? Uddrag fra Zwey Briefe an den Verfasser des Klage-Briefes der Stad Bergen, an Sr. Majestet den König.

suchen, und unter diesen giebt es zuweilen welche, die durch Glük und Umstände empor kommen, doch bey aller ihrer Höhe das niedrige oder das Pöbelhafte nicht vergessen können. Wenn ich ihren Klage-Brief recht nach lese, so solte ich fast auf die Gedanken kommen, daß diejenigen recht haben, welche Glauben, daß sie einer von dieser Art Leuten sind, und deswegen das Sprichwort, man kennt den Vogel an den Federn, auf sie appliciren wollen. Sie sprechen mit der größten Verachtung von den Teutschen, Mein Herr, und bedenken nicht, daß der allergrößte Theil unserer angesehensten Einwohner, wo nicht teutsch gebohren, doch wenigstens vom Vater oder Groß-Vater, her (weiter hierauf gehet es wohl selten) Teutche sind, und daß es just noch diejenigen sind, welche dem Handel im Stande halten; und glauben sie denn, daß sie sich nicht eben so gut, für rechtschaffene und treue Bürger des Staats halten, als andere? Ich glaube sie können es ohne Ruhmräthigkeit. Sie sprechen eben wie einer, der um seine eigene Laster zu verbergen, sie andern beylegt; Sie bedenken aber die Regul nicht, je Doßhafter einer von andern denkt und spricht, für desto Boßhafter und aller Laster fähiger wird er selbst gehalten, und wenn mann nun, hier nach dieser Regel, glauben wolte, daß sie vielleicht selbst einen