ikke bør beroe paa de Handlendes selv gjorte Anlæg, som de oftest indretter efter de Fordeele, de med Sikkerhed kan vente af deres anvente Pengesum. De fleeste Kiøbmænd har hverken Villie eller Ævne til at foreene Deres egne Fordeele med Statens: De søger alleene at vedligeholde deres For-Mænds Midler og Lykke; thi deres Egennyttighed forbyder dem at vove noget for det almindeligt, og deres Uvittighed giør dem udygtige til at for- mindske ylykkelige Tilfælder, hvorved hele Na- tioner mere forarmes, end de selv. Forulykkes deres Handelskibe, strax maa der sættes en Høyere Priis paa de overblevne Vahre. Blive fremmede Nationer med hvilke disse indskrænkede Kiøbmænd handle, plaget med Misvext, strax maa vi tage Deel deri, fordi de en vil søge til andre Steder; og maaskee ey engang veed, at de samme Vahrer kan bekommes paa fleere Steder: Desuden anseer de det foren taabelig Forvovenhed at Handle med Fremmede, som deres Forfædre ikke engang har kiendt. Men min Herre De kunde vel indvende at saadanne Kiøbmænd gives der neppe i nogen Stat med mindre man vil kalde Høkkere Kiøbmænd. Sandelig det var at Ønske, og hvis ikke Erfarenhed bestandig overbeviiste enhver derom, vilde jeg i det ringeste friekiende mit Fædreneland for denne Fcyl. Mon ikke den

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riige Borger røber sin egennyttige Hensigt med sin Handel, som ikke kan andvende sine Penge paa at oprette Fabriqver, paa at drive en usædvanlig Handel, uden han faaer Monopolium & c. ene og alleene Magt til at sælge de forarbeydede Vahrer eller mere ret til at benytte sig af den begyndte Handel. — De seer altsaa min Herre at baade en ildesindet og vanvittig Kiøbmand kan skade Staten meget. Men ligesaa stoer Skade som en Stat lider af de egennyttige og vanvittige Kiøbmænd, saa stoer Fordeel høster den og af rettænkende og erfarne Han- delsmænd.

Hvormeget oplives ikke det almindeliges Vel, naar de Handlende besidde Indsigt Stats Konsten og kiende, fremmede Stæders Forhold til deres Fædreneland? Dette er saavis een Sandhed, at ingen Statskyndig i vores Alder vil ansees for at negte den; da den daglige Erfarenhed biefalder den, og den sunde Fornuft beviiser den. Det vilde derfore ikke blive mindre unyttigt, end kiædsommeligt for Dem at anhøre alle de lærde Mænds Navne, som har bekræftet denne Stats-Regel, da De vel ikke allene kiender saadanne vigtige Mænds Navne, men endog har læst deres Skrifter; jeg vil derfor i stæden for at beviise denne Sandhed vidtløftig for Dem, alleene give Dem denne Erindring: De vil meere forringe end forøge

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Deres Anseelse, ifald De negtede denne Stats: Regel som den erfarne Hyme og veltalende Bruyere har antaget for upaatvivlelig. Men maaskee min Herre! en hævngierrig Misundelse har skiult denne Sandhed, som ellers har været Dem velbekiendt og som De tilforn vel aldrig har negtet. Denne Forseelse bør tilgives Dem; Naar De igien vil erkiende Sagen selv, at en Handels-Mand tillige bør være en Stats-Mand. Men, naar De biefalder dette, bortfalder deres Forundring over den Danske riige Kiøb-Mand, naar jeg alleeneste kan overbeviise Dem, at vores riige Kiøb-Mand ikke alleene er en Stats- kyndig men og en Veltænkende Mand. Til det første vil jeg endog bruge denne riige Mands egne Uvenners Bekiendelse: En af de mægtigste Re- gentere i Europa som De betegner med K. v. P. har ikke alleneste erfaret, men endog offent- lig tilstaaet at Sch. besidder en stoer Indsigt i Stats-Kunsten. Man behøver ikke engang at søge Beviis herpaa saa langt borte. En Kiøb- Mand fra Hamburg skal vist, omendskiønt med Misundelse, bekiende at Altona skylder denne riige Kiøb-Mand sinTilvext. Den Danske- Banqve negter ikke heller vor store Handels- Mand Færdighed til at indsee forskiellige Staters Forhold til hverandre. Er da Sch. Stats- kyndig fortiener han vist de Caracterer, som vor milde Monarch har forundt ham. Men min Herre De misunder vel i Særdeleshed denne Mand

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den Yndest, hvormed han har sneget sig ind i Adelstanden uden Fødselens Rettigheder. Dog! hvem vilde nu ansee det for noget stort at være Adel? naar en Kiøbmand kan blive det, der hverken selv er født Adelig, ikke heller er i stand til at vise, at hans Forfædre nogensinde har været beslægtede med en gammel Adel. O fordervelige Handlings-Grunde! Her seer man, hvad falske Fordomme kan forblinde Mennesket, og fordærve dets ædle Drifter. Sandelig Adelskabet og Caracterer ere noget langt andet, end De foresliller Dem. Dersom De anseer sig for at være fornærmet, vil jeg give Dem det samme Raad, som vor Patriotiske Tilskuer gav en Adelsmand, som klagede over samme Tilfælde: Dersom De vil beholde Deres Herligheder selv, er dette det sikkerste Middel: Opfylder selv de store Pligter af Deres Stand, giør dens Byrder ligesaa følelige som dens Fortrin. Men hvad er alt dette? svarer De vel. Hvilke usædvanlige Ord! Hvilke Pligter eller Byrder kan der paaligge de Adelige? Ney tvertimod: de Adelige ere frie- tagne fra mange Byrder, som de andre Stænder bære, og denne Friehed udmærker Adelstanden, og giør den ypperligere end de andre. Hvad Forskiel var der vel paa en Herremand og en Bonde, dersom den første ikke var frietaget for at arbeyde og den sidste derimod forbunden til at anvende alle sine Kræfter og al

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sin Levetiid for det Almindelige. Men, Min Herre! hvem har lært Dem disse afskyelige GrundRegler; thi han Har allerede giort Dem uværdig til at tage Deel i de adelige Herligheder. Men her er ikke Sted til at tale vidtløftigere om denne Sag. Dyden er det rette Adelskab, og enhver Borgere, som har beviist sit Fædreneland store Tienester, og derved, ofte tilsidesat sine egne Fordele, kan gierne ansee sig berettiget stil de Ærestegn, som Monarken uddeeler til sine Undersaatter, for at opmuntre dem til at opofre deres Kræfter og Levetid for det Heele.

Misund nu ikke længere den riige Kiøbmand sin Lykke; men beklag ham hellere, ifald han ikke er i stand til at bære de tunge Byrder, som Kongen og Fædrenelandet har paalagt ham, da han blev Adelsmand. Men maaskee det synes ikke nok for Dem, at denne ophøyede Kiøbmand besidder Duelighed, han bør og efter Deres Tanker besidde et ædeltænkende Hiertelag til at beklæde sin Stand værdig nok. De har min Herre fremført adskillige Beviiser for at ville sværte denne vindskibelige Mands Hensigter med Egennyttighed. Deres Beviiser giør vel den anklagede Person kiendelig, men bekræfter slet intet Deres Beskyldninger. Det giør mig sandelig ont, at De ved Deres Medlidenhed over de Danske ikke alleeneste har

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formindsket Deres Sinds Fornøyelse, men endog Deres Rygtes Anseelse. De veed vel, at naar man laster anseelige Personer for at forbedre Staten, bor de særdeles Kiendetegn? dølges, som kand udmærke Vedkommende fra alle andre: Derfore dersom jeg skulde igiendrive alle Deres Beskyldninger, som De fremføre om denne Person, vilde han blive dobbelt saa kien- delig. Et af Deres vigtigste Beviiser vil jeg alleene igiendrive; derfra kand man let slutte til de andre. De siger, at man har solgt ham Plantager i W. I. for saa liden en Sum- me Penge, at Indkomsterne af disse i 7 til 8 Aar kan betale heele Kapitalen: Dersom dette var sandt, bevidnede det ikke mindre den Kiøbendes Snildhed, end de Sælgendes Uvidenhed. Men hvorledes kand De tale herom? have De saa stor Indsigt i en fremmed Regierings Hemmeligheder, som blive skiulte endog for Lans dets egne Undersaatter?

Men maaskee De er velbekiendt med en Sekretair, som har aabnet Dem det Danske Archiv, hvor De har faaet Underretning om Indkomsterne af de bortsolgte Plantager. Jeg tilstaaer derimod, at Documenterne, som skulde give mig Oplysning i denne Sag, ere mig gandske ubekiendte; derfore maae jeg alleeneste grunds Mit Svar paa, hvad Fornuften og ser,

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retfærdig Regiering byder mig at troe. I Følge heraf er jeg forvisset paa, at Kongens Indkom- ster ere blevne meere forringede end forøgede, saa længe som Plantagerne har hørt den Kongelige Throne til. Jeg tvivler ogsaa paa, at Deres Sekre- tair har underrettet Dem om, hvor stor en Penge-Sum: kongen har laant Planteurerne og hvor meget Renterne, som ikke ere udbetalte af den laante Summa, beløbe sig til; thi havde De vidst dette, havde De ikke anseet de Kon- gelige Indkomsters Tab ved at bortsælge Plantagerne i W. I. for noget betydelig.

Nu kommer De til Sukker-Rafinaderiet; men det havde sandelig været bedre for Dem, ifald De uformærkt havde forbiegaaet disse søde Huuse; thi her har den almindelige Mand de største Beviiser paa, at den rige Kiøbmand, som De min Herre! har saa: meget at tale om, ikke skader deres Fædreneland, men søger ved sine Midler at ophielpe den Danske Nations Fabriqver, naar han selv kand have en lovmæssig Fordeel. — Nu kand den fattige Borger have Raad til at forsøde sin Mad med Sukker, og hver Gang han fornøyer sin Gane med denne angenemme Smag, tilstaaee han, at Sch. er en god Mand og en nyttig Borger. — Min Herre! De maae være for-

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nøyet med dette korte Svar paa Deres mange Beskyldninger imod den rige Kiøbmand; thi det ville blive alt for vidtløftigt at besvare dem alle. Jeg forbliver o. s. v.

Høylærde Hr. Forfatter!

Af Deres ottende Brev seer jeg, at De og har Indsigt i Religions-Sager, hvilke De ventelig baade ved Læsning og Reyser har giort sig bekiendte; Sandelig, De har her foreenet Vindskibelighed med Forsigtighed; thi ligesaa forskiellige, som de Tings Virkninger ere, der har Indflydelse i det Menneskelige Selskabs Lyksalighed, saa forskiellige ere og Maa- derne, hvorpaa sammes billige Levemaade bør kiendes: Men der er intet, som har større Magt over Mennesket, end Religionen; Den giver Menneskerne samme Skikkelse, som den selv har; maae derfore ikke de Nationer, som veyleedes ved den sande Religion, som indehol- der de rette Grund-Regler, hvorefter Menneskerne bør bestyre deres Handlinger, handle

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langt: viisere, end de, som foragte samme. — Erfarenhed lærer jo, at ligesom et Folks Re- ligion er, saaledes er og deres Levemaade. Ogfor hvem kand dette synes underligt, saa længe som Kundskab om Got og Ont er og bliver

Drivefier til alle de Menniskelige Bestræ-

belser.

Mon ikke det Folk, som af deres Reli- gion bliver underrettet om, hvilke Pligter de har at iagttage for at giøre sig selv lyksalig, ogsaa virkelig bliver lyksalig. Man kand ansee Religionen som en almindelig Lære-Bog. i en Skole: Men hvor de samme Lære-Bøger bru- ges, maae Lærlingernes Kundskab. blive over- eenstemmende, med mindre Lærerne ikke stem- me. overeens i deres Fordrag. Men her er ikke Sted til at tale sm Religionens Indfly- delse i et Folks Tilstand; thi Overbeviisning om denne Sandhed har ventelig givet Dem Anledning til at skrive Deres ottende Brev. Jeg maae derfore forbiegaae disse vigtige Ting for at komme til Deres Betragtning over de Danskes Religion. Men min Herre! førend vi gaae videre, maae jeg erindre Dem om noget: Frygter De intet for at omgaaes med de Danske? maaskee De har ligesaavel Magt til at drive. Dievle ind som ud. Betænk Dem! maaskee en Dansk kunde faae i Sinde at øve den første Kunst, paa Dem selv for at Viise, at

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hans Magt over de onde Aander, er større, end De vidste eller ville tilkiende ham. Det skulde vist giøre mig ont, om De med Deres eget Exempel skulde giøre det ottende Aarhun- drede ligesaa uforglemmeligt som Gergesenernes Sviin giorde det første Aarhundrede. Men saa længe De alleeneste har med mig at bestille, kan De sikkert lade disse Bekymringer fare; Jeg vil endog undersøge det, som har paadraget Dem denne Frygt, omeudskiønt jeg derved skal formindske mine Landsmænds Anseelse i Deres Øyne: Dersom De ingen øyensynlige Exempler har paa, ar de Danske kan uddrive Dievle, kan De trøste Dem selv med Deres Forseelse, i det De har tillagt de Danske meer, end dem tilkommer, og tilintetgiøre samme ved at bebreyde de Danske deres uforsigtige Tale- maader. — De har maaskee eenganig været i Kirke, naar Barne-Daab er bleven forrettet, og hørt at Præsten begyndte denne Forretning med disse bydende Ord: Faer ud du ureene Aand & c. Deraf er De nok bragt paa de Tanker, at de Danske kunde uddrive Dievle. Men maae jeg spørge Dem, har De intet mærket, at denne Formular er bleven brugt hos andre Nationer, end hos de Danske? De har vist nok været i Tydskland; thi det var jo en Skam, at Tydskland skulde være ubekiendt for Dem, som har foresadt sig selv Personlig at kiende de fleste Slags Mennesker. Men

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har De været i Tydskland, er jeg vis paa, a De og har besøgt Saxen som den herligste og anseeligste Deel af heele Tydskland: I dette Land finder De paa mange Steder den samme Religion, og de samme Skikke, som i, Dannemark; hvorfor har De da ikke og tillagt hiine de samme Herligheder af een Religion, som disse?

Hvad enten Skikkene i sig selv ere onde eller gode, nødvendige eller ligegyldige, ærvær- dige eller nedrige, vil jeg ikke paatage mig at beviise; da det ikke meere tilkommer de Danske end de øvrige Lutheraner at forsvare disse almindelige antagne Ceremonier: Desuden ville det blive ligesaa kiedsommeligt for Dem, min Her- re! at anhøre alt det, hvormed de ivrige Vit- tenbergensiske Theologer har forsvaret disse Skikkes Nytte imod de Kalvinianske, som det ville blive besværligt for mig at iklæde deres Beviiser den Dragt, hvori de kunde blive anta- gelige for Dem. Dette vil jeg alleeneste legge til: Dersom De har i Sinde, min Herre! at ommynstre den Lutheranske Kirke, bør De begynde fra Saxen; thi De kand ansee denne Meenighed, som Deres nødlidende Velgiørere: Denne har jo borttaget det Vankundigheds Mørke, som heele Europa for tre Aarhundrede var indhyllet i, den har ved at vove sin Velfærd og Liv befriet den største Deel af Christenheden

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fra det Aag som der myndige og stolte Rom Havde paalagt dem, den gav og Christenheden sin første Reformator, som blev understøttet i sit besværlige Foretagende af den dydigste Fyrste. Skulde da den anden Reformator ikke allerførst søge at erstatte denne Nations Vel- gierninger, hvorved hans Arbeyde er blevett usigelig letter. Men alt dette skulde dog ikke giøre mig dristig nok til at foreskrive dem nogen Plan, dersom ikke denne velfortiente Nation selv anraabte Dem meere, end den Danske, om Deres Hielp; og jeg troer at De selv min Herre er bleven rørt af Medynk over dette Folk, naar De har bievaanet deres Gudstjeneste. Hvad tænkte De vel (ifald De ellers er en Lutheraner) da De saae nogle smaae Drenge iklædte lange hvide Klæder, at kaste sig Hovedkulds ned paa Jorden, saasnart Alterens Sacramente blev forrettet? De var vel gandske uvis, om De var i et Land hvor den Lutherske eller Catholske Religion herskede? De maatte vel forundre Dem over, at den Nation, som tilforn med saa stor Nidkierhed havde forsvaret den sande Religion, kunde finde Behag i disse Skikke, som saa lidet stemmede overeens med deres Lærdom. — Men hvad hielper det vel at forsvare den Danske Kirkes Skikke med dens Overeensstemmelse med andre, da De i det øvrige af Deres Brev fremfører nogle Skikke, som den Danske Kirke ikke har tilfælles med

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andre: Hertil henregner De vel Jords Paakastelse paa de Døde. Men Min Herre! dersom De har foresat sig i dette Brev at irettesætte den Danske Kirkes Gudstieneste, har De vist ikke været lykkelig i at oplede de meest modbydelige og unyttige Skikke, som skulde smage alt for meget af en blind Overtro; thi der findes desværre mange unyttigere Skikke i den Danske Kirke, end de, som De har mældet. Hvad Jords Paakaftelse over de Døde angaaer (hvad enten denne Forretning skeer af Præsterne ved Gravene eller ikke,) tør jeg sige, at den er mindst ligegyldig af de, man kalder i vore Tider ligegyldige; thi at jeg ikke skal tale om de vigtige Erindringer denne Forretning giver de nærværende om et tilkommende Liv, har den ogsaa sin største Nytte i at befordre det timelige Vel. Hvor mange Mennisker, som havde besudlet deres Hænder med deres Medborgeres Blod, sknlde ikke blive ustraffede, dersom ikke disse Morderes Naboer frygtede for at skiule Den aflivede under Mullet: Langt fra jeg herved vil betage det aarvaagne Politie sine Fortiene- ster; thi derfor troer jeg just, at Jords Paa- kastelse i Kiøbstæder bliver af liden Betydenhed, men derimod destomeere nødvendig paa Landet, Hvor man ikke har at frygte for det verdslige Politie, men meest for det Geistlige. Desuden bør ikke de Geistlige Skikke afskaffes, som kan forbedre Undersaatternes

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Tænkemaade og Sæder: Mem mon ikke Un- dersaatterne, naar de glemmer een af deres enten: værdige eller uværdige Medborgere i Graven, bliver ved det Vidnesbyrd den Begravede faaer, opmuntret til at efterligne ham i Dyden eller og at udmærke sig fra ham ved at skye Laster. Jeg venter derfore en bedre og almindeligere Plan fra Dem angaaende den Lutheranske Kirke, hvorfore jeg henlever o. s. v.

Ottende Brev.

Min Herre!

Til Beviis paa en Hiemfødnings sædvan- lige Ukyndighed, fortæller man om en Pariser, at, da han den første Gang kom uden for sin Føde-Byes Porte, faldt han i største Forundring over Jordens-langtfraliggende Grændser. — Ach! sagde han, er Verden saa stor? Jeg haaber at høre det samme af Deres Mund; naar De med Sundhed og Agtsomhed har igiennemvandret Øster- og Nordsøen: Men, er De bange for at blive Søesyg, da har jeg endnu et Raad: Læs Jord-Beskrivelserne! dog helst den Deel deraf, som handler om Nordsøens; thi Østersøen har en bedrøvelig Erfarings fremviist Dem. Forlad mig, at jeg saaledes formaner en Studios fra Halle. En Studios, der veed, hvad

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44 Middelpunkt er, og hvor den sindes i Øst- og Nordsøen! — En Rus, der nyelig er ankommen til Kiøbenhavn, bilder sig ind at kiende den, og med et Øyekast at kunde oversee dens gandske Alt! — Er dette muelig: da vil jeg og studere i Halle; ja da bekiender jeg, at de Kiøbenhavnske Studentere lære intet: men, at en af dem er i Ligning med en Hallenser, som et svag Lys er imod Solen. — Men hvad! om det er umueligt? Tillad mig, at sige, dette Arbeide har over- gaaet Deres Kræfter!

Er Kiøbenhavn den fordeelagtigste Havn i Europa? Bestod en Havns Fordeel alleene i dens Anleggelse: da troer jeg, saa i Europa overgik den: Men, da paastaaer jeg og- saa, at man paa Krabben Eyland med tilstrækkelige Omkostninger kunde faae een, der skulle overgaae alle øvrige Verdens Havne. — Men den, der vil grundig bedømme en Havns Beqvemhed til Handel, bør vist have Hensigt til de omkringliggende Stæders Nærhed og Mængde, samt til den Skibsfart, som der forbi nødvendig drives. — Deri bestod den paa sin Tid berømte Carthagos Fordeele, deri bestaaer endnu mange berømte HandelStæders.

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Var altsaa Kiøbenhavn, som De siger, Middel-Punktet i Øst- og Nordsøen: saa blev den vist en fordeelagtig Handel-Stad; Men saa stor en Forskiel, som der er imellem Østog Nordsøens Størrelse: saa mange fleere Handels-Havne ere der og i denne fremfor i hiin, og saa meget mere drives Seiladsen i den sidste fremfor i den første. — Jeg tør paastaae, at Østersøen trænger alleene til Nordsøen, men denne aldeeles ikke til hine; Saaledes har Forsynet uddeelt fine Gaver til de Lande, der grændse paa enhver; Sæt nu, Kiøbenhavn blev en Stapel-Stad for alle de Vare fra Nordsøen, som nødvendig maae føres til de Lande i Øster-Søen! Dette vilde blive til stor Skade for de Østersøiske Kiøbmænd; Thi i en Stapel-Havn bør en Handlende ikke alleene kunde kiøbe fremmede, men endog selge sine egne Vare; men til de Nordsøiske Vare bør Dannemark aldrig trænge, saalænge som Norge er foreenet dermed; Hvorledes skulde da disse Østersøiske Kiøbmænd faae deres Vare anderledes afsatte, end ved at søge Havnene i Nordsøen; Herfra vilde de da nok ogsaa indkiøbe de fremmede Vare, som vare dem nødvendige. De vil maaskee sige, at de Norske Vare, som nu med stor Vinding indkiøbes af fremmede, burde nedføres til Kiøbenhavn, og der af disse afhentes; Men derved maatte Norge jo forarmes! Thi Kiøbet paa

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46 de for Landet saa umistelige Kornvare vilde Derved stige til en umaadelig Priis; Da dog Kornet nu kand haves ligesaa let der, ja undertiden lettere end i Dannemark. —

Skulde Kiøbenhavn da have uhyre Pakhuse fulde af Landets egne Produkter? Intet heraf; Men jeg sætter nu, at alle vore smaa Kiøbstæders Handlende bleve befalede at afsætte deres Vahre i Kiøbenhavn; Lad endog de Handlende her igien have saa stor Overflødighed af de udenlandske Vahrer, der for Landmænd og Haandværksfolk ere nødvendige at de dermed kunde forsyne alle hidkomne; Disse Vahrer kunde dog aldrig kiøbes her for saa ringe, som hvor de frembringes og sæl- ges paa første Haand. Da nu en Kiøbmand ikke længer understøtter sin Handel, med Mindre han vinder noget, saa maatte alle disse Vahre nødvendig blive dyrere i Provintser- ne. — Dette Stød kunde vel taales, naar heele Landet derved kunde vinde; Men, naar nu saadan Overflødighed af Landets Produkter blev pakket ind i Kiøbenhavn, maatte denne igien have en usædvanlig Aftræk derpaa, om den ellers skulde betale det efter Sædvane og de Sælgende ikke tabe. —- Dette Stød foreenet med det forrige vilde vist betage mange den tilbørlige Lyst. Men jeg vil nu love Kiøbenhavn den ynkeligste Aftræk: Nyt-

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tede dette vel det Almindelige? Det bliver uden Tvivl altid meere fordeelagtig for et Land, at Handelen drives i fleere Steder, end i een allene; thi i sidste Tilfælde maa Prisen paa Vahrene forhøyes og nedsættes efter denne Byes Tilstand. —

De tager altsaa mærkelig Feyl, min Herre! naar De mener, at de Danskes Handel er intet i Ligning med andre Natio- ners, fordi den synes Dem ikke stor nok i Kiøbenbavn. — Det var at ønske, at den var mindre i Kiøbenhavn og større i andre Kiøbstæder; thi Kiøbenhavns Levemaade for- øger ofte ligesaameget Prisen paa de Vahre, som sælges der, for de andre Stæders Indbyggere, som ulykkelige Tilfælde. - Jeg troer, at Kiøbenhavn giør Dannemarks-Handel ikke mindre Skade end Danzig giør Polens Handel. Begge Stederne har Magt til at giøre gode og slette Tider i begge Rigerne. De indseer vel selv, min Herre! det øvrige. —

De bebreyder os dernæst, ar vi hellere henter Urter fra China. Men hvorfore har De forglemt Silke-Tøyer? thi ved det sidste blive vore Silke-Fabrikeurer meere fornærmet, end vores Urtegaardsmænd ved det første. - Sandt er det, vi kunde maaskee

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undvære disse Kryderier, og jeg troer vist, at denne Handel udsuer Landet uformærkt; Men, da andre Nationer giøre dette samme, synes mig, at denne Anmærkning her er gandske utiidig. Hvor kan De misunde de Danske de behagelige Frugter, som de med saa stor Bekostning og Umage maa forskaffe sig fra China, da Naturen allene har forundt dem den grove og ufordøyelige Føde? Men jeg vil nu forlade Havnen og gaae en liden Tour med Dem omkring i Kiøbenhavns Gader. — De har allerede staaet alt for længe og ventet efter Russiske Skibe ved Toldboden, saa at De er bleven træt. Hvor ufordrageligt er det ikke for en udmattet Reysende at gaae? naar andre kiøre forbie, som kan see Skorsteene paa deres Huuse at ryge. Her seer De mine Medborgere kiøre i Kareter for at giøre en Reyse, der ikke er en tusinde Deel af den, som De har overstaaet. De ynskede med Billighed at kiøre med; Men da De ikke kan opnaae Deres Ønske (maaskee af Mangel paa Penge, eller af Lyst til at besee Staden destobedre) maa De trøste sig selv som Ræven ved Rønnebærtræet.— Siden De da ey selv kiører, kan De gierne sige: Det lader ilde at kiøre i Kareth: Folk maatte tænke, at jeg havde Podagra. Jeg er jo kommen hertil ikke allene for at see, men og for at sees. Hvor let kunde De ikke som en

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49 Fremmed falde paa at troe, at alle mine Medborgere havde Podagra. Vilde mine Lands- mænd derimod bruge Porto-Chaise uden Bund, havde de vist skaanet dem selv for det slette Rygte, som De min Herre som en Reysende maatte udsprede om dem. — Deres Dom er derfore endog al for mild over dem, naar De siger: De kiøre alle i Karet, og ven Rin- ge er heri den Høyes Abe. Dog! hvad giør jeg? Jeg bør dog ikke forraade mine Lands- mænd. en, jeg troer, at De bør svares med samme Pen, som Philopatreias, Senior og Junior, hvis Abe De vist kan ansees for; thi jeg nægter ikke, der jo i Kiøbenhavn sees mange Kareter paa Gaderne; Men ere og ikke de fleefte af Rigets Fornemmeste her? Kunde desuden en giennemreisende Rus kiende de Ringe fra de Største? Men alt dette var endda ligegyldig, dersom De ikke heraf havde taget Anledning til at antaste Rangsygen paa en uhøflig og ugrundet Maade, Først siger De, at de formuende Borgere kiøbe Titler af Cancelie- og Justize-Raader, uden at de veed, hvad der gaaer for sig i Canceliet, eller hvad Justizie er. Følgen af denne Rangsyge, som De anfører, er sandt: at Borgerne derved nødes til at opføre sig over sin Stand. Men vor allerviiseste Kon- ge indsaae dette med dets skadelige Følger, længe førend De gav Deres Breve i Tryk-

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ken. — Denne dybsindige Fyrste har jo be- kiendtgiort sine Undersaatter, at Titler herefter skal bruges og uddeeles sparsommelig, og ikkun være det, de bør, nemlig en Opmuntring til Fædrenelandets Tieneste og en For- sikring om Kongens Naade, — Resten af Deres Brev falder bort af sig selv ved samme Indvending: at Tilsynsmændene ere aflagte med Titler, at een, der ikke kan skrive, bliver Justizraad, at ingen bliver anseet for fornuftig uden Caracteer, og at man her kan bruge Penge for at faae Ærestegn. — Bør vel en viis Indretning i et Land lastes, fordi dens Misbrug paa nogen Tid har indsneget sig; saasnart dens gode Brug bliver tilbagekaldet, bliver den jo roesværdig. Hvor kan vor Rus da laste de mange Ærestitler, som vore Medborgere kan vinde sig? Findes der Forskiel paa Fortienester, bør der og være paa Belønninger, og ligesom een giør Fremgang i hine, bør han og i disse. Ligeledes paastaaer De og ugrundet, at Tieneste hos een eller anden stor Herre ved Hoffet er den nærmeste Bey til Kald, Betiening eller et Embede ved Justizen; naar man allene kan smigre og hykle, eller har en skiøn Kone eller Syster. Men min Herre, De har maaskee ikke læst vor Konges Reskript om TieneresAnsøgninger. Jeg kan mærke, at De ikke har giort sig de danske Skribenters Historier vel

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nok bekiendte; thi Skoebørsterne har jo i Vinter været i alle Folkes Munde, Hænder og Hjerter; men nu haver de udgivet dette sidste Suk. Desuden troer jeg ikke, at alle Herrer ved det Danske Hof skulle lade sig forlede af Hyklerie og et smukt Fruentimmers Ansigt til at recommendere en Person, om hvis Færdighed de vare ukyndige. — Denne Sætning griber alt for vidt om sig: Men, da alle Menneskelige Siele kan, naar Lidenskaberne faaer Tøylen, let overtales af Sødtalenhed og Skiønhed, troer jeg vist at store Herrers Yndest kan i alle Lande undertiden have samme Grund. Saaledes befriede en Chatarine sin indsluttede Gemahl med at overvinde en feyerrig Helt ved Sødtalenhed, der gav en liden Skat største Anseelse. De seer her min Herre, de Tanker jeg har faaet ved at giennemlæse Deres 9de og 10de Brev. og De seer tillige, at, hvad som har mindste Skin af, at kunde være Landet til Skade, er for lang Tid siden forebygget af vor viiseste Konge, for hvis Vel alle Borgere opofrer Himlen de ivrigste Sukke. — Det giør mig ondt, at Deres Arbeyde ikke bedre har gelinget sig. Jeg forbliver o. f. v.

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Niende Brev.

Min Herre!

Deres følgende Brev er ikke mindre latterlig end vidtløftig; thi De har her paa det fuldstændigste igiennemgaaet Fruen- timmernes Frakke, Støvle, Sporer og Pælse. — Og det smukke Kiøn kan ey andet, end selv belee deres Dadler. Jeg var i Gaar hos en vis Dame af Nysgierrighed for at høre hendes Tanker herom. Hnn var af de Tanker, at De havde været forlovet med et dansk Fruentimmer, som derpaa havde slaaet op med Dem, og at De derfore forkastede alle de danske Fruentimmer hendes Ubestandighed. — Og sandelig! ingen Under om et Fruentimmer kunde skrækkes fra at indgaae Ægteskab med en Mand, der ikke tillod hende at sye sine Klæder efter den herskende Maade, omendskiønt Forandringen ikke var skadelig men hellere fordelagtig. En nye Klædning koster jo det samme, enten den syes paa engelsk eller fransk, Videre sagde den Dame, da hun læste at De angreb dem til Hest, og lignede dem ved Hingste: Han maae ikke have studert Medici-

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nen i Halle; thi Riden er jo nyttig for Skørbug, ja Maven og Hofterne komme ofte derved i den beste Stilling. Hvor mange ere ikke bleven overvældede med Fedme og derved nødte til at bruge den stærkeste Bevægelse. Naar allene de Svangre holde sig derfra, da troer jeg at det fortiener aldeles ingen Last, men største Roes: Er der faa forargeligt et Syn at see vore Bee- ne i Støvler? O svage Rus! Min Mand forsikrer mig ofte at en Ride-Tour er allermest behagelig, naar jeg er med ham; Han frygter aldrig, at jeg derved skal giøre Indgreb i hans Ret. Forskiellen imellem Mand og Kone kan ej heller efter denne Dadlers Meening blive usynlig herved; thi Mandkiønnet kiendes nok fra vores, ved Skiegget, deres Mandlige Ziir. Reed vi med Maske, da fik Russen Ret. Hvorledes har vi ved denne Levemaade kundet paa- ført Mandfolket et nedrigt Slaverie? Dette maa nok bestaae i, at vi lade vore Mænd hielpe os paa Hesten: Men det anseer de vist ikke for noget Slaveri. — Vilde vi imidlertid træde paa deres Ryg og bruge dem til en Fodskammel, da bleve de vel et Slags Slaver: Men Kierligheden fordrer nok Høyagtelse. Ha! ha! Han troer at vi med Tiden bliver Amazoner; men jeg troer neppe mine Medborgersker har saadant et Mod; Gid de havde det! Der var ingen Last, naar vi alleneste anvende det paa Amazonisk Skik: At han afbil-

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der os som Lam ude og som Dievle Hjemme, er noget vidt dreven. Nogen Forandring i vores Opførsel maae der vel skee ved vores Omgang med de artige Mandfolk: Men han har antaget en Jessebel til Mynster, naar han afskil- drer vores Tale til vore Huusfolk; mueligt Hans Vertinde har været saa veltalende imod Ham; Han laster vs desuden for det, som alle Fornuftige vist roser Hoffolk for, nemlig: i en Hast at kunde dæmpe sin Vrede. Sandelig det var en stor Fuldkommenhed. Her maatte vor Russer gierne sige sandt. Der er intet i dette heele Brev, der meere har behaget mig, end disse Ord: Med eet bliver hun saa mild, at ingen kan høre Bitterhed af hendes Mund. — Hun indbyder ham til Aften og opholder ham med Samtaler, der just passe sig paa hans Smag. Er alt dette ikke et stort Beviis paa vores nyttige og fuldkomne Egenskaber? og ere vi og ikke herved visse Prøver paa en moeden Fornuftes Virkninger, i hvilken vi neppe viger nogen anden Nation og allermindst den Russiske. Men nu skal de høre min Herre, sagde hun, hans grundige Tanker om vores Pælse: Disse bæres siger han, af den nedrigste Klasse. Men her er for det første en Uagtsomhed: hans Stiernekikker Anmærkninger; thi min Tjenestepige eyer kuns en Kaabe af Rask. Middelstanden derimod bruger kuns Pælse. Begge ere nyttige og nødvendige for hver i sær: Tienestepigen

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gaaer liig sit Arbeyde hiemme i Kiøkkenet; Naar nu et hastigt Ærinde fører hende til Torvet, kan hun under en Kaabe skiule alle sine Pialter eller grove Klæder; thi Ærekierhed findes og hos Fruentimmer af denne Stand. Et Fruentimmer af Middelstanden har ofte en SpadsereTour nødig for sin Helbred; nu veed man, at de haver deres Forretninger inden Dørre, og som man siger, paa det tørre, altsaa er de alt for spæde i Huden til at kunde taale Luftens Anfald; Hvis de nu ingen Pelse havde, hvor snart kunde de ikke da forkiøles? — Her har De, min Herre! denne Dames Tanker over Deres Brev, og da de syntes for mig at være velgrundede, kunde jeg ikke andet, end meddeele Dem samme. Jeg havde ikke i Sinde at vilde have svaret Dem paa dette Brev; da det forekom mig alt for bidende for det smukke Kiøn: Jeg var derfore lykkelig, at jeg nød denne fornuftige Dames Selskab; der saaledes opmuntrede mig, at jeg haaber De, min Herre, selv ikke læser dette Svar med Mishag. Jeg forbliver o. s. v.

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Tiende Brev.

Vidtberømte Hr. Polyhistor!

I de meest lærde Mænds Skrifter bør man vente sig den mindste Orden; thi deres Forraadskammere ere saa tilpakkede af Lærdom, at de ey selv har Magt til at udtage deraf, hvad de vil: Men saasnart den mindste Aabning skeer, velter Lærdommen af sig selv Strømmeviis ud, ret ligesom FornuftKisten havde faaet et Bræk-Pulver ind. — Efter dette Postulatum bør man og bedømme Deres tolvte Brev. —- Man finder her en Sammenblanding af Lærdom: Snart et Stykke af Politiken, snart af Historien, snart taler De her som Theolog, snart som Poet, snart som Philosoph, og snart som Kiøbmand; med faa Ord: De har i dette Brev givet Prøver paa, hvad en Polyhistor kan udrette;

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jeg veed derfore en selv, fra hvilken Kant jeg skal begynde mit Svar til Dem. Dog alligevel, dersom jeg maa ansee Deres Brev Hr. Polyhistor, som en uendelig-kantet Poly- gon, vil jeg tage Begyndelsen fra Middelpunktet af samme; herfra tænker jeg, at man kan sigte til alle Siderne. Mon intet Grunden til at bestemme de Danskes Caracter er det ubevægelige Punkt hvilket alle Deres Lærdoms Straaler har samlet sig. Uden Tvivl har De her brugt Deres Encyklopædie for at bestemme de Danskes Carakteer. — Men hvor kan man dog ikke endog hos de Aller- lærdeste spore de Menneskelige Mangler. Saa- snart De erindrer Kiøbmanden, forglemmer De gandske baade Baumeister og og Brochman. -— Men kan De intet huske, at vi tilforn har handlet om Handelstanden? Maaskee De nu først erindrer sig, hvad Boeskab der var i Stuen, hvor De imodtog Deres Vexler. - Det er dog en Ulykke at være alt for lærd! Jeg skulle saart troe, at Deres Indsigt var stærkest i Handelskabet; thi de Lærde pleye

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gierne at indprænte visse Tanker saa dybt i deres Hukommelse, at, om de end blive pryglede af deres Bekiendte, kan de spørge deres Tugtemester om Personen, som slog dem. Disse Folk er det ikke let at holde fast paa. Der fortælles om en Mathematiker, som var forlovet, at da hans Kiereste med en indtagende og munter Tale længe havde forestillet ham de ugyldige Fornøyelser, som de kunde nyde af deres tilstundende Ægteskab, svarede han efter en lang Taushed med vredagtige og truende Miner: Den korteste Vey imellem tvende Punkter maa nødvendig være den retteste. Hans Kiereste blev ikke mindre fornærmet end forskrækket over dette uventede Svar, og begyndte at ville forsvare sig. Men han giorde hende strax taus ved at overskrige Hende med sine Mathematiske Beviiser. Denne usædvanlige Tale bragte hende paa de Tanker, at hendes Elsker ikke var fuldkommen ved sin Forstand, opsagte ham derfor sin Kierlighed og der gik hun sin Vey. Ligeledes gaaer det sandelig Dem: Naar man venter at høre Dem

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igiendrive den Volfianske Philosophie, faaer man alleneste Deres Betænkninger ovee en Kiøbmands tilladelige Levemaade. — Men nu til Sagen selv. — For at udforske de Danskes Tænke- og Levemaade, begynder De igien paa ligesaa latterlig en Maade, som tilforn, at tale om Landets Religion. Men siig mig Hr. Theolog! hvilken Professor har nogensinde i Dannemark udladt sig med denne stolte og fordømmelige Sætning: at uden for den Lutheranske Kirke var ingen Salighed at vente? De har nok taget Feyl af disse ligelydende Talemaader: At være uden for Kirken og at være uden for den Lutheranske Kirke; ihvorvel ingen retskaffen Theolog kan vel sammenblande disse forskiellige Sætninger. Det ferste maaskee har været paastaaet af vore gamle Theologer og endnu af nogle, som følger disses Fodspor. Men det sidste aldrig. Som Historieskriver har De vist og irret, ifald De anseer Deres Fortegnelse paa de Danske Lærde for tilstrækkelig og fuldkommen. Meener De vi fattes lærde Mænd i Videnskaberne? Maaskee De er fal-

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60 det paa disse Tanker, fordi De savner Systemater skrevne paa Dansk. Men meener De at denne Mangel kan beviise, at Videnskaberne er i slet Tilstand hos os? Ney langt fra! thi dersom en Cramers, Kalls, Krazeusteins og Riisbrighs Skrifter saa got kunde afsættes, som Evalds, Gnlbergs og Suhms, skulle Danne- mark kunde brøste sig af ligesaa mange Skribentere efter dets Størrelse som andre Lande. — Men nok herom.— Nu maa De imodtages som en smuk Aand: I denne Gestalt forundrer De Dem over, at Holbergs Comoedier endnu spilles med Biefald; Men jeg maa forundre mig over, at de Svenske og Tydske stemme saa lidet overeens med Russer- ne. Hine laster os, fordi vi setter for liden Priis paa Holbergs Skrifter og Comoedier; De derimod som en Russ laster os, fordi vi setter for megen. — Jeg vil derfor overlade Sagen til det lærdeste af disse 3 store Riger; Hvad det dømmer maa gielde. -— Det er ikke heller nogenUnder, at de Danskes Smag er kommet Dem som en Russer latterlig for; thi Russer-

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61 nes Smag er meget forskiellig fra de Danskes. Men nu maa De komme tilbage som Philosoph. Men hvor kan De sige, at Baumeister bliver lagt til Grund hos dem, som disputerer under Professorerne, og hvo ere disse? Sandt er det, det var at ønske at en bedre Philosophie end Baumeisters blev lært i Skolerne, men ved Academiet giør den slet ingen Skade; thi vores unge Professor i Philosophien følger langt fra ikke Baumeister, men heller Crufus, dog meest sin egen Fornuft, som er oplyst med en vidtløftig Læsning og en daglig agtpaagivenbe Erfarenhed. Ligesaa lidet er de unge Studentere forbundne til at følge den gamle Broch- mans System. Enhver kan følge, hvilken Theologisk Lærebog, han vil, enten den er indenlandsk etter udenlandsk. Desuden har Brochman ikke tabt al sin Anseelse hos Frem- mede, hvorfor skulle da hans egne Landsmænd først begynde at foragte ham? Derpaa taler De om Universitetets Beliggenhed. Dette har mange af mine LandsmKnd vidtløftigere skrevet om, end at Rummet her vil tillade mig.

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mig. — Søg derfore hen til dem; hvad de siger, er jeg fornøyet med. Nu forlanger De ventelig ikke, at jeg skal vise Dem Feylerne i det Skilderie, hvormed De har afmalet de Danske. Naar De har svaret mig paa mine Breve, skal jeg besvare det sidste Stykke af Deres sidste Brev. I øvrigt forbliver jeg o. s. v.

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Sendschreiben

eines

Russen aus St. Petersburg

an den

Russen aus Deutschland der Dänische Anecdoten zum Gebrauch der Gewürzkrämer sammlet.

1771.

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Sie konten sich mit mehreren: Recht für einen Yaho, a) als für einen Russen ausgeben, denn als ein Unterthan der unsterblichen Kayserin, deren Geist unsern Seelen hohe Gesinnungen einflößt, hatten Sie ein edler Herz verrathen müssen. Wir geben uns nicht mit Vergiftungen ab, wir sind nicht gewohnt mit dem treulosen Dolch in der Hand, Opfer einer unrühmlichen Wuth im finstern aufzusuchen; nein, lange gieng unser Volk seinen Feinden mit offener Stirne und redlichen Waffen entgegen. Nur in einer Beziehung gehören Sie unter die Gesetze der Russen, für ihre Bosheit ist die gewöhnliche Geis- sel des Satyrs zu gelinde; er muß sie. Ihnen zur Besserung und Zucht, mit einer Knutpeitsche vertauschen.

a) Siehe Gullivers Reise.

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Sie mögen gerne durch die Thränen werthe Geschichte von den Raubvögeln auf der Zollbude und dem Fuß-Sack, das weiche Gemüth ihrer Wäscherinn rühren, nur folgen Sie künftig, wie es einem bescheidenen Reisenden gebührt, Ihrem Lastträger sittsam in Krug nach, und streuen Sie nicht gleich, so wie Sie eine fremde Erde berühren, Staats-Maximen wie Schnee-Flocken aus, die wie solche frostig, vergänglich und ein Spiel der Winde sind.

Die tiefsinnige und mit einem sapienti sat gebrandmarkte Anmerkung ihres zweiten Briefes,

Daß der König und der Staat eins und dasselbe sind, und nie von einander getrennet werden können.

trit wohlanständig nach ihrer Schneider-Anecdote einher. Begreiffen Sie doch, daß es Gelegenheiten giebt, wo man den König und den Staat nothwendig von einander unterscheiden muß. Z.B. wenn Sie der König, um die Zucker-Pflantzun näher kennen zu lernen, nach West-Indien

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schickte, damit der Staat durch Ihr elendes Ge- wäsche nicht weiter geärgert werden möge.

So lange indessen die Strafe noch zaudert, entscheiden Sie immer, wie unnütz und schädlich ein Commerz-Collegium sey, wie übel das Magazin verwaltet werde? das ist durch die Freyheit der Presse jedem armen Teufel erlaubt, und Sie scheinen der Sache kundig und gewachsen zu seyn, nur glauben Sie nicht auf das Wort Ihres Hausknechts, der, wie es mir vorkömmt. Sie muthwilliger Weise zum Besten haben will, daß Männer, deren Character längst bestimmt und erkannt ist, die Wohlthaten des Königs an fremde Fabrikanten, für gute Prisen erklärt und unter sich getheilt haben.

Vom Mönch hat sich St. 6. zum General ausgedient? Welcher Türken-Calender beurkundet diese seltene Entdeckuug? oder wollten Sie es durch ein erdichtetes Beyspiel einer ungeheuren StuffenFolge begreiflicher machen, wie sie vom mütterlichen Sumpf an, sich auf einwahl zum StaatsLehrer empor geschwungen haben?

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6 Jeder Knabe, der seinen Nepos bezahlt, darf ungestraft den Epaminondas beurtheilen, die Feldherrn der älteren Zeit gehören nun einmahl unter den Gerichtszwang der Schulen, aber wenn ein Mann, der noch in seinem Vaterland, das er misvergnügt verließ, verehret und geliebt wird, welchen die Helden aus Preussen und Braunschweig mit Hochachtung nennen, wenn ein solcher Mann das Unglück hat, Ihnen zu mißfallen, wenn sie Ihn unterrichten, wie er Peter den Dritten hätte schlagen sollen, so fällt mir aus Garriks Pantomime b) Harlequin ein, der sich muthig brüstet, die Britten aussodert, und die Küste von Engelland gegen die Landung der Franzosen vertheidigen will.

Und eben so dreiste wenden Sie'sich, mit der Pritsche in der Hand, nach den Wissenschaften hin, und schwingen fürchterlich ihr, kleines hölzernes Gewehr über Männer und Bücher, wenn die bunte Jacke nicht wäre, so würden Sie mir mit der schwarzen Larve unter den neun Musen, wie der Kisler Aga unter den Sultaninnen,

b) Harlequins Invasion.

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vorkommen, untröstlich über den traurigen Be- ruf, neidisch gegen vollkommnere Geschöpffe, ein armseliger Knecht fremder Eifersucht.

Qui ne fait rien & empêche de faire.

Ob der Mann, dessen Sie in ihrem siebenden Brief mit so vieler Menschenliebe gedenken, nach Dännemark geflüchtet oder berufen ist, ob er die Landereyen in West-Indien mühsam an sich zu bringen gesucht oder auf Zureden gekauft hat? ob er bis jetzo Vortheil daraus zieht? ob er nicht vielmehr grosse Summen hingesandt hat, und alle Einkünfte anwendet, neue Pflanzungen anzulegen? ob er in einer mißlichen Epoche nicht sein Vermögen freywillig aufs Spiel setzte? ob nicht noch seine Casse dem Staat diene? ob er seinen Credit anwende, den Cours zu erhalten oder fallen zu lassen?

Alle diese Fragen untersuchen und beant- worten sie nicht, und wer begehrt es von Ihnen? wer hat jemahls auf der neuen Brücke zu Paris von dem Verfertiger eines Gassenliedes

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gefedert, daß er die Geschichte seiner Zeit wissen soll?

Nur fodern sie auch nicht von mir, daß ich Ihnen in ihrem labirinthischen Gemische von Papier-Geld, von Manufacturen und Hamburg von Republiquen und Privilegien, Chicanen und Teufelaustreiben, oeconomischen Gesellschaften, Spinneweben aus China, und dem neu entdeckten scharfsinnigen Unterschied, zwischen einem ausgebreiteten Handel, und dem Handel nach fernen Ländern, mühsam nachfolgen soll. Wer mag diese Polter-Cammer aufräumen? und welche Belohnung für die unfruchtbare Mühe, Sie die ersten Begriske der Handlung und der StaatsGeschäfte zu lehren? in dem todten Aschenhauffen einige Funken gesunden Menschen-Verstands aufzuspühren.

Ihr eilster Brief verdienet noch eine kleine Beleuchtung. Die Amazonen-Tracht der Dänischen Damen beleidiget Ihr männliches geschmack-volles Auge? Sieht das einem Russen ähnlich, der unsere siegreiche Kayserin je an der Spitze

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Ihrer Leib-Wache, zu Pferde und im Officiers- Kleide sah?

Aber was sind das vor eine Gattung Damen, mein Herr, die sich in dem nehmlichen Brief mit ihrem Peter und ihrem Eheherrn in dem Ton der besten Gesellschaft unterhalten? die ihren Dialogue mit den feinsten Blumen der weiblichen Beredsamkeit bestreuen? Die das Teufelsmensch, das Raben-Aas, die Schurken und die Schlüngels alle in wenige Perioden zusammen drängen? Gestehen Sie es nur, die Dänen sind gütig und Gast- frey, wie wären Sie sonst als ein Fremder gleich in den Cirkel der feinem Welt eingeführet worden? und daß dies ihre feinere Welt sey, können sie nicht leugnen, denn Sie sprechen in dem nehmlichen Brief noch ein Wort von den Frauenzimmern der niedern Classe.

Wenn man diesen Brief gelesen hat, so fällt es einer mittelmäßigen Einbildungskraft leicht, Sich ihre Werkstätte, und die ganze

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10 Gruppe Ihrer Freunde und Nathgeber lebhaft vorzustellen, nehmlich eine niedrige, mit Zierrathen nicht überladene Stube, unter dem Horizont, mit langen hölzernen Tischen und Bänken besetzt, auf solchen Räuchfässer und Flaschen des besten Rocken-Geistes voll, in der Ordnung die in ihrer Schrift herrscht. Sie am Ende des Tisches mein Herr Autor! Witz aus der unfruchtbaren Feder mit den Zähnen zu locken bemüht, Köpfe auf abgezehrte Ellenbogen gestützt, und alle zum lachen gewidmete Muskeln in convulsivischer Arbeit. Eine Zusammensetzung im Geschmack von Ostade, braun und kräftig, und durch ein schief einfallendes sparsames Licht von oben herab erleuchtet.

Verlohnt es sich nun wohl noch der Mühe, Ihren Aberwitz zu rügen, mit welchem Sie die ganze Nation der Danen mißhandeln und ihr allen Character absprechen? Sind Sie er werth, daß ich mich gegen Sie, als ein wohldenkender Russe, entrüste, der sich dankbar erinnert, daß noch jetzt Dänen für unsere gute Sache kämpffen daß ihr Blut mit dem unsri-

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gen floß, daß unsere Kayserinn Ihre Tapfferkeit schätzet und belohnt, und eine ihrer Flotten einem Dänen anvertraut.

Es ist freylich kühn, die Verdienste der Völker abzuwägen, und hinter seinem Rauchfang hervor einer ganzen Nation das Urtheil zu sprechen. Aber der Reisende aus dem Planeten des Sirius sogar, c) der Gebürge zum Morgenbrod speiste, betrog sich zuweilen, o hätten Sie mit ihm gefrühstückt; denn Sie berufen sich vermuthlich um ihre Schreibsucht zu rechtfertigen, auf eine dringende Empfindung im Magen, die man nicht unrecht die Geburtswehen schöner Geister genannt hat, auf den ungleichen Kampf zwischen dem Hunger und Ihnen, der zur Nothwehre auffodert? Sie führen vielleicht zu ihrer Entschuldigung das Beyspiel des Staatsklugen aus dem Hogarth an, der im SchuldThurm Vorschläge brütet, um die National- Schulden zu bezahlen, und Sie glauben, daß nichts natürlicher sey, als aus Nahrungs-Sorge

e) Siche Voltairens Micromegas.

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Rathschläge zur Ausbreitung des Ueberflusses im Staate zu geben, nur überlegen Sie nicht, daß man ans blosser Eß-Begierde seinen Nächsten nicht lästern darf, und daß es Mittel genug giebt, wenn uns auch die stiefmütterliche Natur nicht zum Minister bestimmt hätte, sich mit der Arbeit unserer Hände zu nähren.

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BRIEFE

EINES DÄNEN

AN DEN

VERFASSER DER ANEKDOTEN

EINES

ANGEBLICHEN REISENDEN RUSSEN.

1tes Stück.

Koppenhagen, Bey CL. PHILIBERT,

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Erster Brief. Mein Herr,

Ich habe Ihre Briefe über mein Vaterland gelefen; denn ich bin wirklich ein Däne, und freue mich Einer zu seyn; daher ich auch in meiner Muttersprache an Sie würde geschrieben haben, wofern ich nicht zweifeln müsste, dass Sie mich verstehen sollten. Ich würde Ihnen aber schmeicheln, wofern ich hinzufetzte, dass ich Ihre Anekdoten ganz mit Vergnügen gelesen hätte. Nicht weil Sie uns Fehler vorrücken: Nein, wir scheuen uns nicht solche kennen zu lernen; denn wir fühlen den Muth bey uns sie abzulegen, und wir hoffen unsre Schwachheiten, deren jede Nation einige hat, durch den Gebrauch unsrer natürlichen Vortheile wenigstens aufzuwiegen. Unsre Vaterlandsliebe gebeut uns gar nicht alles was üblich geworden, und Altdänisch heisset, für vollkommen anzufehen. Wir folgen willig der väterlichen Hand, die uns auf neuen Wegen, sollten sie auch einigen unter uns anfangs etwas rauh

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und ungebahnt scheinen, zum Glücke leiten will. Der bescheidene Ausländer, und der einsichtsvolle Einheimische verbinden uns beide, so oft sie uns Irrthümer, und Fehler aufdecken; und noch mehr, wenn sie gegründete Vorschläge zu deren Verbessrung zu machen wissen. Die unter uns eingeführte Druckfreyheit ist selbst eine Art der öffentlichen Aufforderung an alle Vernünftige ihren Beytrag zur Kenntniss der Missbrauche, (und wo ist das Land, laßen Sie mich dieses wiederholen, da sich keine ein- geschlichen hätten?) und zu den Mitteln der Beförderung des wahren, allgemeinen Besten zu liesern. Wir haßen aber ein leeres, politisches Gewäsche; und wir verachten einen seichten, hämischen Spott.

Erlauben Sie mir zuvörderft anzumerken, dass Sie Ihren angenommenen Charackter eines Reisenden nicht sorgfältig genug behaupten. Sie haben die Zeitrechnung Sehr vernachlässigt, oder Sie reden mit prophetischer Voraussehung im Jahre 1769. Schon von Schriften und Anordnungen, die erst neulich bekannt geworden sind. Sie scheinen auch alle unsre politische Blätterchen, vom Philopatreyas an, bis auf Ihre eigene Briefe, fleissig gelesen, und genutzt zu haben; denn Ihr Brief vom Handel ift aus dem ersten Hefte Ihres Vorgängers, des Philopatreyas entlehnt; und Ihre Anmerkungen über den

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Verfall der Universität in Koppenhagen, und über den Nutzen einer Academie in Norwegen sind ein kurzer Auszug aus der danischen Schrift über diese Materie, mehrere nicht zu gedenken.

Doch, Sie sollen ein Reisender seyn; denn Sie haben wirklich viele Eigenschaften eines unstäten Menschen, der fremde Heerstrassen durchzieht, und eine Menge ihm unbekannter Dinge mit flüchtigem Blicke überschauet, von wenigen mehr als die äussere Schaale kennen lernt, und endlich seine Bermerkungen mit Zuverficht als neue Wahrheiten erzählet, und wohl gar drucken lässt. Nur die Feinheit und Anständigkeit der Sitten und Sprache, die man gemeiniglich für die natürliche Frucht der Reisen hält, wird oft in Ihrer Schrift vermisset; wie würden Sie sich sonst so viele heftige, und selbst verläumderische Persönlichkeiten, so viele ungestüme Anfälle auf ganze Stände und Collegia erlaubt haben? Reiche und angesehene Männer, deren Credit in vielen Fällen einem Lande vortheilhaft, ja wohl gar nothwendig seyn kann, und welche alleine die nöthigen Fonds zu grossen Unternehmungen der Industrie (*) herge-

(*) Ich will Ihnen z. B. nur die Anlegung der Hee- rings-Compagnie in Altona anführen, wider welche die Interessenten immer verschiedene Beschwerden haben mögen; der Staat wird sie doch jederzeit hochschätzen,

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den können, scheinen vorzüglich Ihren Unwillen auf sich gezogen zu haben. Wenn Sie Fürst wären, (vor welchem Unfalle Gott Sie und Ihre zufälligen Unterthanen bewahrt hat) wollten Sie alle solche Personen aus Ihrem Staate verbannen? Ihre Nachbarn würden Ihnen gewiss den verbindlichsten Dank wissen. Seit wann aber ist der Gewinn des Fleisses und der Einsichten eines Mannes ihm bey Vernünftigen ein gerechter Vorwurf gewesen, wosern auch verschiedene glückliche Zufälle zusammen gekommen wären, ihn zu bereichern? Kann der Privatvortheil niemals mit dem allgemeinen Besten, und mit lautern Absichten bestehen? So dürfte Niemand mehr Theil an den öffentlichen Geschäften nehmen; denn er wird jederzeit dieser Beschuldigung des Pöbels ausgesetzt seyn; und Sie, M. H., würden nicht einmal die Einname für den eigenen Verlag Ihrer Briefe mit der Rernigkeit Ihrer Wahrheitsliebe vereinigen können. Müssen alle Personen, die sich durch Vortheile, die man Ihnen aber auch wetteyfernd in andern Ländern anboth, haben bewegen laßen, ihr beträchtliches Vermögen nach Dännemark zu ziehen, nothwendig ge-

als ein glückliches Beyspiel in einem Theile der Industrie, die unserm Lande so vorzüglich eigen, und dennoch bisher so sehr vernachlässigt worden ist.

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zwungen gewesen seyn, Schutz bey uns zu suchen? Scheint Ihnen diese Wahl des Aufenthalts etwa so seltsam, dass sie ohne geheime Absichten unmöglich wäre? Ich könnte Ihnen das Gegentheil durch das Beyspiel eines verdienten Mannes beweisen, der annoch Häuser in der Hauptstadt eines mächtigen Fürsten, und einen Sohn in desselben Kriegsdiensten hat, der vielleicht an diesem Hofe eine noch schmeichelhaftere Aufnahme, als bey uns, würde gefunden haben; und der dennoch seiner Wahl getreu bleibt. Sie werfen einem reichen Manne alhier einen, Ihrer Berechnung nach, sehr vorteilhaften Kauf gewisser Besitzthümer in W. I. vor, der ihm jedoch vom Hofe selber angetragen wurde. Wären Sie aber im Stande gewesen sich besser, als durch die Nachrichten Ihres Miethlaquaien, und d. h. gewiss nur von den allgemeinsten Gerüchten, zu unterrichten: So würden Sie erfahren haben, dass diese Ländereyen, ungeachtet vieler und wichtiger Verbessrungen, jährlich noch nicht so. viel p. C. von der Kaufsumme eintragen, als wosern er diese, nach der wiederhergestellten Verordnung, auf ordentliche Zinsen ausgethan hätte. (*) Nun lassen Sie diese entfernten Pflanzungen, ohne jene koft-

(*) In Ihrer Angabe der jährlichen Einkünfte ist ein beträchtlicher Druckfehler begangen worden, der unglücklicherweise auch in Ihre Berechnung eingeflossen ist,

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bare Verbessrungen, für die Rechnung eines Königs verwaltet werden; (und wer kennet nicht diese Art der Administrationen?) dann urtheilen Sie aufrichtig, ob der Handel so nachtheilig für den König sey, als er Ihnen geschienen hat. Freylich werden dieselben künftig mehr einbringen; allein wird es nicht alsdann der gerechte Lohn seiner gewagten Gelder, und seiner guten Anordnungen seyn? Und wenn auf ähnliche Art, mit beträchtlichen Kosten andere Besitzthümer im Lande, ebenfalls in Aufnahme gebracht werden; haben wir den Besitzern nichts zu verdanken? Ist es kein Vortheil für ein Land, wenn dasselbe, auch mit dem Gewinne sonst schon reicher Leute, gut angebauet wird? Erlauben Sie mir, M. H., noch eine Frage. Wenn Könige förmlich Gesandte an diese oder jene Republick schicken, um Geld zu negotiiren, sind diese nicht alsdann auch die Mäckler ihres Staats; und erniedrigt solches ihren Character?

Ihre Anekdote von einem fremden Generale, der den Kriegsstand bey uns hat einrichten sollen, stellt die Sache in vielen Stücken falsch vor. Er wollte nicht die Armee in Landmilitz verwandeln, denn Sie werden doch wissen, dass diese erst nach seiner Abreise wieder ist errichtet worden; sondern er wollte statt der erkauften Ueberläufer aus fremden Diensten,

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deren Trene wir auch in Friedenszeiten erfahren, so oft die See gefriert, unsre Regimenter mit Landeskindern besetzen. Dieses Vorhaben mag immer unüberwindliche Hindernisse finden, so werden Sie doch die Absicht wohl nicht für verrätherisch halten. Wie nützlich und nothwendig eine hinlängliche Anzahl von Officieren bey einer Armee sey, die eigentlich stets im Stande seyn soll auszurücken, darüber befragen Sie diejenigen, die den Krieg kennen, und verlassen sich weniger auf Ihr eigenes Urtheil und Ihre Rechenkunst. Hätten Sie Preussische und Oesterreichische Regimenter gesehen, so würden Sie wissen, dass in beiden Diensten die GrenadierCompagnien von den Füseliers abgesondert sind, um im Felde in besondere Corps zusammen gezogen zu werden. Die Zahl Zwölf ist auch gar kein geheiligter Pythagorischer Numerus für die Compagnien eines Regiments; denn in Oesterreich und Frankreich bestehen dieselben aus vier Bataillons; und in Preussen sind einige von zweyen, andere von drey und vier Bataillons. Sie müssen aber wenig auf Ihren Reisen bemerkt haben. Endlich ift es ein lächerlicher Widerspruch, dass dieser General eine grosse Armee bey uns habe errichten wollen, und gleichwohl die Anzahl unsrer Soldaten vermindert hätte. Ich habe weder allgemeine Staatseinsichten genug, noch Kenntnisse von den un-

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ausgeführten Anschlägen dieses Generals, um sein System als Staatsmann zu vertheidigen. Wosern er aber angenommen hätte, dass die Lage von Dännemark von selber entscheidet, dass selbiges niemals auf Eroberungen, sondern bloss auf seine Sicherheit bedacht seyn darf; dass eine gute Seemacht, und wohl eingerichtete, nach unsern Finanzen abgemessne Infanterie unsre Grenzen am gewissesten decken: wäre alsdann die Anlage seiner Veränderungen mit diesen Grundsätzen nicht übereinstimmend? Unpartheyische, welche bey diesem allem noch auf die Thätigkeit eines lebhaften Geistes sehen, der was er schnell entschliefst, auch schnell ausführt, werden gewiss viele seiner Handlungen entschuldigen; und wenigstens nicht Irrthümer für eine niedrige Begierde zu schaden halten. Wenn Sie, M. H., ihm aber den Ruhm des Feldherrn absprechen, weil er, wie Sie sagen, keine Schlacht gewonnen hat: so verrathen Sie Ihre gänzliche Unwissenheit in der Kriegskunft. Der Zufall hat oft vielen Antheil am Siege; Klugheit und Einsicht allein führen eine glückliche Retraile aus; und Frankreich wird Ihnen sagen, wie oft es eben diesem Generale die Rettung einer geschlagenen Armee verdankt.

Womit hat Sie aber insbesondere die schönre Hälfte der Nation beleidigt, dass Sie unser Frauenzimmer als sanst gelarvte Furien

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schildern? Wären Sie nicht ein Reisender, und also vermuthlich unverheyrathet: so hätte ich fast geargwöhnet, dass Sie das Schicksal des ungerathenen Sohns in der Fabel müssten erfahren haben; und dass man auch das Letzte, jedoch ohne glücklichen Erfolg, versucht, und Ihnen ein böses Weib gegeben hätte.

Sollten Sie nicht auf Ihren Reisen die Sitten der Nationen ans Ihrem Fenster im Gasthose, wie der Doktor Smollet, studiert haben? Vielleicht hielten Sie sich bey uns nahe am Strande auf, und lernten das dänische Frauenzimmer in den Damen kennen, die in dieser Gegend Fische verkaufen, und Schimpfreden verschenken. Aber auch diesen haben Sie Ihre eigene Sprache geliehen, die sehr eigenthümlich deutsch, und gar nicht aus dem dänischen übersetzt ist. Nicht als ob unter uns gar keine Frauenzimmer wären, deren Erziehung vernachlässigt worden, oder deren heftige Leidenschaften zuweilen über die Erziehung selbst liegen könnten. Allein das feine Athen hat seine Xantippen gehabt, und Frankreich dessen Frauenzimmer fast ganz Europa für liebenswürdig, wenigstens für verführerisch hält, hat dennoch Muster zur Baronne im Procureur arbitre, zur Madame Grognac im Distrait, und zu so vielen andern hergegeben. Zielen Ihre Spöttereyen aber nur auf Eine Person;

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wie werden Sie denn hier auf einmal so ver- schämt, dass Sie sich scheuen, diese zu nennen, oder zu bezeichnen, und lieber dem ganzen Geschlechte schimpfen? Setzen Sie endlich die Veränderlichkeit unsers Frauenzimmers nur in dem Wechsel der Moden, so sagen Sie ja bloss, dass die Mode, die ohne Veränderung aufhören würde das zu seyn, was sie heisst, wirklich Mode bey uns ilt.

Doch lassen Sie uns zu wichtigem Gegenständen eilen. Das vernünftige Frauenzimmer bedarf meiner Vertheidigung nicht, und lieset Ihre Vorwürfe mit Mitleiden.

Ich bin, &c.

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Zweyter Brief.

Mein Herr,

Wir wollen uns, wenn Sie es also erlauben,

stückweise bey den wichtigsten Materien verweilen, die in Ihren Briesen unter einander zerstreuet sind, damit nicht meine Beantwortung, so wie Ihre Anekdoten selber, zu sehr den kleinen Schriften dieser Zeit gleichen möge, die Ihnen selbsten ein Irrgarten von Gedanken und Worten geschienen haben.

Lassen Sie uns in diesem Briefe vom Zollwesen reden.

Und das war also das wichtigfte, was Sie in unf´sern Zolleinrichtungen bemerkten, dass unsre Visiteurs den Zollauffehern aller andern Länder gleichen; durch kleine Geschenke in ihrer Strenge nachlassen, und keine Höflichkeit kennen, die nicht von ihnen erkauft wird? — Als ein Däne bedaure ich, dass meine Landsleute diesen Fehler mit den andern Nationen gemein haben; und ich hoffe, dass man durch scharfe Oberaufsicht, durch einen festgefetzten Sold dieser Leute, und durch bestimmte, unausbleibliche Strafen bey jeder Abweichung von ihrer Pflicht, dieses Uebel, so

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viel es möglich ist, einschränken wird, wofern es sich nicht sollte heben lassen.

Als ein Reisender aber hätte Sie dieses nicht bestürzen müssen, wenn Sie anders mit den Oesterreichischen Auffchauern, mit den Preussischen, Französischen, und mit Ihren eigenen Russischen (*) Visiteurs bekannt gewesen waren. Hätten Sie dagegen die Staatsverfassung, und innere Einrichtung von Dännemark recht schildern wollen, wie der Tittel Ihrer Schrift es verspricht: so würden Sie Ihr spähendes Auge tiefer in das Zollwesen bey uns haben dringen lassen. Sie würden alsdann die Verwicklung dieses Geschäftes, die Mannichfaltigkeit der Formalitäten, und der damit verbundenen Nebenausgaben, mit denen auch eine jede Unterschrift (und wie oft wird nicht in einer und derselben Sache, jawohl auf einen einzigen Zettel unterschrieben? so dass man fast glauben sollte, die Unterschriften wären nur erfunden worden, um sie bezahlen zu laden:) erkauft werden muss, entdeckt haben. Sie würden mit Recht haben anmerken können, dass es eine sehr übelverstandene Einrichtung ist, wenn Zölle durch Nebenabgaben, die nicht in die öffentlichen Cassen fliessen, verdoppelt, und dem Unterthanen verhasster gemacht werden:

(*) S. Gmelins Reisen,

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Dass aber der Verluft der Zeit, und die oftmals unbescheidene Abweisung auf eine für die Herren Controllers &c. bequemere Stunde den geschäftigen Kaufmann und Seefahrenden noch mehr auf bringt, und eine Ungerechtigkeit ist, Sie hätten hinzusetzen können, dass ein so verderblicher Staatsfehler in keinem Lande weniger geduldet werden dürfe, als da wo der Mangel der Arbeitfamkeit gleichsam ein natürlicher Fehler der Nation geworden ist, und wo also im Gegentheile die Industrie auf alle Art erleichtert, befördert, und ermuntert werden müsse. Lassen Sie uns hieraus den allgemeinen politischen Schluss ziehen, dass eine jede Einrichtung im Staate, die von den einfältigen Grundsätzen der gefunden Vernunft, und von dem ersten Endzwecke zu dem sie ersonnen wurde durch eine künstliche Verfassung ab weicht, schädliche Folgen hat.

Die mit den Zöllen überhaupt verbundene Contrebande haben Sie eben so flüchtig und obenhin angesehen. Darum dass kein Manschester bey uns gemacht wird, (ob es gleich zwo Fabricken versucht haben, von welchen die eine guten Fortgang würde gehabt haben, wofern sie nicht mit dem Tode des Unternehmers ganz eingegangen wäre; auch wird noch etwas weniges hie und da bey uns verarbeitet) konnte diese Verordnung noch sehr gegründet

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seyn ; denn wir haben Sammetfabricken denen der Gebrauch des wohlfeilern und dauerhaftem Manschesters sehr nachtheilig seyn musste. Und hätten wir auch diese nicht gehabt, so würde vielleicht eine allgemeine Einschränkung des gar zu häufigen Gebrauchs der seidenen Stoffen zur Aufnahme unsrer wollenen Fabricken dennoch sehr weise gewesen seyn. Ueber- haupt ist es eine nicht unwichtige Frage, ob wir wohl gethan haben, Seidenfabricken, die so vielen Schwierigkeiten bey uns unterworfen seyn müssen, zu gleicher Zeit neben unsern Wol- lenfabricken, die nothwendig der natürlichen Verfassung des Landes viel angemessner sind, anzulegen, in einem Augenblicke, da wir auch die letztern unter uns erschaffen sollten? Alle Wissenschaften auf Einmal mit einem Kinde treiben, und nicht auf dessen besonderes Genie sehen, macht dasselbe vielleicht zu einem untauglichern Manne, als wäre es in seiner natürlichen Unwissenheit der blossen Erfahrung, und der Aufmerkfamkeit seines eigenen Verstandes überlassen worden. Allein von den Fabricken werden wir ausführlicher in einem besondern Briefe handeln.

Darum läugne ich Ihnen nicht, dass zu viele Artickel der Contrebande einem Lande nicht sehr nachtheilig seyn sollten. Alles felber machen wollen, und alles Fremde verbie-

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then, ist wider den ersten Begriff des Handels, der eigentlich in einem Tausche bestehen soll. Ein Land, das alles auf Einmal selber zu verarbeiten anfangen will, wird lange alles schlecht und theuer liefern, und wird also zu Verbothen der fremden Waaren gezwungen; daraus muss der Schleichhandel entliehen. Je mehr die Menge der Contrebande-Verordnungen die Zweige des Schleichhandels vervielfältigt, desto schwerer wird er zu überleben, und zu hemmen. Der gewisse und grosse Gewinn ermuntert nothwendig viele sich der Gefahr auszusetzen. Hat man durch zu strenge drohende Gesetze die Uebertreter abschrecken wollen: so tritt in dem vorkommenden Falle die Menschlichkeit ein, und die Abweichung von dem Gesetze nimmt demselben seine Kraft. Je weniger gleichwohl ein Land auszutauschen hat; desto mehr muss dasselbe den Handel mit Fremden gegen baare Münze einschränken.

Darinne haben Sie also Recht, dass eine unzeitige Nachsicht gegen einzelne Personen, die fast immer Härte gegen das Allgemeine wird, auch bey diesen Contraventionen sehr nachtheilig gewesen sey. Dagegen irren Sie sich, wenn Sie behaupten, diese Nachsicht wäre bloss auf die bestochenen Zollbedienten, und nicht auch auf die Kaufleute erstreckt worden. Wie oft sind vordem ganze Kaufladen, um

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18 dieses Versehens willen, verschlossen, und hernach wieder geöfnet worden; wie oft hat man verbothene Waaren bey den Schiffern in Verhaft genommen, und sie den Eigenthümern wieder zugestellt? Man wollte diese Leute nicht unglücklich machen, und wünschte halb, dass sie der Sache durch Verdrehungen und Vorwände einen Anschein möchten geben können. Ist nicht eine kleine Handelstadt nahe bey Koppenbagen, deren Kaufleute sich fast allein mit verbothenem Handel ernähren? Erst nachdem man die gefährlichen Folgen dieser Gelindigkeit erfahren hat, ist man mit Recht entschlossen, streng über die Gesetze zu wachen. Dass aber seiten Zollbediente wegen Unterschleif bestraft worden sind, ist lehr natürlich, weil es viel schwerer war, ihre Bestechung, als die Contrebande selbst, die man vorfand, zu entdecken; besonders da man keine förmliche Untersuchung, über die Art den Unterschleif auszuführen, anstellte, sondern sich begnügte die Contrebande selbst betroffen zu haben. Freylich wäre es vielleicht nützlich, wofern die Contrebande-Verordnungen also eingerichtet werden könnten, dass in einem Contraventionsfalle der Zollbediente, wenn er der Bestechung auch nicht zu überführen ist, wenigstens wegen einer nothwendigen Nachlässigkeit bestraft werden müsste.

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Dieser fromme Wunsch würde aber zuvörderst eine künstliche und vielleicht in etwas verworrene Aufsichts-Verordnung nach sich ziehen; und endlich lehret die Erfahrung, dass die Lift der Gewinnsucht dem grössten Eyfer der Pflicht auszuweichen weiss.

Ihrer Anmerkung gemäss, dass ungeachtet des Verboths, dennoch viele Personen unter uns fremden Manschester tragen, müsste man fast den Satz annehmen, dass die Geldstrafe auf denjenigen zu legen sey, der ganz verbotene Zeuge trägt, wofern die Contrebande lieber gehemmet werden soll. Allein dieses würde wieder die Schwierigkeit haben, dass es eine etwas harte Einschränkung der natürlichen Freyheit scheinen möchte, welche jedoch durch die Verminderung der Contrebande-Artickel vieles von ihrem Zwange verliehren müsste. Und in England selber, wo Eigenthum und Freyheit (property and liberty) der Sinnspruch der Regierung und jedes einzeln Bürgers ist, hat man sich wohl zuweilen einen solchen nützlichen und notwendigen Zwang erlaubt. Wenigstens wären die offenen Laden nicht von unerwarteten Inquisitionen auszunehmen. Lässt man aber dergleichen auf bestimmte Tage angesetzte Untersuchungen voraus ruchtbar werden, so sind sie nur ein Blendwerk, welches unter

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dem Scheine der pflichtseyfrigen Geschäftigkeit ein lächerliches Aufsehen macht.

Ieh hoffe, Sie würden also mit mir über folgende allgemeine Sätze in Ansehung der Conterbande einig seyn:

1°. Man mache nur die nothwendigsten Ar- tickel, welche der einheimischen Industrie gar zu nachtheilig seyn müssten, zu Contrebande.

2°. Man forsche bey Contraventionen genau den Mitteln nach, durch welche dieselben aus geführet worden sind; und wegen Bestechungen wäre der Zollbediente am Leibe zu bestrafen, wegen überwiesener Nachlässigkeit aber abzusetzen.

3°. Der Kaufmann, der den Schleichhandel treibt, leidet die Consiscation; und

4°. Der Käufer büsset eine bestimmte Geldstrafe. (*)

Wollen Sie aber zu verstehen geben, als ob die Obern-Collegia, wegen der vermeintli-

(*) Allein das Beyspiel eines Königes, den sein Volk liebt, ist mächtiger, denn die strengsten Gesetze, um Missbräuche dieser Art einzuschränken. Wenn er selber sich in nichts als einheimischen Zeugen kleidet, so veredelt er dieselben, und erhebt sie weit über die Feinheit, den Glanz und den Geschmack der zierlichsten, auswärtigen Stoffe.

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chen Nachsicht gegen bestochene Zollbediente, einen heimlichen Theil an der Vervortheilung der Königlichen Cassen genommen hatten: So haben Sie wircklich wieder zu viel den Gerüchten des Pöbels getrauet, der bey allen Fehltritten den Eigennutz voraussetzet, durch den er fühlt, dass er selber geleitet wird. Das allgemeine Uebel in unsrer Administration ist wohl vielmehr lange das zu gewöhnliche Mitleiden, und die persönliche Wohlthätigkeit gewesen, die beyde Lobsprüche des Herzens eines Privatmannes sind; aber in dem Staatsmanne eine gefährliche Schwäche werden, welcher er sich auf Kosten des Allgemeinen überlässt. Nehmen Sie hierzu die gegenseitigen Gefälligkeiten, und die Furcht zu missfallen in den Untern; so haben Sie den Schlüssel zu vielen öffentlichen Fehlern deren Quelle gewiss nicht so verderbt war, als die Folgen nachtheilig wurden. Bey unsern Collegiis überhaupt hätten Sie auch anstatt der niedrigen Neigung zum Betruge, einen gewissen ehrgeizigen Krieg über ihre gegenseitige Vorrechte bemerken können, über welche sie oft eben so heftig und eben so lange eins gegen das andere gestritten, als kleine Deutsche Reichsfürsten über den Vorsitz am Reichstage, und selbst vergessen haben, dass sie mit einerley Geiste an der allgemeinen Wohlfarth arbeiten sollen. Und wo müsste sich wohl

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mehr Einförmigkeit der Abficht finden, als unter der Regierung eines Einzigen, der über das Glück aller Stände, und über den Sinn aller seiner Anordnungen nur Eine und dieselbe Denkungsart haben kann?

Sie sehen, M. H., wie aufrichtig ich Ihnen die Fehler gestehe, die ich selber glaube in meinem Vaterlande zu entdecken; und Sie werden daraus urtheilen, dass ich nur Ihre Bitterkeit, und Ihre übereilte, seiten mit der rechten Einsicht verbundene Vorwürfe tadle. Und freuen werde ich mich, so bald Klügere, wie ich gar nicht zweifle, mir auch meine Irrthümer zeigen werden.

Ich verharre, &c.

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Dritter Brief.

Mein Herr,

Ich weis noch nicht, wie lange ich auch darüber nachgesonnen habe, was Sie mit dem Vorwurfe sagen wollen, dass wir Dänen zu sprechen pflegen: „der König wird betrogen, der König hat es verbothen, der König leidet darunter, der König hat es geschenket; anstatt zu sagen: der Staat thut es, der Staat giebt es." Noch unverständlicher aber wird dieses, wenn Sie hinzusetzen, „als wenn nicht König und Staat eins und eben dasselbe wären, oder als wenn sie je von einander getrennet seyn könnten,“ p. 19 und 20.

Eben darum, weil nach unsrer Regierungsform der König der Vertreter des gesamten Volks, und die wirkende Kraft des ganzen Staats ist, nennen wir ihn mit Recht für den Staat selber. Weil jeder Däne in seinem Herzen die beruhigende Ueberzeugung fühlet, dass sein König keinen von dem allgemeinen Besten unterschiedenen Vortheil kennet, noch nach unsrer Staatsverfassung haben kann; weil der Fürst nothwendig leidet, so oft der Staat verliehrt, und hingegen gewinnet, wenn dieser an Wohlfahrt zunimmt: so brauchen wir mit Freuden eine Redensart, die wir mit den Franzosen, Engländern,

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und mit allen Nationen, die von Königen regiert werden, gemein haben. Nun lassen Sie auch mich mit Ihrem angebrachten Schulsprüchelchen schliessen, Sapienti sat! und der Kluge wird urtheilen, welcher von uns beiden ihm wirklich genug gethan hat.

Dielet Brief ist eigentlich bestimmt Ihre Begriffe von unserm Commerz-Collegio zu berichtigen, und Ihre falschen, eingezogenen Nachrichten über diese Dinge aufzuklären.

Ihr Sprecher, p. 22, 23, und 24. wirft unserm Commerz-Collegio besonders vor, „dass sel biges nicht mit Kaufleuten und Fabrickanten besetzt sey; sondern aus Räthen bestehe, denen man bloss, um ihnen Aemter und Besoldun- gen zu geben, die Sorge für die Aufnahme der Handlung und der Fabricken aufgetra- gen habe.“ —

„Dass ein Drittheil des zur Unterstutzung der Fabricken ausgesetzten Fonds an Gehalt dieser Personen, und wieder ein Drittheil an Geschenken aufgehe, wenn etwas aus dem Ueberreste einem bedürftigen Fabrickanten bewilliget werde." —

,,Und endlich, dass man nur die Bemit- telten und Fremden aufhelfe, ohne fleissige Einheimische zu unterstützen." —

Sollten Sie selber, M. H., niemals in Ihrem Leben erfahren haben, dass niedrige Missver-

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gnügte, die nicht das Vermögen hatten, Ihnen anders zu schaden, sich durch falsche und verläumderische Gerüchte an Ihnen hatten rächen wollen? Dieses könnte doch wohl, in einigen Stücken wenigstens, der Grund zu jenen heftigen Klagen seyn, und Sie hatten nicht so schlechthin dieser einzigen Stimme trauen müssen. Wir wollen itzt die Sache etwas genauer prüfen.

Es giebt eine doppelte Art im Commerzwesen zu rechnen. Einmal für den Staat, wie ferne derselbe durch die Aufnahme oder den Verfall dieses und jenes Zweiges im Handel gewinnet oder verliehrt, und zwar nicht allein, in den Zollen und öffentlichen Abgaben, sondern auch vorzüglich in dem Zuwachse oder in der Abnahme der ganzen Baarfchaft des Staats. Die andere Art zu rechnen ist blos für den Privatkaufmann, der sehr leicht auf Kosten des Staats glückliche Speculationen machen kann: oder auch vielleicht mit den gründlichsten Einsichten von den Qualitäten der Waaren mit denen er handelt, von dem glücklichen Augenblicke ihres Einkaufes und Absatzes, von der Berichtigung seiner Handlungsbücher, und was dazu weiter gehört; dennoch nicht die erforderlichen Kenntnisse von dem allgemeinen Gleichgewichte des Handels im ganzen Staate, und gegen auswärtige, von dem Verhältnisse der verschiedenen Theile unter einander, und von dem besondern

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Einflusse eines jeden Theils auf andere Vortheile und nothwendige Staatsabsichten haben kann. Werden Sie leicht Kaufleute genug finden, die theils ihrem Privatvortheile ganz entsagen, theils diese nothwendigen höhern Einsichten besitzen, theils durch die fortlaufenden Geschäfte ihrer Handlung nicht abgehalten werden, mit ganzem Eyfer an der allgemeinen Wohlfarth zu arbeiten?

Wofern noch der grosse Haufe der Kaufleute und Fabrikanten sich lange als Gegner angesehen hatten, anstatt sich brüderlich zu ihrer beiderseitigen Aufnahme die Hände zu biethen; halten Sie es für wahrscheinlich, dass diese sich jederzeit über die nützlichsten Entschlüsse sollten vereiniget haben? Und so lange die Fabricken überhaupt noch in der Verfassung sind, dass die größten Unternehmer derselben Vorschuss vom Staate, als die einzige wahre Unterstützung ansehen, weis ich nicht, wie dieselben Anspruch auf den Beysitz in einem Collegio machen können, dessen Hauptbestimmung sie darinne zu setzen scheinen, einen gewissen Fond zur Austheilung unter den Fabrikanten selber zu verwalten.

In dem Augenblicke der Errichtung dieses Instituts wenigstens mussten die angeführten Betrachtungen die Regierung abhalten, blossen Kaufleuten, und dazu Fabrikanten, die erst unter uns gebildet werden follten, einen so ent-

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scheidenden Theil der öffentlichen Wohlfarth ganz anzuvertrauen. Und noch itzt überlässt der Patriot es dem weifern Ermessen seines Für- sten, ob derselbe (in der Voraussetzung, dass man, nach Ihrem Gedanken auch wirkliche Kaufleute in dieses Collegium ziehen wollte; denn Staatskundige Fabrikanten werden Sie mir schwerlich unter uns ausweilen, wäre auch irgend ein Fabrikant ihr vertrauter Freund) die Personen, die für ihn, oder welches einerley ist, für den Staat rechnen sollen, von denjenigen wird überstimmen lassen, die aller Wahrscheinlichkeit nach, am heften für sich selber zu rechnen willen. Dagegen würde man vielleicht wünschen, dass die Kaufleute, und auch die Fabrikanten, ja selbst andere Handwerker, bey allen Gelegenheiten das Recht haben möchten zusammen zu treten, und die ersten oder letztern für sich, oder auch gesammt, wie es ihr Vortheil erheischen würde, dem Commerz-Collegio, oder selbst dem Könige, (nach Art der Adressen der Englischen Kaufleute, Manufakturisten oder Handwerker an den König und das Parlement) Vorstellungen zu thun. So wie das Commerz-Collegium es nicht für erniedrigend halten wird, über vorzunehmende Veränderungen die Bedenken und Gründe solcher Corporum einzuziehen.

Hatte man sich also auch in der Wahl der Personen geirret, so werden Sie mir doch zuge-

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28 ben, dass die erste Anlage diefes Collegii nicht ganz fehlerhaft war; obgleich darum immer nicht der völlige Nutzen durch dasselbe mag erhalten worden seyn.

Ihre Anführung, dass ein Drittheil des Fonds zu Besoldungen dieser Räthe verschwendet worden sey, ist aber vollkommen falsch; denn diefe Personen werden, wenigstens gegenwärtig, aus den öffentlichen Cassen, als Mitglieder der Zollkammer, und nicht als Beysitzer des Commerz-Collegii aus desselben Fond bezahlet.

Diese Verbindung hatte auch eine sehr weise Absicht; denn in allen Ländern, wo die Handlung ein Gegenstand der Sorgfalt des Staats ist, hält man Zölle nicht blos für eine öffentliche Einnahme, sondern zugleich für ein Mittel das Commerz in den vortheilhaften Zweigen, durch die Verminderung der Abgaben, zu befördern, und in schädlichen Theilen, durch Belästigung derselben, einzuschränken. Daher auch die Zoll-Rollen nach den veränderten Umständen, jedoch nur mit der reifesten Erwegung, von einer Zeit zur andern abgeändert werden müssen. Und in diesem Stücke giebt besonders England den andern Ländern Beyspiele zweyer Art, theils zu folgen, theils zu vermeyden. Ob wir selber aber hierinne nicht zuweilen grosse Fehler begangen haben; das dürfte ich Ihnen fall offenherzig mit Ja beantworten. Allein Frankreich und Holland haben es auch

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gethan, und es ist nichts leichter, als in dieser Sache zu fehlen. So haben wir wohl Zölle auf einheimische Industrie, auf vorteilhafte Theile unsers Handels ersonnen, die uns schädlicher waren, als die Auflage auf fremden Witz lächerlich ist. Wie z. B. die neueste Auflage auf den Thee. (*)

Noch ein Drittheil des Fabricken-Fonds rechnen Sie durch Geschenke den Rathen des Commerz-Collegii an. Ob ich gleich nicht behaupten dürfte, dass nichts Menschliches, besonders Gefälligkeit und Freundschaft, bey Unterstützung der Fabrikanten statt gefunden haben sollte: so wünschte ich doch lieber, dass Sie einzelne Fälle eines so strafwürdigen Vergehens, der Bestechung, angeführt hätten, und bis dahin erlauben Sie mir Ihre Beschwerden für falsch zu halten; als dass Sie ein ganzes Collegium durch diese Anschuldigung schwärzen. Jene Freymüthigkeit würde Ihnen jeder Patriot verdanken, der da wünschet das Lafter bestraft zu sehen; durch diese allgemeine Anklagen aber verbinden Sie sich nur den Verbrecher, der sich vor dem Publico in der bekannten Redlichkeit seiner Collegen mitverhüllet.

(#) Von deren nachteiligen Folgen S. Philodani 1tes Heft, p. 43. Lassen Sie mich hier im Vorbeygehen anmerken, dass Sie dieser Schrift nicht volle Gerechtigkeit in der Beurteilung gethan haben.

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Ihr Vorwurf des Vorzugs den Fremde in unsern Fabrickenanstalten genossen haben, verwechselt die Zeiten. Bey der Anlage derselben war es nothwendig, Fremde zu gebrauchen, um die Einheimischen zu unterrichten, welche sich aber nur durch Vortheile aus ihrem Vaterlande entführen lassen. Als Sie vor Ihren Reisen deutsch lernen wollten, nahmen Sie wohl keinen Bauern aus einem Dorfe bey Moscow, sondern einen deutschen Sprachmeister an, und diesen mussten Sie bezahlen.

Dass wir wirklich von einigen dieser Leute betrogen worden sind, das wissen und beklagen wir alle. Theils war dieses aber nicht ganz vermeydlich; theils ist es der gewöhnliche Fall des gutherzigen Mannes, dass er von seiner eigenen Redlichkeit auf diejenigen schliesset, die ihn von der ihrigen versichern, und also oft hintergangen wird. Allein der scharfsichtige König von Preussen, der die Aufnahme seiner Fabricken durch fortdauernde Anwendung beträchtlicher Geldsummen erzwingen will, hat eben dieses Schicksal oft erfahren, und sein Beyspiel eben hätte uns insbesondere von dem Charakter des von Ihnen angeführten Huthmachers belehren können.

Seitdem einige unsrer Fabricken aber eine gewisse wiewohl noch unvollkomne Confiftenz erlangt haben, werden Sie dergleichen Beyspiele sehr selten finden; und es ist wohl vielmehr der

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Unwille der gegenwärtigen Fabrikanten über diese weislich zurückgehaltene und gemässigte Freygebigkeit, welche die Beyspiele der vorigen Zeit hervorruft.

Mit diesem allem halten einsichtsvolle Patrioten gar nicht dafür, dass Dannemark im Handel und in der Industrie, sich seiner natürlichen Vortheile recht benutzt habe. Hätten Sie sich von diesen unterrichten lasten, so würden Sie denselben mit mir haben nachsagen können, dass wir zu verschiedenen Zeiten bald zu weit, bald zu kurzsichtig gewesen sind. Bald haben wir einen kühnen Blick auf beide Indien und die Levante geworfen, und über unsre sischreichen Küsten, über unsre Schiffarth in der Oft- und Nordsee, über unsern lsländischen, Finnmärkischen und Grönlandischen Handel weggesehen; Bald hefteten wir wieder unser Auge auf die blosse Innere Geschäftigkeit in der Hauptstadt; und jedesmal blieben jene angebohrne Schätze unsers Vaterlandes ausserhalb unserm Gelichtskreyse, Wenn wir die Nothwendigkeit erkannten, diesen oder jenen Theil der Industrie zu heben, so geschahe es oft auf Kosten, fast immer mit Vernachlässigung, der übrigen, darum nicht weniger nothwendigen, Theile der allgemeinen Arbeitsamkeit. Die Verbessrung der Handwerker wurde nicht genug mit zum Manufakturwesen gezählet; und wir erforschten nicht mit Sorgfalt wel-

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che Unternehmungen auf dem Lande, in dieser und jener Provinz, oder kleinen Stadt, mit einiger Ermunterung und Unterstützung hätten zu einer glücklichen Vollkommenheit gebracht werden können. Wir verwandelten Vorschuss und Geschenke nicht genug in Preise und Aufmunterungen zum Wetteyser im Fleisse. Kurz wir arbeiteten immer an einzelnen Stücken, niemals an einem ganzen System. Allein wir hoffen noch einen solchen allgemeinen Entwurf za sehen, in welchem alle Theile des innern Fleisses mit dem auswärtigen Handel verbunden, und unter einander geordnet seyn werden; je nach ihrer Fähigkeit durch Anwendung, Vervielfältigung und Verkehrung der natürlichen Produckten, unsre im allgemeinen Handel so sehr überwogene Balanz-Schaale wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein System also, das sich auf die Lage und natürliche Verfassung von Dännemark gründen wird. Wir schmeicheln uns, unsern Isländischen Handel von der Sklaverey der allgemeinen Handels-Compagnie befreyet; und vielleicht auch durch eine, nach unsern genau geprüsten Umständen, und nicht auf die blosse Nachahmung gegründete, Navigations - Akte, unsre Schiffarth und Fifchereyen nach dem Maasse unsrer Kräfte, blühen zu sehen. Durch ein solches, in glückliche Wirksamkeit gebrachtes, Gesetz würde es auch dem gerechtesten Erbkönige ein ewiger Ruhm seyn dem grossen Verbrecher Englands zu gleichen.

Die Fortsetzung soll in wenig Tagen folgen.